mini|Der Harlem Renaissance Ballroom im Jahre 2014, ein Jahr vor seinem Abriss. Die New York Renaissance Big Five, kurz New York Renaissance, New York Rens oder Rennies und in Anlehnung an den Heimspielort selten auch Harlem Renaissance Big Five waren das dominierende Basketball-Team der Zwanziger, Dreißiger und frühen Vierziger Jahre. Sie waren eines der Teams der Black Fives-Ära, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausschließlich aus schwarzen Spielern bestanden. Die Rens wurden 1923 von Bob Douglas gegründet und bestanden bis 1949. Das Team errang in seiner Geschichte über 2500 Siege und wurde 1963 in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Geschichte Robert Douglas entschied sich auch unter dem Eindruck der 1922 von den weißen McMahon-Brüdern gegründeten schwarzen Commonwealth Big Five das Basketballteam der Spartan Braves vollständig zu professionalisieren und mit Saisonverträgen auszustatten. Bereits im Frühjahr 1923 muss es zu Verhandlungen zwischen Douglas und den Besitzern des neu erbauten Renaissance Ballrooms, ein aus der vierten Staffel der TV-Serie Boardwalk Empire bekanntes (dort aber nicht gezeigtes) an der Ecke 7th Avenue und 138th Street gelegenes Tanzlokal und Casino im New Yorker Stadtteil Harlem, gekommen sein. Als Gegenleistung für Spiel- und Trainingsräumlichkeiten nahm er den Namen New York Renaissance an. Unterstützung beim Aufbau seines Teams erhielt er durch einen weiteren westindischen Einwanderer, Romeo Dougherty von der Wochenzeitung New York Amsterdam News. Die schwarze Presse nahm die Rens schnell unter ihre Fittiche. Während beispielsweise Cumberland Poseys sportliche Professionalisierung vom Pittsburgh Courier als unedel kritisiert worden war, wurde Bob Douglas in Harlem für seine sportlichen Errungenschaften und seine Solvenz bewundert. Diese Bewunderung war ihm bald eine Mission und er verstand seine New York Rens als Botschafter der „schwarzen Sache“. Als Resultat waren die Rens extrem diszipliniert bis beinahe lustfeindlich im Gegensatz zu den Chicagoer Harlem Globetrotters, deren Talent Douglas bewunderte, während er ihr Clowning jedoch verachtete.

Douglas erstes Team, das am 3. November 1923 gegen die weißen Collegiate Five im Ballroom spielte, bestand aus Zack Anderson, Hy Monte, Harold Jenkins und den drei Spartan Braves Leon Monde, Hilton „Kid“ Slocum und Frank „Strangler“ Forbes. Anfang 1924 setzte es zunächst zwei Niederlagen gegen die Commonwealth Big Five, deren James „Pappy“ Ricks 1924 verpflichtet wurde wie nach der Auflösung des Teams George Fiall und der langjährige Captain der Rens, Clarence „Fats“ Jenkins in der Saison 1925/26.

Die gleichsam legendäre Freundschaft wie Rivalität mit den New York Celtics nahm ihren Anfang zu Beginn des Jahres 1925. Im Verlauf eines Jahres kam es bis Februar 1926 zu sieben Spielen bei insgesamt zwei Siegen der Rens. Bis 1944 spielten die Rens 156 Spiele gegen die Original Celtics und bis zuletzt gab es Prämien für Siege. Douglas suchte zur Erbauung der Fans immer harte Konkurrenz für seine Renaissance Five.

Das Team hatte sich bald mit ihrem überlegenen Passspiel und ihren Fast Breaks etabliert. In den ersten sechs Jahren ihres Bestehens kamen die Rens auf eine Bilanz von 465—95 Siegen. Die Rens besiegten regelmäßig ABL-Teams und ab und zu sogar die Celtics oder die Philadelphia SPHAs. Deshalb brachen sie Anfang 1929 mit dem American Tennis Association-Meister (des afrikanisch-amerikanischen Tennisverbandes) von 1926, Eyre Saitch, in den Mittleren Westen auf. Dort besiegten sie sowohl die beiden Ex-Rens George Fiall und Specks Moton mit den Savoy Five (die späteren Harlem Globetrotters) als auch die Cleveland Elks, unterlagen aber gegen die weißen ABL-Teams der Fort Wayne Hoosiers und der Chicago Bruins.

Die Rens während der Depression Die Renaissance Five begannen ihre Saison traditionell mit einem Heimspiel am Election Day. Im Verlauf der Saison waren außerdem Heimspiele zu Thanksgiving und Weihnachten traditionelle Höhepunkte. 1929 wurde der Renaissance Ballroom aber für 10.000 Dollar renoviert und die Rens gingen im Zuge der Weltwirtschaftskrise auf Tour. Erst 1932 kehrte das Team an seine Heimstatt zurück für ein Benefizspiel gegen die Celtics zu Gunsten der Harlem Boy Scouts. Musikalisch wurde der Abend von Cab Calloway und Orchester bestritten. Zunächst musste aber 1929 eine einstweilige Verfügung der New York Celtics abgewiesen werden. Drei oder vier Rens hatten trotz gültiger Verträge mit Bob Douglas bei den Celtics unterschrieben. Ohne einen geregelten Spielbetrieb und eine Transfer- und Spielberechtigungsaufsicht durch Ligen blieben afrikanisch-amerikanische Basketballspieler Honorarkräfte, die sich für die bestmöglichen Löhne zu verdingen suchten. John Holt ersetzte 1931 Harold Mayers.

Im Januar 1933 wurde Douglas Manager des Renaissance Ballrooms und blieb fortan zu Hause. Eric Illidge übernahm seine Rolle als Manager vor Ort und Fats Jenkins wurde Spielercoach. Beide saßen im Blue Goose, dem zehnsitzigen Bus der Rens, meist vorne. Als größter Spieler verteidigte Tarzan Cooper den Sitz direkt neben der Tür vehement. Zwei Monate später, im März 1933, endete eine Serie von 88 Siegen in 86 Tagen gegen die Celtics in Philadelphia. Zwischen 1932 und 1936 bestanden die Rens zumeist aus Fats Jenkins, Eyre Saitch, Pappy Ricks, Tarzan Cooper, Johnny Holt, Bill Yancey und Wee Willie Smith. 1935/36 ersetzte Jackie Bethards Pappy Ricks.

1935 ging es erstmals in den tiefen Süden für die Rens. Ihre Südstaaten-Tournee führte sie über Tennessee, Georgia, Alabama, Mississippi bis nach New Orleans und war sehr erfolgreich. Die Rens zogen auch viele weiße Fans an, das Publikum blieb aber getrennt. Sehr schwierig war auch die Verpflegung. Die Rens aßen in den Mensen schwarzer Colleges, privat oder in Farbigen-YMCAs.

Ähnlich war es 1936 im Mittleren Westen vor bis zu 5000 oder 7500 Zuschauern. Indiana und der Süden von Illinois waren Nordstaaten mit De iure-Rassentrennung. Wenn es keine Farbigenviertel gab, blieb den Rens nichts anderes übrig, als Dauergebäck und Konserven zu kaufen und sich Sandwiches zu schmieren. In Indiana schlugen sie deswegen ihr Lager in Indianapolis auf und fuhren von dort aus sternförmig zu ihren Auftritten. In der Regel zu einem Spiel täglich, sonntags zweien, was normalerweise zu Niederlagen am Montag führte. 1937 kam es zu einem bemerkenswerten Spiel gegen die Celtics in Louisville, KY, denn gegen ein lokales weißes Team hätten die Rens auf Grund der Rassentrennung wahrscheinlich nicht spielen können. Überhaupt mussten sie sich im Süden an das N-Wort gewöhnen oder daran, dass das Wort „Colored“ (= farbig) rückwärts buchstabiert wurde.

1936 wurde der Renaissance Ballroom für 15.000 Dollar renoviert. Wegen der schwachen Wirtschaft gingen die Rens erneut von 1936 bis 1939 ohne Heimspiele auf Tour und waren ein beliebter Gast.N.N.: Early Racial Inclusion Puts Wisconsin On Pro Basketball Map. Auf: Black Fives Foundation—Website; Washington, D.C., 19. Februar 2008. Abgerufen am 18. Januar 2018 (englisch). In der Saison 1936/37 wurden Zack Clayton und John Isaacs verpflichtet. Im nächsten Jahr Louis Badger und Al „Big Train“ Johnson. In der Saison 1938/39 schloss sich Badger den Harlem Yankees an, außerdem verloren die Rens John Holt an den Polizeidienst und Jackie Bethards. Dafür wurden Puggy Bell und William „Pop“ Gates verpflichtet.

World Professional Basketball Tournament Vom 26. bis zum 28. März 1939 richtete der Chicago Herald American das erste World Professional Basketball Tournament aus, und die Promoter Harry Hannin und Harry Wilson luden die New York Rens mit elf weiteren Teams nach Chicago ein. Im Mittleren Westen erwartete man voller Spannung ein Kräftemessen zwischen New York Renaissance und Harlem Globetrotters, und im Halbfinale war es soweit: Die Rens siegten nach zahlreichen ergebnislosen Herausforderungen des Chicagoer Teams 27—23 vor dem angereisten Bob Douglas. Im Finale bezwangen die Rens den amtierenden National-Basketball-League-Meister der Oshkosh All-Stars mit 34—25. Beim anschließenden Bankett feierten Douglas und die Rens eine Bilanz von insgesamt 1583—239 Siegen in den sechzehn Jahren ihres Bestehens und Puggy Bells Wahl zum Turnier-MVP.

Nach der Saison trat Fats Jenkins in den Ruhestand und Eyre Saitch wurde zum Captain ernannt. Es gab eine erneute Südstaaten-Tournee und im Spiel gegen die Heurich Brewers in Washington D.C. berichtete die schwarze Presse von einem vollständig integriertem Publikum ohne segregierte Tribünen. Beim World Professional Basketball Tournament unterlagen die Rens im Viertelfinale dem späteren Turniersieger der Harlem Globetrotters, den sie im Finale von der Seitenlinie aus anfeuerten.

1940/41 verpflichteten die Rens die ehemaligen Starathleten der Syracuse University Wilmeth Sidat-Singh und der Long Island University William „Dolly“ King, sowie Charlie Isles von den Detroit Big Five neben Saitch, Cooper, Smith, Gates und Bell. Im World Professional Basketball Tournament schieden die Rens im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger der Detroit Eagles aus, die vom ehemaligen Celtics-Pivot Dutch Dehnert gecoacht wurden.

In der Saison 1941/42 verzichtete Bob Douglas, dessen Wort so gut wie ein Vertrag war, wegen des Krieges und möglicher Einberufungen auf Verträge mit seinen Spielern. Sidat-Singh schloss sich dem afrikanisch-amerikanischen Heeresflieger-Korps der Tuskegee Airmen an und Tarzan Cooper arbeitete in einem Umschlaghafen in Philadelphia, bevor er für Grumman Aircraft auf Long Island zu arbeiten begann wie Johnny Isaacs, Dolly King und Pop Gates. Sie wurden vertreten von den Globetrotters Hillery Brown, Sonny Boswell und Duke Cumberland, sowie dem Newcomer Sonny Wood. Im Dezember verbot die Colored Intercollegiate Athletic Association (CIAA, ab 1950 Central Intercollegiate Athletic Association), die viele Historisch afroamerikanische Hochschulen in den Südstaaten vertrat, gegen professionelle Teams anzutreten. Die Rens mussten fortan auf Gastspielreisen in den Süden verzichten.

1942 berichteten Randy Dixon vom Pittsburgh Courier und Al White von der Associated Negro Press über „Basketball Inc.“ So wurden Tarzan Cooper, Johnny Isaacs, William „Pop“ Gates, Dolly King, Bricktop Wright und Wilmeth Sidat-Singh genannt, die für bis zu sechs schwarze Profiteams der Ostküste aufliefen, wie die Rens, die Mets, die Toppers, die Harlem Yankees, die Paterson Crescents und die Washington Bears. Ein Topspieler wie Jenkins konnte bis zu 1500 Dollar pro Saison verdienen, üblich waren bei Rens und Globetrotters zwischen 150 und 250 Dollar im Monat. Die Rens zahlten außerdem 50-Dollar-Prämien für Siege gegen die Celtics. Für dieses Einkommen mussten die Spieler aber auch bis zu einhundert Spiele pro Jahr absolvieren. Da war die Bezahlung der Lichtman Bears natürlich äußerst verlockend: 500 Dollar plus Bonus für 23 Spiele an Sonntagen. Al White erklärte, dass die immer gleichen Free-Agents sich zwar für alle Teams verdingten, aber immer die Bears-Spiele als erstes buchten. Und jene, die für Grumman Aircraft arbeiteten, spielten natürlich obendrein noch im integrierten Werksteam der Long Island Grumman Flyers bzw. der Long Island Grumman Hellcats.