Das Gebiet Gailinger Berg-Bölderen ist ein mit Verordnung vom 8. Juli 2004 ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 3.269) im baden-württembergischen Landkreis Konstanz in Deutschland.
Lage Die zwei Teilgebiete des rund 52 Hektar großen Naturschutzgebiets Gailinger Berg-Bölderen gehören naturräumlich zum Hegau. Sie liegen in den Gewannen „Alliger“, „Bölderen“, „Dellen“, „Eble“, „Gäher Rain“, „Grüthau“, „Hintere Genter“, „Hinteres Gereut“, „Im Berg“, „Kleiner Berg“, „Namen“, „Obern“ und „Züricher“ auf Gemarkung der Gemeinde Gailingen am Hochrhein, nördlich und nordwestlich der Gailinger Ortsmitte, auf einer durchschnittlichen Höhe von .Koordinaten und Höhenberechnung bei www.deine-berge.deTop25 Viewer [Top. Karte 1:25000 Baden-Württemberg (Süd)] Die östliche Teilfläche erstreckt sich über Hangbereiche oberhalb der Ortslage Gailingens, und zwar im Osten vom Gewann „Im Berg“ bis hin im Westen zu den Gewannen „Dellen“ und „Kleiner Berg“ am jüdischen Friedhof. Die westliche Teilfläche reicht im Osten vom Gewann „Hintere Genter“ am jüdischen Friedhof bis zum Gewann „Hinteres Gereut“ im Westen nahe der Grenze zur Schweiz.
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der „reich gegliederten, schützenswerten Hangabschnitte am Hochrhein, zu denen insbesondere Feuchtgebiete, Quellaustritte, Kalkmagerrasen, Magerwiesen, Säume, Streuobstwiesen, naturnahe Gebüsche und Laubwälder gehören, und die als Lebensraum zahlreicher teils seltener und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten dienen“., Abschnitt „Schutzzweck“
Lebensräume Im Naturschutzgebiet Gailinger Berg-Bölderen sind folgende Lebensraumtypen bezeichnet: 6210 – Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen 6410 – Pfeifengraswiesen auf kalkreichen, torfigen und tonig-schluffigen Böden 6510 – Magere Flachland-Mähwiesen 7220 – Kalktuffquellen 7230 – Kalkreiche Niedermoore 9130 – Waldmeister-Buchenwald 9150 – Orchideen-Buchenwald 9170 – Laubkraut-Eichen-Hainbuchenwald
Flora und Fauna Folgende, seltene und teils vom Aussterben bedrohte Arten (Auswahl) sind im Naturschutzgebiet Gailinger Berg-Bölderen beschrieben:J. Genser, Würdigung des Schutzgebiets bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)
Flora Die Grünlandvegetation der feuchten Standorte im Schutzgebiet besteht meist aus Komplexen von Pfeifengraswiesen und Kohldistelwiesen und Sumpfbinsenwiesen. Der Schwerpunkt dieser im Naturraum seltenen Pflanzengesellschaften befindet sich im Gewann „Bölderen“.
Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Doldenblütler (Apiaceae)
Enziangewächse (Gentianaceae)
Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Korbblütler (Asteraceae)
Lippenblütler (Lamiaceae)
Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Orchideen (Orchidaceae)
Primelgewächse (Primulaceae)
Rosengewächse (Rosaceae)
Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Spargelgewächse (Asparagaceae)
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Süßgräser (Poaceae)
Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Fauna Amphibien (Amphibia) oder Lurche
Heuschrecken (Orthoptera) Bei den Heuschrecken sind Arten mit „gehobenen“ Ansprüchen an Trockenheit und Wärme stark vertreten.
Schmetterlinge (Lepidoptera) oder Falter Die Gruppe der Tagfalter ist mit über dreißig Arten im Gebiet vielseitig repräsentiert, durch eine ganze Reihe von seltenen Arten wird die Bedeutung des Gebietes mit seinen mageren Wiesen, seinen Saumstrukturen und seinen Gehölzen für die Fauna besonders deutlich.
Vögel (Aves) Die hohe Dichte an Feldgehölzen, verschilfter Feuchtflächen und die geringe Intensität der Nutzung bietet zahlreichen Vogelarten Nahrungs- und Nistmöglichkeiten.
Zusammenhang mit anderen Schutzgebieten Mit dem Naturschutzgebiet Gailinger Berg-Bölderen ist das FFH-Gebiet „Gottmadinger Eck“ (DE-8218-342) als zusammenhängendes Schutzgebiet ausgewiesen. (Stand: April 2017)
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Konstanz Liste der Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Verordnung, Datenauswertebogen und Karte im Das NSG
Einzelnachweise
Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Konstanz Kategorie:Schutzgebiet in Gailingen am Hochrhein Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebiet im Hegau Kategorie:Schutzgebietsgründung 2004