mini|Saint-Bertrand-de-Comminges – Fernsicht auf den Ort und die Ex-Kathedrale mini|Ex-Kathedrale Notre-Dame de Saint-Bertrand-de-Comminges mini|Kreuzgang mit Doppelsäulen mini|Blick aus dem Chor nach Westen, Chorgestühl Die Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges ( oder auch nur Cathédrale Notre-Dame oder Cathédrale Sainte-Marie) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche und ehemalige Kathedrale im südfranzösischen Ort Saint-Bertrand-de-Comminges. Der Kirchenbau ist bereits seit dem Jahr 1840 als Monument historique anerkanntSaint-Bertrand-de-Comminges, Kathedrale – Monument historique; im Jahr 1998 wurde er von der UNESCO als Welterbe-Stätte im Zusammenhang mit den Wegen der Jakobspilger in Frankreich eingestuft.

Lage mini|hochkant|Romanisches Portal Kirche und Ort liegen in der historischen Grafschaft (comté) Comminges am Fuß der Pyrenäen im Departement Haute-Garonne im Südwesten Frankreichs auf einem steil aufragenden Hügel in einer Höhe von ca. . An dessen höchster Stelle wiederum wurde die (ehemalige) Kathedrale errichtet. Die Kirche wird zu den wichtigsten Pilgerkirchen am Jakobsweg gezählt.

Geschichte Am Fuß des Hügels, der heute das Dorf Saint-Bertrand-de-Comminges trägt, befand sich in römischer Zeit die vielleicht 60.000 Einwohner zählende Stadt Lugdunum Convenarum. Sie war bis zum Einfall der Vandalen eine blühende Siedlung. Nach mehrfacher Zerstörung in der Epoche der Völkerwanderungszeit durch fränkische und burgundische Truppen (585) wurde die Siedlung in der Ebene aufgegeben. Eine Restsiedlung auf dem Hügel blieb zunächst als völkerwanderungszeitliche Höhensiedlung erhalten. Im Frühmittelalter wurde auch der Hügel verlassen.

Das Bistum Comminges existierte seit dem 6. Jahrhundert. Bertrand I. († 1123), Bischof von Comminges, ließ in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf dem Hügel eine Kathedrale bauen und richtete ein Domherrenstift ein. Er wurde im Chor der Kathedrale beigesetzt und für heilig erachtet. Seine Nachfolger förderten seine Verehrung. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche vergrößert: Bischof Bertrand de Goth, der spätere Clemens V. und der erste Papst, der in Avignon residierte, erweiterte sie um den gotischen Chor – Arbeiten, die von seinen Nachfolgern im Jahr 1352 beendet wurden. Clemens V. veranlasste auch die Erhebung der Gebeine des heiligen Bertrand. mini|Chorgestühl – Miserikordie mit Blattmaske Die Diözese Comminges bestand bis zur Französischen Revolution. Heute gehört deren ehemaliges Gebiet zum Erzbistum Toulouse. Der Name von Comminges wurde 1935 in die Titulatur des Erzbischofs aufgenommen. Er bezeichnet sich jetzt als „Erzbischof von Toulouse-Saint Bertrand de Comminges-Rieux“.

Bauwerk mini|Grundriss mit Kennzeichnung der Bauphasen Die Kathedrale entstand seit dem Ende des 11. Jahrhunderts. Vom romanischen Ursprungsbau sind noch das reich skulptierte Portal, das einschiffige Langhaus und der quadratische Westturm erhalten. Der gotische Chor mit Kapellenkranz stammt vom Beginn des 14. Jahrhunderts.

Der an der Südseite angefügte Kreuzgang (cloître) hat drei romanische und einen gotischen Flügel; die Kapitelle der Doppelsäulen sind recht dekorativ, jedoch weitgehend ohne figürlichen Schmuck – lediglich ein Säulenpaar ist durch einen Evangelistenpfeiler ersetzt.

Ausstattung Sehenswert sind im Innern der prachtvoll in Holz geschnitzte Lettner und das Chorgestühl (stalles) aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance. Auch der barocke Altarretabel ist beachtenswert.

Die Orgel befindet sich an einem Eckpfeiler zwischen Eingang und der Tribüne.Informationen zur Orgel

Grand-Orgue C–f3 Montre 16' Montre 8' Bourdon 8' Prestant 4' Tierce ' Nazard ' Doublette 2' Fourniture V Cymbale IV Cornet V Trompette 8' Clairon 4' Voix humaine 8' Écho C–f3 Bourdon 8' Flûte à cheminée 4' Doublette 2' Nazard ' Tierce ' Sifflet 1' Régale 16' Positif intérieur C–f3 Montre 8' Bourdon 8' Prestant 4' Flûte à cheminée 4' Nazard ' Doublette 2' Tierce ' Larigot ' Fourniture IV Cymbale III Trompette 8' Hautbois 8' Cromorne 8' Pédale C–f1 Bourdon 32' Flûte 16' Flûte 8' Flûte 4' Bombarde 16' Trompette 8' Clairon 4'

Literatur Susanne Böttcher (Hrsg.): Pyrenäen: Das Hochgebirge, Toulouse und das Pyrenäenvorland. Travel-House-Media, München 2007, ISBN 978-3-8342-8983-4. Thorsten Droste und Henri Gaud: Der Jakobsweg in Frankreich. Romanische Kunst entlang der Pilgerrouten. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4365-2. Raymond Oursel: Romanisches Frankreich. 2 Bände. 2. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ohne ISBN. Rolf Toman (Hrsg.): Romanik: Architektur Malerei Skulptur. Feierabend, Berlin 2002, ISBN 978-3-936761-00-9.

Weblinks

Saint-Bertrand-de-Comminges – Fotos + Infos Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges – Homepage (französisch) Saint-Bertrand-de-Comminges und Umgebung – Fotos + Kurzinfos (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk der Romanik in Okzitanien Kategorie:Ehemalige Kathedrale in Frankreich Kategorie:Kirchengebäude des Erzbistums Toulouse Kategorie:Kirchengebäude im Département Haute-Garonne Kategorie:Liebfrauenkirche NotreDame Kategorie:Monument historique seit 1840 Kategorie:Monument historique (Kathedrale) Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Jakobsweg in Frankreich Notredame Saint-Bertrand