Konrad Töritzmöglicherweise auch Toritz, auch Conradus Leontorius (* um 1465 in Leonberg; † 7. Januar 1511Leontorius, Conradus, leo-bw.de in Engenthal (Basel)) war ein deutscher Zisterziensermönch, Theologe und Humanist. Er nennt sich später in der gräzisierten bzw. latinisierten Form nach seinem Geburtsort.Ludwig Geiger: Leontorius, Conrad (Leonberg, Löwenberg), Deutsche Biographie, www.deutsche-biographie.de ; abgerufen am 19. Februar 2024.In der Epoche des Humanismus war es unter Gelehrten beliebt, ihre Namen in das Altgriechische zu übersetzen und sie zumeist mit der lateinischen Endung -us statt griech. -os versehen. So bedeutet ein Namensteil im griechischen (Transliteration: Léon) „Löwe“ und (Transliteration: Oros „Berg“).
Leben und Wirken Leontorius soll Mitte der 1470er Jahre in Basel bei Johann Amerbach gewesen sein und dort wahrscheinlich auch Johannes Reuchlin kennengelernt haben. Mit Reuchlin blieb er zeitlebens verbunden.18. Der Schatten des Lehrers - Markus Kutter Später trat er als Mönch in das Zisterzienserkloster Maulbronn ein, wo Leontorius auch seine Ordensgelübde ablegte. Vom Jahre 1489 bis 1495 war er als Sekretär des Generalabts des Zisterzienserordens Jean de Cirey († 1503) in Dijon tätig. Zwischenzeitlich am 23. Juni 1492 findet sich Leontorius in der Matrikel der Universität Heidelberg; es bleibt aber offen, ob er dort studierte.Harald Müller: Habit und Habitus: Mönche und Humanisten im Dialog. Bd. 32 Spätmittelalter und Reformation, Mohr Siebeck, Heidelberg 2006, ISBN 3-1614-9123-8, S. 296 f. In Heidelberg verbrachte er mehrere Monate und stand in den Diensten des Bischofs Johann III. von Dalberg. Später reiste er, wahrscheinlich um seine Studien fortzusetzen, durch Italien und Frankreich. So hielt er sich 1489 in Rom auf. Sodann war er Konventualeein stimmberechtigtes Mitglied innerhalb einer Klostergemeinschaft im elsässischen Kloster Pairis bei Colmar. Durch seinen Freund und Förderer Johannes Reuchlin wurde er, über das Griechische und Lateinische hinaus, zum Studium der hebräischen Sprache inspiriert. Conrad war, wie auch sein Vertrauter Reuchlin, davon überzeugt, dass erst hebräische Sprachkenntnisse ein gründliches Verständnis der Heiligen Schrift gewährleisteten.Conrad of Leonberg. New Advent, 2012 Kevin Knight. Catholic Encyclopedia. Im Jahr 1503 trat er in Verbindung zum Zisterzienserfrauenkloster in Engenthal unweit von Muttenz, dort wirkte Leontorius als Beichtvater.Roman Seifert: Konrad Leontorius. Personenlexikon des Kanton Basel-Landschaft.
Leontorius unterhielt enge Verbindungen zu anderen Humanisten wie Jacob Wimpfeling, Johannes Trithemius und Konrad Celtis sowie zu dem Basler Buchdrucker Johannes Petri.
Werke Textus biblie cu[m] glossa ordinaria Nicolai de lyra postilla moralitatibus eiusdem Pauli Burge[n]sis additio[n]ibus Matthie Thoring replicis … Addita quibus sunt nuperrime vltra dilige[n]tissimam & castigatissima[m] eme[n]dationes & lima[m] historie no[n] inuenuste: et figurate littere capitis cuiuslibet exordioque totam rem descripta[m] clarius qu[ae] possit aperiunt. Repertorium alphabeticum sententiarum prestantium, & scitu dignarum, ueteris & noui testamenti contentiuum: decerptarum ex glossa ordinaria, glossa interlineari : Postilla literali & morali Nicolai Lyrani … ac questione quodlibetica; eiusdem utrum Messias deus & homo existens, & in lege promissus, uenerit; an adhuc uenturus a iudaeis uere expectetur; libello responsali obinctionibus cuiusdam iudei contra evangelium Matthei : item ex Pauli Episcopi Burgensis Iudaismum repudiantis additionibus an postillam; praeterae ex Matthiae Thoring, correctorio sive replicis Privilegia ordinis Cisterciensis : Collecta quorundam privilegiorum ordinis Cisterciensis. Dijon : Peter Metlinger, 4. VII. 1491 ()
Literatur Franz Posset: Leontorius, Conrad. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 19, Nordhausen 2001, Sp. 896–900. Franz Posset: Renaissance Monks. Monastic Humanism in Six Biographical Sketches. Leiden / Boston 2005.
Weblinks Roman Seifert: Konrad Leontorius. Personenlexikon des Kanton Basel-Landschaft. bl.ch Volker Trugenberger: Der Leonberger Raum an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Wirtschaft und Bevölkerung. UB Tübingen
Einzelnachweise
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