Der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk München ist einer der achtzehn Dekanatsbezirke des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er ist in vier Bereiche unterteilt. Dekan ist seit September 2020 Bernhard Liess.
Geschichte +Stadtdekaninnen und -dekaneAmtszeitLeitungDezember 2002 – Mai 2004Hans Dieter StrackSeptember 2004 – Juli 2020Barbara Kittelbergerseit September 2020Bernhard Liess Die ersten evangelischen Bürger in München Verglichen mit anderen Städten fällt die Geschichte der evangelischen Kirche in München eher kurz aus: Erste protestantische Gruppen Anfang des 16. Jahrhunderts wurden verboten und unterdrückt. Erst 1801 erhielt der erste Protestant, ein Wein- und Pferdehändler aus Mannheim, die Bürgerrechte der Residenzstadt München. In den folgenden Jahren siedelten sich in München aufgrund der liberalen Politik Max I. Joseph immer mehr evangelische Bürger an: 1827 zählte man schon 4500 Gemeindeglieder. 1833 wurde die erste evangelische Kirche, die später den Namen St. Matthäus erhielt, auf der Sonnenstraße eingeweiht. Sie wurde 1938 von den Nationalsozialisten abgerissen und nach dem Zweiten Weltkrieg am Sendlinger-Tor-Platz neu aufgebaut.
Gründung des Dekanats Die erste organisatorische Formation (als Dekanat für den Isarkreis) erfolgte 1808. Das Dekanat München wurde am 7. Dezember 1810 errichtet und umfasste zuerst neben München auch Großkarolinenfeld sowie die später wieder ausgeschiedenen Kirchengemeinden Polling und Vöcklabruck. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden weitere Kirchengemeinden vor allem in den größeren Städten Oberbayerns gegründet. 1915 wurden die Gemeinden außerhalb von München und seines Umlandes als Dekanat München II (seit 1935 Evangelisch-Lutherisches Dekanat Ingolstadt) abgetrennt.
Moderne Einrichtungen Seit den 1970er Jahren entstanden im Dekanatsbezirk verstärkt übergemeindliche Einrichtungen und Beratungsstellen, um die Menschen in der Großstadt München qualifiziert begleiten zu können; sie sind in den Evangelischen Diensten München (EDM) zusammengefasst. Gleichzeitig wurden Partnerschaften mit ausländischen Kirchen aufgebaut und gepflegt. Heute leben in und um München weniger als 200.000 Menschen (Stand Dezember 2024), die der evangelischen Kirche angehören.
Organisation und Statistik mini|Lukaskirche in München +Mitgliederentwicklung im Dekanatsbezirk MünchenJahrGemeindeglieder mit Hauptwohnsitz
im Dekanatsbezirk 2014258.7482015255.0082016252.4362017245.8562018239.5572019235.8392020229.2042021219.9862022210.9092023203.0162024195.6732 Der Dekanatsbezirk München umfasst ein Gebiet, das etwa dem Großraum München entspricht. Er ist Teil des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern, der zum 1. März 2025 durch Fusion dreier Vorgänger neu gebildet wurde. Bis dahin gehörte der Dekanatsbezirk zum Kirchenkreis München und Oberbayern.
Zum Dekanatsbezirk München gehören derzeit (Stand Juli 2026) 62 Kirchengemeinden, die seit 2025 in vier Bereiche gegliedert sind (bis Ende 2024 waren es sechs Prodekanate)früheren Auflistung der Prodekanate mit den zugehörigen Gemeinden.. Jeder Bereich wird von einem Dekan bzw. einer Dekanin geleitet. Gemeindeübergreifende Einrichtungen und Dienste, die teilweise in eigener Rechtsträgerschaft organisiert sind, sowie Sonderseelsorgebereiche (einschließlich Krankenhausseelsorge und Studierendenseelsorge) unterstützen, ergänzen und entlasten die Arbeit der Kirchengemeinden. Sie arbeiten in einer Konferenz zusammen, die ebenfalls von einer Dekanin/einem Dekan geleitet wird.
Oberstes Gremium des Dekanatsbezirks ist die Dekanatssynode, der haupt- und ehrenamtliche Delegierte angehören. Unter der Leitung des Präsidiums tagt die Dekanatssynode zweimal im Jahr und beschließt zentrale Inhalte und Konzepte der kirchlichen Arbeit in München sowie den Haushalt, die Personalangelegenheiten und Baumaßnahmen des Dekanatsbezirks.
Der Stadtdekan bzw. die Stadtdekanin repräsentiert den Dekanatsbezirks in der Öffentlichkeit und hat den Vorsitz im Dekan/innenkollegium, dem die Dekane bzw. Dekaninnen der Bereiche 1–4 und der Evangelischen Dienste angehören. Die Grundlagen für die Arbeit im Dekanatsbezirk sind durch eine eigene Satzung festgelegt. Seit September 2020 amtiert Bernhard Liess als Stadtdekan. Er übernahm das Amt von seiner Vorgängerin Barbara Kittelberger, die das Dekanat von September 2004 bis zu ihrem Ruhestand im Juli 2020 geleitet hatte.
Bereich 1 mini|Friedenskirche in Trudering
Zum Bereich 1 gehören gehören die Regionalgemeinden 04 bis 06. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München vom Friedensengel entlang der Isar bis nach Ismaning, von dort in einem Bogen bis Zorneding (Landkreis Ebersberg). Die südliche Grenze bilden Haar, Trudering und die Prinzregentenstraße bis zum Friedensengel. Dekanin Stefanie Ott-Frühwald ist für den Bereich 1 zuständig.
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 04:
Dreieinigkeitskirche (Bogenhausen) Kirchengemeinde Immanuel-Nazareth (Imannuelkirche Denning) Vaterunserkirche (Oberföhring/Johanneskirchen) Kirchengemeinde Feldkirchen (Kirche Feldkirchen, Segenskirche Aschheim) Kirchengemeinde Ismaning-Unterföhring (Gabrielkirche Ismaning, Rafaelkirche Unterföhring) Cantatekirche (Kirchheim) Sophienkirche (Messestadt Riem)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 05:
Petrikirche (Baldham) Jesuskirche (Haar) Friedenskirche (Trudering) Christophoruskirche (Zorneding)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 06:
Kreuz-Christi-Kirche (Höhenkirchen) Jubilatekirche (Waldperlach) Michaelskirchengemeinde (Michaelskirche Ottobrunn, Corneliuskirche Neubiberg) Jerusalemkirche (Taufkirchen) Heilandskirche (Unterhaching) Zum guten Hirten (Oberhaching)
Bereich 2 mini|Thomaskirche in Grünwald
Zum Bereich 2 gehören die Regionalgemeinden 07 und 08 – vom Westend über Sendling und Giesing, Harlaching und Pullach, Solln und Fürstenried bis nach Grünwald. Im Landkreis München liegen Putzbrunn, Ottobrunn, Neubiberg, Taufkirchen, Höhenkirchen, Oberhaching/Deisenhofen und Unterhaching. Amtierende Dekanin ist Angela Smart.
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 07:
Lutherkirche (Giesing) Philippuskirche (Obergiesing) Emmauskirche (Harlaching) Gustav-Adolf-Kirche (Ramersdorf) St. Paulus (Perlach) Kirchengemeinde Lätarekirche (Lätarekirche Neuperlach und Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Neuperlach) Kirchengemeinde Sophie Scholl (Offenbarungskirche Berg am Laim und Rogatekirche Ramersdorf) Thomaskirche (Grünwald) Jesajakirche (Fasangarten)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 08:
Auferstehungskirche (Westend) Gethsemanekirche (Sendling-Westpark) Himmelfahrtskirche Sendling (Sendling) Passionskirche (Obersendling) Kirchengemeinde Solln (Apostelkirche Solln) Jakobuskirche (Pullach) Andreaskirche (Fürstenried)
Bereich 3 mini|Erlöserkirche in Schwabing
Zum Bereich 3 gehören die Regionalgemeinden 01 und 09. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München von Schwabing über Nymphenburg, die Maxvorstadt und Isarvorstadt bis hin zum Lehel und Haidhausen. Die Innenstadtkirchen Erlöserkirche, Kreuzkirche, St. Johannes, St. Lukas, St. Matthäus und St. Markus bieten ein reiches kirchenmusikalisches und gottesdienstliches Angebot. Der Dialog mit der Wissenschaft, den Theatern und den Museen wird aktiv gepflegt. Dekan Dr. Christoph Jahnel und Dekanin Dr. Claudia Häfner leiten den Bereich 3.
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 01:
Kreuzkirche (Schwabing) St. Johannes (Haidhausen) St. Lukas (Lehel) St. Markus (Maxvorstadt) St. Matthäus (Innenstadt)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 09:
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche (Germering) Jesus-Christus-Kirche (Germering) Adventskirche (Neuaubing) Himmelfahrtskirche (Pasing) Kirchengemeinde Hadern (Reformations-Gedächtnis-Kirche Großhadern und Simeonskirche Kleinhadern) Paul-Gerhardt-Kirche (Laim)
Bereich 4 mini|Hoffnungskirche in Freimann
Zum Bereich 4 gehören die Regionalgemeinden 02, 03 und 10. Das Gebiet erstreckt sich innerhalb des Stadtgebiets München von Moosach bis zur Isar und vom Mittleren Ring nach Norden hin. Im Landkreis München liegen die drei Kirchengemeinden Garching, Ober- und Unterschleißheim. Im Landkreis Dachau liegen Karlsfeld, Dachau (zwei Gemeinden) und Kemmoden-Petershausen, im Landkreis Fürstenfeldbruck ebenfalls zwei (Germering und Gröbenzell). Zuständiger Dekan ist Felix Reuter.
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 02:
Kirchengemeinde Allach-Menzing (Carolinenkirche Obermenzing, Bethlehemskirche Untermenzing und Epiphaniaskirche Allach) Christuskirche (Neuhausen) Stephanuskirche (Nymphenburg) Kirchengemeinde Feldmoching-Hasenbergl (Kapernaumkirche Lerchenauer See, Evangeliumskirche Hasenbergl) Kirchengemeinde Heilig-Geist (Heilig-Geist-Kirche Moosach, Magdalenenkirche Moosach und Olympiakirche Moosach)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 03:
Dankeskirche (Milbertshofen) Erlöserkirche (Schwabing) Kirchengemeinde Freimann (Hoffnungskirche Freimann, Michaelskirche Freimann) Nikodemuskirche (Alte Heide) Versöhnungskirche (Harthof)
Folgende Kirchengemeinden gehören zur Regionalgemeinde 10:
Friedenskirche (Dachau) Gnadenkirche (Dachau) Korneliuskirche (Karlsfeld) Kirchengemeinde Kemmoden-Petershausen (Segenskirche Petershausen, Jochen-Klepper-Haus Markt Indersdorf, Kirche in Kemmoden, Kirche in Lanzenried, Gemeindehaus Vierkirchen) Laudatekirche (Garching) Trinitatiskirche (Oberschleißheim) Zachäuskirche (Gröbenzell) Kirchengemeinde Unterschleißheim-Haimhausen (Genezarethkirche Unterschleißheim, Schlosskapelle Haimhausen)
Literatur
Weblinks
Offizielle Website des Dekanats München Vorwort zur Übersicht über die Archivbestände (mit geschichtlichem Abriss)
Einzelnachweise
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