Philip J. Tannura, auch kurz Phil Tannura, (* 28. März 1897 in New York City, Vereinigte Staaten; † 7. Dezember 1973 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Kinderdarsteller und Kameramann mit einigen Abstechern zur Film- und Fernsehregie.

Leben und Wirken Tannura hatte bereits seit 1909 als Kinderdarsteller auf New Yorker Bühnen gestanden, ab 1911 sind auch Filmauftritte nachzuweisen. Seine ersten Schritte hinter der Kamera unternahm der gebürtige New Yorker als Standfotograf, anschließend (1917) wurde er als Kameramann für kurze Produktionen der Thomas A. Edison Inc. eingestellt. Im Ersten Weltkrieg zog man Tannura zum United States Army Signal Corps ein. Es folgten Verpflichtungen bei mehreren Produktionsfirmen, zunächst an der Ostküste, später auch in Hollywood. Verpflichtungen führten ihn bis zum Zweiten Weltkrieg nach Frankreich und vor allem nach England.

Seit Mitte der 1920er Jahre fotografierte Phil Tannura regelmäßig abendfüllende Kinofilme – nahezu durchgehend leichtgewichtige Unterhaltung ohne jeglichen künstlerischen oder filmhistorischen Wert. Lediglich seine Abstecher nach London in den 1930er Jahren, wo er mit kontinentaleuropäischen Künstlern wie Leontine Sagan (Men of Tomorrow), René Clair (Gewagtes Spiel) und Paul Czinner (Träumende Augen) arbeiten durfte, brachten anspruchsvollere Aufgaben. Kurz nach Kriegsausbruch 1939 wieder zurück in den Staaten, wurde Tannura erneut nahezu ausschließlich mit B-Filmmassenware bedacht; mitunter stand er bei weit über einem Dutzend dieser Filmchen hinter der Kamera. Lediglich der Rita-Hayworth-Film Reich wirst du nie (1941) besaß überdurchschnittliches Niveau.

Mit Beginn der 1950er Jahre verlagerte Philip Tannura sein Betätigungsfeld in Richtung Fernsehen. Hier betreute er kameratechnisch durchgehend Serienprodukte; zuletzt fotografierte er auch die in Deutschland populäre Familienunterhaltung Lieber Onkel Bill. Anschließend zog sich Phil Tannura im Alter von 70 Jahren aufs Altenteil zurück. Sporadisch, vor allem 1929/30, führte Tannura auch Regie bei (Kurzton-)Filmen.

Filmografie (Auswahl) als Schauspieler (Kurzfilme): 1911: Bob and Rowdy 1912: The Stolen Nickel 1912: Rowdy and his New Pal 1913: Tea and Toast 1913: Starved Out 1913: Boy Wanted

als Kameramann (bis 1951 Kino, anschließend TV-Serien; kleine Auswahl): 1917: The Little Chevalier 1918: The Unbeliever 1924: Cyclone Buddy 1926: Sweet Adeline 1927: When a Dog Loves 1927: Jake the Plumber 1928: Her Summer Hero 1928: The Matinee Idol 1928: Taxi 13 1928: The Circus Kid 1929: Mother’s Boy 1929: Lucky in Love 1931: Die Nacht der Entscheidung 1931: Generalen 1932: Service for Ladies 1932: Ebb Tide 1932: Men of Tomorrow 1933: Channel Crossing 1934: Lady in Danger 1934: Dirty Work 1934: Wild Boy 1935: Fighting Stock 1935: Stormy Weather 1935: Moscow Nights 1935: Charing Cross Road 1936: Wolf’s Clothing 1936: Southern Roses 1936: Dishonour Bright 1937: For Valour 1937: Make-Up 1937: …heute Abend – Hotel Ritz (Dinner at the Ritz) 1938: Gewagtes Spiel (Break the News) 1939: Träumende Augen (Stolen Life) 1939: Hell’s Cargo 1939: Poison Pen 1940: Dreaming Out Loud 1941: Reich wirst du nie (You’ll Never Get Rich) 1941: The Return of Daniel Boone 1941: Tillie the Toiler 1942: Counter-Espionage 1942: Two Yanks in Trinidad 1942: Hello, Annapolis 1942: Parachute Nurse 1942: Lucky Legs 1943: Good Luck, Mr. Yates 1943: Redhead From Manhattan 1943: Footlight Glamour 1944: The Town Went Wild 1944: Knickerbocker Holiday 1945: Stimme aus dem Jenseits (Strange Illusion) 1945: Prison Ship 1946: Night Editor 1946: Mysterious Intruder 1946: Just Before Dawn 1946: The Return of Rusty 1946: Blondie Knows Best 1947: Key Witness 1947: The Millerson Case 1948: The Babe Ruth Story 1948: Die Rückkehr des Whistler (The Return of the Whistler) 1949: Shamrock Hill 1949: Bodyhold 1950: The Flying Saucer 1950: Customs Agent 1950: Gangster von Chicago (Hi-Jacked) 1951: Flame of Stamboul 1951: China Corsair (letzter Kinofilm) 1950–56: The George Burns and Gracie Allen Show (erste TV-Serienarbeit) 1952: Chevron Theatre 1953–61: The Jack Benny Program 1961–62: Shannon klärt auf (Shannon) 1966–67: Lieber Onkel Bill (Family Affair)

als Regisseur (komplett): 1929: Wednesday Night at the Ritz (Kurzfilm) 1929: Fancy That (Kurzfilm) 1929: Haunted; or, Who Killed the Cat? (Kurzfilm) 1930: His Birthday Suit (Kurzfilm) 1930: Crosby’s Corners (Kurzfilm) 1930: Rubeville Night Club (Kurzfilm) 1947: Glamour Town (Dokumentarkurzfilm) 1962: Saints and Sinners (eine Folge der TV-Serie Shannon klärt auf)

Literatur International Motion Picture Almanac 1965, Quigley Publishing Company, New York 1964, S. 285

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