mini|Friedrich von Hessen-Darmstadt (1776) Friedrich Ludwig von Hessen-Darmstadt (* 10. Juni 1759 in Buchsweiler; † 11. März 1802 in Darmstadt) war ein Prinz des regierenden Hauses Hessen-Darmstadt und ein königlich französischer Offizier, zuletzt im Rang eines Maréchal de camp.
Leben Herkunft Seine Eltern waren Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (1719–1790) und Henriette Karoline (1721–1774), Tochter des Pfalzgrafen und Herzogs Christian III. von Zweibrücken-Birkenfeld. Er war ein Bruder von Großherzog Ludwig I. von Hessen und bei Rhein.
Seine Schwester Friederike Luise von Hessen-Darmstadt war seit 1769 mit Friedrich Wilhelm von Preußen verheiratet, der 1786 seinem Onkel Friedrich dem Großen als König nachfolgte. Die Schwester Wilhelmine von Hessen-Darmstadt heiratete 1773 Großfürst Paul, den späteren russischen Kaiser, und war damit Schwiegertochter von Katharina der Großen. Sie verstarb aber bereits 1776.
Ausbildung und Wirken Friedrich und sein jüngerer Bruder Christian von Hessen-Darmstadt wurden ab 1770 von Georg Wilhelm Petersen unterrichtet. PrinzenerzieherClaudia Kollbach: Aufwachsen bei Hof. Aufklärung und fürstliche Erziehung in Hessen und Baden (= Campus historische Studien. 48). Campus, Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-593-38884-7, S. 428. bzw. HofmeisterJohann Heinrich Merck: Briefwechsel. Band 1. Herausgegeben von Ulrike Leuschner. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0105-4, S. 631. der beiden hessischen Prinzen war der Oberstleutnant Johann Franz von Zyllnhardt († 1807), der 1790 bis 1800 dann Oberhofmarschall am Darmstädter Hof war. Ab März 1775, ein Jahr nach dem Tod der Mutter, studierten die jungen Prinzen in Straßburg.Robert Seidel: Literarische Kommunikation im Territorialstaat. Funktionszusammenhänge des Literaturbetriebs in Hessen-Darmstadt zur Zeit der Spätaufklärung (= Frühe Neuzeit. 83). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36583-8, S. 400, (Zugleich: Heidelberg, Universität, Habilitations-Schrift). Im November 1781 weilte Prinz Friedrich mit seinem Bruder Christian bei ihrer Schwester Luise, der Gattin des Weimarer Herzogs Karl August, an deren Hof in Weimar.Johann Heinrich Merck: Briefwechsel. Band 1. Herausgegeben von Ulrike Leuschner. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0105-4, S. 18. Im königlich französischen Militär avancierte Friedrich zum Obristen und Kommandanten des Infanterieregiments Royal Hesse-Darmstadt.Johann Heinrich Merck: Briefwechsel. Band 1. Herausgegeben von Ulrike Leuschner. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0105-4, S. 524. Noch 1791 wurde er zum Maréchal de camp in Frankreich ernannt. Um 1791 beschäftigte er sich auch mit der Geschichte des Templerordens und forschte daher incognito in Göttingen in der Universitätsbibliothek. Mit dem damaligen Regierungsrat, nachmaligen Hessen-Darmstädter Staatsminister Friedrich August von Lichtenberg tauschte er sich darüber aus.Georg Christoph Lichtenberg: Briefwechsel. Band 3: 1785–1792. Herausgegeben von Ulrich Joost und Albrecht Schöne. Beck, München 1990, ISBN 3-406-30958-5, S. 989. Wie einige andere Mitglieder seiner Familie war auch Prinz Friedrich Freimaurer.Robert Minder: Freimaurer Politiker Lexikon. Von Salvador Allende bis Saad Zaghlul Pascha. (= Edition zum rauhen Stein. 8). Studienverlag, Innsbruck 2004, ISBN 3-7065-1909-7, (online). mini|Friedrich von Hessen-Darmstadt (zwischen 1776 und 1799) Zwischen 1793 und 1799 nahm der Prinz den 1763 in Pirmasens geborenen und als hessischer Soldat dort stationierten Johann Michael PetzingerPetzinger, Johann Michael. In: Hessische Biografie. (Stand: 7. Mai 2013). in seine Dienste, um für ihn zu malen, hauptsächlich Bilder vom Pirmasenser Militär. In dieser Zeit muss auch schon Prinz Friedrichs älterer Bruder Ludwig, der Landesherr von Hessen-Darmstadt, auf die Malkunst Petzingers aufmerksam geworden sein, denn nach Friedrichs Tod übernahm er den Künstler 1802 in seine Dienste als Hofmaler.Ralph Martin Wilhelm: . 2013.
An den Folgen einer langwierigen Krankheit starb der hessische Prinz. Damit begann neue Hoftrauer am Darmstädter Hof, gerade als die für Erbprinz Karl Ludwig von Baden, den Ehemann von Friedrichs Schwester Amalie, enden sollte, wie es Johann Wolfgang von Goethe bemerkte.. Beigesetzt wurde der Prinz auf dem Alten Friedhof in Darmstadt.
Auszeichnungen 1773 Ritter des Johanniter-Ordens 1785 Ritter des St. Hubertus-Ordens
Familie Seine Lebensgefährtin war die aus Darmstadt stammende Catharina Wenedick (* um 1777), Tochter des Andreas Wenedick,Catharina Wenedick. Auf www.thekingealogy.com. Reiters der fürstlich hessischen Leibgarde zu Pferd. Nach Prinz Friedrichs Tod heiratete sie am 18. Juli 1805 in Darmstadt den hessischen Lakai Justus Binding.
Prinz Friedrichs und Catharinas gemeinsame Kinder erhielten zwar nicht, wie es bei einer morganatischen Ehe üblich gewesen wäre, den Adelsstand, doch erhielten sie den patronymischen Familiennamen Friedrich, der den Prinzen als ihren Vater auswies.
Die Tochter Lisette Thimotee Friedrich (* 24. Januar 1799) heiratete in Karlsruhe am 24. Januar 1825 einen großherzoglich badischen Premier-Lieutenant. Der Sohn Friedrich Friedrich (* um 1800) wurde Unteroffizier der badischen Artillerie in Karlsruhe.
Prinz Friedrichs Altersgenosse Friedrich Georg August von Hessen-Darmstadt (1759–1808) war sein Cousin. Dieser hatte unebenbürtige Nachkommenschaft mit adeligem Namen von Friedrich.
Vorfahren
Literatur Carl Knetsch: Das Haus Brabant. Genealogie der Herzoge von Brabant und der Landgrafen von Hessen. Teil 2: Die Nachkommen Philipps des Grossmütigen. Verlag des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, Darmstadt 1918, S. 329 f. (Digitalisat).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Familienmitglied des Hauses Hessen (Linie Darmstadt) Kategorie:Prinz (Hessen-Darmstadt) Kategorie:Träger des Hubertusordens Kategorie:Marschall von Frankreich Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Freimaurer (18. Jahrhundert) Kategorie:Freimaurer (19. Jahrhundert) Kategorie:Person um Johann Wolfgang von Goethe Kategorie:Karoline von Pfalz-Zweibrücken Kategorie:Geboren 1759 Kategorie:Gestorben 1802 Kategorie:Mann