mini|Hohntor in Bad Neustadt an der Saale

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist der nördlichste Landkreis des Freistaats Bayern. Er liegt im Regierungsbezirk Unterfranken. Kreisstadt ist Bad Neustadt an der Saale. Der Landkreis ist Mitglied der Regiopolregion Mainfranken.

Geographie Lage Der Landkreis liegt nördlich von Schweinfurt. Das Kreisgebiet hat, wie der Name bereits besagt, Anteil an der Rhön und der Landschaft Grabfeld. Die Rhön umfasst den Westen des Kreisgebiets. Dort liegt auch die höchste Erhebung des Kreises, der Kreuzberg (). Das Grabfeld ist eine flachwellige Hügellandschaft östlich der Kreisstadt Bad Neustadt an der Saale. Bedeutendster Fluss des Kreises ist die Fränkische Saale, die im Osten des Kreises in zwei Quellen bei Trappstadt und Obereßfeld entspringt und im Grabfeld und am Ostrand der Rhön das Kreisgebiet von Ost nach West durchzieht, ehe sie es südwestlich von Bad Neustadt verlässt. Sie nimmt bei Heustreu die Streu und in Bad Neustadt die Brend auf, zwei kleine Flüsse, die in der Rhön entspringen.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen (beide in Thüringen), Haßberge, Schweinfurt und Bad Kissingen (alle in Bayern) sowie Fulda (in Hessen).

Geschichte Landgerichte Der Großteil des heutigen Kreisgebiets gehörte vor 1800 zum Hochstift Würzburg. 1803 kam das Gebiet zu Bayern. 1804 wurden die Landgerichte Bischofsheim, Hofheim, Königshofen, Mellrichstadt und Neustadt an der Saale eingerichtet. Sie gehörten ab 1817 zum Untermainkreis, der 1838 in Unterfranken und Aschaffenburg (später nur noch Unterfranken) umbenannt wurde.

Bezirksämter Im Jahr 1862 wurde aus den Landgerichten Neustadt und Bischofsheim das Bezirksamt Neustadt, aus den Landgerichten Königshofen und Hofheim das Bezirksamt Königshofen im Grabfeld und aus dem Landgericht Mellrichstadt das gleichnamige Bezirksamt. Im Jahr 1900 wurde das Gebiet um Hofheim vom Bezirksamt Königshofen getrennt und zum eigenständigen Bezirksamt erklärt. Dieses wurde 1920 um Teile des ehemaligen Fürstentums Coburg erweitert, nachdem dieses zu Bayern gekommen war; es gehört heute zum Landkreis Haßberge. Das Bezirksamt Neustadt wurde 1934 in Bad Neustadt an der Saale umbenannt, nachdem die Stadt das Prädikat Bad von der eingegliederten Gemeinde Bad Neuhaus übernommen hatte.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Bad Neustadt an der Saale, Königshofen im Grabfeld und Mellrichstadt.

1947 wurde der Landkreis Mellrichstadt um einige Gemeinden Thüringens erweitert (Exklave Ostheim vor der Rhön).

Landkreis Bad Neustadt an der Saale Im Rahmen der Gebietsreform wurde der Landkreis Bad Neustadt an der Saale am 1. Juli 1972 um die aufgelösten Landkreise Mellrichstadt und Königshofen im Grabfeld sowie die Gemeinde Strahlungen des Landkreises Bad Kissingen erweitert. Zum 1. Mai 1973 wurde er in Landkreis Rhön-Grabfeld umbenannt.

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Burglauer aus dem Landkreis Bad Kissingen in den Landkreis Rhön-Grabfeld.

Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Rhön-Grabfeld um knapp 6000 Einwohner bzw. um rund acht Prozent. Seit 2000 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 87.000 Einwohnern rückläufig. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises von 78.027 auf 79.690 um 1.663 Einwohner bzw. verblieb ein Plus von 2,1 %. 20 der 37 Gemeinden hatten 2018 weniger Einwohner als 30 Jahre zuvor. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 53.305 53.028 59.216 79.359 75.585 79.504 77.197 82.516 86.269 86.609 86.094 82.916 79.723 79.510

Politik Kreistag Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern. Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 34,7 21 46,0 28 49,9 30 51,6 32 53,9 34 52,3 33 FW Freie Wähler Bayern 24,7 15 20,8 13 18,7 11–– 19,0 11–– AfD AfD Bayern 10,7 7 – – – – – – – – – – Grüne Grüne Bayern 8,6 5 14,0 8 9,5 6 6,4 4 6,2 3 8,3 5 JU Junge Union 7,2 4 – – – – – – – – – – SPD SPD Bayern 6,4 4 8,2 5 13,8 8 13,8 8 14,6 9 17,4 10 WAK Wählerinitiative Altlandkreis Königshofen 4,1 2 5,5 3 4,7 3 4,7 2 3,2 2 – – FDP FDP Bayern 1,8 1 3,0 2 3,5 2 4,0 2 – – – – Linke Die Linke Bayern 1,8 1 2,5 1 – – – – – – – – FWG Freie Wählergemeinschaft – – – – – – 19,5 12 – – 16,7 10 FDP/FB FDP Bayern/Freie Bürger – – – – – – – – 3,2 1 2,3 1 WWIK Wählerinitiative zur Wahrung der Interessen Königshofen – – – – – – – – – – 3,1 1 gesamt 100,0 60 100,0 60 100,1 60 100,0 60 100,1 60 100,1 60 Wahlbeteiligung 72,1 % 66,6 % 63,6 % 68,5 % 70,5 % 76,0 %

Landrat mini|Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt an der Saale

1972–1976: Karl Grünewald, FW 1976–1996: Fritz Steigerwald, CSUSteigerwald war Bauherr der „Goldenen Brücke“ und der Stahl-Glas-Figur „Barbarossa“ im Nationaldenkmal Skulpturenpark Deutsche Einheit 1996–1997: Gisela Wagner (Interim), CSU 1997–2003: Fritz Steigerwald 2003–2026: Thomas Habermann, CSUHabermann war Bauherr der Stahlplastik „Auf der Flucht erschossen“ im Nationaldenkmal Skulpturenpark Deutsche Einheit seit 2026: Sonja Rahm (FW)

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Rhön-Grabfeld Platz 122 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.

Verkehr Schienenverkehr Die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen haben sämtliche Bahnstrecken im Landkreis gebaut. Es begann 1874 mit der Hauptbahn Bahnstrecke Schweinfurt–Bad Neustadt–Meiningen, die nach dem Zweiten Weltkrieg bei Mellrichstadt von der Innerdeutschen Grenze unterbrochen war und seit dem Lückenschluss 1991 wieder durchgehend befahren wird.

Von Bad Neustadt wurde 1885 eine Lokalbahn in die Rhön nach Bischofsheim und 1893 ins Grabfeld nach Bad Königshofen eröffnet. Eine weitere Stichbahn verkehrte seit 1898 von Mellrichstadt über Ostheim vor der Rhön nach Fladungen. Nach dem Ende des Personenverkehrs 1976 und des Güterverkehrs 1987 wurde sie 2000 als Museumsbahn (Rhön-Zügle) zu neuem Leben erweckt.

Der reguläre Personenverkehr auf 60 Kilometer Nebenbahnen wurde eingestellt: 1976: Bad Neustadt–Bad Königshofen 23 km 1976: Mellrichstadt–Fladungen 18 km 1989: Bad Neustadt–Bischofsheim 19 km.

Nur die Hauptbahn mit 27 km Länge und drei Stationen (Bad Neustadt an der Saale, Burglauer und Mellrichstadt Bahnhof) wird von der Deutschen Bahn und dem UnterfrankenShuttle der Erfurter Bahn im Personennahverkehr befahren.

Straße Durch den Landkreis verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesautobahn 71 (Abschnitt Suhl–Schweinfurt). Außerdem dienen die Bundesstraßen 278, 279 und 285 dem überörtlichen Verkehr.

Banken Im Landkreis gibt es zwei selbständige Banken.

Sparkasse Bad Neustadt a. d. Saale VR-Bank Main-Rhön eG

Des Weiteren haben diese Banken Zweigstellen im Landkreis: Raiffeisenbank im Grabfeld eG Zweigniederlassung der Deutschen Bank

Demographischer Wandel mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Rhön-Grabfeld (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Rhön-Grabfeld, Alter und Geschlecht.)

Für den bayerischen Teil des Grabfelds wurde 2010 von Schülern der Volksschule in Bad Königshofen eine Bevölkerungsprognose erstellt und als Grundlage für politische Entscheidungen vorgestellt. Sie erläutert die Folgen der Bevölkerungsentwicklung und zeigt Maßnahmen auf, wie auf den zukünftig höheren Anteil älterer Bewohner bei gleichzeitigem deutlichen Rückgang jüngerer Menschen reagiert werden kann.

Informationstechnische Breitbandinfrastruktur Im November 2010 hat der Kreistag ein Angebot der Deutschen Telekom zum Breitbandausbau des Landkreises angenommen. Der Ausbau wird auf einem Glasfasernetz basieren (fiber to the curb). An den örtlichen Kabelverzweigern werden DSL-AMs eingerichtet, die per Lichtwellenleiter an das Backbone der Telekom angeschlossen sind. Die letzte Meile wird über die bestehenden zweiadrigen Kupferleitungen per DSL realisiert. Das Konzept sieht vor, in 24 Gemeinden die Kabelverzweiger um DSL-AMs zu erweitern, wodurch eine Verbesserung der Breitbandversorgung im gesamten Landkreis erreicht wird.https://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/zuschlag-fuer-die-telekom-art-5822288 Rhön-Grabfeld ist damit der erste Landkreis in Deutschland, der auf diese Weise erschlossen wird.https://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/per-glasfaser-schnell-ins-internet-art-5820706

Gemarkungen

Im Landkreis gibt es 126 Gemarkungen, fünf davon sind gemeindeübergreifend.

Gemeinden

(Einwohner am )

mini|hochkant=1.1|Landkreis Rhön-Grabfeld Städte Bad Königshofen i.Grabfeld () Bad Neustadt a.d.Saale (Kreisstadt) () Bischofsheim i.d.Rhön () Fladungen () Mellrichstadt () Ostheim v.d.Rhön ()

Märkte Oberelsbach () Saal a.d.Saale () Trappstadt ()

Gemeindefreie Gebiete (79,49 km²) Bundorfer Forst (18,06 km²) Burgwallbacher Forst (16,18 km²) Forst Schmalwasser-Nord (1,69 km²) Forst Schmalwasser-Süd (14,31 km²) Mellrichstadter Forst (4,14 km²) Steinacher Forst rechts der Saale (19,85 km²) Sulzfelder Forst (2,54 km²) Weigler (2,73 km²)Weitere Gemeinden Aubstadt () Bastheim () Burglauer () Großbardorf () Großeibstadt () Hausen () Hendungen () Herbstadt () Heustreu () Höchheim () Hohenroth () Hollstadt () Niederlauer () Nordheim v.d.Rhön () Oberstreu () Rödelmaier () Salz () Sandberg () Schönau a.d.Brend () Sondheim v.d.Rhön () Stockheim () Strahlungen () Sulzdorf a.d.Lederhecke () Sulzfeld () Unsleben () Willmars () Wollbach () Wülfershausen a.d.Saale ()Verwaltungsgemeinschaften Bad Königshofen i.Grabfeld(mit Sitz in Bad Königshofen i.Grabfeld; Mitgliedsgemeinden: Markt Trappstadt, Gemeinden Aubstadt, Großbardorf, Herbstadt, Höchheim, Sulzdorf a.d.Lederhecke und Sulzfeld) Bad Neustadt a.d.Saale(mit Sitz in Bad Neustadt a.d.Saale; Mitgliedsgemeinden: Burglauer, Hohenroth, Niederlauer, Rödelmaier, Salz, Schönau a.d.Brend und Strahlungen) Fladungen(Stadt Fladungen, Gemeinden Hausen und Nordheim v.d.Rhön) Heustreu(Gemeinden Heustreu, Hollstadt, Unsleben und Wollbach) Mellrichstadt(Stadt Mellrichstadt, Gemeinden Bastheim, Hendungen, Oberstreu und Stockheim) Ostheim v.d.Rhön(Stadt Ostheim v.d.Rhön, Gemeinden Sondheim v.d.Rhön und Willmars) Saal a.d.Saale(Markt Saal a.d.Saale, Gemeinden Großeibstadt und Wülfershausen a.d.Saale)

Museen und Ausstellungen

Museen in der Schranne, Bad Königshofen im Grabfeld Archäologisches Museum, Bad Königshofen im Grabfeld Museum für Grenzgänger, Bad Königshofen im Grabfeld Turmmuseum in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Bad Königshofen im Grabfeld Dorfmuseum Untereßfeld, Bad Königshofen im Grabfeld (Untereßfeld) Bruder-Franz-Haus Kreuzberg, Bischofsheim in der Rhön (Klosterkreuzberg) Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, Fladungen Rhönmuseum, Fladungen Dokumentationszentrum Hainbergkaserne, Mellrichstadt Heimatmuseum im Salzhaus, Mellrichstadt Kloster Wechterswinkel, Bastheim (Wechterswinkel) Kreisgalerie Mellrichstadt, Mellrichstadt Schloss Wolzogen, Mellrichstadt (Mühlfeld) Museum „Lebendige Kirchenburg“, Ostheim vor der Rhön Orgelbaumuseum, Ostheim vor der Rhön

Grabfeldrallye