mini|Der Heylshof in Worms mini|hochkant|Heylsbüste im Garten des Heylshofs mini|Gartenansicht

Der Heylshof ist eine großbürgerliche Villa, die heute dem Museum Kunsthaus Heylshof als Museumsgebäude dient. Sie steht in einer großzügig gestalteten Gartenanlage in der rheinland-pfälzischen Stadt Worms und unter Denkmalschutz.

Geschichte Die Familie Heyl kam ab 1805 in mehreren Schritten in den Besitz des Geländes. In dessen östlichem Bereich stand der Wormser Bischofshof, anstelle der ursprünglichen Königspfalz. Das letzte Gebäude entstand unter Beteiligung Balthasar Neumanns 1719–1725 als langgestreckter Bau mit Seitenflügeln und war auf den Schlossplatz ausgerichtet. Bereits 1794 wurde diese fürstbischöfliche Residenz wieder zerstört.

Gebäude Der repräsentative Bau des Heylshofs wurde zwischen 1881 und 1884 unter der Leitung des Schweizer Architekten Alfred Friedrich Bluntschli, eines Schülers Sempers, im Stil des Neobarocks erschaffen und diente dem Ehepaar Cornelius Wilhelm und Sophie von Heyl zu Herrnsheim (geborene Stein) und deren Kindern als Palais, nachdem das zuvor als Wohnhaus genutzte Gebäude, das Heyls-Schlößchen, zu klein geworden war. Erhalten sind auch der schmiedeeiserne Zaun mit Tor – wegen einer Straßenverbreiterung der Stephansgasse aber gegenüber der originalen Aufstellung versetzt – und das am Gebäude befindliche Portal mit geschnitzten hölzernen Türflügeln von Lorenz Gedon.

Das Ehepaar vermachte das Gebäude, den Garten und das Gelände der Stiftung Kunsthaus Heylshof.In einem auf den 15. Mai 1920 datierten Stiftungsbrief heißt es: Der von meinen Vorfahren vor mehr als 100 Jahren in Worms in der Umgebung des Domes erworbene und von meiner lieben Frau und mir ausgebaute Grundbesitz hat durch die enge Verknüpfung dieser Stelle mit den großen Ereignissen von weltgeschichtlicher Bedeutung, die sich in dem alten Bischofspalast, der in dem Garten stand, abgespielt haben, für alle Zeit eine besondere historische Bedeutung. Durch die Ausgestaltung dieses Besitzes in der heutigen Form ist zugleich eine würdige und feierliche Umgebung des altehrwürdigen Domes geschaffen worden. Ich habe mich deshalb, um meiner Vaterstadt einen erneuten Beweis meiner Liebe und Anhänglichkeit zu geben, entschlossen, diesen Besitz, der den Heylshof und den Heylschen Garten umfaßt, und der mein alleiniges, frei verfügbares Eigentum ist, einer gemeinnützigen Stiftung zu übereignen (Georg Illert: Worms - so wie es war. Droste, Düsseldorf 1976, S. 71).

Das Gebäude wurde im Frühjahr 1945 bei einem Luftangriff schwer beschädigt und nur noch eingeschossig mit Walmdach wiederhergestellt. Seit 1961 ist es wieder öffentlich als „Kunsthaus Stiftung Heylshof“ zugänglich.

Garten Das Gelände wird an der Westseite von den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer begrenzt, die in romantisierender Form als Staffage-Bau in den Park einbezogen und an der nordwestlichen Seite mit dem Herkulesbrunnen abgeschlossen wurde. . Die Ausmalung in den Bögen stammt von Agathe Sander, wohl aus den 1960er Jahren.Karl Heinz Armknecht: Die Wormser Stadtmauern. In: Der Wormsgau 9 (1970/1971), S. 54–65 (59). Auf dem Gartengelände existiert ein (heute vergitterter) Kellereingang zum Dom aus dem Jahr 1719. Des Weiteren sind Fragmente von Skulpturen erhalten.

2015 wurde das Bismarckdenkmal, ursprünglich von Cornelius Wilhelm Heyl gestiftet und nach 1945 eingelagert, im westlichen Teil des Gartens aufgestellt.

Der 2017 errichtete Gedenkort Die Großen Schuhe Luthers befindet sich am östlichen Ende des Geländes, etwa an der Stelle, wo im Bischofshof 1521 die Begegnung Luthers mit Kaiser Karl V. stattfand.

Heutige Nutzung Der Heylshof ist heute in erster Linie ein Museum. Seit 1926 ist hier die Kunstsammlung der Familie von Heyl, die unter anderem aus deutscher, französischer und niederländischer Malerei, Porzellan, historischen Gläsern und Keramik besteht, öffentlich zugänglich. Wechselausstellungen verschiedener, auch zeitgenössischer Künstler werden hier gezeigt.

Bei den Nibelungenfestspielen wird der Garten als Theaterfoyer genutzt.

Literatur Stefan Achternkamp: Stiftung Kunsthaus Heylshof. Kritischer Katalog der Gemäldesammlung. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1992, ISBN 978-3-88462-087-8. Ferdinand Werner: Der Heylshof in Worms. Vom Wohnhaus zum Museum. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2026. ISBN 978-3-88462-421-0

Weblinks

Website des Museums Heylshof (mit Baugeschichte)

Anmerkungen

Einzelnachweise

Heylshof Heylshof Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Kunstmuseum in Rheinland-Pfalz Kategorie:Villa in Rheinland-Pfalz Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Heylshof Kategorie:Denkmalzone (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Heyl zu Herrnsheim