mini|hochkant|Anton Tschechow Perpetuum mobile () ist eine Kurzgeschichte des russischen Schriftstellers Anton Tschechow, die am 17. März 1884 im Wochenblatt Oskolki erschien. Ein Rezensent des Odessaer Blattesruss. Одесский листок besprach am 4. Oktober 1900 den Text und beanstandete gewisse nicht plausible Passagen dieser Karikatur. Zu Lebzeiten Tschechows wurde der Text ins Serbokroatische und Tschechische übersetzt.Anmerkung unter Perpetuum mobile (russisch) in der FEB, S. 545–546
Inhalt Der 67-jährige Untersuchungsrichter Agej Alexejitsch Grischutkin fährt im Herbst zusammen mit dem jungen, ledigen Arzt Timofej Wassiljitsch Swistizki zu einer Obduktion der Leiche eines Unteroffiziers. Das Fahrtziel ist in dem Regenwetter beim besten Willen nicht erreichbar. Zur Übernachtung biegt der ortskundige Kutscher Mischka zum Anwesen des Generalmajors a. D. Iwan Iwanytsch Jeshow, seines Zeichens Vorsitzender des Friedensrichterkollegiums, ab. Am Tisch tafelt eine Gesellschaft. Grischutkin und Swistizki kommen gerade recht. Nach dem Essen wird Whist gespielt. Swistizki aber unterhält sich neben dem Flügel mit Nadeshda Iwanowna, der Tochter des Hauses. Die junge Witwe äußert Hochachtung für den Arztberuf und beklagt ihre Langeweile. Wenn in der Nacht das Lämpchen neben ihrer Tür brenne, liege sie schlaflos.
Des Nachts um zwei denkt Jeshow an seine am Morgen fällige Fahrt zur Versammlung und schickt die Gäste zu Bett. Grischutkin und Swistizki bekommen ein Zimmer mit zwei Federbetten zugewiesen. Als der Untersuchungsrichter die Geschichte mit dem Lämpchen erfährt, nötigt er den jungen Arzt zu einem Gang zu der einsamen Witwe. Als das misslingt, will der 67-jährige betrunkene Grischutkin partout selber gehen und kann von Swistizki nur mit Mühe aufgehalten werden. Mischka wird geweckt und muss die beiden Streithähne mitten in der Nacht nach Hause kutschieren.
Grischutkin sucht drei Tage darauf Swistizki auf und entschuldigt sich. Der Arzt nimmt die Entschuldigung an. Der Untersuchungsrichter drängt den Arzt zur längst fälligen Obduktion des Unteroffiziers.
Als beide unterwegs sind – es hat inzwischen geschneit – machen die Dienstreisenden in Alimonoworuss. Алимоново neben der Troika Jeshows Halt. Eine attraktive Kellnerin in der Schenke lässt Jeshow die Versammlung ebenso zum zweiten Mal verpassen wie Grischutkin und Swistizki die Obduktion. Grischutkin bemerkt in der Schenke resignierend: „Wir fahren immer noch zu der Obduktion, können aber durchaus nicht hingelangen. Wir sind in einen Teufelskreis geraten“Verwendete Ausgabe, S. 186, 2. Z.v.u. und umschreibt damit die im Titel versteckte Moral der Geschichte: Wer sich immerzu ablenken lässt, kommt nie ans Ziel.
Verfilmung 1998, Russland, VID-TVruss. ВИD und Tschechow-Kunsttheater Moskau: Tschechow und Companyruss. Чехов и Ко, Staffel 5 (russisch) von Sinowi Roismanruss. Ройзман, Зиновий Александрович, Dmitri Brusnikinruss. Брусникин, Дмитрий Владимирович und Alexander Feklistow mit Stanislaw Ljubschin als Untersuchungsrichter Grischutkin, Alexei Suijewruss. Зуев, Алексей Владимирович als Arzt Swistizki, Wjatscheslaw Scholobowruss. Жолобов, Вячеслав Иванович als Generalmajor a. D. Iwan Jeshow und Natalja Rogoschkinaruss. Рогожкина, Наталья Сергеевна als dessen Tochter Nadeshda Iwanowna.
Verwendete Ausgabe Gerhard Dick (Hrsg.), Wolf Düwel (Hrsg.): Anton Tschechow: Gesammelte Werke in Einzelbänden: Perpetuum mobile. S. 177–187 in: Gerhard Dick (Hrsg.): Anton Tschechow: Vom Regen in die Traufe. Kurzgeschichten. Aus dem Russischen übersetzt von Ada Knipper und Gerhard Dick. Mit einem Vorwort von Wolf Düwel. 630 Seiten. Rütten & Loening, Berlin 1964 (1. Aufl.)Eintrag im WorldCat
Weblinks Der Text Wikisource: Perpetuum mobile (Чехов) (russisch) online in der Lib.ru (russisch) online in der FEB (russisch) Tschechow-Bibliographie, Eintrag Erzählungen Nr. 172 (russisch) Verweis auf Ersterscheinung im Labor der Fantastik (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Anton Pawlowitsch Tschechow Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Satire