Die Saison 1968/69 des von der FIS veranstalteten Alpinen Skiweltcups begann am 11. Dezember 1968 in Val-d’Isère und endete am 22. März 1969 in Waterville Valley.

Die Saison 1968/69 war die erste Saison, die sich über 2 Jahre erstreckte (das jeweils erste Rennen bei Damen und Herren fand im Jahre 1968 statt.) Bei den Männern wurden 22 Rennen ausgetragen (6 Abfahrten, 7 Riesenslaloms, 9 Slaloms). Bei den Frauen waren es 20 Rennen (4 Abfahrten, 7 Riesenslaloms, 9 Slaloms). Der Wertungsmodus lautete, dass sowohl für den Gesamtweltcup nur die 3 besten Resultate von jeder Disziplin und im Disziplinen-Weltcup auch nur die 3 besten Resultate zählten; somit konnte eine Höchstpunktezahl von 225 bzw. 75 erreicht werden.

Diese Saison war ein Zwischenjahr ohne Weltmeisterschaften oder Olympische Winterspiele.

Weltcupwertungen Gesamt 1. 182 2. 123 3. 108 4. 104 5. 98 6. 91 7. 89 8. 80 9. 79 10. 62 11. 58 12. 56 13. 55 15. 49 16. 47 17. 44 18. 41 19. 34 20. 32 22. 30 23. 26 24. 20 25. 19 26. 17 27. 16 28. 15 30. 12 32. 9 33. 8 37. 7 38. 6 41. 5 44. 4 48. 3 50. 2 53. 1

1. 131 2. 112 3. 111 4. 107 5. 103 6. 101 7. 98 8. 92 9. 86 10. 82 11. 76 12. 61 13. 40 14. 38 15. 37 16. 31 18. 28 19. 23 20. 22 21. 19 22. 18 23. 15 24. 14 25. 11 27. 10 28. 9 29. 7 30. 6 33. 4 35. 3 36. 2 37. 1

Abfahrt + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 60 4 56 5 44 6 41 7 31 8 24 9 19 10 17+ Damen Rang Athletin Punkte 1 65 2 60 3 36 4 35 5 20 8 19 9 14 10 10

Riesenslalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 70 2 61 3 58 4 55 5 48 6 32 7 26 9 22 10 20 + Damen Rang Athletin Punkte 1 60 2 56 3 53 4 51 5 41 6 37 7 34 8 32 9 31 10 30

Slalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 65 5 60 6 47 7 43 8 40 9 37 10 32+ Damen Rang Athletin Punkte 1 75 2 70 3 65 4 51 6 41 8 37 9 27 10 17

Podestplatzierungen Herren Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 11.01.1969 Wengen (SUI) 18.01.1969 Kitzbühel (AUT) 24.01.1969 Megève (FRA) 01.02.1969 St. Anton am Arlberg (AUT) 09.02.1969 Cortina d’Ampezzo (ITA) 14.02.1969 Gröden (ITA)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 12.12.1968 Val-d’Isère (FRA) 06.01.1969 Adelboden (SUI) 08.02.1969 Åre (SWE) 16.02.1969 Kranjska Gora (YUG) 01.03.1969 Squaw Valley (USA) 15.03.1969 Mont Sainte-Anne (CAN) 21.03.1969 Waterville Valley (USA)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 03.01.1969 Berchtesgaden (FRG) 12.01.1969 Wengen (SUI) 19.01.1969 Kitzbühel (AUT) 26.01.1969 Megève (FRA) 09.02.1969 Åre (SWE) 17.02.1969 Kranjska Gora (YUG) 28.02.1969 Squaw Valley (USA) 16.03.1969 Mont Sainte-Anne (CAN) 22.03.1969 Waterville Valley (USA)

Podestplatzierungen Damen

Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 10.01.1969 Grindelwald (SUI) 15.01.1969 Schruns (AUT) 25.01.1969 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 31.01.1969 St. Anton am Arlberg (AUT)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 11.12.1968 Val-d’Isère (FRA) 03.01.1969 Oberstaufen (FRG) 09.02.1969 Sterzing (ITA) 17.02.1969 Vysoké Tatry (TCH) 01.03.1969 Squaw Valley (USA) 14.03.1969 Mont Sainte-Anne (CAN) 20.03.1969 Waterville Valley (USA)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 04.01.1969 Oberstaufen (FRG) 07.01.1969 Grindelwald (SUI) 16.01.1969 Schruns (AUT) 23.01.1969 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 08.02.1969 Sterzing (ITA) 16.02.1969 Vysoké Tatry (TCH) 28.02.1969 Squaw Valley (USA) 15.03.1969 Mont Sainte-Anne (CAN) 22.03.1969 Waterville Valley (USA)

Nationencup + Gesamtwertung Rang Land Punkte 1 1121 2 1044 3 455 4 424 5 130 6 75 7 39 8 30 9 22 10 12 12 6+ Herren Rang Land Punkte 1 653 2 500 3 375 4 149 5 46 6 25 7 22 8 14 9 12 11 6+ Damen Rang Land Punkte 1 544 2 468 3 306 4 105 5 49 6 30 7 29 8 25

Saisonstatistik der Podestplätze Angegeben werden die Anzahl Podestplätze je Land und Disziplin sowie die Gesamtanzahl.

Damen + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 9 4 3 16 2 6 7 8 21 3 4 9 6 19 4 1 3 – 4+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 3 1 1 2 1 3 2 3 – 1 –+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 – 3 2 2 2 2 3 1 6 – 4 – 1 –+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 4 1 – 2 3 3 6 3 1 4 3 4 1 1 –

Herren + Gesamt Land 1. 2. 3. Total 1 10 9 9 28 2 7 8 6 21 3 4 4 5 13 4 1 1 2 4 5 – – 1 1+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 3 3 4 2 2 1 1 3 1 2 1 4 – – 1+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 2 3 2 2 2 2 3 1 3 2+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 4 4 3 2 3 4 2 3 1 1 2 4 1 – 2

Saisonverlauf

Der FIS-Amateur Die bereits zum Artikel Alpiner Skiweltcup 1968 unter dem Titel „Nachspiele zu Killy und Schranz“ erwähnten Entscheidungen sollten mehrere bisherige Unklarheiten beseitigen. Was den „Fall Schranz“ betraf, entschied das „Council“, dass „in Zukunft nur mehr dann Wiederholungsläufe zuzulassen und gültig zu bewerten sind, wenn ein ‚physischer Kontakt‘ mit einem Hund, Zuschauer oder Funktionär stattgefunden hat“.

Es war zwar wegen Killy nicht derart schwer gewesen, seine Amateureigenschaft zu bestätigen, da der dreifache Olympiasieger schon Monate zuvor seinen Rücktritt offiziell bekanntgegeben hatte. Man hatte dabei auf dessen Ehrenwort verwiesen, wonach er für die Exklusivbilder mit den drei umgehängten Goldmedaillen und der mit seinem Namen gezeichneten Geschichte seines Lebens in der Illustrierten „Paris-Match“ keine finanzielle Abgeltung erhalten habe. Es galt aber, auch für die Zukunft Abgrenzungen zu schaffen.

In Sachen der Amateurfrage, was auch für die Zukunft ein immer wieder, vor allem in den Sitzungen aller damit befassten Verbände aufflammendes Thema war, hatte das „Council“ jedoch keine Berechtigung zur Formulierung einer neuen Regel, weshalb die im Artikel 8 der „Internationalen Wettkampfordnung“ enthaltene Qualifikationsregel durch einen Zusatz in einem wesentlichen Punkt aufgehoben wurde. Demnach blieben die Punkte a), b) und c) dieses Artikels („Läufer/innen durften kein Startgeld fordern, nicht in einem Rennen mit Geldpreisen starten und vor allem auch Verbot, Namen, Erfolge, Medaillen oder Titel in irgendeiner Form zu Reklame- oder Verkaufszwecken zu verwenden, sei es gegen oder ohne Bezahlung“) zwar unangefochten, aber der letzte Punkt wurde mit einem Zusatz ausgestattet, der den Wortlauf hatte: „Es sei denn, die FIS habe sie auf Grund einer schriftlichen Erlaubnis ihres nationalen Verbandes hierzu in Abweichung zu diesem Paragrafen ermächtigt“.

In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, „die gesamte Qualifikationsregel im Verlauf des FIS-Kongresses 1969 in Barcelona zu revidieren und Gespräche mit dem Internationalen Olympischen Comité im Hinblick auf eine Neufassung der olympischen Amateurregeln fortzusetzen“. Da jedoch, worauf auch FIS-Präsident Marc Hodler aufmerksam machte, bei den Winterspielen 1972 in Sapporo nach wie vor die IOC-Amateurbestimmungen befolgt werden müssen, war mit dem Innsbrucker Beschluss eine Zweiteilung der Amateure erfolgt – jene, die frei von Bindungen mit der Industrie blieben und für Olympia teilnahmeberechtigt waren und die nun neu geschaffene „Spezies“, der es unter den erwähnten Bedingungen erlaubt war, Verträge für verkaufsfördernde Zwecke abzuschließen und die überall einschließlich Weltmeisterschaften startberechtigt war, mit Ausnahme Olympischer Spiele.

Diese neuen Beschlüsse sorgten jedenfalls postwendend bei allen Verbänden für Aufregung, weil keiner derselben gewillt war, allen Antragstellern im Hinblick auf das „Olympiaverbot“ diese Genehmigungen zu erteilen. Es war sogar zu befürchten, dass das IOC wegen dieser neuen Situation die Existenz Olympischer Winterspiele in Frage stellen würde, wofür ohnehin schon seit langem im Kreise einiger IOC-Mitglieder eine solche Tendenz zu erkennen gewesen war. Marc Hodler begründete die Beschlüsse damit, dass die FIS diese Entscheidungen treffen musste, um „den Läufern, die bis zu 10 Monate im Jahr dem Skisport opfern, die Möglichkeit zu bieten, diese Zeit in offener Weise durch einen materiellen Ersatz abzugelten“.

In einer Fernsehdiskussion im ZDF im Januar wurde erneut die gesamte Problematik diskutiert, wobei der Journalist Horst Vetten die Meinung vertrat, dass ein neuer olympischer Status erst von neuen, jüngeren Köpfen im IOC erwartet werden dürfe – außerdem wurde betont, dass bei dessen aktuellem Präsidenten Avery Brundage eine grundsätzliche Aversion gegenüber alpinem Skirennsport im Olympiaprogramm bestehe. Es stand sogar die Frage im Raum, ob nicht die Gesamtheit der Winterspiele gefährdet sei, doch sprach sich das IOC-Exekutivkomitee bei seiner Sitzung in Lausanne für eine Beibehaltung aus.„Im Skisport jetzt zweierlei Amateure“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 21, Heft Nr. 1 vom 1. Oktober 1968, Seite 14„Avery Brundage ist dagegen“ in «ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes» (Unionverlag Stuttgart), Jahrgang 21, Heft Nr. 7 vom 4. Februar 1969, Seite 348.

Ausgangslage der großen Skinationen vor der Saison Als „kleiner Paukenschlag“ wurde der Sieg der USA-Vertretung im „Parallelländerkampf“ gegen Frankreich (6. bis 8. Dezember) in Aspen gewertet, der Frankreich (erstmals ohne Killy) eine knappe Gesamtniederlage und „einzelne Schockresultate“ brachte. Zum Sieg trugen wesentlich die Damen des US-Verbandes bei, so dass es zu einem 11:9-Punktesieg kam. (Im Einzelnen siegten bei den Herren im als ersten Bewerb ausgetragenen Riesenslalom die US-Herren mit 4:1 und die Französinnen 3:2; im Slalom gab es je ein 4:1 der französischen Herren und der US-Damen. Für jeden Einzelsieg hatte es einen Punkt gegeben.). Es hieß jedoch auch, dass „Parallelbewerbe“ nicht mit den sonst üblichen vergleichbar seien.„Alpine Schisaison begann mit Novum . USA – Frankreich nach dem RTL 6:4“ in »Kärntner Tageszeitung« Nr. 282 vom 8. Dezember 1968, Seite 13‘‘„US-Schicoach Bob Beattie jubelt:‘‘ Haben stärkstes Damenteam im Slalom“ in »Kärntner Tageszeitung« Nr. 283 vom 10. Dezember 1968, Seite 13, POS. Spalten 2 bis 4 unten„Mittwoch Start in Val d'Isere“ und „Knapper US-Sieg gegen Frankreichs Alpine“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 283 vom 10. Dezember 1968, Seite 8, POS. Spalten 2 bis 4, ab ca. Mitte

Bundesrepublik Deutschland: Es war für alle Sportverbände eine „harte Welle“ angesagt, es ging nicht mehr allein darum, die Leistungspositionen nach deutschen Maßstäben zu suchen, sondern nach internationalen wie beispielsweise bei den Franzosen, wo es nicht mehr zählte, französischer Meister zu sein; zur internationalen Elite zu gehören, war alles. Kritisiert wurde auch, dass der Schulsport und die Sportmöglichkeiten für in der ersten Berufsausbildung stehende junge Menschen arg danieder lagen, was auch daran lag, dass der deutsche Sport in den Parlamenten zu schwach vertreten war. Ein erster Schritt wurde mit der Ernennung des DSV-Geschäftsführers Ekkehart Ulmrich zum Sportdirektor getan, um den Hochleistungssport in neue Bahnen zu lenken. Es war erkannt worden, dass die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter den Anforderungen bei der Organisation des heutigen Hochleistungssports nicht mehr gerecht werden konnten, es musste schnellstens ein Stab hauptamtlicher Personen aufgestellt werden. Der neue Sportdirektor sah seine Hauptaufgabe auf die Olympischen Winterspiele 1972 ausgerichtet. Auf Grund der Devise für die nahe Zukunft, die Nationalmannschaften minimal klein zu halten (nur der Einsatz der Mittel sollte maximal sein), verringerte der Verband sein A-Team auf sechs Herren (Alfred Hagn, Willi Lesch, Gerhard Prinzing, Rudi Schalber, Hans-Jörg Schlager, Franz Vogler) und vier Damen (Burgl Färbinger, Rosi Mittermaier, Traudl Walz; der vierte Namen wurde von der Zeitungsquelle weggelassen, es ist anzunehmen, dass es sich um Traudl Treichl handelt); es sollte der im B-Kader aufscheinende Nachwuchs zum Zug kommen; in diese „Zweitklassigkeit“ waren auch Margret Hafen und Christa Hintermaier abgerutscht.