Das Credo in e-Moll (RV 591Ryom-Verzeichnis online: Geistliche Werke) ist die einzige erhaltene Vertonung des Nicäno-Konstantinopolitanums von Antonio Vivaldi. Es existiert eine weitere Vertonung (RV 592), deren Echtheit bezweifelt wird. Das Credo ist ferner Vivaldis einziges mehrsätziges geistliches Chorwerk ohne Solostimmen.
Werkbeschreibung
mini|Die ersten zwei Takte der Violinen I und II von RV 591. Das Werk entstand zwischen 1713 und 1717 während Vivaldis erster Wirkungszeit am Ospedale della Pietà in Venedig.
RV 591 besteht aus 4 Sätzen. Ähnlich wie in In exitu Israel (RV 604) hat der Chor im ersten Satz einen einfachen Rhythmus aus Viertel- und halben Noten, während das Orchester Achtel- und Sechzehntelnoten spielt. Der zweite Satz ist eine kurze Choral-Episode im , die thematisches Material von Vivaldis Magnificat (RV 610) entlehnt. Dem vierten Satz liegt, ähnlich dem ersten, ein Sechzehntel-Achtel-Motiv zugrunde, und er schließt mit einer Fuge.
Der erste und letzte Satz beginnen mit einem Motiv, das hohe Ähnlichkeit zu einer Passage aus dem Gloria (RV 588) aufweist.
Sätze Credo in unum Deum (Allegro) Et incarnatus est (Adagio) Crucifixus (Largo) Et resurrexit (Allegro)
Besetzung: vierstimmiger gemischter Chor (SATB), Streicher (2 Violinen, Viola), Basso continuo.
Die Aufführungsdauer beträgt ca. 10 Minuten.
Weitere Vertonungen Das Ryom-Verzeichnis listet unter RV 592 eine zweite Vertonung des Credo in G-Dur von Vivaldi auf, deren Autorschaft allerdings umstritten ist. Diese Komposition wird auch Johann Adolph Hasse zugeschrieben. Eine weitere Vertonung in G-Dur RV 797 ist verschollen.
Ausgaben (Auswahl)
Literatur Peter Ryom: Antonio Vivaldi. Thematisch-systematisches Verzeichnis seiner Werke. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-7651-0372-8, S. 263–265.
Weblinks
Werkinformationen bei Carus Booklet zur CD Hyperion CDA66769 (PDF; 1,4 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Geistliches Chorwerk Kategorie:Werk von Antonio Vivaldi Kategorie:Chorwerk aus dem 18. Jahrhundert