Alice lebt hier nicht mehr (Originaltitel: Alice Doesn’t Live Here Anymore) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Martin Scorsese aus dem Jahr 1974 mit Ellen Burstyn in der Titelrolle, die ihr einen Oscar einbrachte.
Handlung Die mäßig zufrieden verheiratete Hausfrau Alice Hyatt ist nach dem überraschenden Unfalltod ihres Mannes Donald gezwungen, in der Vorstadt allein für sich und ihren halbwüchsigen Sohn Tommy zu sorgen. Auf der Reise in ihre kalifornische Heimat landen beide in einer Kleinstadt, wo Alice in einer Bar als Sängerin arbeitet und in einem Motel wohnt. Nach einer kurzen Affäre mit dem gewalttätigen Ben flieht sie und landet in Tucson, Arizona. Während Tommy Freundschaft mit der frechen Audrey schließt, arbeitet Alice als Kellnerin in einem ausgelasteten Schnellimbiss. Das Schandmaul ihrer Kollegin Flo treibt sie zunächst fast in den Wahnsinn, doch die sich anbahnende Romanze mit dem sympathischen Farmer David hält Alice, die nur auf der Durchreise ist, länger auf als geplant.
Anmerkungen Die Hauptrolle war ursprünglich für Diana Ross konzipiert. Später lehnte auch Barbra Streisand die Rolle der Alice ab, da sie sich mit 32 Jahren zu jung fühlte. Die Eröffnungsszene ist eine Hommage an Das zauberhafte Land. Der Film war der erste internationale Erfolg von Martin Scorsese; dieser ermöglichte ihm, künstlerisch unabhängig den Film Taxi Driver in Angriff zu nehmen. Auf dem Filmerfolg basierend entstand zwischen 1976 und 1985 die Fernsehserie Imbiß mit Biß (Alice) mit Linda Lavin in der Hauptrolle, die dafür 1978 und 1979 einen Golden Globe als beste Darstellerin in einer Comedy-Serie gewann. 1979 erhielt die Serie den Preis als beste Comedy-Show.
Freigabe ab 12 Jahren Der Arbeitsausschuss der FSK befand nach langer Diskussion laut Protokoll vom 17. September 1975, dass Sequenzen des Films die Altersgruppe der 12-Jährigen zwar „teils vom Verständnis her überforderten, teils die Gefahr der Verrohung mit sich brächten.“ Es sei jedoch zugutezuhalten, dass „dieser Film Lebensrealität – wenn auch streckenweise harte Lebensrealität – unverfälscht vermittelt.“Jürgen Kniep: Keine Jugendfreigabe! S. 268. Der Film sei 12-Jährigen daher zuzumuten und von ihnen durchaus mit Gewinn zu sehen. In der Bundesrepublik hatte Alice lebt hier nicht mehr am 26. September 1975 Premiere.
Kritiken
Auszeichnungen Der Film gewann bei der Verleihung des Britischen Filmpreises in den Kategorien „Bester Film“, „Bestes Drehbuch“, „Beste Hauptdarstellerin“ (Ellen Burstyn) und „Beste Nebendarstellerin“ (Diane Ladd).
Für drei Oscars nominiert (Diane Ladd als beste Nebendarstellerin und Robert Getchell für das beste Originaldrehbuch), gewann schließlich Ellen Burstyn als Beste Hauptdarstellerin. Sie protestierte gegen die Rücknahme der Nominierung von Liv Ullmann für Szenen einer Ehe, indem sie der Verleihung fernblieb, weshalb Regisseur Martin Scorsese den Preis für sie entgegennahm.
Der Film nahm außerdem 1975 am Wettbewerb um die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes teil.
Literatur Jürgen Kniep: „Keine Jugendfreigabe!“. Filmzensur in Westdeutschland 1949-1990. Wallstein Verlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0638-7.
Weblinks
Karyn Kay, Gerald Peary: Alice Doesn’t Live Here Anymore – Waitressing for Warner’s in Jump Cut, Nr. 7, 1975 (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Martin Scorsese Kategorie:Filmtitel 1974 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Independent-Film Kategorie:Roadmovie