Dark ist eine deutsche Science-Fiction-Mystery-Fernsehserie auf Netflix. Es ist die erste Serie, die von Netflix in Deutschland entwickelt, produziert und gefilmt wurde. Die zehn Folgen umfassende erste Staffel wurde am 1. Dezember 2017 veröffentlicht. Die zweite und dritte Staffel mit jeweils acht Folgen folgten am 21. Juni 2019 bzw. 27. Juni 2020. Im Jahr 2018 wurde sie mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet.
Die Serie wurde gemeinsam von Baran bo Odar und Jantje Friese entwickelt. Baran bo Odar übernahm dabei in allen 26 Folgen die Regie, während Jantje Friese das Drehbuch der Serie schrieb. Weitere Autoren sind Marc O. Seng, Martin Behnke, Ronny Schalk und Daphne Ferraro. Die Dreharbeiten fanden überwiegend in Berlin und der Brandenburger Umgebung sowie in den Filmstudios der CCC-Film und später Babelsberg statt.
Die Handlung der Serie spielt in der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden, in der zunächst das Verschwinden zweier Kinder für Aufsehen sorgt, in der Folge jedoch die düsteren Geschichten, Geheimnisse und Verwandtschaften von vier eng miteinander verbundenen Familien aufgeklärt werden, die durch eine komplizierte Aneinanderreihung von Zeitreisen und Verschwörungen über Generationen miteinander verbunden sind. Im Laufe der Serie werden der Ursprung dieser Verbindungen und die philosophischen Implikationen von Zeit und deren Konsequenzen für das menschliche Leben behandelt.
Handlung Staffel 1
Die Geschichte spielt in der fiktiven deutschen Kleinstadt Winden. Nach dem Suizid seines Vaters Michael Kahnwald kehrt Jonas nach mehrmonatiger psychologischer Behandlung an seine Schule zurück. Dort wird seit mehreren Wochen Erik Obendorf vermisst und Jonas muss feststellen, dass sein bester Schulfreund Bartosz Tiedemann mit Martha Nielsen zusammen ist, der er im vergangenen Sommer näher gekommen war. Auf der Suche nach Eriks Drogenversteck in der Nähe der Windener Höhlen, unweit des örtlichen Kernkraftwerks, werden Jonas, Bartosz, Franziska Doppler und die drei Nielsen-Geschwister Magnus, Martha und Mikkel von furchteinflößenden Geräuschen aus der Höhle aufgeschreckt. Auf ihrer Flucht zurück zum Treffpunkt verschwindet Mikkel spurlos. Am nächsten Morgen wird eine Kinderleiche gefunden, die sich als Mads Nielsen herausstellt, der 1986 verschwundene Bruder des Polizisten Ulrich Nielsen, Vater von Martha, Magnus und Mikkel und Ehemann von Schulleiterin Katharina. Ulrich versucht zusammen mit seiner Kollegin Charlotte Doppler die Vermisstenfälle zu lösen. Charlotte ist die Mutter von Franziska und Elisabeth und die Ehefrau von Peter Doppler, dem Therapeuten von Jonas. Deren Ehe ist jedoch zerbrochen, seitdem Charlotte herausgefunden hat, dass Peter sich mit der transgeschlechtlichen Sexarbeiterin Bernadette Wöller trifft. Ulrich hat unterdessen eine Affäre mit der Mutter von Jonas, Hannah Kahnwald. In den folgenden Tagen und Wochen kommen immer mehr Geheimnisse um die Vergangenheit und Geschichte der vier Familien Doppler, Tiedemann, Kahnwald und Nielsen ans Tageslicht. Es stellt sich heraus, dass Mikkel durch eine Passage in den Windener Höhlen ins Jahr 1986 zurückgereist ist. Dort wird er von Ines Kahnwald adoptiert und trifft auf Hannah Krüger, seine spätere Frau. Die Passage ermöglicht es mehreren Figuren, in der Zeit zu reisen, sodass die Handlung zugleich in den Jahren 2019 sowie 1986 und 1953 spielt. Ulrich versucht im Jahr 2019 die drei vermissten Kinder in eine Verbindung zu bringen und vermutet diese im örtlichen Atomkraftwerk, das von Aleksander Tiedemann geleitet wird, dem Mann von Regina und Vater von Bartosz.
Es stellt sich heraus, dass Erik in einem alten Bunker festgehalten wird und Teil eines grotesk anmutenden Experiments ist, das zuvor bereits am Tod von Mads gescheitert ist. Unterdessen kommt ein Fremder nach Winden und checkt im Hotel von Regina ein. Er sorgt dafür, dass Jonas den Zugang zum Portal erhält, mit dem man durch die Zeit reisen kann. Jonas reist nach 1986 und findet Mikkel. Bevor er ihn erreichen kann, wird er vom Fremden aufgehalten, der ihm erklärt, dass ein Eingreifen in die Vergangenheit die Zukunft verändert und Mikkel in Wahrheit Michael Kahnwald und damit sein Vater ist. Im selben Jahr übernimmt Claudia Tiedemann die Leitung des örtlichen Kernkraftwerkes von ihrem Vorgänger, Bernd Doppler. Dieser hatte das AKW im Jahr 1953 als erstes in Deutschland errichten lassen. Damals verschwand auch sein Sohn Helge für kurze Zeit. Zuständig für die damalige Ermittlung war Egon Tiedemann, der Vater von Claudia. Verantwortlich für das Verschwinden der Kinder in den Jahren 1986 und 2019 ist Noah, der Helge zur Mitarbeit zwingt. Noah ist Teil einer Organisation von Zeitreisenden mit dem Namen Sic Mundus Creatus Est (lat. So wurde die Welt erschaffen). Nachdem Ulrich schon lange Helge – im Jahr 2019 mit Demenz im Pflegeheim – verdächtigt hat, folgt er ihm eines Tages in die Höhlen. Dort entdeckt er die Passage. Während der alte Helge jedoch ins Jahr 1986 reist, gelangt Ulrich unbeabsichtigt ins Jahr 1953. Dort scheitert sein Versuch, den jungen Helge zu töten und das Verschwinden von Mads und Mikkel damit ungeschehen zu machen, woraufhin er verhaftet wird. Der alte Helge wiederum stirbt bei dem Versuch, sein jüngeres Ich im Jahr 1986 zu töten. Eine Reihe von Umständen sorgt unterdessen dafür, dass der Uhrmacher H. G. Tannhaus eine tragbare Zeitmaschine baut. Im Jahr 2019 rekrutiert Noah Bartosz, indem er ihm korrekt voraussagt, was in der Zukunft geschehen wird. Noah und Helge entführen wenig später den ins Jahr 1986 zurückgereisten Jonas, der sich im selben Bunker wie zuvor Erik wiederfindet. Dort offenbart ihm der Fremde, in Wahrheit er selbst aus der Zukunft zu sein. Mit der Zeitmaschine will der erwachsene Jonas 1986 die Passage schließen, lässt jedoch dadurch die Passage überhaupt erst entstehen. Der junge Jonas kann durch das Auftreten eines Wurmlochs den jungen Helge sehen, der nach dem gescheiterten Mordversuch von Ulrich im Jahr 1953 im Bunker aufwacht. Durch das Wurmloch berühren sich beide, wodurch Jonas ins postapokalyptische Winden des Jahres 2052 gelangt. alternativtext=|zentriert|mini|1000x1000px|Stammbaum der zentralen Familien Doppler, Tiedemann, Kahnwald und Nielsen am Ende der ersten Staffel. Gestrichelte Linien kennzeichnen Adoptivbeziehungen.
Staffel 2
Die Handlung der zweiten Staffel setzt im Jahr 1921 ein. Der junge Noah und ein weiterer Mann graben gemeinsam die Passage in den Windener Höhlen aus, bevor Noah den Mann tötet. Ein Großteil der Haupt- und Nebenhandlungen verschiebt sich in die Jahre 1954, 1987 und 2020. Noah ist auf der Suche nach den fehlenden Seiten von Claudias Notizbuch, in dem alle Geschehnisse in den verschiedenen Zeitachsen niedergeschrieben sind. Er eröffnet Charlotte, dass er ihr Vater ist. Elisabeth führt im Jahr 2053 eine Gruppe von Widerstandskämpfern an, die das Areal um das zerstörte AKW kontrollieren. Im Inneren des Kontrollraums befindet sich ein Wurmloch, mit dem Jonas zurück ins Jahr 1921 reist. Dort trifft er auf Adam, den Anführer von Sic Mundus. Dieser offenbart sich als der 66 Jahre ältere Jonas, der sein jüngeres Ich mit dem Auftrag, seinen Vater davon abzuhalten, sich umzubringen, mit dem Wurmloch ins Jahr 2019 schickt. Dort muss er jedoch feststellen, dass er selbst der Auslöser für dessen Suizid und auch das Verschwinden Mikkels ist, denn es war Jonas, der diesem den Weg durch die Passage ins Jahr 1986 gezeigt hatte. Ulrich ist unterdessen im Jahr 1987 seit mittlerweile 34 Jahren in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht, wo er durch Egon von der Ankunft Mikkels erfährt. Nach einem erfolgreichen Ausbruch scheitert er bei dem Versuch, gemeinsam mit Mikkel durch die Passage zurück ins Jahr 2019 zu reisen. Egon beginnt zu verstehen, dass Zeitreisen hinter dem Verschwinden von Mads und dem Auftauchen von Mikkel und Ulrich stecken, doch bevor er dieses Wissen mit anderen teilen kann, wird er im Streit von seiner Tochter Claudia bei einem Sturz getötet. Diese wurde von ihrem älteren Ich und Jonas über das Zeitreisen aufgeklärt und darüber, dass alle Ereignisse eine sich immer wiederholende Verkettung von Ursache und Wirkung bilden. Sie reist mehrfach durch die Zeit, um die Dinge so geschehen zu lassen, wie sie immer geschehen sind. Sie wird später von Noah erschossen. Adam offenbart, dass er die Welt zerstören will und niemand frei von Schuld daran sei. Als Beispiel nennt er, dass Charlotte Noahs und Elisabeths Tochter ist und gleichzeitig Elisabeths Mutter. Nachdem Noah Adams wahres Ziel erkannt hat und diesen vergeblich versucht hat umzubringen, wird Noah von seiner Schwester Agnes erschossen. Um seine Freunde von der Existenz von Zeitreisen zu überzeugen, reist Bartosz gemeinsam mit Martha, Magnus, Franziska und Elisabeth ins Jahr 1987.
Das von SOKO-Leiter Clausen veranlasste Öffnen der Atommüll-Fässer, die AKW-Chef Aleksander Tiedemann im Atomkraftwerk hat einbetonieren lassen, löst im Jahr 2020 die Apokalypse aus, bei der das 1986 bei einem Störfall im AKW entstandene Higgs-Boson freigesetzt wird, das das Wurmloch entstehen lässt. Charlotte kann durch das sich öffnende Wurmloch ihre Tochter Elisabeth sehen, die im Jahr 2053 ebenfalls vor diesem Wurmloch steht. Die beiden berühren sich. Der erwachsene Jonas rettet Bartosz, Magnus und Franziska vor der Apokalypse, indem sie mit der Zeitmaschine zusammen in die Vergangenheit reisen. Währenddessen haben sich im Bunker Peter Doppler mit seiner Tochter Elisabeth, Claudia mit ihrer Tochter Regina sowie der junge Noah in Sicherheit gebracht. Bevor der junge Jonas Martha davon überzeugen kann, sich mit ihm in Sicherheit zu bringen, wird sie von Adam, der aus dem Jahr 1921 dafür anreist, erschossen. Kurz bevor die Druckwelle der Apokalypse Jonas erreicht, taucht plötzlich eine weitere Martha im Raum auf. Sie trägt eine kleine, kugelförmige Apparatur bei sich, mit der sie sich zusammen mit Jonas im letzten Moment scheinbar in Luft auflöst. alternativtext=|zentriert|mini|1000x1000px|Stammbaum der zentralen Familien Doppler, Tiedemann, Kahnwald und Nielsen am Ende der zweiten Staffel. Gestrichelte Linien kennzeichnen Adoptivbeziehungen.
Staffel 3
Die dritte Staffel verbindet und beendet die in den vorherigen Staffeln angefangenen Handlungsstränge, führt neben den Jahren 1921, 1954, 1987, 2020 und 2053 zusätzlich das Jahr 1888 in die Handlung ein und zeigt zudem mehrere Ereignisse zwischen diesen Jahren. Zusätzlich dazu wird ein Paralleluniversum gezeigt („Evas Welt“ im Gegensatz zu „Adams Welt“ aus den Staffeln 1 und 2). In dieser Welt leben größtenteils die gleichen Figuren wie in Adams Welt, die jedoch in teilweise anderen Beziehungen zueinander stehen. So ist Ulrich in dieser Welt bereits von seiner Exfrau Katharina geschieden und erwartet mit seiner neuen Frau Hannah – die er mit Charlotte betrügt – ein Kind. Jonas muss schon bald feststellen, dass er selbst in dieser Welt nicht existiert, da Mikkel in Evas Welt nicht in der Zeit zurückreist, und somit auch nicht zu Michael Kahnwald wird. In dieser Welt nimmt Eva die Rolle von Adam in Jonas’ Welt ein. Sie ist die ältere Martha und Anführerin des Geheimbundes Erit Lux (lat. Es wird Licht werden). Sie will im Gegensatz zu Adam den ewigen Kreis der Dinge nicht durchbrechen, sondern ihn aufrechterhalten. Sie ist durch die Verwendung der von Martha mitgeführten kugelförmigen Apparatur im Gegensatz zu Adam auch in der Lage, zwischen den beiden Welten zu reisen. Von ihr wird auch der Unbekannte, der stets zu dritt mit seinem jüngeren und älteren Ich auftritt, beauftragt, die Dinge so geschehen zu lassen, wie sie geschehen sollen. Er sorgt u. a. dafür, dass 1953 das AKW in Winden gebaut wird, ist 1986 der Auslöser für den Störfall im AKW und Autor des Notizbuches, das Claudia bei sich trägt. Der Unbekannte ist der Sohn von Jonas (aus Adams Welt) und Martha (aus Evas Welt) und damit die Verbindung beider Welten.