Die Demokratische Partei (), auch als Demokraten () oder kurz Dems bezeichnet, ist mit ca. 45,4 Millionen registrierten Anhängern (Stand April 2026) die größere der beiden großen politischen Parteien in den Vereinigten Staaten. Die Demokraten gelten heute im Vergleich zu den Republikanern als (links-)liberaler, weniger konservativ und mehr am politischen Progressivismus orientiert. Ihr inoffizielles Wappentier ist der Esel, obwohl er im Gegensatz zum Elefanten der Republikaner nie offiziell als solches angenommen wurde. Sein Ursprung geht, ebenso wie der Elefant der Republikaner, auf den Karikaturisten Thomas Nast zurück. Die ebenfalls inoffizielle Parteifarbe der Demokraten ist blau. In TV-Sendungen oder Medienberichten werden Senatoren, Abgeordnete des Repräsentantenhauses und sonstige Parteimitglieder der Demokratischen Partei meistens mit einem „(D)“ hinter ihrem Namen gekennzeichnet, während Sen., Rep. oder Gov. davor steht.

Die Demokraten sind die älteste noch bestehende politische Partei der Welt. Die Ursprünge der Partei gehen auf Thomas Jefferson und das Jahr 1792 zurück, als sich die linke Demokratisch-Republikanische Partei bildete. Nach deren Auflösung wechselten viele Unterstützer ebendieser zu der 1828 gegründeten Demokratischen Partei, die unter Andrew Jackson zu einer Massenpartei wurde. Die Demokraten, vor allem die südlichen, standen für den Erhalt der Sklaverei und waren Gegner der Politik Abraham Lincolns. Nach einer jahrzehntelangen Krise mit nur zwei siegreichen Präsidentschaftswahlen zwischen 1860 und 1910 entwickelte sich die Partei zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem ideologisch wenig kohärenten Zusammenschluss von progressiven Politikern in den Großstädten des Nordens, die vor allem Arbeiter und Einwanderer ansprachen, und von konservativen Südstaatlern, welche die bestehende Ordnung verteidigten. Während der Präsidentschaft Woodrow Wilsons (1913–1921) und insbesondere durch die Reformen des New Deal (1933–1938) wurden die Demokraten mehr und mehr mit einer progressiven Sozialpolitik identifiziert, die im Gegensatz zum Wirtschaftsliberalismus der Republikaner stand. Nach dem Parteitag von 1948, als viele zumeist aus den Südstaaten stammende Befürworter einer Rassentrennung die Partei im Streit verließen, waren die Demokraten seit den 1960er Jahren führend in der Realisierung von Forderungen der Bürgerrechtsbewegung, der Aufhebung der Rassentrennung und der Gleichstellung von Minderheiten: Die Partei wandte sich zunehmend sozialliberalen Ideen zu. Da die Republikaner spätestens seit 1964 unter dem Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater ihrerseits weiter nach rechts rückten, stellen die beiden Parteien nun eindeutig die beiden Pole in einem Rechts-Links-Spektrum dar.

Wie Parteien in den Vereinigten Staaten allgemein, sind die Demokraten wesentlich anders organisiert als europäische Parteien. So werden Bezirksvorstände je nach Bundesstaat zum Teil durch die allgemeine Wahlbevölkerung in Vorwahlen und nicht etwa durch Parteimitglieder allein gewählt. Wichtigstes Organ für die Gesamtpartei ist das Democratic National Committee (DNC, „Demokratisches Nationalkomitee“), das auch die Democratic National Convention (den vierjährlich zur Kür des jeweiligen Präsidentschaftskandidaten stattfindenden Parteitag) veranstaltet. Derzeitiger Vorsitzender des DNC ist Ken Martin.

In sieben der letzten neun Präsidentschaftswahlen gewannen die demokratischen Kandidaten die Mehrheit der abgegebenen Stimmen (Popular Vote); nur 2004 und 2024 bildeten Ausnahmen. Mit Joe Biden stellte die Partei von 2021 bis 2025 den 46. US-Präsidenten. Bei den Kongresswahlen 2022 verloren die Demokraten ihre 2018 wiedererlangte Mehrheit im Repräsentantenhaus. Ebenso ist im Senat die demokratische Fraktion seit Anfang 2025 wieder in der Minderheit, nachdem sie seit 2021 Mehrheitsfraktion waren.

Geschichte mini|Thomas Jefferson mini|Andrew Jackson, von 1829 bis 1837 erster US-Präsident der Demokratischen Partei Entstehungsphase Vorläufer der Demokratischen Partei waren die Anti-Administration Party und die Koalition um Thomas Jefferson im Kongress im Jahr 1792, mit der die Politik des damaligen US-Finanzministers Alexander Hamilton unterlaufen werden sollte. Aus dieser Partei ging die linke Demokratisch-Republikanische Partei hervor.Edward J. Larson: A Magnificent Catastrophe: The Tumultuous Election of 1800, America's First Presidential Campaign. Free Press, New York 2007, ISBN 0-7432-9316-9, S. 21. Ab dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts waren die vormaligen Hauptgegner der damals noch als Republicans (später Democratic Republicans) firmierenden Partei Jeffersons, die Federalists um Alexander Hamilton und John Adams, nicht mehr politisch aktiv. Deswegen dominierte Jeffersons Partei als einzige die so genannte (ca. 1814–1830).

In den späten 1820ern und den 1830er Jahren schafften fast alle Bundesstaaten der Vereinigten Staaten die bislang noch bestehenden Wahlbeschränkungen aufgrund des Vermögens und der Steuerleistung ab, so dass fast alle weißen Männer wahlberechtigt wurden und die erste Demokratie im modernen Sinne entstand; außerdem stieg die Einwohnerzahl der Vereinigten Staaten durch Einwanderung stark an. Insgesamt erhöhte sich die Anzahl der Wähler daher massiv. Die bis dahin bestehenden Parteien der Vereinigten Staaten (einschließlich der Partei Jeffersons) waren im Wesentlichen kleine, informelle Wahlvereine, die der nun entstehenden Massendemokratie nicht gewachsen waren. Nicht nur Thomas Jefferson, sondern auch Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 der siebte Präsident der Vereinigten Staaten war, wird als Gründervater der Partei geehrt. Bei der Präsidentenwahl 1824 trat er ebenso wie gleich drei weitere Kandidaten der damaligen Democratic Republicans an, was zur Spaltung der einzigen landesweiten Partei führte. Jackson verlor die Wahl sehr knapp gegen John Quincy Adams, woraufhin Adams Anhänger aus der Partei zu den National Republicans wurden, während die Jeffersonian Democrats sich zur neuen Demokratischen Partei formierten, die sich in der Tradition Jeffersons sahen. Von 1828 bis 1830 formierten Andrew Jackson und Martin Van Buren, der Senator von New York, mit der Demokratischen Partei die erste straff durchorganisierte Volkspartei der Welt. Das Jahr 1828 gilt daher als Gründungsjahr der Demokraten. Ihre Gegner aus der kurzlebigen Nationalrepublikanischen Partei organisierten sich nach der Abwahl von Adams durch Jackson 1828 und Henry Clays Niederlage 1832 als Whigs, ab 1854 zunehmend bei der neu gegründeten Republikanischen Partei.

Jackson vertrat in einer Traditionslinie mit Thomas Jefferson die Interessen der einfachen Menschen (insbesondere aus dem ländlichen Raum und dem ärmeren Teil der Bevölkerung, zunehmend auch von Einwanderern und Katholiken). Er stellte sich gegen eine Nationalbank der Vereinigten Staaten, bekämpfte den Protektionismus und befürwortete die Sklaverei. Da er dem Wachstum der großen Städte misstraute, befürwortete er eine gleichmäßigere Bevölkerungsverteilung. Deshalb unterstützen sowohl er als auch seine Nachfolger massiv die Bekämpfung der Indianer, die seinerzeit noch große Gebiete im ländlichen Raum besaßen. Jackson gilt als ein früher Vertreter des Populismus sowie als erster amerikanischer Politiker, der eine Parteimaschinerie im modernen Sinne des Wortes aufbaute.

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts In den Jahren vor 1860 gelang es den Demokraten aufgrund der Gespaltenheit ihrer Gegner und durch die konsequente Ausnutzung bestimmter Besonderheiten der Verfassung, die US-Regierung zu kontrollieren, obwohl nur eine Minderheit der Wähler hinter ihnen stand. Vor dem Bürgerkrieg stand die Partei aufgrund der Sklavenfrage aber vor einer Zerreißprobe. Anlässlich der Präsidentschaftswahlen 1860 spaltete sie sich und schickte im Norden und im Süden verschiedene Kandidaten in das Rennen um die Präsidentschaft. Als aufgrund dieser Uneinigkeit der Republikaner Abraham Lincoln gewählt wurde, löste dies den Sezessionskrieg aus. Nach dem Ende des Bürgerkrieges 1865 dominierten die Republikaner den Süden und zunächst auch Teile des Nordens, weil vielen, die mit der Confederacy zusammengearbeitet hatten, während der „Reconstruction“ genannten militärischen Besatzung der Südstaaten das Wahlrecht entzogen wurde. Erst mit dem Ende der „Reconstruction“ spielten die Demokraten wieder auf nationaler Ebene eine bedeutende Rolle. Ihre Machtbastion lag hauptsächlich im Süden (Solid South), aber auch in den Großstädten des Nordens, wo sie unter Arbeitern, Einwanderern und Katholiken Unterstützung fand.

Aus der Populisten-Bewegung am Ende des Jahrhunderts nahm die Partei neue Ideen auf und bekämpfte zunehmend Industriekartelle und „Eisenbahnbarone“. Mit der Kandidatur von William Jennings Bryan im Jahre 1896 verstärkte sich das „linke Profil“ der Demokraten. In dieser Zeit straffte sie ihre Parteiorganisation und das parteiinterne „Prinzip der Bosse“. Doch wurden gegen die Partei zunehmend auch Korruptionsvorwürfe laut. Zugleich hielt die Partei am Prinzip der Rassentrennung fest und nutzte die nach dem Ende der Reconstruction wiedererlangte Handlungsfreiheit konsequent aus, um die Rechte der Schwarzen in den Südstaaten zu beschneiden (Jim-Crow-Gesetze).

Seit dem 20. Jahrhundert mini|Präsident Roosevelt bei der Unterzeichnung des Social Security Act am 15. August 1935 mini|Wahlplakat der Demokraten von 1944 mit Roosevelt und Truman mini|Präsident Johnson unterzeichnet den Civil Rights Act of 1964 Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die am Progressivismus orientierten Reformer in der Partei an Einfluss zu gewinnen. Die Demokratische Partei setzte sich zunehmend für soziale Reformen in Form eines aufgeklärten Sozialliberalismus ein, beispielsweise für eine allgemeine Einkommensteuer, für die Direktwahl des Senats, die Alkoholprohibition und für das Frauenwahlrecht. Der demokratische Präsident Woodrow Wilson versuchte, den Völkerbund zu gründen, den Vorläufer der UNO. Der Völkerbund wurde gegründet, doch ausgerechnet die Vereinigten Staaten traten nicht bei, da dieser Plan keine Mehrheit im zunehmend isolationistisch ausgerichteten Kongress fand.

Ein Höhepunkt dieser Reformen, der vielen gar als der Glanzpunkt einer amerikanischen, nichtmarxistischen Version der Sozialdemokratie gilt, war der New Deal unter Präsident Franklin D. Roosevelt als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren. Unter anderem führte der Gesetzgeber unter Roosevelts Führung eine Sozialversicherung in den Vereinigten Staaten ein. Roosevelts Nachfolger Harry S. Truman bemühte sich um die Fortführung der Programme, sah sich jedoch einem von konservativen Politikern beider Parteien dominierten Kongress gegenüber, was den weiteren Ausbau der New-Deal-Programme schwierig gestaltete.

Unter Truman begannen die Demokraten, die lange Zeit mit rassistischen Vereinigungen wie dem Ku-Klux-Klan sympathisiert hatten, sich zunehmend der Rassendiskriminierung anzunehmen. So ordnete Truman 1948 mit seiner Executive Order 9981 die Aufhebung der Rassentrennung in den US-Streitkräften an, und der Nominierungsparteitag im selben Jahr erklärte erstmals die Abschaffung der Rassentrennung zum langfristigen Parteiziel. Diese Politik Trumans und anderer Demokraten, vorwiegend aus den nördlichen Bundesstaaten, stieß jedoch bei dem konservativen Parteiflügel aus den Südstaaten auf starke Ablehnung. So spaltete sich zur Präsidentschaftswahl 1948 mit den Dixiecrats eine südstaatliche Gruppierung ab und nominierte Strom Thurmond als eigenen Kandidaten. Dieser gewann tatsächlich vier Südstaaten und 39 Wahlmänner. Landesweit waren die Dixiecrats jedoch chancenlos, Truman siegte ebenso über Thurmond wie auch über Thomas E. Dewey, den Bewerber der Republikaner.Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten. C.H. Beck, München, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 333.American President: