Der Landkreis Vulkaneifel (bis zum 31. Dezember 2006 Landkreis Daun) ist eine Gebietskörperschaft im Nordwesten von Rheinland-Pfalz. Er liegt in der Eifel und ist der nach der Einwohnerzahl kleinste Landkreis in Rheinland-Pfalz sowie der fünftkleinste in Deutschland. Kreisstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Daun.
Geographie Lage Der Landkreis Vulkaneifel liegt im westlichen Teil der gleichnamigen Region mit Höhenlagen zwischen 150 und 700 m. Bedingt durch den früheren Vulkanismus sind zahlreiche Mineralquellen (Sauerbrunnen) entstanden. Die Kyll durchfließt das Kreisgebiet in Nord-Süd-Richtung. Ferner durchziehen das Kreisgebiet die Deutsche Wildstraße, die Deutsche Vulkanstraße sowie der Eifelsteig.
Nachbarkreise Der Landkreis Vulkaneifel grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Euskirchen (in Nordrhein-Westfalen) und an die Landkreise Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich und Eifelkreis Bitburg-Prüm. Bei der Ortsgemeinde Ormont reicht das Kreisgebiet bis auf etwa 250 Meter an Belgien heran, hat mit diesem jedoch wegen eines Landzipfels von Nordrhein-Westfalen keine gemeinsame Grenze.
Geschichte Das Kreisgebiet von Daun war vor 1800 überwiegend Teil des Kurfürstentums Trier. 1815 kam es unter preußische Verwaltung und 1816 entstand im Regierungsbezirk Trier der Kreis Daun. Bei der Kommunalreform wurde er am 7. November 1970 um die Gemeinden Arbach, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Brück, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Horperath, Kaperich, Kelberg, Kirsbach, Kolverath, Kötterichen, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß und Welcherath des aufgelösten Landkreises Mayen die Gemeinden Birresborn, Densborn, Duppach, Hallschlag, Kerschenbach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln des aufgelösten Landkreises Prüm sowie die Gemeinde Nohn des Landkreises Ahrweiler vergrößert. Am 1. Januar 2007 trat die Umbenennung in Landkreis Vulkaneifel in Kraft.
Der Landkreis gehörte seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT). Vom Hochwasser im Sommer 2021 war der Landkreis erheblich betroffen.
Einwohnerstatistik hochkant=1.3|mini|Bevölkerungspyramide für den Landkreis Vulkaneifel (Datenquelle: Zensus 2011)Datenbank Zensus 2011, Landkreis Vulkaneifel
Jahr Einwohner Quelle 1816 17.960 1847 23.750 1871 26.692 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1885 27.424 1900 28.803 1910 32.881 1925 34.034 1939 35.802 1950 37.747 1960 39.100 1970 57.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 55.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 58.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992 2000 64.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 2010 61.267 2020 60.777 Landkreis Vulkaneifel, abgerufen am 12. März 2021
Konfessionsstatistik Es gibt immer mehr Kirchenaustritte im stark traditionell und katholisch geprägten Kreis Vulkaneifel. Seit Jahren verstärkt sich der Trend aus der Kirche auszutreten. Dennoch bilden Katholiken im Landkreis Vulkaneifel immer noch eine absolute Mehrheit. Laut Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022: 62,9 % der Einwohner römisch-katholisch, 9,6 % evangelisch und 27,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2022 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Mai 2025 hatten 55,8 % der Einwohner die katholische Konfession und 8,6 % die evangelische. 34,4 % gehörten entweder einen anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Landkreis Vulkaneifel Gemeindestatistik, abgerufen am 19. Juni 2026
Politik Kreistag Der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel besteht aus 38 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und der Landrätin als Vorsitzender. Nach der letzten Kreistagswahl am 9. Juni 2024 ergibt sich folgende Sitzverteilung:Wahlband Kommunalwahlen 2019 - Kreise und Bezirkstag (wahlen.rlp.de)
Jahr SPD CDU GRÜNE AfD FDP FW LINKE ÖDP UWG BUV Gesamt 2024 7 15 2 5 2 6 – 1 – – 38 Sitze 2019 7 16 5 1 3 4 1 – 1 – 38 Sitze 2014 9 17 2 – 2 5 1 – – 2 38 Sitze 2009 8 14 1 – 4 5 1 – – 5 38 Sitze 2004 7 21 2 – 2 6 – – – – 38 Sitze 1999 11 21 0 – 2 4 – – – – 38 Sitze
Landräte Julia Gieseking (SPD) wurde am 1. April 2021 Landrätin der Vulkaneifel. Bei der Direktwahl am 29. November 2020 hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 66,4 % gegen ihren Vorgänger Heinz-Peter Thiel durchgesetzt.
Die bisherigen Landräte des Kreises:
Landtag und Bundestag Der Landtagswahlkreis 20 – Vulkaneifel ist deckungsgleich mit dem Landkreis. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2021 wurde Gordon Schnieder (CDU) erneut direkt gewählt. Astrid Schmitt (SPD) und Marco Weber (FDP) wurden über die Landesliste ebenfalls wieder in den Landtag Rheinland-Pfalz gewählt. Der Landkreis Vulkaneifel ist Teil des Bundestagswahlkreises 202 – Bitburg. Erneut direkt gewählt wurde bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2021 Patrick Schnieder (CDU) aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Lena Werner (SPD) aus Wittlich wurde über die Landesliste in den Bundestag gewählt.
Umbenennung Am 1. Januar 2007 wurde der ehemalige Landkreis Daun auf Initiative des damaligen Landrates Heinz Onnertz in Landkreis Vulkaneifel umbenannt. Bereits einige Jahre zuvor hatte es Bestrebungen gegeben, den Namen zu ändern. Seinerzeit war die Initiative von der CDU-Fraktion im Kreistag Daun ausgegangen. Dies war damals allerdings, auch auf Drängen der Bevölkerung, verworfen und auch von den anderen Parteien im Kreistag nicht unterstützt worden.
Wappen und Flagge Der Landkreis Vulkaneifel führt ein Wappen, aber keine Flaggen (Auskunft Kreisverwaltung).
Wirtschaft und Verkehr Verkehr Der Landkreis Vulkaneifel wird in Nord-Süd-Richtung von der 1870/71 durch die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft eröffneten Eifelstrecke Köln–Trier durchzogen. An ihr befindet sich der Knotenpunkt Gerolstein, den die Preußische Staatsbahn zum Ausgangspunkt für die 1883 bzw. 1895 in Betrieb genommenen Nebenbahnen nach Prüm und nach Daun–Mayen genommen hat. Von der zuletzt genannten Bahn gab es in Daun ab 1909/10 eine Querverbindung zur Moselhauptstrecke in Wengerohr (heute Wittlich Hbf).
Im Jahre 1912 kamen aus militärischen Gründen noch folgende Strecken hinzu, die von der Hauptbahn durch die Eifel abzweigten:
Jünkerath – Stadtkyll – Hallschlag – Losheim Lissendorf – Hillesheim – Dümpelfeld (Gerolstein –) Pelm – Hillesheim
Damit hatte das Netz einen Umfang von 179 km Länge erreicht. Davon sind nur 37 km für den regulären Personenverkehr übrig geblieben, nachdem in den Nachkriegsjahren Teilstrecken im Umfang von 104 km stillgelegt worden waren:
1945: Hillesheim – Pelm 10 km 1963: Jünkerath – Stadtkyll (– Losheim) 10 km 1973: (Dümpelfeld –) Hillesheim – Lissendorf 24 km 1980: Gerolstein – Müllenborn (– Prüm) 8 km 1981: (Wittlich – Gillenfeld – Daun) 14 km 1991: Gerolstein – Daun – Utzerath – (Ulmen –) Uersfeld (– Kaisersesch) 38 km
Diese Eifelquerbahn wurde von 2001 bis 2012 nach zehnjähriger Unterbrechung von der Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft an Wochenenden sowie in den Sommerferien auch Wochentags wieder befahren.
Das östliche Kreisgebiet wird von den Bundesautobahnen A 1 (Trier–Köln) und A 48 (Trier–Koblenz) berührt. Ferner durchziehen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 257, B 410 und B 421.
Gemeinden (Einwohner am )
Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden: (Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)
Die folgenden Gemeinden des Landkreises wurden eingemeindet:
Siehe auch Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz Liste der Kommunen im Landkreis Vulkaneifel Gemeinden und Gemeindeteile: Liste der Orte im Landkreis Vulkaneifel
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Daun bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DAU zugewiesen. Es wird im Landkreis Vulkaneifel durchgängig bis heute ausgegeben.
Sonstiges Im nordwestlichen Teil des Kreisgebietes befinden sich Reste des ehemaligen Westwalles.
Weblinks Offizielle Website des Landkreises Vulkaneifel Statistische Daten des Landkreises Vulkaneifel beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz
Einzelnachweise
Vulkaneifel