Die Pflanzengattung Weigelien (Weigela, Syn.: Weigelia) gehört heute zur Unterfamilie Diervilloideae in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Die Gattung Weigelien (Weigela) enthält etwa zehn Arten. Man schätzt die Zahl der Sorten auf 150 bis 200, die als Ziergehölze in Parks und Gärten verwendet werden.
Beschreibung miniatur|links|Illustration von Weigela coraeensis miniatur|Gold-Weigelie (Weigela middendorffiana) miniatur|Gegenständige Laubblätter und Blüten von Weigela maximowiczii miniatur|Blüten von Weigela praecox miniatur|Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Blüten von Weigela subsessilis Erscheinungsbild und Blätter Weigela-Arten sind laubabwerfende Sträucher. Die jungen Zweige sind leicht kantig und besitzen eine unterschiedlich flaumig behaarte Rinde.
Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind gestielt oder fast sitzend. Die einfache Blattspreite besitzt gesägte Blattränder. Nebenblätter sind nicht vorhanden. Die Winterknospen besitzen mehrere Knospenschuppen.
Blütenstände und Blüten Die Blütenstände können endständig an den Zweigen, in den Blattachseln oder an kurzen Seitenzweigen angeordnet sein. Meist stehen zwei bis sechs Blüten in einem zymösen Blütenstand beisammen oder die Blüten stehen einzeln.
Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind an ihrer Basis oder höchstens bis zur Mitte ihrer Länge zu einer schmalen, zylindrischen Röhre verwachsen, die mit fünf Kelchzipfeln endet. Die fünf Kronblätter miteinander glocken- oder trichterförmig verwachsen, wobei die Kronröhre an ihrer Basis schmal ist und sich plötzlich verbreitert. Die fünf Kronlappen sind nur fast gleich. Die Farbe der Kronblätter ist weiß, rosa bis karminrot (hellgelb bei Weigela middendorfiana). Die fünf Staubblätter sind bis zur Mitte der Kronblattröhre mit dieser verwachsen, sie schauen je nach Art aus der Blütenröhre ein wenig heraus oder befinden sich oben an ihrem Saum. Der unterständige Fruchtknoten ist zweikammrig. Der schlanke Griffel endet in einer rundlichen oder zweigeteilten Narbe und ragt weit aus der Blütenröhre heraus.
Früchte und Samen Die ledrigen oder holzigen Kapselfrüchte enthalten zahlreiche kleine Samen. Die Samen sind ungeflügelt oder besitzen einen schmalen Flügel.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Weigela wurde 1780 von Carl Peter Thunberg aufgestellt.In: Kongl. Vetenskaps Academiens Nya Handlingar Band 1, Seite 137, Tafel 5. Der Gattungsname Weigela ehrt den deutsch-schwedischen Arzt, Botaniker und Chemiker Christian Ehrenfried von Weigel (1748–1831). Die nächst verwandte Gattung ist Diervilla, mit der zusammen sie die Unterfamilie Diervilloideae bildet.
Weigelien sind im Nordosten Asiens verbreitet, in Japan, Korea, China und im fernen Osten Russlands.
Es gibt etwa zehn Arten in der Gattung Weigela Weigela coraeensis (Syn.: Diervilla coraeensis , Diervilla coraeensis f. alba , Weigela coraeensis f. alba ): Sie kommt nur im östlichen-zentralen Teil der japanischen Insel Honshu vor. Nikko-Weigelie (Weigela decora , Syn.: Diervilla decora ): Sie kommt nur auf den japanischen Inseln Honshu, Kyushu sowie Shikoku vor. Reichblütige Weigelie (Weigela floribunda , Syn.: Diervilla floribunda , Weigela floribunda var. versicolor auct.): Sie kommt nur auf den japanischen Inseln südliches Honshu sowie Shikoku vor. Liebliche Weigelie (Weigela florida , Syn.: Calysphyrum floridum , Diervilla florida ,Weigela pauciflora , Weigela rosea ): Sie ist in Japan, Korea und in den chinesischen Provinzen Hebei (unsicher), Heilongjiang, Henan, nördlichen Jiangsu, Jilin, Liaoning, Nei Mongol, Shaanxi, nördlichen Shandong sowie Shanxi verbreitet.
alternativtext=Liebliche Weigelie|mini|Liebliche Weigelie
Garten-Weigelie (Weigela hortensis , Syn.: Diervilla hortensis ): Sie kommt nur auf den japanischen Inseln Honshu sowie Hokkaidō vor. Japanische Weigelie (Weigela japonica , Syn.: Diervilla floribunda var. versicolor , Diervilla japonica , Diervilla versicolor ): Sie ist in China, Japan und Korea weitverbreitet. Maximowiczs Weigelie (Weigela maximowiczii , Syn.: Calyptrostigma maximowiczii , Diervilla maximowiczii , Diervilla middendorffiana var. maximowiczii ): Sie kommt nur auf der japanischen Insel Honshu vor. Gold-Weigelie (Weigela middendorffiana , Syn.: Diervilla middendorffiana ): Sie ist auf den japanischen Inseln Hokkaidō sowie nördliches Honshu und in Russlands Fernen Osten verbreitet. Weigela praecox : Sie kommt in Nordkorea und Russlands Fernem Osten vor. Weigela subsessilis (Syn.: Diervilla subsessilis ): Die Heimat ist Korea.
miniatur|Die rotblühende Weigelien-Sorte 'Bristol Ruby'
Verwendung und gärtnerische Geschichte Weigelien werden verbreitet als Ziergehölze kultiviert. Weigela florida wurde 1845 von Robert Fortune eingeführt. Es gibt zahlreiche Sorten, die meist etwa 2 Meter Wuchshöhe erreichen. Sie sind nicht anspruchsvoll in Bezug auf den Boden und ertragen Abgase und Stadtklima. Blütezeit ist der Frühsommer, oft erfolgt später eine schwächere Nachblüte. Ein Rückschnitt gleich nach der Blüte verhindert ein frühes Vergreisen der Sträucher.
Zurzeit gibt es in Europa eine bekannte, große Schau-Sammlung: Sheffield – dort in der National Plant Collection des Botanischen Gartens
Außerdem besteht seit 1997 der Weigela-Sichtungsgarten in Buckow (Märkische Schweiz) in Brandenburg.
Literatur Augustin-Pyrame de Candolle: Note sur le genre Weigelia de Thunberg. Genève 1839. Herbert Ewe: Weigelien-Strauch nach einem Sundstädter benannt: Christian Ehrenfried Weigel; berühmter Botaniker und beliebter Professor. In: Ostsee-Zeitung. Bd. 46 (1998), 133 (11. Juni 1998), S. 16.
Einzelnachweise Qiner Yang, Fred R. Barrie, Charles D. Bell: Diervillaceae: Weigela Thunberg, S. 615, In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong Deyuan: Flora of China – Cucurbitaceae through Valerianaceae with Annonaceae and Berberidaceae, Volume 19, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Luis, 9. März 2011. ISBN 978-1-930723-99-3 (textgleich wie gedrucktes Werk – Volltext-Online – Abschnitt Beschreibung, Systematik, dort wird von etwa 10 Arten geschrieben, und Verbreitung)
[ Eintrag bei GRIN Taxonomy for Plants.] Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018.
Weblinks
National Plant Collections WEIGELA and DIERVILLA at the Botanical Gardens, Sheffield. (engl.) Weigela Sichtungsgarten in der Märkischen Schweiz, Brandenburg. Infos und Pflegehinweise.
Kategorie:Geißblattgewächse