mini|hochkant=0.85|Stolpersteine für die Familie Federer in Mladá Boleslav Die Liste der Stolpersteine in Mladá Boleslav enthält die Stolpersteine, die in der Stadt Mladá Boleslav (deutsch Jungbunzlau) im Středočeský kraj verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden in der Regel von Gunter Demnig verlegt.
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Mladá Boleslav In der Stadt Mladá Boleslav wurden folgende Stolpersteine verlegt:
Bild Name Standort Leben 120px HIER WOHNTEEMIL FEDERERJG. 1889DEPORTIERT 1942NACH MAUTHAUSENERMORDET 1942EBENDORT Staroměstské nám 96 wurde am 13. September 1889 in Mladá Boleslav geboren. Er absolvierte eine Handelsschule, wurde Buchhalter und trat der Sokol-Bewegung bei. Im Ersten Weltkrieg diente er im 36. Infanterie-Regiment der Monarchie Österreich-Ungarn, das an die galizische Front geschickt wurde, um gegen die Kaiserlich Russische Armee zu kämpfen. Sein Militärdienst dauerte nicht lange, als er am 25. August 1914 in Žolkyjevu von den Russen gefangen genommen wurde. Später war er Kaufmann in Mladá Boleslav und heiratete Lidie, geborene Abilovitz. Das Paar hatte eine Tochter, Věra. Am 12. Juni 1942 wurde er im KZ Mauthausen ermordet. Der Meldung seines Schwagers an Yad Vashem zufolge wurde Federer im KZ Auschwitz ermordet.holocaust.cz: EMIL FEDERER, abgerufen am 9. April 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: AMIL FEDERER, gemeldet von seinem Schwager Yosef Abilovitz, abgerufen am 9. April 2017
Frau und Tochter wurden vom NS-Regime in Auschwitz ermordet. 120px HIER WOHNTELIDIE FEDEREROVÁJG. 1901DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Staroměstské nám 96 geb. Abilovitz, auch Lea, Leka oder Leha, wurde 1901 in Sapotskin geboren, heute in Belarus. Ihre Eltern waren Khava und Mordekhai Abilovitz. Sie hatte einen Bruder, Josef oder Yosef. Sie war mit Emil Federer verheiratet und war Hausfrau. Das Paar hatte eine Tochter, Vera oder Dvora (geb. 1921). Sowohl ihr Mann als auch ihre Tochter wurden im Laufe der Shoah ums Leben gebracht: Emil Federer höchstwahrscheinlich 1942 in Mauthausen, Věra Federerová 1943 oder später in Auschwitz. 1944 wurde auch Lidie Federerová in Auschwitz ermordet.The Central Database of Shoah Victims’ Names: LEHA FEDERER, gemeldet von ihrem Bruder Yosef Abilovitz, abgerufen am 9. April 2017 120px HIER WOHNTEVĚRA FEDEREROVÁJG. 1921DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1943IN AUSCHWITZ Staroměstské nám 96 , auch Dvora, wurde am 4. Mai 1921 geboren. Ihre Eltern waren Emil Federer, ein Kaufmann, und Lidie, Lea oder Leha. Ihr letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Líny in der Nähe von Mladá Boleslav. Am 16. Januar 1943 wurde sie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und vier Tage später, am 20. Januar 1943, weiter ins Konzentrationslager Auschwitz. Ihre Registrier-Nummern waren auf dem Transport Cm 264 von 491 und auf Transport Cq 158 von 2.000. Sie verlor ihr Leben in Auschwitz.holocaust.cz: VĚRA FEDEREROVÁ, abgerufen am 9. 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: DVORA FEDERER, abgerufen am 9. April 2017
Auch Vater und Mutter wurden vom NS-Regime ermordet. 120px HIER WOHNTEJOSEF HÖNIGSFELDJG. 1903DEPORTIERT 1943NACH MAUTHAUSENERMORDET 1942EBENDORT Staroměstské nám. 93/22 wurde am 18. Februar 1903 in Slatiňany als Sohn von Alois Hönigsfeld und Arnoštka geb. Veselá (auch Ernestine, 13. März 1880 – 2. Juni 1914) geboren. Er hatte zwei Schwestern, Anna (geb. am 6. Juli 1909) und Emilie. Er arbeitete als Kaufmann und war verheiratet mit Marie geb. Östereicherová. Das Paar hatte zwei Söhne, Zdenek (auch Benjamin, geb. 1934) und Pavel (auch Barùch, geb. 1937).progenies.info: , abgerufen am 9. April 2017 Während seine Familie auf ihre Deportation warten musste, wurde Josef Hönigsfeld bereits 1942 verhaftet und ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert, wo er vom NS-Regime ermordet wurde.The Central Database of Shoah Victims’ Names: JOSEF HOENIGSFELD, mitgeteilt von einer Verwandten, Hana Fousova, im Jahr 1998, abgerufen am 9. April 2017