Paul Otto Richard Lange (* 15. April 1856 in Berlin; † 5. Mai 1929 ebendaLandesarchiv Berlin: Sterbeurkunde 232/1929 des Standesamts Berlin-Steglitz.) war ein deutscher Kaufmann und Klavierfabrikant.
Familie Langes Eltern waren Johann Wilhelm Julius Lange, Kaufmann in Berlin, und Friederike Caroline Amalie, geb. Weber.Evangelisches Landesarchiv Berlin: Kirchenbuch Berlin-Jerusalemskirche Nr. A1731, Taufen 1856, S. 64/65, lfd. Nr. 297, 15. April 1856. Er heiratete am 10. Oktober 1883 in Ratibor Martha Amalie Ernestine Helene, geb. Schmidt.
Beruf Lange betätigte sich spätestens ab dem Jahr 1886 in Berlin als Exporteur von Goldleisten. In den Folgejahren erweiterte er sein Tätigkeitsfeld auf Kommissions- und Exportgeschäfte mit Goldleisten und Möbeln, später auch mit Pianinos. Zu seinen Geschäftspartnern zählte die Firma „Aders & Blumberg“ in Berlin, Alte Jakobstraße 65. Das in Berlin gegründete Unternehmen, das seinen Firmensitz 1879 nach Guben verlegt aber eine Zweigniederlassung in Berlin beibehalten hatte, produzierte Goldleisten, Bilderrahmen und seit 1883 Pianinos. Als sich die Inhaber des Unternehmens, Hugo und Paul Aders, von der Berliner Klavierproduktion trennen wollten, trat Otto Lange 1892 zunächst als Kompagnon des unter dem Namen „Lange & Co., Pianofabrik“ abgetrennten Unternehmensteils als Mitgesellschafter von Hugo und Paul Aders ein. Nach dem Austritt der Mitgesellschafter führte er das Unternehmen an der bisherigen Adresse unter der Firma „Otto Lange, Pianofabrik“ fort. Das Kommissions- und Exportgeschäft gab Lange in den Folgejahren auf.
Am 25. November 1902 wurde das Konkursverfahren über das Vermögen des Pianofabrikanten Lange in Berlin, Blumenstraße 65, eröffnet. Die Pianofabrik wurde liquidiert. Nach Verwertung der Vermögensgegenstände durch den Konkursverwalter kam bei der Schlussverteilung ein Bestand von 6988 Mark zur Verteilung auf Forderungen in Höhe von 93929 Mark. Das Verfahren wurde nach dem Schlusstermin vom 4. Juni 1904 aufgehoben.
Literatur Hubert Henkel: Lexikon deutscher Klavierbauer. Fachbuchreihe Das Musikinstrument. Band 73. Verlag Erwin Bochinsky, Frankfurt am Main 2000, S. 355, ISBN 3-923639-37-6. Erwin Stein (Hrsg.): Monographien deutscher Städte: Darstellung deutscher Städte und ihrer Arbeit in Wirtschaft, Finanzwesen, Hygiene, Sozialpolitik und Technik. Band 25, Guben. Deutscher Kommunal Verlag, Berlin 1928. S. 265 ff. Paul de Wit (Hrsg.): Welt-Adressbuch der gesamten Musikinstrumenten-Industrie mit einem Anhang enthaltend die Eingangszölle auf Musikinstrumente in allen Ländern und einem Wörterbuch der in der Musikinstrumente-Industrie vorkommenden technischen Ausdrücke in deutsch-französisch-englischer Sprache. Verlag Paul de Wit, Leipzig 1900, Deutsches Reich. Berlin. Pianofabriken, S. 20.
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