Stadtverkehr Eckernförde bezeichnet in der Ostseestadt zweierlei, zum einen den innerörtlichen Buslinienverkehr generell, zum anderen die Firma „Stadtverkehr Eckernförde“, die von 1957 bis 2026 den städtischen Buslinienverkehr durchführt(e) und sich diesem Aufgabenbereich entsprechend umbenannt hatte. Der Stadtverkehr in Eckernförde bedient den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein) mit vier Stadtbuslinien. Auftraggeber ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Aufgabenträger für den ÖPNV, zuvor war es die Stadt Eckernförde.

Geschichte Bis 1957: Kraftpost und Thams Der ursprüngliche Stadtbusverkehr Eckernfördes wurde auf einer Strecke Altenhof–Eckernförde–Borby–Carlshöhe seit den 1920er Jahren durchgeführt. Durch die KraftpostReichspostdirektionsbezirk Kiel wurde die Strecke 13-mal täglich bedient. Man fuhr nach dem Sprachgebrauch in Eckernförde damals „mit dem Markus“, nicht „mit dem Stadtbus“.Grund dafür waren die Werbeflächen des Bekleidungsgeschäftes Markus Witt am Bus, Ref.: Horst Koch: Ein Borbyer Jung in Heimatgemeinschaft Eckernförde, Jahrbuch 2004, Seiten 45 ff., 46 Eine gewisse Bedeutung für den innerörtlichen Busverkehr in Eckernförde dürfte in jener Zeit einzig noch die Postbuslinie Schleswig–Eckernförde–Kiel mit ihren acht werktäglichen Verbindungen (plus zwei Expressbusse bis Lübeck) gehabt haben, die anderen Überlandbuslinien verkehrten hierzu zu selten.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Konzession zur Betreibung eines Stadtlinienverkehrs nach einer zunächst stadtbuslosen Zeit von der Post auf die Firma Heinrich Thams aus Rieseby über. Thams befuhr auch im Auftrag der Eckernförder Kreisbahnen deren Buslinien von 1949 bis 1958. Thams wurde 1957 die Konzession zur Ausübung des Stadtbusverkehrs entzogen.

1957–2026: Stadtverkehr Eckernförde (Firma) Firmengeschichte Die Firma wurde am 1. April 1927 als Großauto-Fernfahrten Hansa Kiel gegründet und führte dort die ersten Personentransporte mit Pferd und Wagen durch. 1928 wurde der erste Reisebus der Marke Dürkopp beschafft. Mit dem einzigen nach Kriegsende 1945 übriggebliebenen Bus „Mathilde“ fuhr die Firma zunächst im Auftrag der Kraftpost.Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V. und Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel, ECKernförde-Lexikon, Husum-Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2014, ISBN 978-3-89876-735-4, S. 319.

1957 übernahm Heinrich Bügler, der Eigentümer der Firma, den Stadtverkehr in Eckernförde mit drei für diesen Zweck beschafften Büssing-Omnibussen und offenbar zwei schon vorhandenen, darunter einem baugleichen Büssing-Bus.siehe Foto mit fünf auf dem Exer stehenden Bügler-Bussen hier (Stadtverkehr Eckernförde-Webseite „Über uns“) Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung der Firma zuerst in Stadtverkehr Eckernförde - Heinrich Bügler OHG, ab 1964 in Stadtverkehr Eckernförde - H. & H. Bügler OHG - Sohn Heinz war in die Firma eingestiegen. Der Standort in Kronshagen mit seinen Linien blieb bei Autobus-Fernfahrten Hansa Kiel und wurde am 1. Januar 1972 von der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) übernommen.

Ein Reisebusprogramm ergänzte schon früh den Liniendienst in Eckernförde, zum Beispiel als Zubringerbusverkehr für die Ausflugsschiffe von Büsum nach Helgoland.

Von 1964 bis 1970 betätigte sich die Firma gleichzeitig als Reederei (Produktbezeichnung: Seebäderdienst Eckernförde). Ihr Seebäderschiff, das Motorschiff Adriana war in Eckernförde beheimatet.zuletzt ab 1979 Stadt Nordenham, 1984 verschrottet Nach Angaben aus dem Jahr 1967 war das Schiff 49 Meter lang, 7,3 Meter breit und verfügte im Innenbereich über 240 Sitzplätze.Prospekt MS Adriana • Auch 1967 - Kurs auf Dänemark

Auf Facebook gab die Firma Stadtverkehr Eckernförde - SE Reisen am 29. Juni 2026 bekannt, sich aus dem Stadtlinienverkehr Eckernfördes nach fast 70 Jahren zum 1. Januar 2027 zurückziehen zu wollen.Mitteilung auf FB vom 29. Juni 2026, Abruf am 30. Juni 2026

Stadtverkehr Nachdem 1957 Thams die Konzession entzogen wurde und die Firma Bügler neuer Konzessionsnehmer wurde (s. o.), kam es zu dem so genannten Eckernförder Stadtbuskrieg: Thams wollte nicht weichen, beide Unternehmen befuhren drei Wochen lang nebenher die Linie; die Thams-Busse stets 10 Minuten früher als die Bügler-Busse.Buteneckernförder 2007, S. 13.

Der Stadtbus verkehrte zu jener Zeit auf drei Linien:ABK-Plan der Stadt Eckernförde, 3. Auflage ohne Datum (nach Indizien etwa 1962), Verlag Alfred Burkhardt, Eutin, Stadtplan selbst und Beiheft, Seite 15Auf dem Foto mit den fünf auf dem Exer stehenden Bügler-Bussen hier befährt einer die Linie 1 nach Kiekut, einer die Linie 2 nach Sandkrug und einer die Line 3 nach Grasholz 1 Grasholz → Karlshöhe → Klaus-Groth-Straße → Landratsamt → Langebrückstraße → Kieler Straße → Bahnhofstraße → Rendsburger Straße → Sandkrug (→ Kiekut) 2 Doroteenstraße (→ Louisenberg) → Prinzenstraße → Vogelsang → Langebrückstraße → Bahnhofstraße → Rendsburger Straße → Sandkrug (→ Kiekut) 3 wie Linie 1 im Nordteil ab Grasholz, endete aber am Bahnhof

Ab 1963 befuhr die Linie 2 die Strecke Doroteenstraße – Innenstadt – Broosbyer Koppel und ab Mitte der 1970er Jahre die Strecke Doroteenstraße – Innenstadt – Wilhelmstal. Die erste Linie endete ab 1966 im Süden der Stadt statt in Sandkrug in Wilhelmstal, alle zwei Stunden in Kiekut.

Mitte der 1960er Jahre bis Anfang der 1970er Jahre kamen im Stadtbus-Linienverkehr auch Anderthalbdeckerbusse und später wiederholt Gelenkbusse zum Einsatz.

Im Sommer 1986 bot der Stadtverkehr Eckernförde (SE-Reisen Eckernförde) zwei, miteinander verwobene, Stadtbuslinien an, die montags bis freitags von 6 bis 18:30 Uhr und sonnabends von etwa 6:30 bis 13:30 Uhr im 30-Min-Takt, danach sowie sonntags ab 12:30 Uhr bis gegen 21 Uhr im Stundentakt gegenläufig befahren wurden:Fahrplan Stadtverkehr Eckernförde, gültig ab 3. August 1986. 1 Borby-Ost, Doroteenstr. → Dorfplatz → Landratsamt → Noorplatz → Bahnhof → Sophienhöh → Wilhelmstal → Schulzentrum → Diestelkamp → Wulfsteert → Bahnhof → Noorplatz → (Landratsamt → Terrassenhaus) → Friedhof → Kurt-Pohle-Str. → Finanzamt → Kreiskrankenhaus → Carlshöhe → Grasholz 2 Grasholz → Carlshöhe → Kreiskrankenhaus → Finanzamt → Kurt-Pohle-Str. → Friedhof → (Terrassenhaus) → Landratsamt → Noorplatz → Bahnhof → Wulfsteert → Diestelkamp → Schulzentrum → (Osterrade) → Wilhelmstal → Sophienhöh → Bahnhof → Noorplatz → Vogelsang → Borby-Ost, Doroteenstr.

Die Firma Bügler hatte 1989 ein Konzept zur Anbindung der Umlandgemeinden ausgearbeitet, das am Einspruch des Konzessionsinhabers Autokraft scheiterte.Die Grünen Eckernförde (in Zusammenarbeit mit: Institut für Verkehrswesen an der Fachhochschule für Bauwesen in Eckernförde, Bodo Biedermann und ADFC Ortsverband Eckernförde, Paul Trost): Alternatives Verkehrskonzept für Eckernförde. Eckernförde 1992 Vorübergehend gab es in Eckernförde ab Mitte der 1980er Jahre folgende Linienergänzungen, die wieder aufgegeben wurden: Kösliner Ring – Wilhelmstal, Extra-Anbindungen von Eckernförder Unternehmen und Kreiskrankenhaus, Anbindung Gammelbys über Grasholz hinaus, Strandlinie Louisenberg – Kiekut.

Nachdem ein durch das Alternative Verkehrskonzept für Eckernförde der Eckernförder Grünen teilweise inspirierte, aber nicht konsequent verwirklichtesso fand beispielsweise keine Bushaltestellen-Abstandsverringerung statt Liniensystem nicht von der Bevölkerung angenommen wurde, entstand das bis Dezember 2024 geltende Liniensystem mit zwei Ringlinien. Die Linien 3 (samstags-nachmittags- und sonntags-Ringlinie) und 4 (Borby-Nord – Innenstadt – Domsland) ergänzten die zwei Ring- oder besser: Gamma-Liniengemeint damit ist, dass die Linienführung eher einem kleinen Gammazeichen gleicht als einem Ring 1 und 2.

Planungen für den Stadtverkehr Ab 17. Juli 2023 sollte der Busverkehr neu strukturiert werden; wegen Personalmangel wurde dieser Termin verschoben. Grund für den Fahrermangel sei auch das hohe Wohnraum-Mietkostenniveau in Eckernförde, das auswärtige Busfahrer davon abhält, nach Eckernförde zu ziehen.Arne Peters: Neuer Busfahrplan wird noch lange nicht umgesetzt - das sind die Gründe. In: shz-online vom 30. August 2023, Eckernförder Zeitung vom 31. August 2023.

Während nach Neuterminierung der Maßnahme die Linien 1 und 2 nahezu unverändert verkehren sollten, sollte die Linie 3, die bisher nur am Wochenende verkehrte, den Saxtorfer Weg und die Riesebyer Straße an Innenstadt und Bahnhof anbinden. Die Linie 4 soll die Wohngebiete Domsland und Schiefkoppel erschließen, den Sandkrug und den geplanten Haltepunkt Eckernförde-Süd (B76/Domstag) anschließen und weiter in die Innenstadt führen.

Der Saxtorfer Weg sollte danach erstmals angefahren und der Bereich Riesebyer Straße mit Haltestellen verdichtet werden, eine neue Haltestelle an der Siegfried-Werft entstehen. Für Domsland und Schiefkoppel wurden mehr Fahrten angeboten und das Einkaufszentrum Hörst wurde angebunden.

Während die Samstagsfahrten an den Werktagsbetrieb angepasst werden sollte, sollte der Fahrplan sonntags unverändert bleiben und diese Fahrten von der neuen Linie 7 durchgeführt werden sowie ein zusätzlicher Elektrobus eingesetzt werden.

Grundlage für diese beabsichtigte Neustrukturierung bildet das Gertz-Gutsche-Rümenapp-„ÖPNV-Konzept für die Stadt Eckernförde“ aus dem Jahr 2019, das noch davon ausgegangen war, dass es künftig zwei Bahnstationen – zusätzlich zum bestehenden Bahnhof Eckernförde die Station Eckernförde Süd – geben wird. Inzwischen ist geplant, dass in Eckernförde künftig fünf Bahnstationen bestehen werden. Nach dem Gertz-Gutsche-Rümenapp-Konzept kommen auch noch die Buslinien 5, 6A und 6B hinzu.

Alle diese Planungen sind durch die Neuvergabe für den Zeitraum Januar 2027 bis Juli 2036 nicht mehr relevant.

SE-Reisen SE Reisen ist seit einigen Jahren die Produktbezeichnung der Firma Stadtverkehr Eckernförde, wobei das Kürzel SE nach Angabe der Firma Seebäderdienst Eckernförde bedeutet und an die Zeit erinnert, als die Firma auch eine Reederei war.

Der Betriebshof der Firma befindet sich im Rosseer Weg in Eckernförde. Der Fuhrpark besteht aus 20 Bussen und mehreren Kleinfahrzeugen. Mit 30 Beschäftigten wird neben der Bedienung der Stadtlinien Gelegenheits-, Ausflugs- und Reiseverkehr durchgeführt. Zudem fährt die Firma den Flughafen-Shuttle von Eckernförde zum Flughafen Hamburg.

2017 wurden vier neue Scania-Busse für den Stadtverkehr in der Lackierung des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein sowie ein Scania-Reisebus Interlink HD als Mannschaftsbus für den Fußballverein Holstein Kiel beschafft. Auf diese Angebote will sich die Firma ab Anfang 2027 beschränken.

Planungen ab Januar 2027 Ab dem 1. Januar 2027 wird der Stadtverkehr in Eckernförde durch die Firma Transdev GmbH Nord durchgeführt, dem Unternehmen, das mit seinem Tochterunternehmen Norddeutsche Verkehrsbetriebe auch den Stadtverkehr in Rendsburg betreibt.Sebastian Kaiser: Bereits aus Rendsburg bekannt: Transdev Nord wird 2027 neuer ÖPNV-Anbieter in Eckernförde in Eckernförder Zeitung (online) vom 15. Juli 2026 hier online, Bezahlschranke, Abruf am 16. Juli 2026Kreis Rendsburg-Eckernförde: Menschen bewegen im ÖPNV in Eckernförde: Neuer Betreiber für den Stadtverkehr, Pressemitteilung vom 15. Juli 2026 hier online, Abruf am 16. Juli 2026 An der Neuausschreibung beteiligte sich die Firma Stadtverkehr Eckernförde nicht mehr. Erstmals war der Auftrag mit einem Umfang von ca. 0,478 Mio. Fahrplankilometer für die Verkehrsleistung vom 1. Januar 2027 bis 31. Juli 2036 europaweit ausgeschrieben worden.

Die vorgesehenen Änderungen bei Inkrafttreten sind: Die bisherige Linie 4 wird neu als Linie 3 geführt und vom bisherigen Endpunkt "Schulzentrum" über "Auf der Höhe" und der für den Stadtverkehr neuen Haltestelle "Sandkrug" zum Bahnhof geführt. Auf der Strecke zwischen Bahnhof und dem Kösliner Ring wird ein 30-Minuten-Takt angeboten.