Alan J. Bishop (* 14. Oktober 1937; † 18. November 2023) war ein britisch-australischer Mathematikdidaktiker und Hochschullehrer an der Universität Cambridge und an der Monash University in Australien.

Leben Bishops Vater war Mathematiklehrer und Schuldirektor und spielte Geige, seine Mutter war Schneiderin und Cellistin. Er selbst spielte in seiner Jugend Fagott spielen und bestand das Vorspiel für das Nationale Jugendorchester. 1956 machte er seinen Schulabschluss an der University College School, einer Privatschule, die dem University College London angegliedert ist. Anschließend leistete er zwei Jahre Wehrdienst bei der Royal Air Force als Luftfahrt-Radar-Monteur.

Bishop studierte Mathematik und Naturwissenschaften an der University of Southampton, wo er 1961 einen B.Sc. erwarb. Er setzte sein Studium am Loughborough College fort, das er 1962 mit einem Diploma in Education abschloss. Um sich mit der in den USA praktizierten New Math vertraut zu machen, ging er im Anschluss an die Harvard University und erlangte dort 1964 einen M.A. in Teaching. 1965 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Hull, wo er sich mit Visualisierung und deren Auswirkungen auf das Lernen der Mathematik befasste. Nach seiner Promotion 1969 abgerufen am 12. Januar 2024. wechselte er ans Department of Education der Universität Cambridge, wo er Programme für Master-Studiengänge und Doktorandenprogramme in Mathematikdidaktik entwickelte und betreute. 1992 wurde er Professor of Math, Science and Technology Education an der Monash University. 2002 wurde er emeritiert. 2006 war er Gastwissenschaftler (Visiting Fellow) am Wolfson College in Cambridge.

Bei einem Sabbatjahr auf Papua-Neuguinea 1977 begann er sich für den kulturellen Hintergrund von Mathematik und Mathematikunterricht zu interessieren, wovon sein 1988 erschienenes Buch Mathematical Enculturation handelte.

Er war Präsident der britischen Mathematical Association, Gründungsmitglied der British Educational Research Association und Mitglied des Mathematics Education Committee der Royal Society und Vertreter Großbritanniens bei der International Commission on Mathematical Instruction. Er war Gründungsmitglied und Ko-Direktor in der internationalen Forschungsgruppe Basic Components of Mathematics Education for Teachers (BACOMET) und war in der International Group for the Psychology of Mathematics Education.

2015 erhielt er die Felix Klein Medal.

1979 bis 1989 war er Herausgeber der von Hans Freudenthal gegründeten Zeitschrift Educational Studies in Mathematics. 1980 gründete er die Buchreihe Mathematics Education Library bei Kluwer (jetzt Springer). Er war Hauptherausgeber des International Handbook of Mathematics Education (1996) und des Third International Handbook of Mathematics Education (2013).

Er besaß die britische und die australische Staatsbürgerschaft.

Schriften Mathematical Enculturation: A Cultural Perspective on Mathematics Education. Kluwer 1988.

Literatur Philip Clarkson, Norma C. Presmeg (Hrsg.): Critical Issues in Mathematics Education: Major Contributions of Alan Bishop. Springer 2008.

Weblinks

Alan J. Bishop 1937-2023. Educational Studies in Mathematics 115, 2024, S. 9–11.

Einzelnachweise

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