Als Feuerwehr Neu-Ulm wird die Gesamtheit aller Feuerwehren auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Neu-Ulm im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben bezeichnet. Die Feuerwehr ist als Freiwillige Feuerwehr mit einer Ständigen (hauptamtlichen) Wache organisiert und gliedert sich in das so genannte Hauptamt, zu dem die Leitung und Verwaltung der Gesamtfeuerwehr sowie der Einsatzdienst der hauptberuflichen Feuerwehrkräfte gehören, sieben Löschzüge (LZ) in den Stadtteilen, vier weitere selbstständige Feuerwehren und den ABC-Zug. Leiter der Gesamtfeuerwehr ist der Stadtbrandinspektor (SBI), sein Stellvertreter wird als Stadtbrandmeister (SBM) bezeichnet. Die einzelnen Löschzüge stehen unter der Aufsicht des Stadtbrandinspektors und werden jeweils von einem Löschzugführer und seinem Stellvertreter geleitet. Die Leitung der vier eigenständigen Feuerwehren obliegt stattdessen eigenen Kommandanten, die ebenfalls unter der Aufsicht des Stadtbrandinspektors stehen.
Die Ständige Wache Neu-Ulm stellt mit ihren derzeit 40 hauptamtlichen und etwas über 400 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten für die rund 66.000 Einwohner (Stand: Dezember 2024) der Stadt den abwehrenden und vorbeugenden Brandschutz sowie die technische Hilfeleistung bei Unglücksfällen und Notständen sicher. Sie wirkt außerdem im Katastrophenschutz des Landkreises Neu-Ulm mit. Nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr Neu-Ulm gehört hingegen die Durchführung des Rettungsdienstes (Notfallrettung und Krankentransport) im Stadtgebiet. Dieser wird vom örtlichen Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wahrgenommen.
Ständige Wache Neu-Ulm Geschichte Ab dem Jahr 1868 begann in Neu-Ulm und in den umliegenden Ortschaften die Gründung Freiwilliger Feuerwehren. Von Beginn an war das Feuerwehrwesen in Neu-Ulm daher zunächst rein ehrenamtlich organisiert. Später stellte die Stadtverwaltung vier hauptamtliche Gerätewarte für die Feuerwehr ein. Zu Einsätzen rückten jedoch weiterhin ausschließlich freiwillige Feuerwehrleute aus.
Vor dem Hintergrund einer rasch wachsenden Einwohnerzahl begannen im Jahr 1999 die Planungen für eine ständig mit hauptamtlichen Kräften besetzte Feuerwache. Diese wurde bereits ein Jahr später in einer baulich erweiterten, ehemaligen Panzerwartungshalle der bis 1991 von der US-Armee betriebenen Nelson-Barracks südöstlich des Stadtzentrums eingerichtet. Seitdem haben die Hauptwache und die Verwaltung ihren heutigen Sitz in der Zeppelinstraße 6. Die Ausrückstärke der hauptamtlichen Wache betrug zunächst sechs Feuerwehrbeamte, zuzüglich eines Beamten für die Besetzung einer Nachalarmierungsstelle. Bereits 2001 wurde der Personalkörper der Feuerwehr Neu-Ulm auf 21 hauptamtliche Mitarbeiter erweitert. Im Februar 2002 wurde die neue Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ) des Landkreises Neu-Ulm in den Räumlichkeiten der Hauptfeuerwache in Betrieb genommen. Die Außerdienststellung der FEZ erfolgte im November 2011 mit der Übernahme der Feuerwehralarmierung durch die Integrierte Leitstelle Donau-Iller in Krumbach.
Heutzutage beschäftigt die Ständige Wache Neu-Ulm über 40 hauptamtliche Mitarbeiter in der Verwaltung und im Einsatzdienst.
Sachgebiete Die Leitung und Verwaltung der Gesamtfeuerwehr ist Bestandteil des Hauptamtes der Feuerwehr Neu-Ulm und gehört organisatorisch zum Dezernat 1 (Personal, Organisation, Bürgerdienste) der Stadtverwaltung. Der Leiter der Feuerwehr wird als Stadtbrandinspektor (SBI) bezeichnet und hat innerhalb der Stadtverwaltung die Stellung eines Abteilungsleiters. Derzeitiger Stadtbrandinspektor und Leiter der Feuerwehr Neu-Ulm ist Andreas Hoffzimmer; sein Stellvertreter ist Stadtbrandmeister Michael Haitchi.
Die Verwaltung der Feuerwehr, zu der unter anderem auch die Werkstätten, die Betriebstankstelle und die Kleiderkammer gehören, gliedert sich in die folgenden fünf Sachgebieten, denen mehrere so genannte Sachraten nachgeordnet sind: Sachgebiet 1 – Innere Organisation und Verwaltung Sachrate Verwaltung Sachrate Haustechnik/Betriebstankstelle Sachrate Kleiderkammer/Persönliche Schutzausrüstung Sachgebiet 2 – Aus- und Fortbildung Sachgebiet 3 – Fahrzeug- und Gerätetechnik Sachrate Fahrzeug- und Gerätewerkstatt Sachrate Zentrale Atemschutzwerkstatt Sachrate Zentrale Schlauchwerkstatt Sachgebiet 4 – Kommunikation/EDV/Einsatzplanung Sachrate Funk- und Elektrowerkstatt Sachgebiet 5 – Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz
Hauptwache mini|Wechselladerfahrzeug (WLF) der Hauptwache mit aufgesatteltem Abrollbehälter (AB) Mulde
Seit dem Jahr 2000 unterhält die Feuerwehr Neu-Ulm auf dem Gelände einer 1934 als Reinhardt-Kaserne eröffneten und in den Jahren 1951 bis 1991 unter dem Namen Nelson-Barracks von der US-Armee betriebenen Kaserne südöstlich des Stadtzentrums eine ständig von Feuerwehrbeamten besetzte Hauptwache. Dadurch wird tagsüber eine hauptamtliche Mindest-Ausrückstärke von einem Kommandowagen, einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und einer Drehleiter gewährleistet. Nachts und bei Bedarf wird die Ständige Wache durch die Freiwilligen Feuerwehren ergänzt. Auch am Wochenende verstärken tagsüber ehrenamtliche Einsatzkräfte der Löschzüge die Wachmannschaft in Form eines Bereitschaftsdienstes.
Die Hauptwache verfügt über einen umfangreichen Fuhrpark, der aus den folgenden Einsatzfahrzeugen und Abrollbehältern besteht:
drei Kommandowagen (KdoW), Baujahr: 2010, 2010, 2018 ein Einsatzleitwagen (ELW), Baujahr: 2023 zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20), Baujahr: 2025 eine Drehleiter mit Korb 23/12 (DLK 23/12), Baujahr: 2018 ein Wechselladerfahrzeug (WLF), Baujahr: 2012 ein Wechselladerfahrzeug/Kran (WLF), Baujahr: 2012 ein Löschgruppenfahrzeug 10 (LF8/6), Baujahr: 2022 ein Kleinalarmfahrzeug (KLAF), Baujahr: 2019 ein Gerätewagen Rettung (GW-Rett), Baujahr: 2013 ein Mehrzweckfahrzeug (MZF), Baujahr: 2015 ein Kombi, Baujahr: 2009 ein Teleskopstapler Manitou, Baujahr: 2007 ein Abrollbehälter (AB) Wasser/Sonderlöschmittel, Baujahr: 2012 zwei Abrollbehälter (AB) Mulde, Baujahr: 2012 ein Abrollbehälter (AB) Ladefläche, Baujahr: 2012 ein Abrollbehälter (AB) Technische Hilfeleistung schwer, Baujahr: 2012 ein Abrollbehälter (AB) Atemschutz/Strahlenschutz, Baujahr: 2012 ein Abrollbehälter (AB) Mehrzweckboot, Baujahr: 2012 ein Abrollbehälter (AB) Logistik, Baujahr 2013 ein Anhänger Rettungsboot (RTB), Baujahr: 1999 ein Anhänger Wasser-Schaumwerfer, Baujahr 1980
Löschzüge und ABC-Zug Zur Freiwilligen Feuerwehr Neu-Ulm gehören insgesamt sieben Löschzüge (LZ) und der ABC-Zug. Der Begriff Löschzug wird in diesem Zusammenhang nicht für die entsprechende taktische Einheit im Brandeinsatz verwendet, sondern als Bezeichnung für eine aktive Abteilung der Gesamtfeuerwehr. Die sieben Löschzüge verteilen sich auf die verschiedenen Stadtteile, der ABC-Zug ist zentral an der Hauptwache untergebracht. Jeder Löschzug wird von einem Löschzugführer und seinem Stellvertreter geleitet.
Löschzug 1 – Hauptwache Der Löschzug (LZ) Hauptwache entstand in seiner heutigen Form zwischen 1993 und 1996 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Löschzüge Hauptwache, Offenhausen und Schwaighofen. Er ist zusammen mit dem Hauptamt in der Hauptwache in der Zeppelinstraße 6 südöstlich des Stadtzentrums untergebracht. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute des LZ Hauptwache unterstützen die Beamten der Feuerwehr Neu-Ulm im Einsatz durch Besetzung weiterer Fahrzeuge der Hauptwache sowie am Wochenende tagsüber durch eine personelle Verstärkung der hauptamtlichen Wachmannschaft.
Zum Fuhrpark des LZ Hauptwache gehören folgende Einsatzfahrzeuge:
Einsatzleitwagen 1 (ELW 1), Baujahr: 2023 Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20), Baujahr: 2025 ein Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10), Baujahr: 2022 ein Mehrzweckboot (MZB), Baujahr: 2000
Löschzug 2 – Ludwigsfeld Der Löschzug (LZ) 2 im Stadtteil Ludwigsfeld wurde im Jahr 1892 gegründet und hat derzeit 23 aktive Mitglieder. Im Jahr 1976 wurde das heutige Feuerwehrhaus im Steinadlerweg 1 bezogen. Der LZ 2 verfügt über:
ein Löschgruppenfahrzeug 16/12 (LF 16/12), Baujahr: 2004 ein Mehrzweckfahrzeug (MZF), Baujahr: 2011
Löschzug 3 – Gerlenhofen Der Löschzug (LZ) 3 in Gerlenhofen wurde im Jahr 1888 ursprünglich als eigenständige Freiwillige Feuerwehr gegründet und im Rahmen der Eingemeindung von Gerlenhofen als Stadtteil von Neu-Ulm als Löschzug in die Feuerwehr Neu-Ulm eingegliedert. Der Löschzug hat 36 aktive Mitglieder und ist als überörtliche Sonderaufgabe für die Dekontamination von Einsatzkräften bei Einsätzen mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen zuständig. Im Feuerwehrhaus des Löschzugs in der St.-Wolfgang-Straße 7 sind drei Einsatzfahrzeuge untergebracht:
ein Löschgruppenfahrzeug 20 (LF 20), Baujahr: 2014 ein Gerätewagen Dekontamination Personal (GW Dekon P), Baujahr: 2000 ein Mehrzweckfahrzeug (MZF), Baujahr: 2011
Löschzug 4 – Jedelhausen Die ursprüngliche Freiwillige Feuerwehr Hausen/Jedelhausen wurde im Jahr 1875 gegründet und 1977 als Löschzug in die Freiwillige Feuerwehr Neu-Ulm integriert. Der LZ 4 hat heute 18 aktive Mitglieder und verfügt über ein Fahrzeug, welches im Jahr 1991 fertiggestellten Feuerwehrhaus im Posthornweg 6 stationiert ist:
ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W), Baujahr: 2000
Löschzug 5 – Hausen Der Löschzug Hausen entstand im Jahr 1977 aus der Freiwilligen Feuerwehr Hausen/Jedelhausen und wurde als LZ 5 in die Freiwillige Feuerwehr Neu-Ulm eingegliedert. Das heutige Feuerwehrhaus des Löschzugs existiert seit 1978 und befindet sich in der Aufheimer Straße 1. Der LZ 5 hat 20 aktive Mitglieder und verfügt über ein Einsatzfahrzeug:
ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W), Baujahr: 2008
Löschzug 6 – Holzschwang Wie alle Löschzüge in den ehemaligen selbstständigen Gemeinden am Rand des Neu-Ulmer Stadtgebiets war auch der Löschzug (LZ) 6 in Holzschwang ursprünglich eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Im Rahmen der Gebietsreform 1977, bei der Holzschwang Ortsteil von Neu-Ulm wurde, wurde auch die 1875 gegründete Wehr als Löschzug in die Feuerwehr Neu-Ulm eingegliedert. Derzeit hat der LZ 6 22 aktive Mitglieder; im Feuerwehrhaus im Tannenweg 13 ist ein Einsatzfahrzeug untergebracht:
ein Löschgruppenfahrzeug 10/6 (LF 10/6), Baujahr: 2010
Löschzug 7 – Finningen Die Freiwillige Feuerwehr Finningen wurde am 1. Mai 1876 gegründet und ist damit der älteste Verein in Finningen. Im Zuge der Eingemeindung von Finningen als Ortsteil von Neu-Ulm wurde auch die Selbstständigkeit der Feuerwehr aufgegeben und die FF Finningen als Löschzug (LZ) 7 in die Freiwillige Feuerwehr Neu-Ulm integriert. Das Feuerwehrhaus der 40 aktive Mitglieder fassenden Abteilung befindet sich im Eulesweg 2 und bietet Platz für die zwei Einsatzfahrzeuge des Löschzugs:
Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10), Baujahr: 2007 Mehrzweckfahrzeug (MZF), Baujahr: 2008
ABC-Zug Der ABC-Zug nimmt besondere Aufgaben des Katastrophenschutzes im gesamten Landkreis Neu-Ulm wahr. Der Zug wird aufgrund der speziellen Ausbildung seiner momentan neun aktiven Mitglieder und der technischen Ausrüstung zu Gefahrgut- und Strahlenschutzeinsätzen alarmiert. Er hat die Aufgabe bei besonderen Schadensereignissen atomare, biologische und chemische Gefahrstoffe durch Probenentnahmen und Messfahrten festzustellen und zu identifizieren sowie austretende oder auslaufende Gefahrstoffe mit Hilfe spezieller Ausrüstung und unter Anwendung besonderer Schutzmaßnahmen aufzunehmen. Der ABC-Zug ist an der Hauptwache in der Zeppelinstraße 6 untergebracht und verfügt über ein Einsatzfahrzeug und einen Abrollbehälter:
ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-ErkKW), Baujahr: 2001 Abrollbehälter (AB) Atem-/Strahlenschutz, Baujahr: 2012
Jugendfeuerwehr