mini|Gedenkstein für Buchholz. Buchholz () war ein Dorf, das zuletzt im Kreis Calau im Bezirk Cottbus in der DDR lag. Die frühere Gemeinde lag im Lausitzer Braunkohlerevier und wurde 1964 durch den Tagebau Greifenhain devastiert. Die Gemarkung wurde am 1. Oktober 1964 nach Lubochow eingemeindet und gehört heute zur Gemeinde Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg.
Lage Buchholz lag in der Niederlausitz, rund fünfeinhalb Kilometer östlich von Altdöbern und siebeneinhalb Kilometer westlich von Drebkau. Nachbarorte waren Göritz im Norden, Greifenhain im Osten, Ressen im Südosten, Lubochow im Süden, Kunersdorf im Südwesten, Pritzen im Westen und Nebendorf im Nordwesten. Der Nachbarort Nebendorf sowie Teile von Göritz und Pritzen fielen ebenfalls dem Braunkohlebergbau zum Opfer. Nördlich der ehemaligen Ortslage befindet sich heute die als Abraumhalde künstlich entstandene Buchholzer Höhe.
Geschichte Buchholz wurde im Jahr 1514 erstmals urkundlich als Bucholtz erwähnt. Ursprünglich hatte das Dorf die Siedlungsform eines Gassendorfes; nach 1828 nahm es durch Ausbauten mehr und mehr das Bild einer Streusiedlung an.
Da das Dorf im Südwesten der Herrschaft Cottbus lag, gehörte es zu einer Exklave der Mark Brandenburg, die vollständig vom Markgraftum Niederlausitz umgeben war. Erst durch den Frieden von Tilsit im Jahr 1807 kam Buchholz an das Königreich Sachsen. Im Jahr 1809 verzeichnete Friedrich Wilhelm August Bratring Buchholz als Dorf und Gut mit drei Wassermühlen. Damals hatte der Ort 122 Einwohner, die Haushalte waren neun Kossäten, fünf Büdner, ein Einlieger und jeweils ein Müller in jeder Wassermühle. Die Einwohner des Dorfes gingen in die Kirche nach Greifenhain.Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3: Die Neumark Brandenburg enthaltend. Berlin 1809, S. 344. (Online)
Nach dem Wiener Kongress kam die Niederlausitz und somit auch der Ort Buchholz an das Königreich Preußen. Bei der Gebietsreform im Jahr 1816 wurde Buchholz dem Kreis Calau im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg zugeordnet. Anfang der 1840er Jahre hatte der Ort 192 Einwohner,Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker’s Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844, S. 17 (Online). im Jahr 1864 hatte das Dorf Buchholz 256 Einwohner, dazu kamen die Siedlungen Sandmühle mit fünf und Schmiegelmühle mit elf Einwohnern.Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. O. 1867, S. 21 (Online). Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 lebten in der Landgemeinde Buchholz 254 Einwohner in 52 Haushalten. Von den Einwohnern waren 115 Männer und 139 Frauen; 37 Einwohner waren Kinder unter zehn Jahren. Als Arnošt Muka den Ort um 1880 besuchte, waren von den 218 Einwohnern 35 Sorben und 183 Deutsche.Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg. Berlin 1873, S. 208 f., Nr. 20. (Online)
Nach 1900 nahm der Konteradmiral a. D. Ernst von Frantzius (1850–1910) in Buchholz seinen Wohnsitz.Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen. 1912. Verlag W. Herlet, Berlin 1912, S. 871. (Online)
Nach Inbetriebnahme des Tagebaus Greifenhain im Jahr 1935 sank das Grundwasser ab, sodass drei Jahre später zur Wasserversorgung der Gemeinde eine Wasserleitung gebaut werden musste.
Die Amtszugehörigkeit von Buchholz blieb beim Kreis Calau, der bereits 1886 in Landkreis Calau umbenannt worden war und diesen Namen über 1945 hinaus als Teil der Provinz Brandenburg führte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Buchholz zur Sowjetischen Besatzungszone. Dort gehörte die Gemeinde ab 1947 zum Land Brandenburg, das ab 1949 in der DDR zunächst weiter bestand. Am 1. Juli 1950 wurde der Landkreis Calau aufgespalten und Buchholz verblieb beim Restkreis, der in Landkreis Senftenberg umbenannt wurde. Am 25. Juli 1952 wurde Buchholz dem neu gegründeten Kreis Calau im Bezirk Cottbus zugeordnet, das Land Brandenburg wurde aufgelöst. Im Jahr 1964 wurde Buchholz als erstes Dorf für den Tagebau Greifenhain abgebrochen. Insgesamt mussten 202 Einwohner umgesiedelt werden. Die Ortsflur wurde zum 1. Oktober 1964 nach Lubochow eingegliedert.
Schon ab März 1960 wurde Buchholz zum vollgenossenschaftlichen Dorf.Siehe Literatur:
Am 1. Februar 2002 wurde die Gemeinde Lubochow aufgelöst, dabei wurde Lubochow nach Neu-Seeland eingegliedert, während Pritzen und die Gemarkungen von Buchholz und Nebendorf in die Gemeinde Altdöbern kam. mini|Erinnerungsstätte für Buchholz mit Schutzhütte und Gedenkstein im Hintergrund. Erinnerungsstätte Nahe dem ehemaligen Ortsgebiet erinnern auf der östlich des Tagebaurestlochs (Altdöberner See) künstlich geschaffenen Hochkippe („Buchholzer Höhe“) ein Gedenkstein und mehrere Schautafeln an den Ort. Die Stätte () wurde im Frühjahr 2024 instand gesetzt, der Gedenkstein freigeschnitten und eine Schutzhütte errichtet. Eine Holztafel östlich der Straße zwischen Pritzen und Göritz auf der Buchholzer Höhe weist den Weg östlich in den Wald, von wo aus die Erinnerungsstätte etwa 200 Meter zu Fuß zu erreichen ist.
Siehe auch Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier Archiv verschwundener Orte
Literatur Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst/Horno 2010. Torsten Richter: Heimat, die bleibt. Ortserinnerungsstätten in der Lausitz. Cottbus 2013. Frank Förster: Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier. 3. (bearbeitete und erweiterte) Auflage, Bautzen 2014.
Weblinks Archiv verschwundener Orte Buchholz/Bukowina im Archiv verschwundener Orte Braunkohlebergbau und Sanierung im Raum Greifenhain/Gräbendorf, Hrsg. Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft, PDF. 2005.
Nachweise
Kategorie:Geographie (Altdöbern) Kategorie:Wüstung in der Lausitz Kategorie:Wüstung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Abgebaggerter Ort Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) Kategorie:Ersterwähnung 1514 Kategorie:Zerstört in den 1960er Jahren Kategorie:Gemeindeauflösung 1964