mini|Brunnenanlage auf dem Ernst-Reuter-Platz in Berlin-Charlottenburg, erbaut 1961

Die Liste der Brunnenanlagen im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist eine detaillierte Übersicht der Brunnenanlagen im öffentlichen Raum des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Aufgenommen sind auch Brunnen, die außer Betrieb oder nicht mehr vorhanden sind, jedoch keine einfachen Handpumpen.

Die Auflistung enthält 51 Objekte und basiert auf der Internetdarstellung des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf (hier werden 38 Anlagen aufgelistet, Stand: Ende 2016) und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen über die öffentlichen Brunnen in Charlottenburg-Wilmersdorf (hier werden 33 Anlagen aufgelistet, Stand: Ende 2016), und auf weiteren Quellen. mini|hochkant=0.5|Brunnenfee Isolde Josipovici, 2011 Jahrelang gab es im Bezirk eine Brunnenfee, die Pensionswirtin Isolde Josipovici, die sich auch berlinweit für den Erhalt und die Wiederinbetriebnahme von Brunnen engagierte.Berliner Brunnenfee Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass den Brunnen der Stadt wieder mehr Aufmerksamkeit durch die Bezirke gewidmet wurde, wie am Beispiel des Ernst-Reuter-Platzes zu erkennen war.

Im Jahr 2025 informiert eine Überblicksveröffentlichung zu den Zierbrunnen in Berlin, dass hier im Jahr 2024 von allen Bezirken die höchsten Ausgaben für den Erhalt der Brunnenanlagen getätigt wurden: rund 430.000 Euro.Katharina Heflik, Catalina Hilebrandt: Wasser marsch!, Berliner Zeitung, 14. April 2025, S. 4.

Überblick In Charlottenburg-Wilmersdorf beleben 51 Brunnen die öffentlichen Plätze und Grünanlagen. Laut Darstellung des Senats gibt es in Berlin insgesamt über 270 funktionierende Schmuckbrunnen und Seefontänen, deren Wartung ab 2017 schrittweise von den Berliner Wasserbetrieben übernommen wurde.

Liste der Brunnen Die sortierbare Zusammenstellung ist nach Ortsteilen und darunter nach Straßen alphabetisch (vor)geordnet.

Legende: OT: Ortsteil, dabei bedeutet Cb = Charlottenburg, CN = Charlottenburg-Nord, Gw = Grunewald, Ha = Halensee, Sd = Schmargendorf, Wd = Wilmersdorf, We=Westend Name (kursiv): Bezeichnung des Brunnens, wie vom Künstler vorgenommen Adresse: am nächsten gelegene(s) Straße/Gebäude und Lage: Geokoordinaten Jahr: wann aufgestellt Künstler Kurzdarstellung mit Bild

OT Name Adresse und Lage Jahr Künstler Kurzdarstellung mit Bild Cb Säule in der Brandung Adenauerplatz Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff 140x140px|rechts Eine in einem Betonbecken stehende runde Säule wurde mit verschweißten Rohren ummantelt, die sich auf etwa halber Höhe blütenförmig öffnen. Zwischen Säule und Rohrmantel tritt Wasser aus, das den sichtbaren Teil der Säule mit einem transparenten Schleier umhüllt. Vom Beckenrand strahlen kleine, bogenförmige Wasserfontänen zur Beckenmitte hin. Die Brunnenskulptur aus Chromnickelstahl in einem flachen Rundbecken aus Stein wurde von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff geschaffen und steht seit dem 22. Mai 1974 auf dem Platz. Cb Weltkugelbrunnenim Volksmund: „Wasserklops“ Breitscheidplatz , Susanne Wehland, Krusnik + Reith 140x140px|rechts Der Weltkugelbrunnen ist der größte Brunnen des Bezirks und wohl die vielgestaltigste und städtebaulich interessanteste moderne Wasseranlage in Berlin. Das Zentrum bildet eine große strukturierte Kugel mit Sprudel- und Bogenfontänen und einer „Arche Noah“ in einem halbkreisförmigen Bassin, das der Gedächtniskirche zugewandt ist. Zum Europa-Center hin begrenzt eine gebogene Wassertreppe das Becken, während an der gegenüber liegenden Seite das Wasser über dreistufige Kaskaden herabfließt. Das sowohl lebhafte als auch leise plätschernde Wasserspiel wird durch vielseitige Figurenschmuck bereichert, der sowohl in humorvoller als auch in besinnlicher Weise die Paradiesthematik, Figuren der Eitelkeit, „Harry der Schweizer“, ein Liebespaar oder „kleine böse Tiere“ darstellt. Im November 2013 sprachen sich anliegende Geschäftsinhaber und Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte dafür aus, über eine Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Europa-Center nachzudenken. In diesem Zusammenhang wurde auch über einen möglichen Abriss des Brunnens diskutiert.„Wasserklops“. BA Charlottenburg-Wilmersdorf Weltkugelbrunnen.Der Betrieb des Brunnens für fünf Sommermonate im Jahr kostet den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf rund 75.000 Euro. Da sich der Bezirk nicht in der Lage sieht, diese Kosten zu tragen, ist der Brunnen auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen. So finanzierte von 1996 bis 2001 die Arbeitsgemeinschaft City den Brunnen, im Jahr 2004 spendete der Betreiber des angrenzenden Europa-Centers 45.000 Euro. Cb Brunnenanlage Ernst-Reuter-Platz Ernst-Reuter-Platz , Bernhard Hermkes 140x140px|rechts 140x140px|rechts Mit der Namensgebung des Platzes ließ das Bezirksamt in dessen Zentrum einen Springbrunnen installieren, der bereits in den Architekturentwürfen von Bernhard Hermkes enthalten war. Detailplanungen führte Werner Düttmann aus. Die Anlage besitzt zwei rechteckige Betonbecken, das westlich auf dem Platz gelegene ist mit 19 m Seitenlänge fast quadratisch, das östliche ist 30 m breit und 40 Meter lang.Brunnen auf dem Ernst-Reuter-Platz auf stadtentwicklung.berlin.de; abgerufen am 24. Juli 2014.In jedem Becken sprudeln mehr als 20 Wasserfontänen von ein bis zwei Meter Höhe. Sie kommen aus rotierenden Metallplatten, sodass die Wasserstrahlen sich tänzelnd umeinander drehen. Im größeren Becken steigt aus fünf Einzeldüsen das Wasser einer Fontänengruppe bis zu acht Meter hoch. Anfang der 1990er Jahre stellte das Bezirksamt das Wasser der Brunnen ab. Die Becken waren unsauber, die Teile der Pumpenanlage marode. Die gesamte Grünfläche wurde nicht mehr gepflegt – „kein Geld in der Kasse“ lautete die lapidare Begründung. Die Inhaberin einer Pension an der Bleibtreustraße, die „Brunnenfee“ Isolde Josipovici, wollte diesen Zustand nicht hinnehmen und schaffte es, Edzard Reuter zu kontaktieren. Reuter erreichte über die Drohung, die Namensrechte zu entziehen, beim seinerzeitigen Regierenden Bürgermeister von Berlin Eberhard Diepgen, dass der damalige Bezirk Charlottenburg das Geld zur Sanierung der gesamten Platzanlage einschließlich des Brunnensystems erhielt. An den Sanierungskosten beteiligten sich zusätzlich die Berliner Wasserbetriebe. Josipovici erreichte außerdem, dass die Wall AG seitdem die Betriebskosten der Fontänen übernimmt (Stand: 2014). Cb Kaskade am KapHag-Hochhaus Fasanenstraße 81 unbekannt 140x140px|rechts Der ca. 15 m breite Wasserfall verläuft an der Fasanenstraße neben dem KapHag-Hochhaus vom Straßenniveau ca. 4 m tief bis vor die Fenster des Nobel-Clubs Cascade, der 2006 eröffnet wurde und davon seinen Namen ableitet. Von der Bar aus blickt man durch die verglaste Front auf den Wasserfall. Seit September 2013 befindet sich in diesen Räumlichkeiten der Club The Pearl. Cb Brunnen im Garten des Literaturhauses Berlin Fasanenstraße 23 140x140px|rechts Der als Gartendenkmal ausgewiesene Garten der Villa Grisebach ist Teil des um 1890 entstandenen Wintergartenensembles. Der Brunnen besteht aus einem Becken mit ca. 3 m Durchmesser, in dem sich eine fünfblättrige Pflanzenskulptur öffnet und eine kleine Fontäne sprudelt. Garten und Gebäude wurden in den 1980er Jahren unter der Leitung des Berliner Architekten Uli Böhme wiederhergestellt bzw. restauriert und 1986 mit neuer Nutzung eröffnet. Cb Brunnen Deutsche Oper Götz-Friedrich-Platz neben der Deutschen Oper Entwurf Lützow 7 – Garten- und Landschaftsarchitekten C. Müller – J. Wehberg 140x140px|rechts140x140px|rechts Nachdem der Platz neben der Deutschen Oper über die Jahre ein vernach;lässigtes Erscheinungsbild bot, fand 2007 ein Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes statt, den die Landschaftsarchitekten Lützow 7 – Garten- und Landschaftsarchitekten C. Müller – J. Wehberg für sich entscheiden konnten, die in der Hauptstadt u. a. den Platz vor dem Reichstag und den Platz der Republik gestaltet haben. Gefordert war bei der Neugestaltung auch der Erhalt der drei historischen Platanen, die noch aus dem historischen Operngarten von 1914 stammen.Zwei unterschiedlich große Rechtecke wurden mit geschliffenem, anthrazitfarbenem Terrazzo-Asphalt bedeckt, der geschickt die Farbtöne des Gebäudes aufnimmt. Eine hellgrüne „Intarsie“ in der größeren Asphaltfläche vermittelt farblich zwischen der Fassade und den grünen Bäumen. Auf der kleineren Fläche stehen die Tische der Gastronomie; in die größere ist ein – abends illuminiertes – Wasserspiel integriert. Bis zu 2 m hohe Fontänen wechseln sich mit einem ruhigen, 5 mm hohen Wasserspiegel ab, in dem sich vor allem nachts die Lichter der Fassaden spiegeln. Das Wasserspiel läuft von 11 bis 23 Uhr und wird elektronisch geregelt, das Wasser durch ein Pumpensystem geleitet. Auch die alten Betonplatten wurden verlesen und wieder eingearbeitet: als Bodenbelag unter den Arkaden des Gebäudes und als schmaler Weg, der die beiden Plateaus wie auch die Gussasphaltflächen teilt. Cb Entenbrunnen Hardenbergstraße 6, vor dem Renaissance-Theater 140x140px|rechts Inmitten eines rechteckigen, abgerundeten Beckens auf einem zweifach gestuften Sockel erhebt sich ein Pilz, aus dessen Mitte Wasser nach oben austritt und rundherum seitlich über den Rand tröpfelt. Auf dem Beckenrand wurden zwei sich gegenüber sitzende Dreiergruppen Enten des Tierbildhauers August Gaul symmetrisch angeordnet. Der Entenbrunnen war ein Geschenk des ehrenamtlichen Charlottenburger Stadtrats Max Cassirer, einem Onkel von August Gauls Galeristen Paul Cassirer, und wurde wegen seiner Beliebtheit auch „Streichelbrunnen“ genannt. Cb Prometheus-Wandbrunnen Hardenbergstraße 33, an der Universität der Künste 140x140px|rechts Der Brunnen ist Teil der Fassade am westlichen Flüges des Gebäudes. Auf einem ca. 1,50 m hohem Sockel steht eine 3,5 m hohe Figurengruppe aus Sandstein, bestehend aus dem an den Fels geschmiedeten Prometheus mit einem links neben ihm sitzenden Adler. Rechts von ihm befinden sich zwei unbekleidete Frauen, die eine, kniend, versucht Prometheus zu befreien, die andere hat den Kopf in Trauer auf ihre Hand gestützt. Ist der Brunnen in Betrieb, tritt unterhalb des Prometheus Wasser aus dem Fels und fällt in ein vorgelagertes Brunnenbecken (5 m × 2 m). Der Brunnen wurde 1987 restauriert. Cb Wassertisch Herbert-Lewin-Platz unbekannt 140x140px|rechts Der 12 Meter lange Brunnen aus Messing wurde im Rahmen der Anlage des Herbert-Lewin-Platzes 2004/2005 auf dem Platz installiert. Der Brunnen hebt sich nur leicht aus der Platzfläche heraus. Der dünne Wasserfilm auf der Messingoberfläche erzeugt Spiegelungen der umliegenden Fassaden und lädt zur Berührung ein. Cb St.-Georg-Brunnen Hindemithplatz Wilhelm Walther 140x140px|rechts Den wuchtigen St.-Georg-Brunnen oder Bayernhof-Brunnen schuf der Architekt Wilhelm Walther für das ehemalige Vergnügungsetablissement Bayernhof am Potsdamer Platz. Der Architekt errichtete den Brunnen 1903/1904 im Innenhof des „Bayernhofs“. Beim Abriss der Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes wurde der Brunnen 1975 zerlegt und 1980 auf dem – zu dieser Zeit noch namenlosen – Hindemithplatz wiederaufgebaut. Der Platz wurde am 19. Oktober 1995 nach Paul Hindemith benannt. Eine Bronzetafel am Brunnen enthält folgende Inschrift: ST. GEORG BRUNNEN / 1904–1975 / IM “BAYERNHOF” POTSDAMER STRASSE / ENTWURF ARCHITEKT WILHELM WALTHER / WIEDERERRICHTET 1980 Cb Brunnenstelen Kläre-Bloch-Platz 140x140px|rechts