mini|Der Markt Reisbach vor der Gebietsreform in Bayern im damaligen Landkreis Dingolfing (Grenzen von 1961) mini|Marktplatz von Reisbach mini|Blick auf den langgezogenen Marktplatz von Reisbach
Reisbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.
Geografie Lage Der Ort liegt im Vilstal, etwa 13 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Dingolfing.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind Mamming, Landau an der Isar, Simbach, Falkenberg, Rimbach, Gangkofen, Marklkofen und Gottfrieding.
mini|Gemarkungen im Gemeindegebiet
Gemeindegliederung
Es gibt 119 Gemeindeteile:
Es gibt acht Gemarkungen.reisbach.de Sie entsprechen den ehemaligen Gemeinden. Die ehemaligen Gemeinden Niederhausen und Reith wurden aufgeteilt und gehören nur teilweise zur heutigen Gemeinde Reisbach (Gemarkungsteile).
Gemarkung Flächekm² Einwohnerca. 1995 Einwohner2013 Veränderungabsolut(1995–2013) Veränderungrelativ Bevölkerungs-dichte 2013 Englmannsberg 13,457 248 256 + 8 + 3,2 % 19,0 Griesbach 15,829 959 983 + 24 + 2,5 % 62,1 Haberskirchen 19,340 121 123 + 2 + 1,7 % 6,4 Niederhausen 6,980 321 313 - 8 - 2,5 % 44,8 Niederreisbach 10,269 139 146 + 7 + 5,0 % 14,2 Oberhausen 17,338 358 544 + 186 + 52,0 % 31,4 Reisbach 2,018 4765 4995 + 230 + 4,8 % 2475,2 Reith 8,973 240 233 - 7 - 2,9 % 26,0 Markt Reisbach 94,204 7151 7593 + 442 + 6,2 % 80,6
Gemeindeteil Niederhausen Die Besiedelung der Gegend um Niederhausen fand in der Steinzeit vom Isartal her statt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 731. Seit 1257 sind die Pfarrei und die Pfarrkirche St. Stephan, die damit das älteste Gebäude des Ortes ist, nachgewiesen.
Seit der Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, gehört der größere Teil der einst selbstständigen Gemeinde der Marktgemeinde Reisbach an. Der Rest wurde nach Simbach bei Landau eingegliedert.
Gemeindeteil Obermünchsdorf Obermünchsdorf wird umgangssprachlich Minadorf genannt. Der Ort hat etwa 150 Einwohner. Minadorf liegt in der Gemarkung Oberhausen zwischen den beiden Ortsteilen und früheren Gemeindesitzen Oberhausen und Niederhausen.
Gemeindeteil Thannenmais Thannenmais liegt in der Gemarkung Niederreisbach.
Die Besiedelung von Thannenmais fand in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges vom Vilstal her statt.
Bereits der Name deutet darauf hin (mais = gerodete Waldfläche), dass es sich hier um ein dichtes Waldgebiet handelte. Aus den Überlieferungen geht hervor, dass das ganze Gebiet von den Reisbacher Höhen aus in südlicher Richtung dicht bewaldet war. Es war alleiniger Besitz der Grafen von Aham.
Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 flüchteten die Vilstaler mit Hab und Gut nach Thannenmais in das Holzland, wo sie in den dichten Waldungen vor den schwedischen Truppen sicher waren.
Der Ort Thannenmais gehörte bis zum Jahre 1971 zur Gemeinde Niederreisbach. Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Niederreisbach mit Thannenmais im Zuge der Gebietsreform in die Gemeinde Reisbach eingegliedert.
Südlich des Ortsteils und bereits in der Gemarkung Haberskirchen liegt der Ortsteil Fellbach mit dem Freizeitpark Bayern-Park.
Geschichte Der Markt Reisbach gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern. Reisbach besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 der Markt. Dieser war die flächenmäßig kleinste Gemeinde des damaligen Bezirksamtes Dingolfing und entspricht der heutigen Gemarkung Reisbach mit einer Flächenausdehnung von 2,018 km². Im Jahr 1978 wurde der Markt im Zuge der Gebietsreform in Bayern erheblich erweitert.
Überliefert sind aber auch zwei Marktbrände 1659 und 1835, die schwere Schäden anrichteten. Bis zum 30. Juni 1972 war Reisbach eine Gemeinde im Landkreis Dingolfing. Am 1. Juli 1972 wurde sie dem Landkreis Untere Isar, der seit dem 1. Mai 1973 Landkreis Dingolfing-Landau heißt, zugewiesen. Zum gleichen Stichtag wurden auch zwei Gemeinden des früheren Landkreises Landau an der Isar eingemeindet, Niederhausen und Oberhausen.
Anschluss an das Eisenbahnnetz besaß die Gemeinde zwischen 1875 und 1969 über die Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting und deren Bahnhof im Gemeindeteil Griesbach.
Eingemeindungen mini|Griesbach von Süden EhemaligeGemeinde Einwohner(1970) Datum Anmerkung Englmannsberg 429 01.04.1971 Griesbach 740 01.01.1972 Haberskirchen 741 01.05.1978 Niederhausen 537 01.07.1972 Teileingliederung aus dem aufgelösten Landkreis Landau an der Isar – Rest nach Simbach Niederreisbach 684 01.04.1971 Oberhausen 709 01.07.1972 aus dem aufgelösten Landkreis Landau an der Isar Reith 522 01.04.1971 Eingliederung von 8,973 km² der 13,170 km² Fläche mit 420 der 522 Einwohner – Rest nach Marklkofen
Am 1. Januar 1973 wurden 126, am 1. April desselben Jahres 20 Einwohner von Reisbach nach Simbach umgegliedert. Am 1. Januar 1981 wurde ein Gebiet mit Oberrohrbach, Wimpersing und weiteren 28 Einwohnern nach Rimbach im Landkreis Rottal-Inn umgegliedert, das am 1. Mai 1978 bei der Eingemeindung von Haberskirchen zu Reisbach gekommen war.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 6295 auf 7730 um 1435 Einwohner bzw. um 22,8 %.
Politik Gemeinderat In der Amtszeit von Mai 2020 bis April 2026 setzt sich der Marktgemeinderat nach dem Ergebnis der Wahl vom 15. März 2020 wie folgt zusammen: mini|Das Rathaus von Reisbach
CSU: 6 Sitze (30,1 %) FWG Oberhausen-Niederhausen: 4 Sitze (18,9 %) FWG Haberskirchen/UWV Failnbach: 3 Sitze (16,1 %) FWG Griesbach: 3 Sitze (16,0 %) SPD: 2 Sitze (10,9 %) AfD: 2 Sitze (8,0 %) Die Wahlbeteiligung betrug 59,0 %.Wahlergebnisse vom 15. März 2020, abgerufen am 7. Juni 2020.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Rolf-Peter Holzleitner (Freie Wähler); er wurde am 15. März 2020 mit 97,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Amtsvorgänger war Josef Steinberger (CSU).
Wappen
Gemeindepartnerschaften Reisbach unterhält eine Partnerschaft mit der gleichnamigen Ortschaft Reisbach im Saarland.
Sehenswürdigkeiten
mini|Die Pfarrkirche St. Michael
Römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael mit dem romanischen Turm, dem ältesten Teil der Kirche, der Rest der Kirche stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. Um 1400 gebaute Wallfahrtskirche St. Salvator (gotisch) mit reichhaltiger Rokokoausstattung Langgezogener Marktplatz Die neu erbaute Kapelle (im romanischen Stil) in der Jägerstraße bietet Platz für 16 Besucher. Der Bayern-Park im Gemeindeteil Fellbach Die Kapelle der heiligen Wolfsindis († 7. Jahrhundert) am östlichen Ortsrand von Reisbach 1993 wurde ein 5 m hoher, tonnenschwerer Granit zu Ehren von Franz Josef Strauß aufgestellt Das einzige Nibelungengrab in Süddeutschland
Westlich des Ortes befindet sich das Naherholungsgebiet Vilsstausee.
Verkehr Im Gemeindeteil Griesbach gab es den Bahnhof Griesbach b. Dingolfing an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting. Die Strecke ist in diesem Abschnitt stillgelegt.
Persönlichkeiten Leonhard Gessel auch Leonhard Gässel (1400–1465), geb. in Griesbach, Generalvikar und Domdekan im Bistum Augsburg Johann Georg Fellwöck (1728–1810), geb. in Oberhausen, Mechaniker und Konstrukteur astronomischer Instrumente in Würzburg Franz Ignaz von Streber (1758–1841), Dompropst und Weihbischof des Erzbistums München und Freising, Direktor des Bayerischen Münzkabinetts Maximus von Imhof (1758–1817), bedeutender bayerischer Naturforscher, maßgeblicher Pionier der Naturwissenschaften in Bayern Franz Xaver Schwäbl (1778–1841), Sohn des Reisbacher Weißbäckers Wolfgang Schwäbl, Bischof von Regensburg (1833 bis 1841) Hermann Hauser I–III (Vater, Sohn und Enkel), drei gleichnamige Zither- und Gitarrenbauer in Reisbach Matthias Hösl (1887–1967), geb. in Edenthal, deutscher Gewerkschaftsfunktionär und Kommunalpolitiker Georg Herrnreiter (1891–1916), Wilderer, Scharfschütze, Träger der Bayerischen Tapferkeitsmedaille (höchste Tapferkeitsauszeichnung Bayerns für Nicht-Offiziere)Bayerns goldenes Ehrenbuch 1914–1918 Seite 123 Albert Sigl (1911–1969), Sportschütze Josef Einwanger (* 1935), Schriftsteller Erwin Huber (* 1946), Politiker, 1988 bis 1994 Generalsekretär der CSU, von September 2007 bis Oktober 2008 Parteivorsitzender, von 1994 bis 2008 Staatsminister in Bayern Heinrich Trapp (* 1951), Politiker (SPD), Landrat des Landkreises Dingolfing-Landau, Rekordchampion bei Wim Thoelkes TV-Show „Der Große Preis“ 1977
Weblinks
Niederhausen im Vilstal (PDF; 1,66 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dingolfing-Landau Kategorie:Markt in Niederbayern Kategorie:Gemeindegründung 1818