In der Liste der Stolpersteine in Hellenthal werden jene Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Hellenthal verlegt wurden. Bisher erfolgten vier Stolpersteinverlegungen. Zunächst am 20. Oktober 2013 (4),Stefan Lieser: Erste Stolpersteine in Hellenthal verlegt. Bewegende Zeremonien nach langer Diskussion im Ort - Gäste aus Mexiko und den USA, auf volksfreund.de, abgerufen am 18. Juni 2017. 27. Oktober 2014 (9)Stolpersteinverlegung in Hellenthal, Pressemeldung vom 30. Oktober 2014 auf Hellenthal.de, abgerufen am 18. Juni 2017.F.A. Heinen: Stolpersteine Denkmale für die Opfer in Hellenthal Kölner Stadt-Anzeiger vom 13. Oktober 2014, abgerufen am 18. Juni 2017.F.A. Heinen: Stolpersteine in Hellenthal Der Opfer der Nazis gedacht, Kölnische Rundschau vom 28. Oktober 2014, abgerufen am 18. Juni 2017. und 9. Oktober 2015 (9)Stephan Everling: Gedenken in Hellenthal Stolpersteine zur Erinnerung an verfolgte Juden gelegt Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. Oktober 2015, abgerufen am 18. Juni 2017.Stephan Everling: Einem Ofen das Leben verdankt veröffentlicht im GrenzEcho vom 14. Oktober 2015, wiedergegeben auf worldwartours.be, abgerufen am 18. Juni 2017. in den Ortsteilen Hellenthal (10), Kirschseiffen (5), Blumenthal (3) und Ramscheid (4). Sechs Steine, die ebenfalls am 20. Oktober 2013 in Kirschseiffen gesetzt werden sollten, fanden Asyl in der benachbarten Evangelischen Pfarrkirche.Bernd Kehren: Stolpersteine Irritationen aus der Welt geschafft, Kölnische Rundschau vom 6. September 2013, abgerufen am 18. Juni 2017.Stephan Everling: Mahnmale in Hellenthal Weiter Diskussion um Stolpersteine, Kölner Stadt-Anzeiger vom 20. September 2013, abgerufen am 18. Juni 2017.Nathan Warszawski: Hellenthal: Erneutes Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbewohner, auf huffingtonpost vom 14. April 2014, abgerufen am 18. Juni 2017. Der vierte Verlegungstermin folgte am 4. November 2017. Auch zu diesem Termin konnten nicht alle der zehn geplanten Steine gesetzt werden. Zu zweien versagten die Anwohner ihre Einwilligung.Stephan Everling: Ermordete Juden: Stolpersteine für die Kaufmanns in Hellenthal verlegt, Kölnische Rundschau vom 6. November 2017, abgerufen am 30. Dezember 2019.

In einem Gemeinderatsbeschluss von September 2013 heißt es, die Grundlage der örtlichen Umsetzung des Stolpersteinprojektes sei: „mit dem Projekt Stolpersteine an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt zu erinnern und auf gemeindeeigenen Gehwegen Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig zu verlegen, soweit die angrenzenden Grundstückseigentümer hiermit einverstanden sind“. Die Initiative Juden im Tal Hellenthal (JudiT.H) ist darum bemüht, diesen Beschluss zu Fall zu bringen und das bisherige Kirchenasyl nichtgesetzter Steine zu beenden.Stephan Everling: Stolpersteine: Jüdischer Arbeitskreis fordert allgemeine Erlaubnis für Verlegung, Kölnische Rundschau vom 25. März 2018, abgerufen am 30. Dezember 2019. Die zwei im November 2017 nicht verlegten Steine fanden Aufnahme in der katholischen St. Anna in Hellenthal.

Verlegte Stolpersteine Adresse Name Inschrift Verlegedatum Bild Anmerkung HellenthalKölner Str. 27120px() Leonhard Bauer Hier wohntePfarrerLeonhard BauerJg. 1893Im Widerstandverhaftet 1941Gefängnis AachenPredigt- und UnterrichtsverbotFlucht in den Tod1945 Waldkirch 120px Leonhard Bauer war von 1936 bis 1941 Pfarrer der Pfarrei St. Anna in Hellenthal. Laut dem Handbuch des Bistums Aachen wurde er am 22. September 1941 verhaftet und des Landes verwiesen.Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe, Hrsg. Bischöfliches Generalvikariat Aachen, Aachen 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 531. HellenthalKölner Str. 66 120px120px() Erna Löwenstein Hier wohnteErna LöwensteinJg. 1907unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941Lodz / Litzmannstadtermordet 3.5.1942Chelmno / Kulmhof 120px Gottfried Löwenstein Hier wohnteGottfried LöwensteinJg. 1871unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941Lodz / Litzmannstadtermordet 3.5.1942Chelmno / Kulmhof 120px Sara Löwenstein Hier wohnteSara Löwensteingeb. HofmannJg. 1876unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941Lodz / Litzmannstadtermordet 3.5.1942Chelmno / Kulmhof 120px Selma Löwenstein Hier wohnteSelma LöwensteinJg. 1909unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941Lodz / Litzmannstadtermordet 3.5.1942Chelmno / Kulmhof 120px HellenthalHohenbergringstr. 7120px120px () Adolf Kaufmann Hier wohnteAdolf KaufmannJg. 1922Flucht 1938BelgienVerhaftet 1940Gefängnis BrüsselErschossen 19.5.1940Gefängnis St. Gilles 120px August Kaufmann Hier wohnteAdolf KaufmannJg. 1893Flucht 1938BelgienVerhaftet 1940Gefängnis BrüsselErschossen 19.5.1940Gefängnis St. Gilles 120px Fanny Kaufmann geb. Jacobs Hier wohnteFanny Kaufmanngeb. JacobsJg. 1893Flucht 1938Belgienversteckt gelebtbefreit / überlebt 120px KirschseiffenIm Kirschseiffen 27 120px() Wilhelm Hermann Hier wohntePfarrerWilhelm HermannJg. 1902Im WiderstandAufgabe der Pfarrstelleunfreiwillig verzogen1937 Wuppertalüberlebt 120px HellenthalKölner Str. 32120px120px() N.N. Goldstein Hier wohnteN.N. GoldsteinJg. 1919Haushälterin beiHerrn HeumannSchicksal unbekannt 120px Samuel Heumann Hier wohnteSamuel HeumannJg. 1858Flucht 1939 HollandInterniert Westerborkdeportiert 1943Sobiborermordet 30.4.1943 120px Der Kleinhändler in landwirtschaftlichen Produkten (Kuhdünger) und 1934 stellvertretende Repräsentant der Synagogengemeinde Samuel Heumann wurde am 1. Juni 1858 in Hellenthal als zweitgeborener und ältester Sohn des Handelsmannes und Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, Joseph Heumann (geboren am 9. September 1823 in Oberdollendorf; gestorben am 10. Februar 1894 in Hellenthal) und dessen Ehefrau Henrietta (Jetta) Baum (geboren am 10. Mai 1824 in Gymnich; gestorben am 20. Juli 1879 in Hellenthal) geboren. Nachdem er am 15. Oktober 1889 in Wollersheim Cäcilia Schmitz (geboren am 27. Oktober 1861 in Wollersheim; gestorben am 28. Juni 1924 in Euskirchen) geheiratet hatte, bekam das Ehepaar von 1890 bis 1904 fünf Söhne und vier Töchter in Hellenthal. Ihre beiden ältesten Söhne Julius und Adolph fielen während des Ersten Weltkriegs. Rudolph, Johanna und Karl wurden mit ihren Familien Opfer des Holocaust. Joseph, Karoline und Helena gelang mit ihren Familien die Emigration in die USA. Pauline wanderte mit ihrem Mann Ernst Katz nach Argentinien aus. Samuel Heumann emigrierte im Januar 1939 in die Niederlande, wo er zunächst bei seinem Sohn Rudolf in Venlo lebte, ehe beide am 11. September 1939 ihren Wohnsitz nach Naarden verlegten. Am 27. April 1943 wurde Samuel Heumann von Westerbork nach Sobibor deportiert, sein Sohn Rudolf und dessen Ehefrau Regina Jacob folgten in einem Transport am 4. Mai 1943. Zu diesem Zeitpunkt war Samuel bereits ermordet worden (30. April 1943). Das Leben von Rudolf und Regina endete dort am 7. Mai 1943.Walter Hanf: Juden im oberen Oleftal S. 417–422. KirschseiffenIm Kirschseiffen 29, 31 und 32120px120px() Alexander Haas Hier wohnteAlexander HaasJg. 1885gedemütigt / entrechtetTot 11.4.1936Krankenhaus Köln 120px Emil Haas Hier wohnteEmil HaasJg. 1880unfreiwillig verzogenFlucht 1938 BelgienInterniert Mechelendeportiert 1943ermordet inAuschwitz 120px Karl Haas Hier wohnteKarl HaasJg. 1890’Schutzhaft 1938’Gefängnis UdenbrethFlucht 1938Belgien / FrankreichInterniert GursFlucht 1942Schweiz 120px Martin Haas Hier wohnteMartin HaasJg. 1878verhaftet 1936Gefängnis AachenTot 4.10.1936Umstände nie geklärt 120px KirschseiffenIm Kirschseiffen 27120px() Leopold Rothschild Hier wohnteLeopold RothschildJg. 1884unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1942Theresienstadtermordet 21.12.1943 Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen.Walter Hanf: Juden im oberen Oleftal, S. 393–400, Abb. 115, 117 u. 118. Johanna Rothschild Hier wohnteJohanna RothschildJg. 1879unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1942Theresienstadtermordet 15.5.1944Auschwitz Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen. Ella Rothschild Hier wohnteElla RothschildJg. 1912unfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941ermordet inRiga Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen. Siegfried Rothschild Hier wohnteSiegfried RothschildJg. 1916’Schutzhaft 1938’Sachsenhausenunfreiwillig verzogen1939 Kölndeportiert 1941Riga / Stutthofermordet Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen. Julius Rothschild Hier wohnteJulius RothschildJg. 1898Flucht 1938Mexikoüberlebt Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen. Arno Rothschild Hier wohnteArno RothschildJg. 1899Flucht 1938 BelgienFrankreichinterniert Drancydeportiert 1942ermordet inAuschwitz Der Stolperstein fand am 20. Oktober 2013 Asyl in der evangelischen Kirche in Kirschseiffen. BlumenthalAlte Schulstraße zwischen Nr. 6 und 8120px120px() Walter Rothschild Hier wohnteWalter RothschildJg. 1901deportiertermordet inAuschwitz 120px Berta Rothschild Hier wohnteBerta Rothschildgeb. GrünebergJg. 1907unfreiwillig verzogenDortmunddeportiert 1942ermordet inZamosc 120px Maud Rothschild Hier wohnteMaud RothschildJg. 1934unfreiwillig verzogenDortmunddeportiert 1942ermordet inZamosc 120px KirschseiffenKölner Straße 96120px120px() Salomon Kaufmann Hier wohnteSalomon KaufmannJg. 1855unfreiwillig verzogen1938 Kölndeportiert 1942Theresienstadtermordet 1.10.1942 120px Sara Kaufmann Hier wohnteKaufmann, Sarageb. MeyerJg. 1860unfreiwillig verzogen1938 Kölndeportiert 1942Theresienstadtermordet 19.7.1942 120px Karl Kaufmann Hier wohnteKarl KaufmannJg. 1890‘Schutzhaft’ 1938Sachsenhausenunfreiwillig verzogen1938 Kölndeportiert 1942MinskMaly Trostinećermordet 120px Arno Kaufmann Hier wohnteArno KaufmannJg. 1899’Schutzhaft 1938’Sachsenhausenunfreiwillig verzogen1938 Kölndeportiert 1942Rigaermordet 120px Johanna Kaufmann Hier wohnteJohanna Kaufmannverh. LeiserJg. 1888Schicksal unbekannt 120px Joseph Kamp Hier wohnteJoseph KampJg. 1905Flucht 1938Argentinien 120px Olga Kamp Hier wohnteOlga Kampgeb. KaufmannJg. 1898Flucht 1938Argentinien 120px Edith Kamp Hier wohnteEdith KampJg. 1933Flucht 1938Argentinien 120px HellenthalKölner Straße 23120px() Lina Rothschild Hier wohnteLina RothschildJg. 1886 Der Stolperstein fand am 4. November 2017 Asyl in der katholischen Kirche St. Anna in Hellenthal. Lina (geboren am 14. März 1886) und ihre Schwester Auguste lebten ohne Gewerbe als unverheiratete Töchter der Berta Rothschild, geborene Kaufmann (geboren am 20. Juni 1857; gestorben am 8. September 1938 in Hellenthal) auf der Kölner Straße in Hellenthal (auf Höhe der Hausnr. 13Walter Hanf: Juden im oberen Oleftal, S. 223.). Vermutlich verzogen sie nach dem Tod der Mutter nach Köln, wo sie zuletzt im Ghettohaus Mauritiussteinweg 11 lebten. Lina Rothschild wurde von dort am 11. Oktober 1941 zunächst nach Litzmannstadt deportiert und von dort in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmo), wo sie auch ermordet wurde. Als Datum ihres Todes ist der 12. Mai 1942 belegt.Walter Hanf: Juden im oberen Oleftal, S. 232. Auguste Rothschild Hier wohnteRothschild, AugusteJg. 1891 Der Stolperstein fand am 4. November 2017 Asyl in der katholischen Kirche St. Anna in Hellenthal. Zu dem weiteren Leidensweg von Auguste Rothschild (geboren am 18. August 1891), nach ihrem Aufenthalt im Ghettohaus Mauritiussteinweg 11 in Köln gibt es zwei sich unterscheidende Versionen. Entweder wurde sie mit ihrer älteren Schwester am 22. Oktober 1941 nach Litzmannstadt deportiert oder aber bereits am 7./8. Dezember desselben Jahres nach Riga. Ort und Datum ihres Todes sind nicht belegt. Zum 8. Mai 1945 wurde sie rückwirkend für tot erklärt.

Weblinks

Projektseite des Künstlers Gunter Demnig

Literatur