Gałązczyce (deutsch bis 1880 Hohengiersdorf, ab 1880 Giersdorf, 1945–1947 Galancice) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Grodków (Grottkau) in der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie Das Angerdorf Gałązczyce liegt acht Kilometer westlich von Grodków (Grottkau), etwa 32 Kilometer südwestlich von Brzeg (Brieg) und 45 Kilometer westlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene. Der Bahnhof Giersdorf/Gałązczyce lag an der Bahnstrecke Grodków Śląski–Głęboka Śląska.
Nachbarorte von Gałązczyce sind im Norden Gnojna (Olbendorf), im Osten Sulisław (Zülzhof), im Süden Wierzbna (Würben) und Mikołajowa (Niklasdorf) und im Westen Rożnów (Ober Rosen).
Geschichte mini|Kirche Maria Königin und St. Martin mini|Schlosspark Erstmals erwähnt wurde Giersdorf 1303/04 als „villa Glasczi sive Gerhardi villa“ im Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis. In einer Urkunde aus dem Jahre 1305 ist die Schreibweise „Galanscicz sive ... villa Gerardi“ belegt. 1343 wurde Gerhardi villa von der Stadt Grottkau erworben, mit der es 1344 an das bischöfliche Fürstentum Neisse gelangte. 1372 verkaufte Ritter Johann von Pogarell das Dorf Gerhardisdorf dem Breslauer Bischof Preczlaw von Pogarell. 1425 zahlte Gerhardisdorf Zins an das Bistum Breslau. 1579 gehörte es anteilig dem Bischof Martin von Gerstmann und dem Heinrich Hundt. Ihnen folgte der bischöfliche Hofrichter Heinrich Buchta von Buchtitz auf Zülzhof, Leuppusch und Hohen-Giersdorf.Bernhard W. Scholz: Das geistliche Fürstentum Neisse. 2011 Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, ISBN 978-3-412-20628-4, S. 352f.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde Giersdorf mehrere Male geplündert und zerstört. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Hohengiersdorf mit dem größten Teil des Fürstentums Neisse an Preußen.
1814 kam Hohengiersdorf als Dotation an den Feldmarschall Ludwig Yorck von Wartenburg. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Hohengiersdorf ab 1816 zum Landkreis Grottkau, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule, zwei Vorwerke und 102 weitere Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Giersdorf 576 Bewohner, davon 23 evangelisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 154. 1874 gelangte Hohengiersdorf an den neu gebildeten Amtsbezirk Hohengiersdorf, der die Landgemeinden Hohengiersdorf und Nieder Giersdorf sowie die Gutsbezirke Hohengiersdorf, Nieder Giersdorf und Zülzhof umfasste.Amtsbezirk Hohengiersdorf/Giersdorf 1885 zählte Giersdorf 506 EinwohnerAGOFF Kreis Grottkau, im Handbuch des Bistums Breslau von 1907 werden 592 Einwohner katholischen Bekenntnisses und 19 protestantischen Bekenntnisses angegeben. Katholischer Pfarrer war damals Paul Kasper, der aus Leuber stammte. 1933 wurden 767 Einwohner gezählt, 1939 waren es 793 Einwohner.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Giersdorf 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen. Nachfolgend wurde es in Galancice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1947 wurde es in Gałązczyce umbenannt. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Brzeski (Brzeg).
Sehenswürdigkeiten Die römisch-katholische Kirche Maria Königin und St. Martin () wurde erstmals 1372 erwähnt. 1688 entstand ein steinerner Bau. Vor Kriegsende 1945 teilweise zerstört, wurde der Kirchenbau bis 1954 vereinfacht wieder aufgebaut. Das Gebäude steht seit 1955 unter Denkmalschutz.Denkmalregister der Woiwodschaft Oppeln (polnisch; PDF; 913 kB) Das Tauf- und das Weihwasserbecken entstanden um 1600. Außen haben sich zahlreiche Renaissance-Epitaphe der Familien von Seydlitz und von Dresky erhalten. Denkmalgeschützter Schlosspark des ehemaligen Schlosses Giersdorf
Literatur G. Wilczek: Gruß aus dem Grottkauer Lande. Bundesverband der Grottkauer e. V. – Heimatgruppe Kreis und Stadt Grottkau/Oberschlesien. 1996, S. 156. Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 285.
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Einzelnachweise
Kategorie:Angerdorf Kategorie:Geographie (Gmina Grodków) Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ersterwähnung 1303