Jabing () ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der Anteil der Burgenlandungarn an der Gesamtbevölkerung beträgt 3 %.
Geografie Die Gemeinde liegt im Südburgenland am Fluss Pinka. Jabing ist der einzige Ort in der Gemeinde.
Deutscher OrtsnameUngarischer OrtsnameRoman OrtsnameJabingVasjobbágyiBatschiba
Nachbargemeinden
Geschichte mini|links|Evangelisches Schul- und Bethaus mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Jabing
Um das Jahr 1440 wird der Ort als jobagyi oder jobbagyi genannt. Die adligen Grundherren des Dorfes, die v. a. in Klein-Jabing siedelten, sahen sich als Nachkommen der Szekler. Die Reformation des 16. Jahrhunderts teilte das Dorf. Die katholische Kirche von Jabing war seit 1698 eine Filiale der Pfarre Großpetersdorf. 1788 erfolgten der Bau und Weihe der römisch-katholischen Pfarrkirche. Die evangelischen Bewohner gehörten als Filialgemeinde zur Gemeinde Siget in der Wart. 1875 wurde die evangelische Schule erbaut, die auch als Kirche dient.
Obwohl in der Zeit des 17. Jahrhunderts die deutsche Besiedlung immer mehr zunahm, waren zu dieser Zeit noch immer rund 50 Prozent der Gesamtbevölkerung ungarischsprachig. 1880 waren es nur noch 16 Prozent, 1910 nur mehr 10,4 Prozent. Der Ort war, wie das gesamte Burgenland bis 1920/21, Teil Ungarns (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste auf Grund der Zentralisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vasjobbágyi (Vas = Komitat Eisenburg) verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.
Die Gemeinde Jabing gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Im Zweiten Weltkrieg lag Jabing direkt im Frontbereich und wurde am 5. April 1945 von russischen Soldaten eingenommen. 1971 erfolgte der Anschluss der Gemeinde Jabing an die Großgemeinde Großpetersdorf infolge des Inkrafttretens des Burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes.Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (PDF-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018) 1992 trennten sich Großpetersdorf und Jabing per Gemeinderatsbeschluss wieder.
Bevölkerungsentwicklung
2025 lebten nur 720 Menschen in Jabing. 2026 waren es 735.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Freiwillige Feuerwehr Jabing mini|Laufkraftwerk an der Pinka
In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe um fast die Hälfte ab. Von den 20 Betrieben des Jahres 2011 war einer Haupterwerbsbetrieb. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)203732Produktion761923Dienstleistung22103136 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Eisenbahn: Auf der Bahnlinie, die bei Friedberg von der Aspangbahn abzweigt, wurde im Jahr 2011 der Personenverkehr eingestellt. Die stillgelegte Bahnstrecke von Unterwart nach Großpetersdorf, die durch das nördliche Gemeindegebiet führt, wurde im Jahr 2018 von einer Tochtergesellschaft des Landes Burgenland gekauft. Straße: Die Steinamangerer Straße verbindet Jabing mit Oberwart und Pinkafeld im Nordwesten und mit Szombathely im Osten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche Jabing hl. Anna
Politik Gemeinderat
mini|Gemeindeamt Jabing
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 13 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Jabing 2017 (abgerufen am 8. Jänner 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Jabing 2012 (abgerufen am 8. Jänner 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Jabing 2007 (abgerufen am 8. Jänner 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Jabing 2002 (abgerufen am 8. Jänner 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ33658.038 344 60,78 8 350 57,00 7 332 54,43 7 290 50,52 7 276 51,30 7 PROJ24341.975 222 39,22 5 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert ÖVPnicht kandidiert nicht kandidiert 264 43,00 6 278 45,57 6 284 49,48 6 262 48,70 6 Wahlberechtigte747 719 727 704 656 627 Wahlbeteiligung82,33 % 85,54 % 88,45 % 90,77 % 92,68 % 91,87 %
Gemeindevorstand Neben Bürgermeister Günter Valika (SPÖ) und Vizebürgermeister Franz Saurer (PROJA) gehört weiters der Gemeinderat Dominik Graf (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.
Bürgermeister Bürgermeister ist Günter Valika (SPÖ). Nach dem altersbedingten Rücktritt von Alois Loipersbeck (ÖVP), der seit 2002 Bürgermeister war,meinbezirk.at vom 17. September 2017: Familienmensch, Naturliebhaber & Politiker (abgerufen am 8. Jänner 2017) setzte sich Valika bei der Bürgermeisterdirektwahl 2007 mit 58,69 % gegen Margarete Innes, die 41,31 % erreichte, durch. Bei der Wahl 2012 gewann Valika mit 61,11 % erneut gegen Innes. Bei der Wahl 2017 siegte Valika mit 64,71 % gegen Franz Saurer von der neuen Liste PROJA, wobei er das Ergebnis der SPÖ um 3,93 Prozentpunkte übertraf. Saurer wurde bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zum Vizebürgermeister gewählt.Gemeinde Jabing: (abgerufen am 8. Jänner 2017)
Leiterin des Gemeindeamts ist Klaudia Zartler.Gemeinde Jabing: (abgerufen am 8. Jänner 2017)
Persönlichkeiten Josef Baliko (1876–1930), Holzarbeiter und Politiker Gerhard Krammer (* 1965), Komponist und Musiker, Radiomoderator
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Jabing
Ortschronik der Gemeinde Jabing
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Oberwart Kategorie:Ersterwähnung 1440