Die Saison 1968 des von der FIS veranstalteten Alpinen Skiweltcups begann am 4. Januar 1968 in Bad Hindelang (Männer) bzw. am 5. Januar in Oberstaufen (Frauen) und endete am 7. April 1968 in Heavenly Valley (es war das erste und einzige Mal, dass der Alpine Skiweltcup erst im April abgeschlossen wurde). Bei den Männern wurden 20 Rennen ausgetragen (5 Abfahrten, 7 Riesenslaloms, 8 Slaloms). Bei den Frauen waren es 23 Rennen (6 Abfahrten, 7 Riesenslaloms, 10 Slaloms).

Für alle Wertungen galten (wie schon 1967) die drei besten Resultate: die jeweils drei besten Ergebnisse aller drei Disziplinen kamen in die Wertung des Gesamtweltcups, für jeden Disziplinenweltcup zählten ebenfalls nur die besten drei.

Weltcupwertungen

Gesamt 1. 200 2. 119 3. 112 4. 102 5. 83 6. 80 7. 73 8. 69 9. 67 10. 63 11. 57 12. 52 13. 51 14. 46 15. 44 16. 43 17. 41 18. 39 19 37 21. 31 22. 28 23. 26 24. 20 25. 15 26. 14 27. 13 29. 11 32. 10 35. 8 39. 7 40. 6 44. 5 45. H. Hinterholzer 4 51. R. Challer 3 57. 2 62. 1 E. Wurner

1. 191 2. 159 3. 153 4. 128 5. 126 6. 123 7. 121 8. 89 9. 78 10. 55 11. 48 12. 47 14. 41 15. 38 16. 25 17. 22 18. 21 19. 19 21. 17 22. 14 23. 13 24. 12 25. 11 28. 9 29. 8 34. 7 36. 6 36. P. Strauss 6 M. Vogl 42. 5 45. 4 V. Hubert B. Newall 48. 3 52. 2 55. 1 K. Bühler

Abfahrt + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 60 3 39 4 37 7 31 8 20 9 17 + Damen Rang Athletin Punkte 1 70 3 55 4 51 5 48 6 32 7 29 8 25 9 23 10 17

Riesenslalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 75 2 60 3 52 4 51 5 43 6 41 7 35 8 30 9 28 + Damen Rang Athletin Punkte 1 75 2 65 3 60 4 51 5 44 6 41 7 32 8 29 9 25 10 17

Slalom + Herren Rang Athlet Punkte 1 70 2 65 3 61 4 60 5 50 6 41 7 38 8 37 9 30 10 26+ Damen Rang Athletin Punkte 1 75 2 70 4 65 5 55 6 51 7 48 8 43 9 37 10 19

Podestplatzierungen Herren

Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 13.01.1968 Wengen (SUI) 20.01.1968 Kitzbühel (AUT) 09.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 24.02.1968 Chamonix (FRA) 15.03.1968 Aspen (USA)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 04.01.1968 Bad Hindelang (FRG) 08.01.1968 Adelboden (SUI) 12.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 24.02.1968 Oslo (NOR) 10.03.1968 Méribel (FRA) 31.03.1968 Rossland (USA) 06.04.1968 Heavenly Valley (USA)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 14.01.1968 Wengen (SUI) 21.01.1968 Kitzbühel (AUT) 12.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 25.02.1968 Oslo (NOR) 01.03.1968 Kranjska Gora (YUG) 16.03.1968 Aspen (USA) 29.03.1968 Rossland (USA) 07.04.1968 Heavenly Valley (USA)

Podestplatzierungen Damen

Abfahrt Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 17.01.1968 Bad Gastein (AUT) 27.01.1968 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 10.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 23.02.1968 Chamonix (FRA) 09.03.1968 Abetone (ITA) 15.03.1968 Aspen (USA)

Riesenslalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 05.01.1968 Oberstaufen (FRG) 10.01.1968 Grindelwald (SUI) 15.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 24.02.1968 Oslo (NOR) 17.03.1968 Aspen (USA) 31.03.1968 Rossland (USA) 05.04.1968 Heavenly Valley (USA)

Slalom Datum Ort 1. Platz 2. Platz 3. Platz 06.01.1968 Oberstaufen (FRG) 11.01.1968 Grindelwald (SUI) 18.01.1968 Bad Gastein (AUT) 25.01.1968 Saint-Gervais-les-Bains (FRA) 12.02.1968 20px|Olympische Spiele Chamrousse (FRA) 25.02.1968 Oslo (NOR) 10.03.1968 Abetone (ITA) 16.03.1968 Aspen (USA) 28.03.1968 Rossland (USA) 06.04.1968 Heavenly Valley (USA)

Nationencup + Gesamtwertung Rang Land Punkte 1 1160 2 888 3 534 4 390 5 209 6 134 7 86 8 69 9 37 10 14 11 11 13 9+ Herren Rang Land Punkte 1 549 2 499 3 382 4 185 5 58 6 30 7 15 8 14 9 11 11 9 12 5 13 2+ Damen Rang Land Punkte 1 661 2 345 3 205 4 204 5 152 6 104 7 84 8 22 9 11

Statistik der Podestplätze

Damen + Gesamt Land 1. 2. 3. 1 7 15 6 2 7 2 2 3 5 5 4 4 3 1 2 5 1 – 6 6 – – 2 7 – – 1+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 2 3 2 2 3 2 3 2 – – 4 – – 2+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 4 – 1 2 2 – 2 3 1 – 1 4 – 7 1 4 – – 1 – – 1+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 5 5 3 2 2 2 1 3 1 2 1 4 1 1 – 5 1 – 5

Herren + Gesamt Land 1. 2. 3. 1 9 6 5 2 6 8 5 3 3 5 7 4 2 – 2 5 – 1 1+ Abfahrt Land 1. 2. 3. 1 3 2 – 2 2 2 2 3 – 1 3+ Riesenslalom Land 1. 2. 3. 1 3 3 2 2 3 1 2 3 1 3 3+ Slalom Land 1. 2. 3. 1 4 1 1 2 2 1 1 3 2 – 2 4 – 5 3 5 – 1 1

Vor der Saison

Übernahme des Weltcups durch die FIS Beim 26. Kongress der Fédération Internationale de Ski (FIS), der in Beirut stattfand, beschloss der Weltskiverband, die Austragung des Skiweltcups zu übernehmen. Die erste Ausgabe 1967 war noch von der französischen Sportzeitung L’Équipe veranstaltet worden. Hinsichtlich der Rennen selbst beschloss die FIS, dass Torrichter künftig bei klar erkennbaren Torfehlern diese Übertretung sofort zu melden hatten, um damit eine umgehende Disqualifikation zu ermöglichen.„Beirut im Blickpunkt der Skiwelt“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“, Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 1, 4. Oktober 1967, S. 34–35.

Die Übernahme des Weltcups brachte auch mehrere verwaltungstechnische Neuerungen. Es wurden dafür mehrere Instanzen eingerichtet: ein „Council“ als Exekutivorgan, ein „Abfahrts-Slalom-Komitee“ und ein „Kongress“. Dieser Kongress setzte sich aus zwölf Mitgliedern (drei „Council“-Vertreter, vier vom „Abfahrts-Slalom-Komitee“, einem vom „Damen-Komitee“ und vier der Fachpresse) zusammen. Die Fachpressevertreter wurden durch die Association Internationale de la Presse Sportive und die Internationale Vereinigung der Ski-Journalisten designiert. Die erste Tagung des FIS-Weltcup-Komitees fand am 21. September 1967 in Paris statt, wobei es hauptsächlich um die Auswahl der Rennen und die Bewertungskriterien ging. Wenngleich es hier diverse Bedenken zur Staffelung gab. Einige waren für ein System wie im Motorsport mit Punkten nur für die ersten Sechs. Andere meinten, es sollten auf gleiche Weise die ersten 15 bewertet werden. Letztlich blieb es beim System 25-20-15-11-8-6-4-3-2-1. Das Komitee legte auch fest, dass bei Ranggleichheit am Ende der Saison nicht das nächstbeste Resultat heranzuziehen war. Somit war es möglich, dass eine Wertung von mehr als einem Läufer oder einer Läuferin gewonnen werden konnte. Als bedeutend schwieriger erwies sich die Vergabe der Rennen, da gegenüber früheren Jahren auch ein gewisser „Starkult“ (was man als Auswirkung durch das Fernsehen erkannte) aufgekommen war und Skiklubs nur dann bereit waren, derart große Rennen zu veranstalten, wenn die tatsächliche Weltelite an den Start ging.„Weltcup verleiht dem alpinen Rennsport neue Impulse“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“, Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 2, 2. November 1967, S. 60.

Teamvorbereitungen auf die Saison Die Vorbereitung aller Teams auf die neue Saison war in erster Linie von den bevorstehenden Olympischen Spielen beeinflusst. Sowohl für dieses Großereignis als auch den erstmals damit zusammenfallenden Weltcup mussten die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Im Hinblick auf Vorselektionierungen (ab 20. Dezember in Santa Caterina Valfurva) beschickte der italienische Verband nicht das traditionelle Kriterium des ersten Schnees in Val-d’Isère. Der ÖSV hingegen änderte seine Haltung. Er hatte die Teilnahme davon abhängig gemacht, dass auch die Abfahrt stattfindet. Als diese ausfiel, gab er trotzdem „grünes Licht“.„Nicht nach Val d'Isère“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“. Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 5, 15. Dezember 1967, S. 255.

DSV-Präsident Adolf Heine wies darauf hin, dass mit der Installierung von Leistungszentren die technischen Voraussetzungen geschaffen worden seien, um auf den Trainingsbetrieb im Hochleistungssport einzuwirken. Von Seiten der ins Leben gerufenen Stiftung Deutsche Sporthilfe gab es ebenfalls Unterstützung. Beim Schweizer Herrenteam waren hinsichtlich der Vorbereitungen diverse Zweifel aufgekommen, doch berichtete der Technische Leiter Peter Baumgartner vor Saisonbeginn, dass man „um zwei Monate gegenüber den Vorjahren voraus sei“. Die einzige Sorge des französischen Verbandes bzw. dessen Sportchefs Honoré Bonnet war, das Niveau weiter hoch zu halten. Für Olympia hatte er die exakten Besetzungen schon im Mai bekanntgegeben, womit er sich größere Ruhe im Team versprach. Er sah auch später keinen Grund auf Änderungen wegen der Hierarchie in den zu erwartenden neuen Weltranglisten, da diese ohnehin die französische Dominanz unterstrichen. Die Vorbereitungen bei den Herren verliefen eher mit einigen kurzen Zusammenkünften, bei denen Entspannung als oberstes Gebot an der Tagesordnung stand. Fraglich war lediglich Léo Lacroix, der wegen einer akuten Blinddarmentzündung im November operiert worden war.

Jean Béranger, der Trainer der französischen Damen, führte strenge Regie. Er hielt nach Saisonende zu ausgedehnten Konditionstrainings an und setzte im August je ein kleines Team bei Rennen in Chile und Australien ein. Psycho-technische Tests, die im Sommer in einem Versuchsraum der französischen Luftwaffe durchgeführt wurden, waren darauf ausgerichtet, die Sturzanfälligkeit einzelner Läufer in ein präzises Verhältnis zu ihren Sichtreaktionen zu bringen. Der italienische Verband überredete Slalom-Weltmeister Carlo Senoner zu einer Fortsetzung der Karriere. Bei der Damenmannschaft konnten Differenzen zwischen der aus Süditalien stammenden Giorlanda Cipolla und den deutschsprachigen Südtirolerinnen ausgeräumt werden. Tatsächliche Chancen auf vordere Plätze räumte man aber nur Giustina Demetz ein. Der ÖSV wollte den Rückstand insbesondere auf die Franzosen verringern. Zu lange hatte sich der Verband auf Erfolgen vergangener Tage ausgeruht. Man verfüge derzeit nur über einen tatsächlichen Siegläufer (Karl Schranz), und die Lücke könne vom Nachwuchs wahrscheinlich erst im übernächsten Winter geschlossen werden. Rennsportdirektor Franz Hoppichler hatte eine Art „Vierjahres-Plan“ erstellt, der Wert auf Sommertrainings und vermehrte Konditionsarbeit legte. Aus seiner Sicht waren die Rennen in jenen Passagen verloren worden, in denen es auf eine konditionelle Steigerung angekommen war. Auch die finanziellen Sorgen sollten der Vergangenheit angehören, da es dem Verbandspräsidenten Karlheinz Klee im Juni gelungen war, ein Jahresbudget von ca. 3,6 Mio. Schilling zu sichern. Eine Hilfsaktion kam von der Landgenossenschaft Ennstal in der Steiermark, die sich bereit erklärte, 900.000 Schilling sofort zur Verfügung zu stellen und während des ganzen Winters die Mannschaften kostenlos mit Milch und Milchprodukten zu versorgen. Als Gegenleistung sollten die ÖSV-Läufer einmal auf ihren Pisten trainieren.„Mit Blickrichtung Grenoble“ und „Der 'Vierjahres-Plan' Professor Hoppichlers“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“. Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 2, 2. November 1967, S. 60 und 68.„Ruhe, Konzentration und neue Versuche“, „Nogler hofft auf das ‚Sorgenkind‘ Senoner“ und „Neuer Wind?“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“. Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 1, 4. Oktober 1967, S. 14–16.„Das Problem der Selektionen“. In: „ski – Offizielles Organ des Deutschen Skiverbandes“. Unionverlag Stuttgart, Jahrgang 20, Heft Nr. 5, 15. Dezember 1967, S. 258.