Monsters of Rock war das bedeutendste Hard-Rock- und Heavy-Metal-Musikfestival der 1980er und frühen 1990er Jahre. Es fand von 1980 bis einschließlich 1996 auf der Donington-Park-Rennstrecke bei Castle Donington in Leicestershire, England statt und hatte zeitweise über 100.000 Zuschauer. Aufgrund des Erfolges wurden Monsters-of-Rock-Festivals später auch in weiteren Ländern veranstaltet.

Überblick

Das erste Festival wurde 1980 vom englischen Veranstalter Maurice Jones initiiert und fand danach jährlich im August statt. Das erste Festival war als Abschluss der Welttournee der Band Rainbow gedacht und lockte gut 35.000 Zuschauer auf das Gelände. In den folgenden Jahren stiegen die Zuschauerzahlen stetig. 1988 erreichte das Festival mit 102.000 Zuschauern seinen Höhepunkt. Als während des Auftritts von Guns n’ Roses am Nachmittag zwei Fans ums Leben kamen, hatte das Konsequenzen für die Veranstaltung. 1989 fand erstmals kein Monsters of Rock statt, in den nachfolgenden Jahren wurden die Tickets dann jeweils auf 72.500 limitiert.

Das Festival war darüber hinaus eine Art Generalprobe für Newcomer-Bands und ihre weitere Laufbahn in ganz Europa. Wer in Donington gut abschnitt, dem standen die Tore zum Erfolg in Europa offen. Berüchtigt waren die Besucher des Festivals. Vor allem die Bands am Nachmittag hatten nicht selten mit dem teilweise aggressiven Publikum zu kämpfen. Oft flogen mit Urin gefüllte Plastikflaschen und Schlammbälle auf die Bühne, einmal sogar ein Schweinekopf. Trotzdem galt das Festival als Prestigeobjekt. In Donington spielten mehr oder weniger alle namhaften Rock- und Metal-Bands der Zeit. Das Festival fand schnell Nachahmer in ganz Europa. Meistens wurde das Billing des Mutterfestivals übernommen oder geringfügig geändert. Das erste Monsters-of-Rock-Festival in Deutschland fand im Jahr 1983 statt. Ab 1988 wurde regelmäßig das (teilweise leicht veränderte) Line-Up von Donington auf Europatour geschickt. So geschehen 1988, 1990, 1991 und 1992. Im Jahr 1988 fand außerdem eine Monsters-of-Rock-Tour in den USA statt, die allerdings mit dem Original aus Donington nichts zu tun hatte. Weitere Monsters-of-Rock-Festivals wurden in den 1990er Jahren in südamerikanischen Ländern wie Argentinien und Brasilien veranstaltet. Sie standen ebenfalls in keiner Verbindung zum Original.

In den 1990er Jahren büßte das Mutterfestival in Donington nicht zuletzt wegen seiner eher traditionellen Ausrichtung einiges an Popularität ein. Die Rockmusiklandschaft hatte sich nachhaltig verändert, der Hard Rock der 1980er Jahre war nicht mehr angesagt und somit auch keine Festivals dieser Art. 1993 fand das Festival mangels eines zugkräftigen Headliners erstmals seit 1989 nicht statt. Nach der 1996er-Ausgabe war schließlich das Aus für das Monsters of Rock gekommen. Im Jahr 2001 fanden erstmals wieder einige größere Festivals auf dem Gelände in Donington statt. So spielten auf dem Rock & Blues Festival im Juni Bands wie Hawkwind, Meat Loaf und UFO und einen Monat später beim A Day At The Races u. a. die Stereophonics und The Black Crowes. 2002 fand auf dem Gelände erstmals das Ozzfest statt. Seit 2003 findet am selben Veranstaltungsort das Download-Festival statt, welches mittlerweile als legitimer Nachfolger des Monsters of Rock gilt.

Im Jahr 2006, exakt 10 Jahre nach dem letzten Monsters of Rock, wurde überraschend die Rückkehr des Festivals bekanntgegeben. Am 3. Juni lebte das Festival in Milton Keynes wieder auf. Als Headliner standen Deep Purple auf der Bühne, Special Guest war Alice Cooper.

2016 fanden zwei Festivals unter dem Namen Monsters of Rock statt. In Bietigheim-Bissingen und auf der Loreley spielten Rainbow, Thin Lizzy und Manfred Mann’s Earth Band.

Das Original in Castle Donington 1980 Das erste Monsters-of-Rock-Festival fand am 16. August 1980 statt. Der Auftritt von Saxon erschien später auf dem Livealbum „Live at Donington“. Polydor veröffentlichte im Anschluss einen Sampler mit Mitschnitten aller Bands dieses Jahres (ausschließlich Judas Priest) unter dem Titel „Live at the Monsters of Rock“. Rainbow und die Scorpions waren im Gegensatz zu den restlichen Bands mit je zwei Songs vertreten. Es waren 35.000 Zuschauer anwesend und folgende Bands standen auf der Bühne: Rainbow (Headliner) Judas Priest Scorpions April Wine Saxon Riot Touch plus Neal Kay als DJ

1981 Das Festival fand am 22. August statt. Folgende Bands standen auf der Bühne: AC/DC (Headliner) Whitesnake Blue Öyster Cult Slade Blackfoot More plus Tommy Vance als DJ

1982 Das Festival fand am 21. August statt. Saxon waren die erste Band, die zum zweiten Mal beim Monsters of Rock auftrat. Folgende Bands standen auf der Bühne: Status Quo (Headliner) Gillan Saxon Uriah Heep Hawkwind Anvil plus Tommy Vance als DJ

1983 Das Festival fand am 20. August statt. Folgende Bands standen auf der Bühne: Whitesnake (Headliner) Meat Loaf ZZ Top Twisted Sister Dio Diamond Head plus Tommy Vance als DJ

Quelle:Monsters of Rock 1983, auf ukrockfestivals.com

1984 Das Festival fand am 18. August vor ca. 60.000 Zuschauern statt. AC/DC waren die erste Band, die das Monsters of Rock zum zweiten Mal als Headliner beendete. Für Van Halen markierte der Auftritt den Abschluss ihrer „1984“-Tournee. Es ist darüber hinaus der viertletzte Auftritt mit dem wenig später ausgestiegenen Sänger David Lee Roth. Teile des Y&T-Auftritts erschienen später auf dem Live-Album „BBC Live in Concert“. Auf der Bühne standen folgende Bands:

AC/DC (Headliner) Van Halen Ozzy Osbourne Gary Moore Y&T Accept Mötley Crüe plus Tommy Vance als DJ

1985 Das Festival fand am 17. August vor 80.000 Zuschauern statt. Ratt traten hier zum allerersten Mal überhaupt in Europa auf. Neben den typischen Plastikflaschen flog beim Auftritt von Bon Jovi ein Schweinekopf auf die Bühne. Auf derselben standen folgende Bands: ZZ Top (Headliner) Marillion Bon Jovi Metallica Ratt Magnum plus Tommy Vance als DJ

1986 Das Festival fand am 16. August vor ca. 60.000 Zuschauern statt. Beim Auftritt von Def Leppard saß zum ersten Mal Schlagzeuger Rick Allen wieder hinter dem Kit, der 1985 bei einem Verkehrsunfall seinen linken Arm verlor. Die Band Bad News bestand aus den Komikern Ade Edmundson, Rik Mayall, Nigel Planer und Peter Richardson, bekannt aus der BBC-Comedy-Serie „The Comic Strip Presents…“. Sie zeichneten auf dem Festival die Episode „More Bad News“ auf, ein Sequel zu der 1982 ausgestrahlten Episode „Bad News Tour“. Doro Pesch, Sängerin der Band Warlock war die erste von zwei Frauen, die bei diesem Festival auftrat. Auf der Bühne standen folgende Bands: Scorpions Ozzy Osbourne (Headliner) Def Leppard Motörhead Bad News Warlock plus Tommy Vance als DJ

1987 Am 22. August 1987 waren Bon Jovi zum ersten Mal Headliner des Festivals. Die Show endete neben dem obligaten Feuerwerk mit einer Jam-Session, bei der Bon Jovi von Paul Stanley (KISS), Bruce Dickinson (Iron Maiden) und Dee Snider (Twisted Sister) unterstützt wurden. Sie alle spielten den Creedence-Clearwater-Revival-Song Travelin‘ Band sowie das Grand-Funk-Stück We Are An American Band. Metallica wurden ebenfalls zu dieser Jam-Session eingeladen, verweigerten aber eine Teilnahme, weil Bon Jovi während des Metallica-Auftritts mit einem Helikopter über die Zuschauer geflogen waren. W.A.S.P. durften nicht ihre komplette Show auffahren, was die Band mit der Zerstörung des Equipments am Ende ihres Sets kommentierte. Drei zerstörte Gitarren und neun Verstärker ergaben einen Schaden von 2.000 Pfund. 1987 war das einzige Jahr, in dem ausschließlich amerikanische Bands in Donington auftraten. Trotz des schlechten Wetters fanden 97.000 Zuschauer ihren Weg auf die Rennstrecke, ein neuer Rekord. Auf der Bühne standen folgende Bands: Bon Jovi (Headliner) Dio Metallica Anthrax W.A.S.P. Cinderella plus The Bailey Brothers als DJs

1988 Das mit 102.000 Zuschauern ausverkaufte Monsters-of-Rock-Festival fand am 20. August 1988 in Donington statt. KISS spielten zum einzigen Mal in ihrem Bestehen als Vorgruppe von Iron Maiden, die einst bei ihnen selbst im Vorprogramm gespielt hatten. Lars Ulrich, Schlagzeuger von Metallica, erschien zur Megadeth-Zugabe Anarchy in the U.K. auf der Bühne. Während des Auftritts von Guns n’ Roses wurden zwei Fans in der nach vorne strömenden Menge erdrückt. Iron Maiden (Headliner) KISS David Lee Roth Megadeth Guns n’ Roses Testament Helloween plus The Bailey Brothers und Neal Kay als DJs

1989 Wegen der zwei Todesopfer im Vorjahr gestaltete sich die Organisation des Festivals 1989 als schwierig. Obwohl im Vorfeld die Genehmigung für eine Veranstaltung unter der Auflage, nicht mehr als 70.000 Tickets zum Verkauf herauszugeben, erteilt wurde, sagten die Veranstalter das 1989er-Festival im Mai ab. Noch im April des Jahres war folgendes Line-up im Gespräch: Whitesnake als Headliner, dazu Mötley Crüe, Poison, Cinderella, Vixen und Femme fatale. In einer offiziellen Presseerklärung von Aimcarve hieß es: "Wir sind uns der schweren Aufgabe des North West Leicestershire Council, das mit der Formulierung der Durchführungsbedingungen beauftragt war, wohl bewusst. Unglücklicherweise sind einige der Auflagen für uns nicht akzeptabel, und wir gedenken, sie gerichtlich anzufechten. Da ein Prozess aber mehrere Wochen Zeit in Anspruch nimmt, sehen wir uns außerstande, die Show noch im Rahmen entsprechend organisieren zu können. […] Aimcarve ist zuversichtlich, dass das Festival 1990 in den Donington Park zurückkehren wird". Stattdessen fand in Milton Keynes ein ähnlich großes Festival statt, bei dem Bon Jovi als Headliner auftrat. Weitere Bands auf dem Billing waren Europe, Cinderella, Skid Row und The Quireboys. Während der Performance von Bon Jovi kamen Steven Tyler und Joe Perry von Aerosmith auf die Bühne, um mit der Band den Aerosmith-Song Walk This Way zu jammen.

1990 Das Festival fand am 18. August statt. Wegen der beiden Todesfälle von 1988 wurde die Ticketausgabe auf 72.500 begrenzt; die Karten waren restlos ausverkauft. In diesem Jahr wurde das 'Monsters of Rock' zum ersten Mal live via BBC Radio 1 übertragen. Gegen Ende des Aerosmith-Sets kam Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page auf die Bühne, um mit der Band den Yardbirds-Klassiker Train Kept A Rolling und Walk This Way zu jammen. Whitesnake (Headliner) Aerosmith Poison The Quireboys Thunder

1991 Das Festival fand am 17. August vor erneut über 100.000 Zuschauern auf der Rennstrecke Donington statt. AC/DC waren die erste und einzige Band, die das Monsters-of-Rock'-Festival drei Mal als Headliner absolviert hat. Die Band schnitt den Auftritt für ihre Live-DVD bzw. VHS AC/DC – Live in Donington mit. Auf der Bühne standen folgende Bands: AC/DC (Headliner) Metallica Mötley Crüe Queensrÿche The Black Crowes Pantera (nur beim Festival in Moskau) E.S.T. (nur beim Festival in Moskau)

1992 Das Festival fand am 22. August statt. Iron Maiden schnitten den Auftritt für ihre Live-CD Live At Donington mit. Der Auftritt von W.A.S.P. wurde den Fans erst auf der I-Am-One-Single und später auf dem Re-Release der The-Crimson-Idol-CD zugänglich gemacht. Der Auftritt von The Almighty fand ebenfalls eine offizielle Veröffentlichung. Iron Maiden (Headliner) Skid Row Thunder Slayer W.A.S.P. The Almighty

1993 1993 fand kein Festival statt, da die Organisatoren keinen zugkräftigen Headliner verpflichten konnten.

1994