mini|hochkant=1.2|Statue am Eingang der Kreisverwaltung in Trier Der Landkreis Trier-Saarburg ist eine Gebietskörperschaft im Westen von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist die kreisfreie Stadt Trier, die vom Landkreis Trier-Saarburg vollständig umgeben ist. Bevölkerungsreichste Kommunen sind die Städte Konz, Schweich, Saarburg und Hermeskeil. Der Landkreis Trier-Saarburg grenzt im Süden an das Saarland und im Westen an das Großherzogtum Luxemburg.

Geographie Lage Der Landkreis Trier-Saarburg erstreckt sich vom Bitburger Land über die Mosel bis in den westlichen Hunsrück hinein. Im Westen bilden die Sauer und die Obermosel die Grenze zu Luxemburg. Größere Flüsse im Kreisgebiet sind neben der Mosel die Saar und die Ruwer. Hier liegt ein bedeutendes deutsches Weinanbaugebiet (Mosel-Saar-Ruwer). Der längste Fluss der Eifel, die Kyll, fließt durch das nördliche Kreisgebiet. Der höchste Berg im Landkreis ist der Sandkopf () im Schwarzwälder Hochwald.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Eifelkreis Bitburg-Prüm und an die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld (alle in Rheinland-Pfalz) sowie an die Landkreise St. Wendel und Merzig-Wadern (beide im Saarland). Im Westen grenzt er an die luxemburgischen Kantone Remich, Grevenmacher und Echternach.

Raumplanung Nach dem Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz (LEP IV) haben im Kreisgebiet die Städte Konz, Saarburg und Hermeskeil die Funktion eines Mittelzentrums. Im regionalen Raumordnungsplan der Region Trier sind die Stadt Schweich als Unterzentrum und die Gemeinden Kell am See, Waldrach, Wincheringen und Zerf als Kleinzentrum ausgewiesen.Planungsgemeinschaft Region Trier (Hrsg.) (1995): Regionaler Raumordnungsplan Trier, S. 108 f. (online (PDF))

Geschichte Das heutige Kreisgebiet gehörte bis 1794 überwiegend zum Kurfürstentum Trier und zum Herzogtum Luxemburg. Von 1798 bis 1814 stand die Region unter französischer Verwaltung und war dem Saardepartement zugeordnet, von 1801 an war sie französisches Staatsgebiet. Nach dem Wiener Kongress (1815) kam das Gebiet an Preußen. Diese bildeten 1816 im Regierungsbezirk Trier die beiden Kreise Trier und Saarburg unter Ausschluss der Stadt Trier, innerhalb der Provinz Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz).

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren seit Juli 1945 beide Kreise Teil der französischen Besatzungszone. Von der französischen Militärregierung wurde am 18. Juli 1946 der gesamte Landkreis Saarburg mit insgesamt 70 Gemeinden sowie vom Landkreis Trier 11 Gemeinden dem Saargebiet zugeordnet, das seit Februar 1946 nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung teilweise zurückgenommen, der Landkreis Saarburg kam somit zum neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz, zu dem der Landkreis Trier schon seit 1946 gehörte. (Siehe auch: Liste der 1946 vom Anschluss an das Saarland betroffenen Gemeinden)

Der Landkreis Trier-Saarburg entstand im Rahmen der Kreisreform in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 1969 aus dem Zusammenschluss des Landkreises Saarburg mit dem größten Teil des Landkreises Trier, aus dem die Ortsgemeinden Ehrang-Pfalzel, Eitelsbach, Filsch, Irsch, Kernscheid, Ruwer, Tarforst und Zewen-Oberkirch in die Stadt Trier eingegliedert wurden, die Ortsgemeinden Minden und Menningen in den Landkreis Bitburg wechselten und die Ortsgemeinde Börfink-Muhl in den Landkreis Birkenfeld wechselte.

In der zweiten Phase der Kreisreform gab der Landkreis Trier-Saarburg am 7. November 1970 die Ortsgemeinden Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim an den Landkreis Bernkastel-Wittlich sowie die Ortsgemeinden Eisenach, Gilzem und Orenhofen an den Landkreis Bitburg-Prüm ab. Muhl wurde von Börfink umgemeindet nach Neuhütten. Am 1. Januar 2012 wechselte die Ortsgemeinde Trittenheim aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich zurück in den Landkreis Trier-Saarburg.

Der Landkreis gehörte seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT), in der regionale öffentliche Institutionen, Verwaltungen, Hochschulen, Unternehmen, Banken und engagierte Einzelpersonen mit dem Ziel, die Zukunft der Region als wirtschaftlich attraktiven, kulturell bedeutsamen und ökologisch intakten Raum mit hohem Lebens- und Freizeitwert zu sichern, partnerschaftlich zusammenarbeiteten.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl, bezogen auf das heutige Gebiet des Landkreises Trier-Saarburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Jahr Einwohner 1815 44.374 1835 63.825 1871 70.398 1905 83.522 1939 104.229 1950 101.782 1961 110.672 Jahr Einwohner 1970 119.832 1987 126.502 1997 136.596 2005 141.043 2015 147.999 2020 150.533 2023 153.814mini|hochkant=1.2|Bevölkerungspyramide gemäß Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Landkreis Trier-Saarburg

Konfessionsstatistik Laut Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022: 66,1 % der Einwohnern römisch-katholisch, 7,6 % evangelisch und 26,3 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2022 Die Zahl der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken, während die Zahl der Einwohner mit sonstiger Konfession oder ohne Konfession jährlich um fast 2 Prozentpunkten zunimmt. Derzeit (Stand Mai 2026) sind 59,3 % der Einwohner katholisch, 6,9 % evangelisch und 33,4 % gehören entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder sind konfessionslos.Gemeindestatistik Landkreis Trier-Saarburg, abgerufen am 19. Juni 2026.

Politik Kreistag Der Kreistag des Landkreises Trier-Saarburg besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 9. Juni 2024 ergibt sich folgende Sitzverteilung:Wahlband Kommunalwahlen 2019 (wahlen.rlp.de) Jahr SPD CDU GRÜNE AfD FDP FW LINKE PIRATEN FWG BfB Sonst. Sitze Wahlbeteiligung 2024 10 18 5 4 2 4 1 – 5 1 – 50 66,8 % 2019 10 17 8 3 2 – 2 – 7 1 – 50 66,5 % 2014 11 20 4 1 1 – 1 1 7 0 – 46 59,9 % 2009 12 19 4 – 3 – – – 7 1 0 46 61,2 % 2004 12 22 3 – 2 – – – 7 46 63,8 % 1999 17 23 2 – 0 – – – 4 46 70,0 %

Landrat mini|hochkant=0.8|Stefan Metzdorf (2023), Landrat des Landkreises Trier-Saarburg Stefan Metzdorf (SPD) wurde am 1. Januar 2022 Landrat des Landkreises Trier-Saarburg. Bei der Stichwahl am 10. Oktober 2021 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 68,27 % gegen den bisherigen Amtsinhaber durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 26. September 2021 keiner der ursprünglich fünf Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreichte.Landratswahl 2021 Die reguläre Amtszeit beträgt acht Jahre.

Die bisherigen Landräte: 1969–1983: Dieter Braun-Friderici 1983–2005: Richard Groß (CDU) 2006–2021: Günther Schartz (CDU) seit 2022: Stefan Metzdorf (SPD)

Wappen und Flagge

Der Landkreis Trier-Saarburg führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Kreispartnerschaften Der Landkreis Trier-Saarburg unterhält drei Partnerschaften:

20px Landkreis Puck (Polen), seit 2001 20px Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen), seit 1990 20px Kibuye (Ruanda), seit 2002

Infrastruktur Straße Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahn 1 (Saarbrücken–Trier–Köln), die Bundesautobahn 64 (Trier–Luxemburg), die Bundesautobahn 64a (Ehrang–Kenn) und die Bundesautobahn 602 (Verteilerkreis Trier–Autobahndreieck Moseltal). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die Bundesstraßen im Landkreis sind die B 49, B 51, B 52, B 53, B 268, B 407, B 418, B 419 und die B 422.

Schiene Bahnverbindungen im Landkreis sind die Moselstrecke Koblenz–Trier, die Saarstrecke als deren Verlängerung entlang der Saar über Konz und Saarburg nach Saarbrücken, die Eifelstrecke in Richtung Köln und die Bahnstrecke Thionville–Trier, die auf deutscher Seite als Obermoselbahn von Perl bis Trier im Schienenpersonennahverkehr bedient wird. Die Mosel-Syretal-Strecke führt über den Grenzbahnhof Igel (Mosel) nach Luxemburg.

Größere Bahnhöfe des Regionalverkehrs befinden sich in Konz, Schweich und Saarburg.

Die Ruwertalbahn/Hochwaldbahn vom Trierer Stadtbezirk Ruwer-Eitelsbach über Waldrach und Zerf nach Hermeskeil wurde aufgegeben und zum Ruwer-Hochwald-Radweg umgebaut. Die stillgelegte Hunsrückquerbahn führte von Hermeskeil über Thalfang und Morbach nach Büchenbeuren und Langenlonsheim.

Naturschutzgebiete Im Landkreis Trier-Saarburg befinden sich 22 Naturschutzgebiete, zwei davon liegen teilweise auch auf dem Gebiet der Stadt Trier. Schützenswerte Biotope sind hierbei Orchideenbiotope, zum Teil von europäischem Rang, Feuchtbiotope, Flussauen, Kalkmagerrasen, Hangmoore, naturnahe Bachtäler, Felsbiotope etc.

Auswahl

Burgen und Schlösser Der Landkreis weist eine Reihe von Burgen und Schlössern auf:

Kultur Museen Das Freilichtmuseum Roscheider Hof liegt in Konz direkt an der Gemarkungsgrenze zu Trier und wurde 1973 u. a. vom Landkreis Trier-Saarburg und den Städten Trier und Konz gegründet. In Hermeskeil gibt es mit der Flugausstellung Peter Junior, dem Rheinland-Pfälzischen Feuerwehrmuseum, dem Dampflok-Museum und dem Hochwaldmuseum vier Museen von überörtlicher Bedeutung. Siehe dazu auch die Kategorie: Museum im Landkreis Trier-Saarburg.

Medizinische Versorgung Der Landkreis ist Träger des Kreiskrankenhauses St. Franziskus Saarburg GmbH. Ein weiteres Krankenhaus im Kreisgebiet ist die Regioklinik St. Josef der Marienhaus Kliniken GmbH in Hermeskeil.

Gemeinden (Einwohner am )

Verbandsangehörige Gemeinden, gegliedert nach der verwaltungsmäßigen Zuordnung zu den Verbandsgemeinden:

(Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde *)

Ehemalige Gemeinden Die folgenden Gemeinden verloren seit der Kreisgründung im Jahre 1969 ihre Eigenständigkeit:

Siehe auch Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz Liste der Kommunen im Landkreis Trier-Saarburg Gemeinden und Gemeindeteile: Liste der Orte im Landkreis Trier-Saarburg

Kfz-Kennzeichen Am 7. Juni 1969 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Trier gültige Unterscheidungszeichen TR zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 19. November 2012 ist aufgrund der Kennzeichenliberalisierung auch das Unterscheidungszeichen SAB des ehemaligen Landkreises Saarburg wieder erhältlich.

Literatur

Siehe auch Liste von Bergwerken im Landkreis Trier-Saarburg

Weblinks

Website des Landkreises Trier-Saarburg Statistische Daten des Landkreises Trier-Saarburg beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz

Einzelnachweise

TrierSaarburg