Weppersdorf (, ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.

Geografie Geografische Lage

Die Großgemeinde liegt im Mittelburgenland. Weppersdorf liegt an den Ausläufern des Ödenburger und des Landseer Gebirges. Durch Weppersdorfer Hotter fließen der Sieggrabenbach und der Schwarzenbach, die sich in Weppersdorf zum Stooberbach vereinigen. Weitere Gewässer in der Gemeinde sind der Mühlbach und der Kohlgrabenbach, die in Weppersdorf in den Schwarzenbach münden.

Höchster Berg Weppersdorfs ist der Fuchsriegel mit einer Höhe von ().

Gemeindegliederung Die Marktgemeinde setzt sich zusammen aus den Katastralgemeinden und Ortschaften (in Klammern Einwohner Stand ): Kalkgruben () Tschurndorf () Weppersdorf ()

Nachbargemeinden

Geschichte Die frühesten Funde stammen aus der Zeit des ersten Jahrhunderts vor Christus. Auf dem heutigen Gemeindegebiet bauten die Kelten Eisen ab, verhütteten und verarbeiteten es zu Waffen, Werkzeugen und Schmuck. Aus der Zeit der Römischen Besatzung stammen Münzen, gefunden wurden auch Belege über eine Straße, die parallel zur Bernsteinstraße verlief.

Das heutige Gemeindegebiet war 860 im Besitz der Grafen Ratpot und Richari. Diese wurden vom Salzburger Erzbischof mit der Rodung des Landes beauftragt. Erstmals urkundlich erwähnt wird Weppersdorf als Wepur im Jahr 1222 in einer Schenkungsurkunde des Ungarnkönigs Andreas II. Die wichtige Lage am Kreuzungspunkt von Handelswegen zeigt eine Urkunde von 1377, wo der Ort als Mautstelle aufscheint. Ab 1463 unterstand Weppersdorf der Gerichtsbarkeit von Kobersdorf, wo schon seit dem 13. Jahrhundert ein Schloss stand.

Die Pfarrkirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut, ihr heutiges Aussehen erhielt sie in einem Umbau 1753.

Im 16. Jahrhundert werden auch andere Orte urkundlich genannt, 1531 Mezverem. deutsch „Kalichgrueben“ und 1572 Tschurndorf in einer Gründungsurkunde von Hans Tschuramb, dem damaligen Burgherren von Kobersdorf.

Aus der Zeit der zweiten Türkenbelagerung Wiens im 17. Jahrhundert wurde in Weppersdorf ein Hufeisen eines türkischen Pferdes gefunden. Da der Ort bis auf zwei Häuser vollkommen zerstört war, erließ Paul Esterházy, der damalige Herr über Kobersdorf, „den armen von den Tataren abgebrendten Untertanen“ den Robot.

Im Jahre 1638 kam die Herrschaft Kobersdorf und damit auch Weppersdorf unter ungarische Verwaltung.

1799 führte Weppersdorf das Gemeindesiegel ein. Es zeigt die Heilige Dreifaltigkeit, das Patrozinium der Pfarrkirche. Die Umschrift lautete „Gemeine Sigill Weperstorf“.

Nach einer statistischen Erhebung 1852 sprachen von den 857 Einwohnern der Gemeinde 846 deutsch. Davon bekannten sich 506 zum evangelischen, 340 zum römisch-katholischen und 11 zum jüdischen Glauben.

Wie alt das Pendlertum in Weppersdorf ist, zeigen die Pass-Anträge von Franz Tremmel, der 1853 bei der Donaudampfschifffahrts-Gesellschaft beschäftigt war und von Paul Sonnleitner, der beim „k.k. Staatseisenbahnbau über den Semmering“ arbeitete.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1921 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn).

1971 wurden die vordem selbständigen Gemeinden Kalkgruben, Tschurndorf und Weppersdorf zur Großgemeinde Weppersdorf zusammengelegt. 2004 wurde der Gemeinde das Marktrecht zugesprochen.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche in Weppersdorf

Katholische Pfarrkirche Weppersdorf Evangelische Pfarrkirche Weppersdorf Ehemalige evangelische Schule Glockenstuhl (Wetterturm) Tschurndorf Filialkirche Tschurndorf

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Eisenbahn Mit der Eröffnung der Burgenlandbahn (auch: „Oberpullendorfer Bahn“) von Sopron nach Köszeg durch die „Sopron-Kőszeger Vicinalbahn AG“ am 5. November 1908 erhielt Weppersdorf im Süden der Gemeinde einen Bahnhof. Noch vor Eröffnung dieser Bahnstrecke ereignete sich am 19. September dieses Jahres zwischen Weppersdorf und Lackenbach mit einem Bauzug ein schwerer Eisenbahnunfall, bei dem drei Menschen getötet und weitere vier Personen verletzt wurden.Marktgemeinde Weppersdorf: Gemeindechronik (abgerufen am 10. März 2017) Besonders nach dem Anschluss des Burgenlandes 1921 an Österreich stieg die Bedeutung des Bahnverkehrs, da viele Bewohner (überwiegend nach Wien) zur Arbeit auspendeln mussten. Dazu bestand in Sopron ein Korridorverkehr in Richtung Mattersburg. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde am 6. Oktober 1951 der Personenverkehr und am 1. September 1960 der Personenverkehr nur mehr bis zum Bahnhof Rattersdorf-Liebing geführt, wodurch keine Verbindung nach Ungarn mehr bestand. Mit der fortschreitenden Motorisierung und vor allem durch den Busverkehr verlor die Eisenbahn weiter an Bedeutung. Die Auflassung des Bahnhofes war die Folge, nachdem bereits zuvor das daneben befindliche Gasthaus abgetragen wurde. Am 28. April 1969 wurde die Strecke weiter beschnitten. Aufgrund einer schadhaften Brücke über die Rabnitz wurden Oberpullendorf für den Personenverkehr und Oberloisdorf für den Güterverkehr die neuen Endstellen. Mit 28. Mai 1988 kam das Ende des Personenverkehrs zwischen Deutschkreutz und Oberpullendorf. Ab 1. Juli 2013 wurde der gesamte Verkehr ab Deutschkreutz endgültig eingestellt. An die Eisenbahnstrecke erinnert seitdem nur mehr die „Sonnenland Draisinentour“, die in Weppersdorf eine Raststation eingerichtet hat.

Straßenverkehr Die Marktgemeinde wird von Norden nach Süd von der Burgenland Straße (B50) durchzogen. Diese bildet sowohl in Weppersdorf als auch in den Katastralgemeinden Kalkgruben und Tschurndorf die Hauptstraße. Durch den Bau der Burgenland Schnellstraße (S31), die im Westen der Gemeinde verläuft und an die die Gemeinde seit 13. September 1985 angeschlossen ist,ASFINAG: (PDF-Dokument, 7,42 MB; abgerufen am 10. März 2017) hat sich der Verkehr überwiegend auf die Schnellstraße verlegt. Weppersdorf hat auf der Burgenland Schnellstraße zwei Anschlussstellen. Im Norden des Ortes befindet sich die Halb-Anschlussstelle Weppersdorf/Kobersdorf, die von und nach Norden auf die Kobersdorfer Landesstraße (L103) führt. Im Süden der Gemeinde befindet sich die Anschlussstelle Weppersdorf, bei der die Deutschkreutzer Straße (B62) ihren Ausgang nimmt. Diese hat im Süden der Gemeinde Auf- und Abfahrten von der B50.

Busverkehr Mit der Zunahme des Individualverkehrs entwickelte sich Weppersdorf seit der Eröffnung der Burgenland Schnellstraße zu einem Zentrum für Tagespendler. Dies erforderte vom Land Burgenland im Jahr 2002 im Norden des Ortes, angeschlossen an den Kreisverkehr der Burgenland Straße (B50), eine großzügige Park & Ride-Anlage mit angeschlossenem Busbahnhof mit vier Bussteigen zu errichten.Integrierte Planung und Entwicklung regionaler Transport- und Versorgungssystem Ges.m.b.H.: Gesamtverkehrskonzept Burgenland 2002 (abgerufen am 10. März 2017) Der Parkplatz wurde stufenweise ausgebaut und weist im Jahr 2016 rund 150 Pkw-Abstellplätze auf. Aufgrund der Auslastung wurde darauf Rücksicht genommen, dass dieser noch weiter ausgebaut werden kann. Vom Busbahnhof aus verkehren direkte Schnellkurse nach Wien aber auch Kurse nach Deutschkreutz, Eisenstadt, Mattersburg und Wiener Neustadt. Eine Besonderheit bildet im Sommer an Sonn- und Feiertagen der Kurs nach Mariazell.Gemeinde Neutal: Blaguss Fahrplanheft 2016 (abgerufen am 10. März 2017)

Politik Gemeinderat

mini|Gemeindeamt Weppersdorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei 2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2017 (abgerufen am 4. Jänner 2018) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2012 (abgerufen am 4. Jänner 2018) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2007 (abgerufen am 4. Jänner 2018) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Weppersdorf 2002 (abgerufen am 4. Jänner 2018) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. SPÖ94176,3217 985 73,34 16 974 72,26 16 1064 79,40 17 1066 76,86 17 834 67,53 15 ÖVP12810,382 182 13,55 3 318 23,59 5 243 18,13 4 267 19,25 4 221 17,89 4 Grüne927,461 64 4,77 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert FPÖ725,841 112 8,34 1 56 4,15 0 nicht kandidiert 54 3,89 0 128 10,36 2 FBLnicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 33 2,46 0 nicht kandidiert nicht kandidiert DALnicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 52 4,21 0 Wahlberechtigte1792 1777 1777 1704 1701 1551 Wahlbeteiligung73,44 % 79,74 % 81,04 % 82,45 % 85,36 % 86,85 %

Gemeindevorstand Neben Bürgermeister Manfred Degendorfer (SPÖ), Vizebürgermeister Marcel Geissler (SPÖ) und Ortsvorsteher Herbert Degendorfer (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Franz Friedl (ÖVP), Marcus Raab (SPÖ), Mario Pekovits (SPÖ) und Roland Schey (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.

Bürgermeister Nach dem Rücktritt von Paul Piniel (SPÖ), der etwas mehr als 19 Jahre Bürgermeister war, wurde am 1. Dezember 2011 der damalige Gemeindevorstand Erich Zweiler (SPÖ) vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister der Marktgemeinde Weppersdorf gewählt.Sozialdemokratischer Gemeindevertreterverband Burgenland vom 23. November 2011: Bgm. Paul Piniel legt sein Amt als Bürgermeister der Marktgemeinde Weppersdorf zurück (abgerufen am 4. Jänner 2018) Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2012 wurde Zweiler von den Wählern mit 66,89 % in seinem Amt bestätigt. Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 konnte Zweiler 75,58 % erreichen, womit er weiter im Amt verblieb. Seine beiden Mitbewerber Christian Estl (ÖVP) und Manfred Tiefenbach (FPÖ) bekamen 16,64 % bzw. 7,78 %.

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Karl Degendorfer (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.Marktgemeinde Weppersdorf: Gemeindevorstand/Gemeinderat (abgerufen am 4. Jänner 2018)

Bei der Wahl 2022 wurde Manfred Degendorfer mit 80,22 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Chronik der Bürgermeister seit 1921 Folgende Auflistung stellt die Bürgermeister von WeppersdorfMarktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Weppersdorf (abgerufen am 9. März 2017) sowie der vordem selbständigen Gemeinden TschurndorfMarktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Tschurndorf (abgerufen am 9. März 2017) und KalkgrubenMarktgemeinde Weppersdorf: Bürgermeister in Kalkgruben (abgerufen am 9. März 2017) dar: + Weppersdorf von bis Bürgermeister 1921 1922 Franz Steiner 1922 1925 Georg Neuhold 1925 1928 Karl Supper 1928 1930 Johann Tremmel 1930 1934 Paul Schrödl 1934 1938 Franz Franschitz 1938 1945 Paul Tremmel 1945 1946 Nikolaus Braunsdorfer 1946 1947 Michael Leeb 1947 1948 Georg Horvath 1948 1954 Michael Leeb 1954 1962 Michael Reisner 1962 1982 Paul Piniel sen. 1982 1992 Franz Dorner 1992 2012 Paul Piniel jun. (SPÖ) 2011 2022 Erich Zweiler (SPÖ)seit 2022 Manfred Degendorfer (SPÖ)+ Tschurndorf von bis Bürgermeister 1922 1931 Franz Langecker 1931 1934 Andreas Schey 1934 1938 Franz Langecker 1938 1941 Steiner 1941 1944 Michael Berghöfer 1944 1945 Johann Grössing 1945 Franz Geissler 1945 1950 Johann Geissler 1950 1958 Michael Frühwirth 1958 1970 Hans Steiner+ Kalkgruben von bis Bürgermeister 1921 1937 nicht bekannt 1937 1938 Gottlieb Unger 1938 1945 nicht bekannt 1945 1950 Gottlieb Binder 1950 1954 Johann Schuh 1954 1958 Johann Berghöfer 1958 1962 Johann Tritremmel 1962 1971 Johann Berghöfer

Wappen 100px Gemäß Beschluss der Burgenländischen Landesregierung vom 25. Feber 1997 wurde der Gemeinde Weppersdorf das Recht erteilt, ein Gemeindewappen zu führen (Landesamtsblatt 146/1997).Land Burgenland: Gemeindewappen (abgerufen am 9. März 2017) Die Verleihung erfolgte im Rahmen einer Festveranstaltung am 29. Juni 1997 durch Landeshauptmann Karl Stix.Marktgemeinde Weppersdorf: Wappen (abgerufen am 9. März 2017) Blasonierung: „Im goldenem Schild über einem roten Berg zwei aus grünem Rasenbogen natürlich wachsende blaue Kuhschellen.“