Pingarten ist ein Ortsteil der Gemeinde Bodenwöhr im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).
Geografie Das Dorf Pingarten liegt im Osten von Bayern in der Oberpfalz im Naturpark Oberer Bayerischer Wald an der Staatsstraße 2398 von Neunburg vorm Wald nach Bodenwöhr.
Geschichte Pingarten kam um 1166 in den Besitz des Klosters Ensdorf. Heilwig, die Gattin Gebhards I. von Leuchtenberg, vermachte nach dem Tod ihres Sohnes Friedrich zu dessen Seelenheil ihr dortiges Gut dem Kloster. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 52 1316 erhielt Heinrich der Dachshölrer den Maierhof bzw. die Vogtei über Naelestorf und Pingarten, Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 64 und 208 wobei er von König Ludwig zu weiteren Diensten verpflichtet wurde. Am 20. Januar 1360 wurde Ruprecht der Dachhoeler Lehensbesitzer von Pingarten. Eine Urkunde aus dem Jahre 1366 belegt, dass den Hintersassen von Pingarten ein Nutzungsrecht an einem Waldstück eingeräumt wurde. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 52 In der Schlacht bei Hiltersried im Jahre 1433 fielen über 130 schlecht ausgestattete Soldaten, die dem etwa 1000 Mann starken oberpfälzischem Aufgebot angehörten. Aus Pingarten waren drei Soldaten dabei. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 123 Anfang des 15. Jahrhunderts war Örtlein Zenger zum Zangenstein mit dem Dorf Pissau und Pingarten belehnt. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 121 Hilpolt Steiner verlieh im Jahre 1454 die Vogtei über Pingarten an seinen Schwiegersohn Hans Bettendorfer zu Bettendorf. Monumenta Boica, 24/225 Um 1736 verfügte das Kloster Schwarzhofen über den Zehent von Pingarten. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 243
Kirchengeschichte Das Kirchenvisitationsprotokoll aus den Jahren 1582/83 führt Pingarten neben anderen Orten unter der Pfarrei Penting auf. Staatsarchiv Amberg, Religion- und Reformationsakten, Nr. 52/264 Nach der Säkularisation hatte der Kirchenrat zu Amberg die Oberhoheit der Pfarrei Schwarzhofen, zu der neben anderen auch Pingarten zählte. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 91
Steuerdistrikt In einem Verzeichnis aus dem Jahre 1762 werden in Pingarten 21 Untertanen aufgeführt. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 138 Zum Steuerdistrikt Taxöldern gehörten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Pingarten, Taxöldern, Turesbach und Ziegelhütte. Das Königreich Bayern wurde 1808 in 15 Kreise eingeteilt. Diese Kreise wurden nach französischem Vorbild nach Flüssen benannt (Naabkreis, Regenkreis, Unterdonaukreis usw.).Ernst Emmering: Die Regierung der Oberpfalz, Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde. In: Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz. Heft 20, Regensburg 1981, S. 12ff. Die Kreise gliederten sich in Landgerichtsbezirke. Der Landgerichtsbezirk Neunburg vorm Wald hatte 55 Steuerdistrikte, darunter Taxöldern mit Pingarten, Turesbach und Ziegelhütte. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 369
Gemeindebildung Die Landgerichtsbezirke wiederum sollten in einzelne Gemeindegebiete eingeteilt werden. 1820/21 entstand die Gemeinde Taxöldern mit 26 Familien, Pingarten mit 12 Familien und der Weiler Turesbach mit 3 Familien. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 421 In der Folgezeit gehörten zur Gemeinde Taxöldern die Orte Höcherhof, Kipfenberg, Pingarten, Turesbach und Ziegelhütte. Am 1. Juli 1972 erfolgte die Auflösung der Gemeinde Taxöldern und deren Eingliederung nach Bodenwöhr. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 434
Natur Südlich von Pingarten befindet sich der Ehemalige Steinbruch im Pingartener Porphyr. Der aufgelassene Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.
Einzelnachweise
Literatur Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9 Staatsarchiv Amberg, Religion- und Reformationsakten, Nr. 52/264 Monumenta Boica, Bd. 24 Ernst Emmering: Die Regierung der Oberpfalz, Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde. In: Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz. Heft 20, Regensburg 1981
Weblinks
Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Geographie (Bodenwöhr)