Der Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen e. V., kurz VfB Friedrichshafen e. V., ist ein Sportverein aus Friedrichshafen mit 4.116 Mitgliedern (Jahresendstand 2024) in 24 verschiedenen Abteilungen und einer Kindersportschule. Sportliches Aushängeschild sind die Volleyball-Profis der Männer – nach den Berlin Recycling Volleys die erfolgreichste Mannschaft der 1. Bundesliga. Größter internationaler Erfolg war der Gewinn der European Volleyball Champions League 2007. Die Mannschaft der Badminton-Abteilung spielte ebenfalls in der ersten Bundesliga. Die Fußballer spielten in den 1930er und 1940er Jahren erstklassig. Auf nationalen Meisterschaften in der Jugend, bei den Aktiven und auch Senioren (Veteranen) ist der VfB regelmäßig in den Sportarten Boxen, Badminton, Fechten, Kanu, Leichtathletik und Volleyball vertreten.
Geschichte Der VfB Friedrichshafen wurde im Herbst 1909 als 1. FC 1909 Friedrichshafen gegründet, benannte sich jedoch 1919 in VfB Friedrichshafen um. Nach der Auflösung des Vereins 1946 wurde er zunächst als Sportgemeinde Friedrichshafen wieder gegründet, die 1949 wieder den Vereinsnamen VfB annahm. Heute ist der Verein u. a. über den Turngau Oberschwaben Mitglied im Schwäbischen Turnerbund.
Volleyball (Männer)
Die erste Männermannschaft spielt seit 1987 durchgehend in der Bundesliga, gewann 13 Deutsche Meisterschaften und ist Rekordpokalsieger. Die zweite Männermannschaft, die „Volley YoungStars“ („VYS“), spielt als Nachwuchsteam in der zweiten Bundesliga.
Mannschaft Der Kader der Saison 2026/27 besteht aus folgenden Spielern.
+ Kader – Saison 2026/27 Name Nr. Nation Größe Geburtsdatum im Verein seit Vertrag bis 1,98 m Z 2026 2027 1,85 m L 2026 2027 1,94 m AA 2026 2027 1,93 m AA/D 2026 2027 10 1,86 m L 2027 16 1,90 m AA 2023 2027 2,06 m MB 2026 2027 1,85 m Z 2026 2027 2 2,05 m MB 2025 2027 2,17 m MB 2026 2027 1,98 m D 2026 2027 14 2,05 m D 2025 2027 1,93 m AA 2025 2027 2,02 m MB 2026 2027 : AA = Annahme/Außen, D = Diagonal, L = Libero, MB = Mittelblock, Z = Zuspiel Neuzugänge 2026 Abgänge 2026 Spieler bisheriger Verein Spieler neuer Verein Joris Berkhout SWD Powervolleys Düren Aleksa Batak unbekannt Mateusz Czunkiewicz ZAKSA Kędzierzyn-Koźle Marcus Böhme Karriereende Sam Flowerday OK Spartak Subotica Vojin Ćaćić unbekannt Germán Gómez CV Teruel Corey Chavers MÁV Elöre Foxconn Stefan Kokeza OK Vojvodina Novi Sad Leonard Graven unbekannt Rubén Lorente Camacho CV Manacor Daniel Habermaas STV St.Gallen Volleyball. Oskar Berg Mikkelsen Loyola University Chicago Kyle Hobus Helios Grizzlys Giesen. Pierre Toledo Chaumont Volley-Ball 52 Louis Kunstmann Berlin Recycling Volleys Alexis Wilson Velázquez Diamond Food Fine Chef Samutsakorn Tim Peter AS Cannes Simon Tabermann Uhrenholt unbekannt
Der Cheftrainer ist seit 2024 der Pole Adam Swaczyna. Er hat einen Vertrag bis 2027. Als Co-Trainer agiert Patryk Gosztyla. Die Ärzte Patrick Frei und Patrick Suntheim sowie der Physiotherapeut und Athletiktrainer Edvart Aasen sorgen für die medizinische Betreuung.
Geschichte mini|Spiel des VfB Friedrichshafen gegen Bad Saulgau in der Bundesliga-Saison 2003 mini|Friedrichshafen greift gegen Haching an, Saisonvorbereitungsspiel August 2012 Seit 1969, als der Abteilungsleiter Wolfgang List das erste Team für die Bezirksliga anmeldete, wird Volleyball in Friedrichshafen organisiert gespielt. 1972 wurde die Volleyball-Spielgemeinschaft Bodensee (VSG Bodensee), die sich aus Spielern aus Friedrichshafen, Langenargen, Lindau und Kressbronn zusammensetzte, auf Initiative von Peter Hedrich gegründet. Durch den Beitritt des rumänischen Nationalspielers Gelu Stein und die Verfeinerung der Technik und Taktik gelang 1980 der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Ein Jahr später kam Friedrichshafen in die erste Bundesliga. Am 23. Januar 1982 erlangte der Verein mit einem 3:2 den ersten Sieg in der Volleyball-Bundesliga gegen Orplid Frankfurt. Dieses Bundesliga-Gastspiel dauerte allerdings nur eine Saison, denn am Ende stieg die Mannschaft als Tabellenletzter ab. Trainer Gelu Stein beendete seine Karriere und wurde durch den Luxemburger Marc Gerson ersetzt, der 1984 gegen den VfL Sindelfingen den Wiederaufstieg erreichte.
Erwin Weißhaupt, Vorsitzender des „Freundeskreises der Volleyballer“ leitete als Abteilungsleiter eine neue Ära mit dem Ziel der Professionalisierung und einem Stammplatz in der ersten Liga ein. Die ersten Erfolge in der Bundesliga waren dritte Plätze in den Spielzeiten 1992 und 1993 und ein zweiter Platz 1994. Nach einer schlechten ersten Saisonhälfte 1996 wurde der Trainer Luis Ferradas durch Martin Stallmaier ersetzt, der wiederum einen zweiten Platz erreichte. Mit der Verpflichtung von Stelian Moculescu kamen auch die internationalen Erfolge: 1998 der dritte, 1999 der zweite und schließlich 2007 der erste Platz in der Champions League. 2000 wurde die VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH, ein Wirtschaftsunternehmen, gegründet, um die Trennung der Profis von den Amateuren zu realisieren.Friedrichshafen – Heimatbuch Band 3, Friedrichshafen 2002, ISBN 3-86136-085-3
Bundesliga Seit 1987 spielt der VfB Friedrichshafen durchgehend in der ersten Bundesliga. In dieser Zeit wurde der VfB 13-mal Deutscher Meister. Von 2005 bis 2011 gewannen die „Häfler“ den Meistertitel sieben Mal in Folge, zunächst drei Mal gegen evivo Düren und dann jeweils zwei Mal gegen Generali Haching und den SCC Berlin. Diese Serie endete im Playoff-Halbfinale der Saison 2011/12, das der damalige Rekordmeister mit 1:3 Spielen gegen die Berlin Recycling Volleys verlor. Das gleiche Ergebnis gab es 2012/13 und 2013/14, als Friedrichshafen ebenfalls den Berlinern unterlag. 2014/15 gewannen die Friedrichshafener nach 3:2-Finalsiegen gegen Berlin zum dreizehnten und bis dato letzten Mal den Titel. In der folgenden Saison musste sich Friedrichshafen beim Abschied von Trainer Stelian Moculescu im Finale erneut den Berlinern geschlagen geben. Auch in den kommenden Jahren standen sich jeweils Friedrichshafen und Berlin in den Finalspielen der Playoffs gegenüber. Der VfB konnte sich aber keinen weiteren Titel mehr sichern. mini|Das bis 2022 von den Volleyballern verwendete Logo
DVV-Pokal mini|alternativtext=Friedrichshafen bei der Pokalsiegerehrung 2022|Friedrichshafen bei der Pokalsiegerehrung 2022 Der VfB Friedrichshafen gewann den DVV-Pokal 1998 zum ersten Mal. Zwischen 2001 und 2008 war der VfB Friedrichshafen auf den DVV-Pokal abonniert. Der Klub vom Bodensee gewann die bronzene Trophäe in dieser Zeit acht Mal in Folge. In der Saison 2009/10 scheiterte der VfB im Halbfinale gegen evivo Düren mit 1:3 und verpasste somit den Einzug ins Endspiel. In der folgenden Saison gelang der Mannschaft wieder der Einzug ins Finale, in dem sie gegen Generali Haching mit 2:3 unterlag. Im Endspiel 2012 besiegte Friedrichshafen den Titelverteidiger Haching mit 3:0 und gewann somit zum elften Mal den DVV-Pokal. In der Saison 2012/13 musste sich der VfB beim Viertelfinale in Düren mit 0:3 geschlagen geben. 2014 gelang dem Team der nächste Titelgewinn durch ein 3:2 im Endspiel gegen Berlin und 2015 schlug der VfB im Finale die SVG Lüneburg mit 3:0. In der Saison 2015/16 schied der Titelverteidiger im Viertelfinale gegen die United Volleys Rhein-Main aus. Beim Finale 2017 in Mannheim gewann Friedrichshafen mit 3:1 gegen Titelverteidiger Berlin Recycling Volleys den Pokal. Den 17. und damit vorerst letzten DVV-Pokalsieg sicherte sich Friedrichshafen unter Cheftrainer Mark Lebedew im Finale 2022 gegen die SVG Lüneburg.
VBL-Supercup / Bounce House Cup Erstmals in der Saison 2016/17 fand am 16. Oktober 2016 in der Berliner Mercedes-Benz Arena der VBL-Supercup mit zwei Männermannschaften statt. Der VfB Friedrichshafen als Vize-Meister traf auf den Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys. Mit 3:0 gewann Friedrichshafen vor 5.624 Zuschauern und wurde damit erster deutscher Volleyball-Supercup-Sieger der Männer. Auch 2017 und 2018 (jeweils in Hannover) gewannen die Häfler gegen Berlin. Seit der Saison 2021/22 wird der Supercup bei den Männern nicht mehr ausgetragen. Stattdessen bestreiten alle Bundesligisten in der Hildesheimer Volksbank-Arena den Bounce House Cup. Sowohl 2022 als auch 2023 unterlag Friedrichshafen im Finale den Berlin Recycling Volleys und sicherte sich Platz zwei.
Europapokal Seit 1999 spielt der VfB Friedrichshafen durchgehend in der Champions League, dem wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb. Vier Mal – 2007, 2005, 2000 und 1999 – erreichten die Häfler die Final Four, 2007 gewannen sie als erster deutscher Volleyballverein die Champions League. Im Finale am 1. April 2007 wurde der Sieger von 2005, Tours VB, mit 3:1 (25:20, 26:24, 23:25, 25:19) besiegt.
Als deutscher Meister nahm der VfB Friedrichshafen in der Saison 2009/10 zum zwölften Mal an der Champions League teil. In der Vorrunde trafen die „Häfler“ hierbei auf Pallavolo Piacenza, Panathinaikos Athen und Jastrzębski Węgiel und wurden Gruppensieger. Anschließend schieden sie im Play-off gegen Hypo Tirol Innsbruck mit 3:1 und 0:3 aus. 2010/11 traf der VfB in der Vorrunde auf die polnische Mannschaft Skra Bełchatów, das italienische Team Trentino Volley und Remat Zalău aus Rumänien und verpasste als Gruppendritter die Play-off-Runde. 2011/12 wurden die Häfler in der Vorrunde Gruppenzweiter, waren dann im Achtelfinale mit 3:0 und 3:2 gegen Tours Volley-Ball erfolgreich und schieden schließlich im Viertelfinale mit 0:3 und 0:3 gegen VK Zenit-Kasan aus. In der Saison 2012/13 startete Friedrichshafen mit einer Wildcard, schied aber als Dritter der Gruppe mit Kasan, Knack Roeselare und Innsbruck nach der Vorrunde aus. 2013/14 spielte der VfB in der Champions-League-Vorrunde gegen Roeselare, ZAKSA Kędzierzyn-Koźle und Galatasaray SK. Als schlechtester Gruppenzweiter verpasste die Mannschaft die Play-offs und spielte in der Challenge Round des CEV-Pokals, in der sie gegen Skra Bełchatów verlor. In der Champions League 2014/15 erreichte der VfB als Gruppenzweiter die erste Playoff-Runde und schied dort gegen Resovia Rzeszów aus. Die folgende Saison endete für Friedrichshafen als Gruppendritter bereits nach der Vorrunde. 2022/23 qualifizierte das Team sich für das Achtelfinale und besiegte dort den französischen Vertreter Tours VB, ehe der VfB im Viertelfinale gegen Jastrzebski Wegiel ausschied.
Spielstätten mini|alternativtext=SPACETECH ARENA am Bodensee-Airport Friedrichshafen|SPACETECH ARENA am Bodensee-Airport Friedrichshafen Nachdem die Bodenseesporthalle zu klein geworden war, wurden die Volleyball-Heimspiele in die ZF-Arena Friedrichshafen verlegt. 3800 Zuschauer fanden in der Arena Platz, die 2002/03 von einer Messehalle umgebaut und als Multifunktionshalle konzipiert wurde. Zusätzlich zu einer weltweit einmaligen indirekten Beleuchtung mit über 1500 Lux bot die Arena ein Foyer mit Bewirtung sowie einen ausgedehnten VIP-Bereich, ein Leistungszentrum sowie zwei vollformatige Trainingshallen und einen voll ausgestatteten Bereich für Kunstturnen. Ende September 2020 wurde die Halle wegen baulicher Mängel geschlossen. In der Saison 2020/21 war die Zeppelin CAT Halle A1 in der Messe Friedrichshafen die Spielhalle.
In der Saison 2021/22 spielte die Mannschaft in der 110 km entfernten Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm.
Seit Januar 2023 spielt die Mannschaft im umgebauten Hangar R am Flughafen Friedrichshafen. Seit der Saison 2023/24 trägt die Halle den Namen SPACETECH ARENA und bietet Platz für 1000 Zuschauer.
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