Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1994 begannen am 16. April 1994 und endeten am 14. Juni 1994 mit dem 4:3-Sieg der New York Rangers gegen die Vancouver Canucks. Für die Rangers endete damit eine bereits als „Curse of 1940“ („Fluch von 1940“) bezeichnete 54-jährige Durststrecke mit dem vierten Stanley-Cup-Sieg der Franchise-Geschichte, wobei sie ihr insgesamt zehntes Finale und zugleich erstes Endspiel seit 1979 bestritten. Darüber hinaus stellten sie in Abwehrspieler Brian Leetch den Topscorer sowie den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnete Most Valuable Player der post-season, wodurch Leetch zum ersten US-Amerikaner überhaupt wurde, der mit dieser Auszeichnung geehrt wurde. Die Vancouver Canucks hingegen standen in ihrem zweiten Stanley-Cup-Finale nach 1982, wo sie den New York Islanders mit 0:4 unterlagen.
Modus Nachdem sich aus jeder Conference die beiden Divisionssieger sowie die sechs weiteren punktbesten Teams der Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Dabei trifft der punktbeste Divisionssieger auf das achte und somit punktschlechteste qualifizierte Team, die Nummer 2 dieser Rangliste auf die Nummer 7 usw. Durch diesen Modus ist es möglich, dass eines oder mehrere qualifizierte Teams mehr Punkte als einer der Divisionssieger erzielt haben. Das gleiche Prinzip wird zur Bestimmung der Begegnungen der zweiten Playoff-Runde genutzt.
Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.
Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime. Sie endet durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).
Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division (1) (3) (7) (8)
Northeast Division (2) (4) (5) (6) Western Conference Central Division (1) (3) (4) (5) (6)
Pacific Division (2) (7) (8)
Playoff-Baum
Conference-Viertelfinale Eastern Conference (1) New York Rangers – (8) New York Islanders
(2) Pittsburgh Penguins – (7) Washington Capitals
(3) New Jersey Devils – (6) Buffalo Sabres
(4) Boston Bruins – (5) Canadiens de Montréal
Western Conference (1) Detroit Red Wings – (8) San Jose Sharks
(2) Calgary Flames – (7) Vancouver Canucks
(3) Toronto Maple Leafs – (6) Chicago Blackhawks
(4) Dallas Stars – (5) St. Louis Blues
Conference-Halbfinale Eastern Conference (1) New York Rangers – (7) Washington Capitals
(3) New Jersey Devils – (4) Boston Bruins
Western Conference (3) Toronto Maple Leafs – (8) San Jose Sharks
(4) Dallas Stars – (7) Vancouver Canucks
Conference-Finale Eastern Conference (1) New York Rangers – (3) New Jersey Devils
Western Conference (3) Toronto Maple Leafs – (7) Vancouver Canucks
Stanley-Cup-Finale (E1) New York Rangers – (W7) Vancouver Canucks
Stanley-Cup-Sieger Der Stanley-Cup-Sieger New York Rangers ließ traditionell insgesamt 44 Personen, davon 25 Spieler sowie einige Funktionäre, darunter der Trainerstab und das Management, auf den Sockel der Trophäe eingravieren. Unter diesen war der Assistent des General Managers Larry Pleau, der als Spieler die Avco World Trophy in der World Hockey Association gewonnen hatte. Für die Spieler gilt dabei, dass sie entweder 41 Partien für die Mannschaft in der regulären Saison bestritten haben sollten oder eine Partie in der Finalserie. Dabei gibt es aber auch immer wieder Ausnahmeregelungen. Diese wollten die Rangers für Mike Hartman und Eddie Olczyk in Anspruch nehmen. Nachdem beide Namen erst nicht eingraviert wurden, protestierten die Rangers. Beide Namen wurden daraufhin auf die Unterseite des Cups graviert.
Die 25 Spieler der Rangers setzen sich aus zwei Torhütern, sieben Verteidigern und 16 Angreifern zusammen, darunter fünf Europäer. Alexander Karpowzew, Sergei Subow, Alexei Kowaljow und Sergei Nemtschinow waren die ersten Russen, die auf dem Stanley Cup verewigt wurden. In den vorangegangenen vier Jahren war dreimal ein russischer Spieler im Kader des Stanley Cup Siegers, auf Grund einer zu geringen Anzahl an Spielen, wurden deren Namen jedoch nie mit aufgenommen. Scherzhaft nannte man die Rangers zu dieser Zeit auch Edmonton Oilers East, da mit Mark Messier, Kevin Lowe, Glenn Anderson, Jeff Beukeboom, Adam Graves, Craig MacTavish und Esa Tikkanen sieben Spieler im Kader standen, die schon mit den Oilers den Stanley Cup gewonnen hatten. Mark Messier war der erste Spieler, der als Mannschaftskapitän mit zwei unterschiedlichen Teams den Stanley Cup gewinnen konnte. Nach dem Weggang von Wayne Gretzky war er 1990 Kapitän der Oilers.
Stanley-Cup-Sieger 95px|Logo der New York Rangers New York RangersTorhüter: Glenn Healy, Mike Richter
Verteidiger: Jeff Beukeboom, Alexander Karpowzew, Brian Leetch, Doug Lidster, Kevin Lowe, Sergei Subow, Jay Wells
Angreifer: Glenn Anderson, Greg Gilbert, Adam Graves, Mike Hartman, Mike Hudson, Joe Kocur, Alexei Kowaljow, Nick Kypreos, Steve Larmer, Craig MacTavish, Stéphane Matteau, Mark Messier (C), Sergei Nemtschinow, Brian Noonan, Eddie Olczyk, Esa Tikkanen Cheftrainer: Mike Keenan General Manager: Neil Smith
Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Brian Leetch NY Rangers 23 11 23 34 +19 6 Pawel Bure Vancouver 24 16 15 31 +8 40 Mark Messier NY Rangers 23 12 18 30 +14 33 Doug Gilmour Toronto 18 6 22 28 +3 42 Trevor Linden Vancouver 24 12 13 25 +3 18 Alexei Kowaljow NY Rangers 23 9 12 21 +5 18 Geoff Courtnall Vancouver 24 9 10 19 +10 51 Sergei Subow NY Rangers 22 5 14 19 +10 0 Claude Lemieux New Jersey 20 7 11 18 +4 44 Igor Larionow San Jose 14 5 13 18 −1 10
Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.
Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt. Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Dominik Hašek Buffalo 7 483:34 3 4 13 2 95,0 1,61 Martin Brodeur New Jersey 17 1170:40 8 9 38 1 92,8 1,95 Mike Richter NY Rangers 23 1417:29 16 7 49 4 92,1 2,07 Kirk McLean Vancouver 24 1543:45 15 9 59 4 92,8 2,29 Patrick Roy Montréal 6 374:55 3 3 16 0 93,0 2,56
Anmerkung
Weblinks
Stanley-Cup-Playoffs 1994 auf hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs (PDF; 1,5 MB) bigmouthsports.com
Einzelnachweise
#1994 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1994