Jurij Robert Rodionov (* 16. Mai 1999 in Nürnberg, Deutschland) ist ein österreichischer Tennisspieler.
Karriere Rodionov trat 2017 bei den Juniorenwettbewerben der Grand-Slam-Turniere in Paris und Wimbledon an. Bei den French Open 2017 erreichte er das Achtelfinale im Junioreneinzel sowie mit seinem Partner Michael Vrbenský das Halbfinale im Juniorendoppel. In Wimbledon erreichte er im Junioreneinzel das Viertelfinale, im Juniorendoppel erneut mit Vrbenský das Finale. Im August desselben Jahres stand er damit auf Rang 8 der Junior-Weltrangliste.
Seit November 2015 wird Rodionov in der Tennisweltrangliste der Profis geführt. Im Juli 2017 erreichte Rodionov das erste Mal als Qualifikant eines Challengers, der zweithöchsten Turniergruppe, die Hauptrunde. Bei den Advantage Cars Prague Open 2017 in Prag stand er durch Siege gegen Jan Šátral und Enrique López Pérez im Viertelfinale, schied dort aber gegen João Domingues aus. Für die Generali Open, einem Turnier der ATP World Tour 250 erhielt Rodionov eine Wildcard für die Qualifikation, wo er sein Auftaktmatch gegen Maximilian Marterer verlor. Ende seines ersten Profijahres stand er mit Rang 497 erstmals in den Top 500 der Weltrangliste. Als Qualifikant konnte er im Finale den Serben Peđa Krstin in zwei Sätzen bezwingen. Durch diesen Erfolg schaffte er zum ersten Mal den Sprung in die Top-300 der Weltrangliste. Seinen ersten Titel auf Challenger Ebene gewann er im Juni 2018 in Almaty. 2020 konnte Jurij Rodionov einen Sieg gegen die Nummer 12 der Rangliste, Denis Shapovalov verbuchen – bis dato konnte er gegen keinen höher notierten Spieler gewinnen. 2021 gelang ihm im Viertelfinale von Stuttgart gegen den an Nummer 4 gesetzten Alex de Minaur ein Dreisatzsieg, nachdem er einen Matchball abwehren musste. Im Halbfinale gab er gegen Marin Čilić nach dem ersten Satz auf.
Im Februar 2024 erreichte Rodionov mit Rang 87 seine bislang höchste Weltranglistenplatzierung. Bei den US Open 2026 qualifizierte er sich erstmals für das Hauptfeld und erreichte dort die zweite Runde. 2020 hatte er erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers gestanden, als er bei den French Open die zweite Runde erreichte.
Davis Cup Rodionov debütierte 2019 für die österreichische Davis-Cup-Mannschaft. Seinen ersten Sieg im Wettbewerb feierte er 2021 beim Finalturnier in Innsbruck mit einem 6:1, 7:5 gegen Dominik Koepfer. Österreich verlor die Begegnung gegen Deutschland mit 1:2.
In der zweiten Qualifikationsrunde 2025 in Debrecen gewann Rodionov zunächst gegen Fábián Marozsán. Beim Stand von 2:2 entschied er anschließend das fünfte Match gegen Márton Fucsovics mit 6:2, 6:1, womit Österreich die Begegnung 3:2 gewann und sich für die Final 8 qualifizierte, wo man im Viertelfinale dem späteren Sieger Italien 0:2 unterlag. Im Februar 2026 gewann Rodionov beim 3:2-Auswärtssieg gegen Japan beide Einzel. Im entscheidenden fünften Match besiegte er Yoshihito Nishioka nach Satzrückstand mit 5:7, 6:1, 6:0. Im September 2026 gewann er im Heimspiel gegen Belgien zunächst gegen Gauthier Onclin mit 6:4, 6:1. Beim Stand von 2:1 für Österreich setzte er sich auch gegen Zizou Bergs mit 7:6 (8:6), 6:3 durch und erzielte damit den entscheidenden Punkt zum 3:1.
Rodionov ist aktiver Sportler des Heeressportzentrums des Österreichischen Bundesheers. Als Heeressportler trägt er derzeit den Dienstgrad Korporal.
Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam ATP Finals ATP Tour Masters 1000 ATP Tour 500 ATP Tour 250 ATP Challenger Tour (12)
Einzel Turniersiege Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 16. Juni 2018 Sand 7:5, 6:2 2. 9. Februar 2020 Hartplatz (i) 7:5, 7:610 3. 23. Februar 2020 Hartplatz 4:6, 6:2, 6:3 4. 27. März 2022 (1) Hartplatz (i) 7:63, 6:4 5. 8. Mai 2022 Sand 6:4, 6:4 6. 26. März 2023 Biel (2) Hartplatz (i) 6:3, 0:0 aufgg. 7. 4. Februar 2024 Hartplatz (i) 6:77, 6:1, 6:2 8. 10. August 2025 Sand 3:6, 6:2, 6:4
Doppel Turniersiege Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 11. Mai 2019 Sand 6:4, 3:6, [10:8] 2. 26. Juli 2024 Sand 7:65, 7:65 3. 31. August 2024 Hartplatz 1:6, 6:3, [10:7] 4. 6. September 2025 Hartplatz David Pichler 7:62, 6:4
Privates Jurij ist der Sohn belarussischer Eltern und lebt seit seinem zweiten Lebensjahr im niederösterreichischen Matzen. Seit 2015 hat er auch die österreichische Staatsbürgerschaft.
Sonstiges Rodionov erregte bei den Wimbledon Championships 2017 Aufsehen, als er während einer Begegnung seine dunkle Unterhose wechseln musste, da diese durch die weiße Hose schimmerte. Das Reglement in Wimbledon verlangt von allen Spielern in ausschließlich weißer Tenniskleidung zu spielen.
Weblinks
Website von Jurij Rodionov
Einzelnachweise
Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Österreich) Kategorie:Mitglied des Heeressportverbandes Kategorie:Sportler (Niederösterreich) Kategorie:Belarusse Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1999 Kategorie:Mann