mini|Dorfkirche Haseloff
Haseloff ist ein Gemeindeteil von Haseloff-Grabow, einem Ortsteil der amtsangehörigen Gemeinde Mühlenfließ im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Niemegk an.
Lage Haseloff liegt am Nordrand des Hohen Flämings im gleichnamigen Naturpark etwa vier Kilometer östlich von Niemegk und etwa neun Kilometer westlich von Treuenbrietzen. Umliegende Ortschaften sind Grabow im Norden, Niederwerbig im Nordosten, Treuenbrietzen im Osten, der zur Stadt Treuenbrietzen gehörende Ortsteil Rietz im Südosten, der zur Stadt Niemegk gehörende Ortsteil Hohenwerbig im Südwesten, Niemegk im Westen sowie der zur Gemeinde Planetal gehörende Ortsteil Mörz im Nordwesten. Im Südosten befindet sich die wüste Spring- und die Streitmark.
Durch Haseloff verlaufen die Bundesstraße 102 von Bad Belzig nach Jüterbog sowie die Kreisstraße 6919. Die Autobahnanschlussstelle Niemegk an der Bundesautobahn 9 ist etwa sechs Kilometer entfernt.
Geschichte und Etymologie Etymologie Der Ort Haseloff wurde im Jahr 1377 unter dem Namen czum haselope erstmals urkundlich erwähnt. Die Herkunft des Ortsnamens ist unklar, wahrscheinlich ist er slawischen oder flämischen Ursprungs und bedeutet Ort, an dem die Hasen laufen. In einer anderen Quelle wird der Ortsname von „Haselgesträuch, Haselwäldchen“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 74, ISBN 3-937233-17-2. abgeleitet. Weitere Nennungen waren Hasenlouff im Jahr 1493 und Haselof um 1500.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 165)
Besitzgeschichte Der Ort gehörte im Zeitraum von 1426 bis 1550/1552 zur Vogtei beziehungsweise Pflege oder zum Amt Rabenstein und wurde anschließend von etwa 1550/1552 bis 1872 vom Amt Belzig‑Rabenstein über Ober‑ und Untergerichtshoheit verwaltet. Vor 1419 bis nach 1591 übten die Brandt von Lindau Rechte über zwei Lehnshofstellen (1419/1420, 1591) beziehungsweise über ein halbes Stück Lehen (1506) aus. Zwischen etwa 1466 und nach 1591 verfügten die von Seelen über zwei halbe Höfe (1466) sowie über eine Lehnwiese (1506), die im Erbbuch von 1591 jedoch nicht mehr genannt wurde; stattdessen wurden dort Hebungen von vier Höfen verzeichnet. Die von Oppen waren vor 1388 bis nach 1591 mit einem Hof (1419/1420) beziehungsweise zwei Stück Lehen (1506, im Erbbuch von 1591 nicht mehr erwähnt) belehnt und bezogen Hebungen aus neun Höfen (1506, 1591). Vor 1419/1420 bis 1526 lagen die entsprechenden Rechte bei den Preußnitz, ehe sie 1526 bis nach 1591 an die von Brück übergingen, die Hebungen (1419/1420) sowie ein Stück Lehen (1591) innehatten.
15. bis 16. Jahrhundert Im Jahr 1496 wurden im Ort elf Türkensteuerpflichtige einschließlich des Schulzen sowie sechs Personen Gesinde verzeichnet. 1506 lebten dort elf Einwohner; der Richter hielt das Gericht mit drei Lehnhöfen, zinste von einem Hof und besaß Wiesen. Ein weiterer Einwohner zinste von den Höfen, hatte ein halbes Stück Lehen von den Brandt von Lindau und bezog Zins von einer Streitshufe sowie von Wiesen. Ein anderer zinste vom Erbe, ein weiterer von den Höfen, von Springhufen und verfügte über Wiesen. Ein Bewohner zinste vom Erbe, von einem Pfarrhof und hatte Wiesen; ein anderer zinste von den Höfen und besaß ebenfalls Wiesen. Ein weiterer zinste vom Erbe, von einer Streitshufe und hatte Wiesen, ein anderer von einer Streitshufe und verfügte über Wiesen. Ein Einwohner besaß ein Haus, ein weiterer zinste vom Erbe und von einer Streitshufe, hatte zwei Stück Lehen von den von Oppen sowie eine Wiese von den von Seelen zu Lehen. Ein weiterer zinste von den Höfen, von Springhufen und besaß Wiesen. 1530 umfasste der Ort zehn Hufner und einen Kossäten. Der Pfarrer erhielt 20 Scheffel Roggen von zwei Pfarrhufen sowie 30 Scheffel Roggen, 20 Scheffel Gerste und vier Scheffel Hafer als Zehnten, außerdem den halben Zehnten von der wüsten Feldmark Karterborn. Der Küster bekam 18 Scheffel Roggen und elf Brote. 1534 sollte eine zur Pfarre gehörige Wiese durch den Richter wieder an die Kirche zurückgebracht werden.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 167) 1542 besaß der Lehnschulze Haus, Hof und fünf Hufen. Zwei weitere Einwohner hatten Haus und Hof sowie jeweils sechs wüste Hufen, ein weiterer Haus, Hof und viereinhalb Hufen. Sechs Bewohner verfügten über Haus, Hof und vier wüste Hufen. Hinzu kam ein Kossätengut mit Haus und Hof. Der Hirte hatte einen Menschen entleibt und war geflohen; zudem wurden vier Knechte und vier Mägde genannt sowie 40 Morgen und ein Viertel Wiese. 1555 wurden zehn Hufner und ein Gärtner gezählt. 1565 wurden ein Lehnschulze, neun Häuser und Höfe sowie ein Kossätenhof erfasst; der Hirte hielt 50 Schafe, eine Range und drei Ferkel. Das Dorf verfügte über etwa 25 Hufen, 14½ Springhufen, einige Streithufen sowie 66½ und ein Viertel Morgen Wiese. 1575 bestanden erneut zehn Hufner und ein Kossät. Der Pfarrer bewirtschaftete die beiden Pfarrhufen selbst und erhielt anderthalb Dreißig Roggen, ein Dreißig Gerste, vier Mandeln Weizen, zehn Mandeln Hafer und vier Mandeln Heidekorn als Zehnten sowie eine Hufe auf der wüsten Feldmark Dietersdorf. Die Bauern gaben von zwei wüsten Dorfmarken als Springmark und Streitmark den Zehnten dem Pfarrer von Niemegk. Der Küster erhielt siebzehn Scheffel Roggen und zwölf Brote. Im Jahr 1575 besaß die Kirche zudem zwei eigene Höfe, die Korn lieferten. Im Jahr 1591 wurden im Ort elf besessene Männer, darunter ein Gärtner, verzeichnet. Der Richter verfügte über zwei Lehnhöfe sowie drei wüste Springhufen. Fünf Vierdorfhufner besaßen jeweils ihre Anteile; vier von ihnen verfügten über je zwei wüste Springhufen, während einer eine halbe wüste Springhufe innehatte. Ein Dreidorfhufner hatte drei wüste Springhufen. Drei Dreierbhufner wurden genannt, von denen einer drei wüste Springhufen, zwei weitere jeweils eine wüste Springhufe besaßen. Ein Häusler verfügte über zwei wüste Springhufen. Insgesamt umfasste der Ort 57½ Hufen, darunter 36 Dorfhufen einschließlich zweier Pfarrhufen sowie 21½ wüste Springhufen. Die Wiesenflächen betrugen 65¾ Morgen, darunter zehn Morgen vor Rottstock, 26¾ Morgen vor Jeserig, sechs Morgen vor Baitz, drei Morgen vor Trebitz, zwei Morgen vor Fredersdorf, fünf Morgen hinter Linthe, fünfeinhalb Morgen vor Linthe sowie siebeneinhalb Morgen vor Lütte.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 166) Der Pfarrer verfügte über zwei Hufen, die er selbst bewirtschaftete, erhielt ein Morgen Wiesenwachs, zwei Gnadenbäume im Werder vor Niemegk sowie zwei freie Holztage. 1822 bezog er den Zehnten von der Springmark.
17. Jahrhundert Im Jahr 1640 wurden zehn Hufner, von denen sieben Hufen wüst lagen, ein wüster Kossät sowie ein wüster Hirtenhof genannt. 1661 bestanden erneut zehn Hufner, darunter sechs mit wüsten Hufen, wobei die Hufe eines Bewirtschafters teilweise genutzt wurde. Außerdem wurden ein Kossät und ein Hirte erwähnt. Die Wiesen umfassten 44¾ Morgen, darunter zwei Morgen und weitere 22 Morgen 265 Ruthen, die der Gemeinde neu zugemessen worden waren. 1676 wurden fünf Anspänner oder Hufner, ein Halbhufner sowie ein Kossät genannt; zudem bestanden neunzehn Erbgerichte und elf wüste Hufen. 1682 verfügte der Schulze über zwei Lehnhöfe, drei wüste Springhufen und eine Lehnswiese. Ein Vierdorfhufner besaß zwei wüste Springhufen. Vier Viererbhufner wurden genannt, von denen drei jeweils zwei wüste Springhufen und einer eine halbe wüste Springhufe innehatten. Zwei Dreidorfhufner verfügten über drei beziehungsweise eine wüste Springhufe, einer von ihnen zusätzlich über eine Lehnswiese. Zwei Dreierbhufner besaßen zwei beziehungsweise eine wüste Springhufe. Ein Kossät verfügte über drei wüste Springhufen. Außerdem wurde ein Hirte erwähnt. Die Wiesen umfassten insgesamt 55 Morgen 265 Ruthen, davon gehörten 22 Morgen 265 Ruthen der Gemeinde.
18. Jahrhundert Im Jahr 1701 wurden im Ort zehn Hufner und ein Kossät verzeichnet. 1718 bestanden weiterhin zehn Hufner; insgesamt umfasste die Feldmark 55½ Hufen, darunter 21½ wüste Markhufen. Die Aussaat betrug 201 Dresdner Scheffel und sechs Metzen, wobei auf jede Dorfhufe vier Scheffel und acht Metzen und auf jede wüste Markhufe zwei Scheffel und vier Metzen entfielen. 1743 wurden fünf Vierhufner, vier Dreihufner sowie ein Zweihufner, der zugleich Schulze war, genannt. Dabei verfügte ein Dreihufner über drei wüste Hufen, ebenso ein Zweihufner; ein weiterer Dreihufner besaß zwei wüste Hufen. Vier Vierhufner hatten jeweils zwei wüste Hufen, zwei Dreihufner je eine wüste Hufe sowie ein weiterer Vierhufner eine halbe wüste Hufe. Außerdem besaß ein Einwohner drei wüste Hufen. Insgesamt wurden 34 Hufen und 21½ wüste Hufen gezählt. 1764 bestanden ein Fünfhufner, ein Viereinhalbhufner, ein Viereinviertelhufner, ein Vierhufner, drei Dreieinhalbhufner (darunter der Schulze) sowie ein Anderthalbhufner. Ein Gärtner verfügte über einen Garten, ein Häusler über ein kleines Gärtchen. Insgesamt umfasste das Dorf 44¾ Hufen, von denen 18 genutzt und 26¾ bewachsen waren; pro Hufe wurden acht Dresdner Scheffel und Metzen Aussaat gerechnet. 1777 wurden 13 angesessene Einwohner genannt, darunter zehn Hufner, ein Halbhufner, zwei Häusler, außerdem ein Pfarrhaus, ein Schulhaus sowie zwei Hirtenhäuser.
19. Jahrhundert Im Jahr 1806 wurden im Ort drei Fünfhufner, zwei Viereinhalbhufner, ein Viereinviertelhufner, ein Vierhufner, drei Dreieinhalbhufner (darunter der Schulze) sowie ein Zweihufner genannt. Zudem wurden zwei Häusler aufgeführt, ein Krüger und ein Schmied. Insgesamt umfasste die Feldmark 44¾ Hufen. 1822 bestanden zehn Vollhufner, darunter der Erbgerichtsschulze, zwei Halbhufner sowie fünf Häusler, darunter erneut ein Krüger und ein Schmied. Die Dorfflur umfasste 36 Dorfhufen, darunter zwei Pfarrhufen. Die Bewohner nutzten die Mark Spring, von der ein Teil gewöhnlich als „Streitmark“ bezeichnet wurde, sodass sich insgesamt 58½ Hufen ergaben. 1837 wurde der Ort als Dorf mit 19 Wohnhäusern beschrieben. 1858 bestand das Dorf aus sechs öffentlichen Gebäuden, 22 Wohnhäusern und 43 Wirtschaftsgebäuden. Die Fläche umfasste 2864 Morgen: 40 Morgen Gehöfte, 1370 Morgen Acker, 149 Morgen Wiese und 1305 Morgen Wald.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 164)
20. und 21. Jahrhundert Im Jahr 1900 umfasste der Ort 35 Häuser. 1931 wurden 33 Wohnhäuser mit 38 Haushaltungen verzeichnet. Das Dorf bestand im Jahr 1906 mit dem Bahnhof Haseloff-Niederwerbig. 1939 bestanden im Dorf land- und forstwirtschaftliche Betriebe, darunter einer mit über 100 Hektar, vierzehn mit 20 bis 100 Hektar, elf mit 10 bis 20 Hektar, zwei mit 5 bis 10 Hektar sowie drei mit 0,5 bis 5 Hektar.