Die Historische Kommission für die böhmischen Länder () ist ein eingetragener Gemeinnütziger Verein von Wissenschaftlern, die zur Landesgeschichte der historischen Länder der Krone Böhmen (Böhmen, Mähren, Schlesien, ab 1742 auch Österreichisch-Schlesien) forschen bzw. ab 1918 der Tschechoslowakei und ab 1993 der Tschechischen Republik.

Geschichte Die Kommission, deren juristischer Sitz in Heidelberg ist, wurde 1954 als „Historische Kommission der Sudetenländer“ gegründet. Ihre Mitglieder arbeiten mit mehreren tschechischen wissenschaftlichen Organisationen zusammen sowie dem Herder-Institut in Marburg, dem Herder-Forschungsrat und dem Collegium Carolinum in München zusammen. Vorsitzender ist (2026) Stefan Albrecht vom LEIZA in Mainz.

Thematische reicht das Arbeitsfeld vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte. Die Kommission veranstaltet Konferenzen, unterhält Arbeitsgemeinschaften und gibt die Reihe Forschungen zu Geschichte und Kultur der böhmischen Länder im Peter Lang Verlag heraus. Mit dem Herder-Institut erstellte sie über mehrere Jahrzehnte hinweg eine Literaturdokumentation zur Geschichte Ostmitteleuropas.

Die Kommission ist im Buch „Die Arbeit des Forschungsverbundes Ostmitteleuropa in den Jahren 1990-1996“ und in verschiedenen Berichten der Bundesregierung zur Arbeit nach § 96 BVFG als eine von sieben Historischen Kommissionen aufgeführt.„Die Arbeit des Forschungsverbundes Ostmitteleuropa in den Jahren 1990–1996“, 1999 als Manuskript, https://web.archive.org/web/20151224223040/https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a027403.pdf

Mitglieder In der Kommission arbeiten deutsche, österreichische und tschechische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geschichtswissenschaftlich orientierter Disziplinen zusammen. Ordentliche, Korrespondierende und Ehrenmitgliedern sind oder waren u. a. Stephan Albrecht, Manfred Alexander, Joachim Bahlcke, Heinrich Bodensieck, Detlef Brandes, Christiane Brenner, Heidrun Dolezel, Stephan Dolezel, Winfried Eberhard, Anton Ernstberger, Erik Franzen, Horst Glassl, Monika Glettler, Frank Hadler, Peter Haslinger, Peter Hilsch, Rudolf Jaworski, Hans Lemberg, Stefan Lehr, Robert Luft, Franz Machilek, Michaela Marek, Ralph Melville, Stefan Samerski, Sarah Scholl-Schneider, Hildegard Schmoller, Ferdinand Seibt, Heribert Sturm, Tatjana Tönsmeyer, Martin Schulze Wessel, Thomas Winkelbauer, Volker Zimmermann und Martin Zückert.

Gründungsmitglieder der im Jahre 1954 gegründeten Historischen Kommission der Sudetenländer waren Historiker und Wissenschaftler wie Anton Altrichter, Hermann Aubin, Anton Blaschka, Josef Blau, Josef Hanika, Josef Hemmerle, Rudolf Hemmerle, Rudolf Hönigschmid, Karl Gottfried Hugelmann, Emil Lehmann, Eugen Lemberg, Josef März, Theodor Mayer, Friedrich Metz, Karl Valentin Müller, Josef Nadler, Kurt Oberdorffer, Theodor Oberländer, Friedrich Panzer, Hermann Raschhofer, Rudolf Schreiber, Wilhelm Weizsäcker, Heinz Zatschek.

Literatur Stefan Albrecht, Jiří Malíř, Ralph Melville (Hrsg.): Die „sudetendeutsche Geschichtsschreibung“ 1918–1960. Zur Vorgeschichte und Gründung der Historischen Kommission der Sudetenländer. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, Band 114).

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Einzelnachweise

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