Aniba rosaeodora oder Rosenholzbaum, auch wie manche andere Arten Rosenholz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Aniba innerhalb der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutzabkommen.

Aniba rosaeodora und Aniba parviflora u. a. wie Aniba terminalis und Aniba panurensis, liefern Rosenholzöl und werden oft verwechselt. Aniba rosaeodora, der „echte Rosenholzbaum“, liefert allerdings das qualitativ bessere Öl.Victor R. Preedy: Essential Oils in Food Preservation, Flavor and Safety. Academic Press, 2016, ISBN 978-0-12-416641-7, S. 193–200.Aniba bei Useful Tropical Plants.

In Brasilien wird Aniba rosaeodora auch als „Pau-rosa“ bezeichnet, allerdings wird diese Bezeichnung auch für einige andere Arten mit rotem Holz verwendet.

Beschreibung Alle Pflanzenteile riechen aromatisch.

Vegetative Merkmale Aniba rosaeodora wächst als immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern. Der Stammdurchmesser beträgt normalerweise bis zu 70 Zentimeter, er kann aber einiges größer sein. Die gelblich-braune oder rötliche Borke ist dünn und schuppig.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz und dicklich, bis zu 1,5 Zentimeter lang und rinnenförmig. Die leicht ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 7–20 Zentimetern sowie einer Breite von 3–6 Zentimetern elliptisch, lanzettlich bis verkehrt-eiförmig, –eilanzettlich mit bespitztem oder spitzem bis zugespitztem oberen Ende. Die Blattoberseite glänzend sowie kahl und die -unterseite ist fahl-grün und leicht papillös sowie schwach behaart. Die ganzen Blattränder sind leicht nach unten umgebogen.

Generative Merkmale Die Blütenstandsschäfte sind relativ dick. In end- oder achselständige, rispigen Blütenständen befinden sich viele kurz gestielte Blüten. Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind behaart und orange-gelb. In zwei Kreisen sind jeweils drei abfallende Tepalen angeordnet.James W. Byng: The Flowering Plants Handbook. Plant Gateway, 2014, ISBN 978-0-9929993-0-8, S. 36.K. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Volume II, Springer, 1993, ISBN 3-540-55509-9, S. 383 f. Die Staubblätter und Staminodien sind in vier Kreisen angeordnet, oft fehlt der vierte Kreis.

Die bei einer Größe von 2,5–3,5 Zentimetern ellipsoiden, bei Reife purpurfarbenen und kahlen Steinfrüchte oder Beeren sitzen in einem holzigen, napfförmigen Fruchtbecher und enthalten nur einen Samen.R. P. Santos, W. R. Spironello, Paulo de Tarso Barbosa Sampaio: Genetic diversity in rosewood saplings (Aniba rosaeodora ducke, Lauraceae): Genetic diversity in rosewood saplings (Aniba rosaeodora ducke, Lauraceae): An ecological approach. In: Acta Amazonica. Volume 38, No. 4, 2008, doi:10.1590/S0044-59672008000400014.

Taxonomie Die Erstbeschreibung erfolgte durch Adolpho Ducke als Aniba rosaeodora in Rev. Bot. Appliq. 8 (1928) 845, publiziert in Arch. Jard. Bot. Rio de Janeiro 5 (1930) 109, t. 4, f. 5. Synonyme sind Aniba duckei und Aniba rosaeodora var. amazonica .Aniba rosaeodora Ducke in the Plant List.

Verbreitung Aniba rosaeodora kommt in den nördlich tropischen Regenwaldgebieten Südamerikas vor.

Inhaltsstoffe, Nutzung und Gefährdung mini|Holz von Aniba rosaeodora Das Holz (Rosenholz, Pau Rosa, Bois de rose „femelle“) wird für die Herstellung von Essstäbchen und Möbeln verarbeitet. Das aus seinem rötlichen Holz gewonnene, seltene ätherische Öl (Rosenholzöl) enthält hauptsächlich Linalool. Lucia de Fatima S. Sampaio, J. G. Maia et al.: Linalool from rosewood (Aniba rosaeodora Ducke) oil inhibits adenylate cyclase in the retina, contributing to understanding its biological activity. In: Phytotherapy Research. Volume 26, Issue 1, 2012, S. 73–77, doi:10.1002/ptr.3518.George A. Burdock: Encyclopedia of Food and Color Additives. Band 1: A–E, CRC Press, 1997, ISBN 0-8493-9412-0, S. 287 f. Es wird als Duftöl in Parfüms und in der Kosmetik verwendet. In Kosmetikprodukten wird es in der Liste der Inhaltsstoffe als aufgeführt.

Aniba rosaeodora wird aufgrund der intensiven Nutzung als „stark gefährdet“ („endangered“) eingestuft. Seit 2010 ist diese Art im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet.

Literatur Harri Lorenzi: Árvores Brasileiras. Volume 2, Instituto Plantarum, 1998, ISBN 85-86714-07-0, S. 119, online bei StuDocu. The CABI Encyclopedia of Forest Trees. CABI, 2013, ISBN 978-1-78064-236-9, S. 68 f. J. Lanjouw, A. L. Stoffers: Flora of Suriname. Band 2, Ausgabe 2, Brill, 1976, ISBN 90-04-04581-3, S. 469 f. Paulo de Tarso Barbosa Sampaio, I. Ferraz, J. L. Camargo: Pau-rosa Aniba rosaeodora Ducke Lauraceae. In: Isolde D. K. Ferraz, José Luís C. Camargo: Manual de Sementes da Amazônia. Chapter: Fascículo 3, INPA, 2003, S. 1–6, online bei researchgate.net, abgerufen am 5. Oktober 2018. Victor R. Preedy: Essential Oils. Academic Press, 2016, ISBN 978-0-12-416641-7, S. 193–200.

Weblinks

Aniba rosaeodora bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 5. Oktober 2018.

Einzelnachweise

CITES-Listungen der Anhänge I, II und III (Stand: 4. April 2017). Abgerufen am 21. April 2017

Kategorie:Lorbeergewächse Kategorie:Lauraceae Kategorie:Baum