Ines Doleschal (* 1972 in Waiblingen) ist eine deutsche Bildende Künstlerin und freie Kuratorin. Sie setzt sich aktiv für mehr Sichtbarkeit und Repräsentanz von Künstlerinnen ein.
Leben Ines Doleschal begann 1992 ihr Studium der Kunstgeschichte und Anglistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach einjährigem Studienaufenthalt in London am Goldsmiths’ College studierte sie ab 1996 Malerei und Kunsterziehung an der Kunstakademie Münster sowie Englisch an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.Ines Doleschal, Künstlerhaus Lukas Nach dem Staatsexamen absolvierte sie von 2001 bis 2004 den Masterstudiengang Art in Context an der Universität der Künste Berlin. Sie ist seit 2019 Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. 2018 war sie Mitiniatorin des Netzwerks kunst+kind berlin, das sich für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit im Kunstbetrieb engagiert.Mascha Drost: „Mütter brauchen bessere Strukturen in der Kunstwelt“ – Ines Doleschal im Gespräch, Deutschlandfunk. 7. Mai 2022 (Audio) Mit Rachel Kohn gründete sie 2020 die Initiative fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen, ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden, die sich mit Aktionen im öffentlichen Raum für mehr Präsenz von Künstlerinnen aller EpochenKatrin Bettina Müller: Die Dame mit dem Augenglas: Vor dreihundert Jahren wurde in Berlin Anna Dorothea Therbusch geboren, eine erfolgreiche Porträtmalerin ihrer Zeit. Die Künstlerinneninitiative Fair Share erinnert an sie mit einer Feier, Die Tageszeitung, Berlin 23. Juli 2021 in Ausstellungen und MuseenSarah Borufka: Für mehr Sichtbarkeit von Künstlerinnen. 49 Frauen wollen Platz vor Berliner Gemäldegalerie besetzen. Der Tagesspiegel, 8. März 2021 einsetzt.
Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Museumspädagogin an Berliner Museen arbeitet sie auch an kuratorischen ProjektenKatrin Bettina Müller: Revision einer Sehschwäche: Schwestern und Freundinnen gebraucht: Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit“ in der Alten Nationalgalerie in Berlin kreist um das Vergessen von Künstlerinnen, Die Tageszeitung; Berlin 23. Oktober 2019, S. 15. 2019 initiierte und co-kuratierte sie die Ausstellung KLASSE DAMEN! 100 Jahre Öffnung der Berliner Kunstakademie für Frauen im Schloss Biesdorf zur Berlin. Doleschal hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Berlin und Dessau.
Werk In ihren Arbeiten beschäftigt sich Ines Doleschal mit reduzierten Architekturdarstellungen, die auf brutalistisches Bauen in Berlin und anderen europäischen Großstädten Bezug nehmen.Antje Krause-Wahl: Ines Doleschals Bild- und Stadträume. In: Ausst. kat. Plotting the City. (Galerie Greulich), Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-9812419-5-2 Sie interessiert sich für Gebäude, die einst Ausdruck einer fortschrittlichen und kompromisslosen Haltung waren, heute von Abriss oder Umgestaltung bedroht sind. In ihren Werkserien rekonstruiert die Künstlerin Einzelteile dieser aus dem Stadtbild herausgelösten Architekturen, verändert und verdichtet sie.Christoph Schütte: Im Geist der Utopie. Malerei von Ines Doleschal in der Frankfurter Galerie Greulich. FAZ, 25. April 2013 Beeinflusst werden ihre Collagen- und Malereiserien auch von einem Interesse an den Form- und Farbkompositionen des Bauhauses, insbesondere der Textilarbeiten von Bauhauskünstlerinnen wie Anni Albers, Gunta StölzlIngeborg Ruthe: Mal, Weib!, Frankfurter Rundschau, 1. Juli 2019 und Otti Berger.Katrin Bettina Müller: Emanzipation vor 100 Jahren. Aufstieg mit Hindernissen. Fortschritt am Stadtrand: In Berlin erinnert „Klasse Damen!“ an die Zulassung von Künstlerinnen an der Berliner Kunstakademie vor 100 Jahren. Taz, 14. Juli 2019
Einzelausstellungen (Auswahl)
2007 labyrinthisch Galerie Greulich, Frankfurt am Main 2016 maßvoll, Galerie Grashey, Konstanz 2019 raum:zeichen, Galerie Nanna Preußners, Hamburg 2022 auf Kante, Galerie und Workspace GE 59, Berlin 2026: Salongalerie "Die Möwe", Berlin ("Freie Präzision. Sechs Positionen abstrakter Kunst"; mit Horst Bartnig, Wolfram Beck, Gerhart Hein, Marie-Louise von Rogister und Gunda Scheel)
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2011: Konstruktion Dekonstruktion, Projektraum Alte Feuerwache, Berlin 2016: extrakt, Anhaltischer Kunstverein, Dessau 2018: entraumt, Kunstverein Oerlinghausen e.V. 2020: Schwarz+Weiß, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin8 aus 54 | Schwarz + Weiß | VdBK 1867 im Käthe-Kollwitz-Museum, artatberlin.com 2022: Magie der Form, Galerie Weißer Elefant, Berlin
Stipendien (Auswahl) 2020: Förderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Kulturprojekte Berlin
Weblinks Website der Künstlerin fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen – Initiative von Bildenden Künstlerinnen, Kunsthistorikerinnen und anderen Kulturschaffenden Webshop bei Galerie Greulich Deutschlandfunk Kulturfragen. Debatten und Dokumente 16. November 2025: Künstlerin Ines Doleschal vom Verein „fair share!“ über den Kampf zur Gleichstellung von Bildenden Künstlerinnen im Gespräch mit Dorothea Marcus
Einzelnachweise
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