mini|Kirche zu Engelsdorf um 1844 mini|Westseite der Kirche mini|Turmlaterne, Turmknauf und Wetterfahne Die St.-Pankratius-Kirche zu Engelsdorf ist ein Kirchengebäude der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Leipzigs Ortsteil Engelsdorf im Osten der Stadt.

Entwicklung Die Kirche wurde um 1170 auf einem Hügel am Ortsrand erbaut. Aus dieser Zeit stammen die viereckigen Untergeschosse des romanischen Chorturms. 1832 wurde das baufällige Kirchenschiff abgerissen und ein neues im klassizistischen Stil und mit dreiseitiger Empore errichtet, das außen mit Pilastern gegliedert wurde. Auf den viereckigen Kirchturm wurde 1863 ein höherer, nunmehr achteckiger Turmabschnitt aufgesetzt.

Zu den Besonderheiten der Kirche gehört ihr Glockenstuhl: Da es Zweifel gab, ob das historische Turm-Mauerwerk die Schwingungen der Glocken bewältigen kann, baute man im Inneren des Turmes ab Erdbodenhöhe einen freistehenden, nicht mit dem Turm verbundenen Glockenstuhl aus Eiche.

Die Kirche zu Engelsdorf trägt den Namen St. Pankratius nachweisbar seit 1520. Im Kontraktenbuch im Leipziger Ratsarchiv findet sich auf einer Urkunde der Eintrag: „Mathias Schulz ist der St. Pankratius Kirche zu Engelsdorf 61 Gulden 7 Groschen schuldig“.

Die Kirche und der rund 800 Jahre alte Kirchturm wurden in jüngster Zeit umfangreich rekonstruiert: so wurden etwa im Turm neue Treppen und Turmfenster eingebaut, Balkenköpfe erneuert, Dielen verlegt und Risse im Turm verpresst. Zum Gemeindefest am 10. Juli 2005 wurde die Turm-Uhr der abgerissenen Leipziger Markuskirche mit Stunden- und mit Viertelstundenschlag in Betrieb genommen. Zugleich wurden die beiden fehlenden Zifferblätter an Ost- und West-Seite des Turmes ergänzt, so dass die Uhrzeit an allen vier Turmseiten zu sehen ist.

Ursprünglich war am Turm eine Apsis angebaut – ihr Grundriss wurde 2005 durch eine Pflasterung markiert.

Kirchgemeinde Die Kirche Engelsdorf, die Kirche Sommerfeld und die Kirche Hirschfeld bilden die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Engelsdorf-Sommerfeld-Hirschfeld. Pfarrer 1540: Franz Hofmann 1546: Thomas Berger 1551: Johann Riedel 1559: Paul Menzel 1574: Philipp Hiltebrandt 1616: Georg Bernstein 1663: Paul Gerbis 1687: Johann Adam Stör 1731: Johann Gottfried Stör 1747: Johann Christian Uticke 1791: Kempfe, Leopold Gotthelf Friedrich 1794: Christian August Schmid, 1839: Christian Karl Wagenknecht 1852: Christian Friedrich Oertel 1872: Karl Friedrich Otto Just 1885: Ernst Wilhelm Mättig 1916: Otto Urban Hager 1936: Gustav Adolf Martin Philipp 1953: Johannes Paul 1969: Wilfried Lippoldhttps://pfarrerbuch.de/sachsen/stelle/770, abgerufen am 9. Februar 2020 1999: Johannes Ulbricht1. Juli 1983 (als Vikar) bis 31. Oktober 2018; ordiniert am 13. Januar 1985; ab 1999 2. Pfarrstelle Engelsdorf-Hirschfeld mit Schwesterkirche Sommerfeld. Die 1. fiel nach der Emeritierung von Pfarrer Lippold am 1.7.2000 weg, die einstige 2. Pfarrstelle blieb bestehen. - Quelle: Auskunft von Pfarrer i. R. Johannes Ulbricht vom 12. Februar und 5. März 2020 2019: Reinhard Junghans (Vakanzvertreter)https://kirche-engelsdorf.de/wir-stellen-uns-vor/mitarbeiter, abgerufen am 9. Februar 2020 2020: Christian Wedow (Vakanzvertreter)https://kirche-engelsdorf.de/wir-stellen-uns-vor/mitarbeiter, abgerufen am 13. Oktober 2020

Orgel Die heutige Orgel schuf im Jahr 1924 der Orgelbaumeister Alfred Schmeisser aus Rochlitz. Sie wurde im Jahr 2017 vom Orgelbauer Gerd-Christian Bochmann aus Kohren-Sahlis grundlegend überarbeitet und restauriert.Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Engelsdorf-Sommerfeld-Hirschfeld: Orgel der St. Pankratiuskirche zu Engelsdorf. Leipzig 2017. Das Instrument hat pneumatische Kegelladen, verfügt über 12 Register auf zwei Manualen und Pedal und hat (Stand 2018) folgende Disposition:Laut Auskunft der Orgeldatenbank ORKASA https://www.evlks.de/feiern/kirchenmusik/orgeln/ – dort Link zum Gastzugang, abgerufen am 5. Dezember 2018.

I Hauptwerk C–f3 1. Bordun 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Hohlflöte 8′ 4. Oktave 4′ 5. Gedacktpommer 4′ 6. Oktave 2′ II Oberwerk C–f3 7. Gedackt 8′ 8. Aeoline 8′ 9. Gemshorn 4′ 10. Zimbel II Pedal C–d1 11. Subbaß 16′ 12. Prinzipalbaß 8′

Koppeln: II/I, I/P, II/P Suboktavkoppeln: II/I Superoktavkoppeln: I/I, II/I Spielhilfen: Feste Kombinationen P, F, FF, Kalkantenklingel

Glocken Das Geläut besteht aus drei Glocken aus Bronze: eine Glocke aus dem Jahr 1878 mit dem Ton h1 -3, gegossen von Carl Louis Hermann Große in Dresden sowie zwei Glocken mit den Tönen e1 -2 und gis1 -4 aus dem Jahr 2010, gegossen von Peter Grassmayr in Innsbruck.Rainer Thümmel in: Glocken in Sachsen - Klang zwischen Himmel und Erde. Leipzig 2015, ISBN 978-3-374-02871-9, S. 321.

Am Pfingstmontag 2010 wurden die beiden neuen Glocken aus Innsbruck in Engelsdorf geweiht und am 1. Juni 2010 in den Turm gehoben. Sie erklangen erstmals beim Gottesdienst am 20. Juni.

Siehe auch Kirche Hirschfeld (Leipzig), Filialkirche Kirche Zweinaundorf, einstige Filialkirche

Literatur

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Engelsdorf-Sommerfeld-Hirschfeld: Orgel der St. Pankratiuskirche zu Engelsdorf. Leipzig 2017.

Weblinks

Einzelnachweise

Engelsdorf, Pankratius Engelsdorf, Pankratius Kategorie:Kirche in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Kategorie:Pankratiuskirche Kategorie:Romanischer Kirchenrest Kategorie:Erbaut in den 1170er Jahren Kategorie:Klassizistische Kirche Kategorie:Chorturmkirche St. Pankratius Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren Kategorie:Saalkirche in Sachsen Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut Engelsdorf Kategorie:Engelsdorf