mini|Stolpersteine für die Familie Feder in Kolín Die Liste der Stolpersteine in Kolín enthält die Stolpersteine, die in der Stadt Kolín (deutsch Kolin) im Středočeský kraj verlegt wurden. Sie erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten in Tschechien ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.

Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).

Die Tabellen ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Kolín

Bild Name Standort Leben 120px Na Hradbách 124 Evžen Feder wurde am 20. Juni 1910 in Gablonz geboren. Seine Eltern waren Richard Feder, der Rabbiner von Kolín, und Hilda. Er hatte eine ältere Schwester, Ruth (geb. am 19. Dezember 1908 in Gablonz) und einen jüngeren Bruder, Viktor (geb. am 16. April 1915 in Kolín). Er war mit Růžena (geb. 1915) verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Josef (geb. 1941). Am 13. Juni 1942 wurden Evžen Feder, seine Frau, sein Sohn, seine Eltern, seine Schwester, sein Schwager und sein Neffe verhaftet und mit dem Transport AAd in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 666 von 736. Zu diesem Zeitpunkt war sein Bruder Viktor, der von Januar bis April 1942 in Theresienstadt war, bereits nach Zamość deportiert und vom NS-Regime ermordet worden.holocaust.cz: VIKTOR FEDER, abgerufen am 14. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: WIKTOR FEDER, abgerufen am 14. April 2017 Danach wurde die Familie systematisch zerstört und nahe zur Gänze ausgerottet. Während sein Vater als Rabbiner für die verzweifelten Theresienstadt-Insassen wirkte und versuchte, ihnen Hoffnung zu geben, litt seine Mutter massiv unter den Haftbedingungen und verstarb am 24. Dezember desselben Jahres. Fast zwei Jahre nach ihrer Ankunft wurden Evžen Feder, seine Frau und sein Sohn von ihren Familienmitgliedern getrennt und am 15. Mai 1944 mit Transport Dz ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 387 von 2.501. Dort wurden Vater, Mutter und Sohn (im Alter von zweieinhalb Jahren) ermordet.holocaust.cz: EVŽEN FEDER, abgerufen am 14. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: EUGEN FEDER, abgerufen am 14. April 2017

Am 28. Oktober 1944 wurden schließlich seine Schwester, ihr Ehemann Pavel Heller und deren 15-jähriger Sohn Walter nach Auschwitz deportiert und sofort nach der Ankunft vergast.holocaust.cz: RUTH HELLEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: RUTH HELLER, abgerufen am 15. April 2017 Richard Feder überlebte die Shoah, kehrte nach Kolín zurück und baute dort die jüdische Gemeinde wieder auf. 1947 schrieb er ein Buch über die jüdische Tragödie, die seinen ermordeten Mitbürgern gewidmet war. 1953 wurde er in Brünn zum Oberland-Rabbiner ernannt. 1970 starb er im Alter von 95 Jahren.holocaust.cz: RICHARD FEDER, abgerufen am 15. April 2017 (mit einem Porträt) 120px Na Hradbách 124 Josef Feder wurde am 13. Oktober 1941 in Kolín geboren. Er war der einzige Sohn von Evžen Feder und Růžena Federová. Noch als Baby, am 13. Juni 1942, wurde er – gemeinsam mit seinen Eltern, seinen Großeltern, Tante, Onkel und Cousin – verhaftet und mit dem Transport Aad in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 668 von 736. Die Familie wurde systematisch zerstört und vom NS-Regime fast vollständig ausgerottet. Noch vor seiner Ankunft in Theresienstadt war sein Onkel von dort nach Zamość deportiert worden. Seine Großmutter starb am 24. Dezember desselben Jahres im Konzentrationslager. Fast zwei Jahre nach ihrer Ankunft wurden der kleine Junge und seine Eltern von den anderen Familienmitgliedern getrennt und am 15. Mai 1944 mit dem Transport Dz ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 389 von 2.501. Dort, Josef Feder wurde im Alter von zweieinhalb Jahren ermordet, ebenso seine Eltern.holocaust.cz: JOSEF FEDER, abgerufen am 14. April 2017 120px Na Hradbách 124 Hilda Federová wurde am 24. Februar 1888 geboren. Sie war mit dem Rabbiner Richard Feder verheiratet. Das Paar hatte drei Kinder, Ruth (geb. 1908 in Gablonz), Evžen (geb. 1910 in Gablonz) und Viktor (geb. 1915 in Kolín). Ihr letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Kolín. Am 13. Juni 1942 wurden Hilda Federová und ihre Familie verhaftet und mit dem Transport Aad in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 664 von 736. Sie starb dort am 24. Dezember 1942.holocaust.cz: HILDA FEDEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017

Alle ihre Kinder und Enkelkinder wurden im Lauf der Shoah ermordet. Nur ihr Ehemann konnte überleben. Er starb 1970, im Alter von 95 Jahren. 120px Na Hradbách 124 Růžena Federová wurde am 16. März 1915 geboren. Sie war mit Evžen Feder verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Josef (geb. 1941). Am 13. Juni 1942 wurden Růžena Federová und ihre Familie, die Eltern ihres Mannes und seine Schwester mit dem Transport Aad in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 667 von 736. Fast zwei Jahre nach ihrer Ankunft, am 15. Mai 1944, wurden sie, ihr Ehemann und ihr Sohn von den anderen Familienmitgliedern getrennt und mit Transport Dz n das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 388 von 2.501. Dort wurden Vater, Mutter und Sohn (im Alter zweieinhalb Jahren) ermordet.holocaust.cz: RŮŽENA FEDEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017 120px Karlovo náměstí 20 Alfred Fischer wurde am 14. April 1900 in Třebíč geboren. Seine Eltern waren Eduard Fischer und Auguste geb. Zeisel. Er hatte zumindest einen Bruder, Karel. Er war mit Marta geb. Eckstein verheiratet. Das Paar hatte drei Kinder, Karel (geb. am 13. Juni 1918), Eugenie (geb. 1931) und Edita (geb. 1935). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Kolín. Am 13. Juni 1942 wurden Alfred Fischer, seine Frau und seine kleinen Töchter mit Transport AAd in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 56 von 736. Nach vier Monaten, am 8. Oktober 1942, wurde die Familie ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Seine Transportnummer war 40 von 1.000. Dort wurden Vater, Mutter und die beiden Töchter vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: ALFRED FISCHER, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: ALFRED FISHER, abgerufen am 9. April 2017

Sohn Karel überlebte die Shoah. Er nannte sich später Karel Avi Ophir und starb 1996 in Israel. Das Schicksal von Alfred Fischers Eltern und seines Bruders Karel ist unbekannt. 120px Karlovo náměstí 20 Edita Fischerová wurde am 24. April 1935 in Kolín geboren. Ihre Eltern waren Alfred Fischer und Marta geb. Eckstein. Sie und ihre Schwester Eugenie (geb. 1931) wuchsen in Kolín auf, sie hatte auch einen älteren Bruder, Karel (geb. 1918). Am 13. Juni 1942 wurden beide Mädchen und ihre Eltern verhaftet und mit Transport AAd in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 59 von 736. Vier Monate später, am 8. Oktober 1942, wurde die Familie ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Ihre Transportnummer war 43 von 1.000. Dort wurden Mutter, Vater und die beiden Töchter vom NS-Regime ermordet. Edita Fischerová war 7 Jahre altholocaust.cz: EDITA FISCHEROVÁ, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: EDIT FISCHER, abgerufen am 9. April 2017

Nur ihr Bruder konnte überleben. 120px Karlovo náměstí 20 Eugenie Fischerová, auch Evženie, wurde am 2. November 1931 in Kolín geboren. Ihre Eltern waren Alfred Fischer und Marta geb. Eckstein. Sie und ihre Schwester Edita (geb. 1935) wuchsen in Kolín auf, sie hatte auch einen älteren Bruder, Karel (geb. 1918). Am 13. Juni 1942 wurden beide Mädchen und ihre Eltern verhaftet und mit Transport AAd in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 58 von 736. Vier Monate später, am 8. Oktober 1942, wurde die Familie ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Ihre Transportnummer war 42 von 1.000. Dort wurden Mutter, Vater und die beiden Töchter vom NS-Regime ermordet. Edita Fischerová war 10 Jahre alt.holocaust.cz: EVŽENIE FISCHEROVÁ, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: EUGENIA FISCHER, abgerufen am 9. April 2017

Nur ihr Bruder konnte überleben. 120px geb. Eckstein Karlovo náměstí 20 Marta Fischerová geb. Eckstein wurde am 1. Mai 1900 in Kolín geboren. Ihre Eltern waren Eduard Eckstein und Filipa geb. Freund. Sie hatte vier Geschwister, Adolf (geb. 1890), Růžena (geb. 1893, später Glöcknerová), Josef (geb. 1897) und František (geb. 1906). Sie war mit Alfred Fischer verheiratet. Das Paar hatte drei Kinder, Karel (geb. am 13. Juni 1918), Eugenie (geb. 1931) und Edita (geb. 1935). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Kolín. Am 13. Juni 1942 wurden Marta Fischerová, ihr Ehemann und seine kleinen Töchter mit Transport AAd in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 57 von 736. Vier Monate später, am 8. Oktober 1942, wurde die Familie mit Transport Bu ns Vernichtungslager Treblinka deportiert. Dort wurden Vater, Mutter und die beiden Töchter vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: MARTA FISCHEROVÁ, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: MARTA FISCHER, abgerufen am 9. April 2017 (hier wird als Geburtsdatum der 13. August 1892 angegeben, höchstwahrscheinlich eine Fehlinformation)

Alle ihre Geschwister wurden im Lauf der Shoah getötet: Adolf 1942 in Trawniki, Josef 1943 in Riga, Růžena und František 1944 in Auschwitz. Ihr Sohn Karel überlebte, nannte sich später Karel Avi Ophir und starb 1996 in Israel. 120px ul. Karolíny Světlé 137 Elsa Hellerová wurde am 11. April 1883 in Kolín geboren. Ihr letzter Wohnort vor der Deportation war in Kolín. Am 13. Juni 1942 wurde sie mit dem Transport AAd ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 31 von 736. Drei Monate später, am 8. September 1942, wurde sie mit dem Transport Bk in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert. Ihre Transportnummer war 26 von 1.000. Elsa Hellerová wurde vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: ELSA HELLEROVÁ, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: ELSA HELLER, abgerufen am 9. April 2017 120px Karlovo náměstí 91 Otto Kodiček, auch Ota, wurde am 16. August 1888 in Kolín geboren. Sein letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Kolín. Am 13. Juni 1942 wurde er mit dem Transport AAd ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 156 von 736. Dort blieb er für mehr als zwei Jahre und drei Monate interniert. Am 1. Oktober 1944 wurde er mit dem Transport Em in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 665 von 1.501. Er wurde vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: OTA KODIčEK, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: OTTO KODICEK, abgerufen am 9. April 2017 120px Pražská ulice, dům čp. 1 Gustav Mandelík wurde am 21. August 1868 in Kolín geboren. Seine Eltern waren Ignatz Mandelik (1839–1899) und Marie geb. Kobler (1847–1916). Er hatte zwölf Geschwister. Zumindest fünf von ihnen starben in der frühen Kindheit.Die Geschwister von Gustav Mandelík waren: Ida (1864–1940, verheiratet mit Rudolf Kobler, drei Kinder), Ernestine (geb. 1866, verheiratet mit Nathan Munk, zwei Kinder),