Der Bombenanschlag in Kabul am 31. Mai 2017 wurde um 8:25 Uhr (Ortszeit) im Diplomatenviertel Wasir Akbar Chan von Kabul, Afghanistan, verübt, in dem sich auch der Präsidentenpalast und das Außenministerium befinden. Bei dem Anschlag wurden mindestens 150 Menschen getötet, deutschlandfunk.de, 6. Juni 2017, abgerufen am 6. Juni 2017. und mehr als 400 verletzt, darunter auch Angehörige der deutschen Botschaft.Opferzahl nach Anschlag steigt auf mindestens 90. In: zeit.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.
Tathergang Ein mit geschätzt 1500 kg Sprengstoff präparierter Abwassertanklaster detonierte in der Nähe des Sanbak-Platzes im 10. Bezirk vor einem Checkpoint.Sprengstoff im Tanklaster – was passierte in Kabul?. In: spiegel.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017. Teils massive Beschädigungen erlitten die Botschaften von Bulgarien, DeutschlandDer Schaden wurde offenbar begrenzt durch bauliche Maßnahmen (eine Schutzwand absorbierte die Druckwelle) und das korrekte Handeln der Wachen: "The German Embassy in Kabul praised the Afghan security forces for stopping the bomber's truck from entering the inner part of the diplomatic enclave.", Frankreich, Indien, Japan, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie das NATO-Hauptquartier. Mehr als 50 Fahrzeuge wurden zerstört oder beschädigt.Deutsche Botschaft bei Anschlag massiv beschädigt – Dutzende Tote. In: spiegel.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.Attentat dans le quartier diplomatique de Kaboul: au moins 90 morts. In: lapresse.ca. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017 (französisch).
Täter Die Hintergründe des Anschlags sind noch ungeklärt. Die Taliban distanzierten sich von dem Anschlag und erklärten, er sei nicht ihr Werk. In Kabuler Militärkreisen wurde vermutet, das Haqqani-Netzwerk könnte hinter dem Anschlag stehen. Das Netzwerk unter dem Anführer Siradschuddin Haqqani ist eng mit den Taliban verbunden.Friederike Böge: Terror im Diplomatenviertel. In: faz.net. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.
Opfer Am Nachmittag des Anschlagtages nannte Sedik Seddiki, Sprecher der afghanischen Regierung, eine Zahl von 49 Toten und 319 Verletzten. Die genannten Zahlen erhöhten sich später zunehmend.
Reaktionen Der Präsident Afghanistans, Aschraf Ghani, verurteilte den Anschlag als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.Mujib Mashal, Fahim Abed, Jawad Sukhanyar: Deadly Bombing in Kabul Is One of the Afghan War’s Worst Strikes. In: nytimes.com. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017 (englisch).
Die deutsche Bundesregierung sagte einen Abschiebeflug ab, der am Abend nach Kabul hätte starten sollen. Die Absage wurde damit begründet, die Botschaftsmitarbeiter stünden nicht zur Verfügung. Opferzahl nach Anschlag steigt auf mindestens 90. In: zeit.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017. Menschenrechtsorganisationen in Deutschland sowie Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken forderten einen vollständigen Stopp für Abschiebungen nach Afghanistan, wie er in Deutschland nur für Syrien gilt.Marcel Leubecher: Ist Afghanistan für Abschiebungen zu gefährlich?. In: welt.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017. Am 1. Juni wurde bei einem Treffen von Angela Merkel und den Regierungschefs der Bundesländer beschlossen, vorerst nur noch Kriminelle nach Afghanistan abzuschieben. Bis zum Juli solle eine neue Lagebeurteilung zur Bewertung der Möglichkeit von Abschiebungen von der dortigen Botschaft erstellt werden.Abschiebungsstopp für Afghanistan. In: RP Online. 6. Juni 2017, abgerufen am 6. Juni 2017.
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ließ nach dem Anschlag nahezu ihr gesamtes deutsches und internationales Personal aus Afghanistan ausfliegen.
Siehe auch Liste von Anschlägen in Kabul
Einzelnachweise
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