Mohamed Mbougar Sarr (* 20. Juni 1990 in Dakar) ist ein senegalesischer Schriftsteller. Sein Roman La plus secrète mémoire des hommes wurde 2021 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Leben Mohamed Mbougar Sarrs Vater ist Arzt. Er verbrachte seine Kindheit in einer großen Familie in DiourbelLittérature : le Sénégalais Mohamed Mbougar Sarr remporte le prix Kourouma pour « Terre Ceinte » (französisch) – Sarr ist der älteste von sieben Brüdern.. In: face-foundation.org (abgerufen am 3. November 2021). Er studierte an der Militärprytaneion von Saint-Louis und später in Frankreich am Lycée Pierre-d'Ailly von Compiègne und der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS).Sénégal – Mohamed Mbougar Sarr : « Lire apporte un surplus de vision politique » (französisch) Sarr lebt in Paris.

Wirken Bereits Sarrs erstes veröffentlichtes Werk La cale (dt. etwa „Der Keil“) wurde 2014 mit dem Prix Stéphane-Hessel ausgezeichnet. Seine folgenden preisgekrönten Romane werden der politischen Literatur zugeordnet. So handelt Terre ceinte (2015, „Erde umkreist“ bzw. auch als "Erde umzingelt" lesbar. Der französische Titel lässt aber zugleich die Lesart von "heiliger Erde" zu) vom Dschihadismus in der Sahelzone. Silence du chœur (2017, „Schweigen des Chores“. Auch hier ist im französischen Original eine alternative Lesart des Titels als "Schweigen des Herzens" möglich) behandelt die Migration nach Sizilien, während Homosexualität im Senegal das Thema von De purs hommes (2018, „Reine Männer“) ist.Kai Nonnenmacher: Afrika, Europa und der dritte Kontinent. In: rentree.de, 17. Oktober 2021 (abgerufen am 3. November 2021).

Im Jahr 2021 veröffentlichte Sarr seinen vierten Roman La plus secrète mémoire des hommes (dt. Die geheimste Erinnerung der Menschen). Das Werk, gewidmet Yambo Ouologuem, stellt den jungen senegalesischen Schriftsteller Diégane Latyr Faye in den Mittelpunkt, der in Paris Recherchen zu einem mysteriösen Autor namens TC Elimane betreibt. Elimane und Mohamed Mbougar Sarr sind dadurch miteinander verbunden, dass Elimane als mythische Schriftstellerfigur im Roman die radikale, zerstörerische Möglichkeit von Literatur verkörpert, während Sarr selbst diese Figur reflektierend reinszeniert, um die Bedingungen, Gefahren und Grenzen des Schreibens – insbesondere im afrikanischen und postkolonialen Kontext – sichtbar zu machen. Elimane, dieser als „schwarzer Rimbaud“ betitelte Schriftsteller hatte 1938 mit der Veröffentlichung des Buches Le labyrinthe de l’inhumain („Das Labyrinth des Unmenschen“) einen Skandal ausgelöst und war seitdem aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Parallel reflektiert die Hauptfigur Faye das Wesen der Literatur, u. a. aus dem Exil heraus. La plus secrète mémoire des hommes besteht aus verschiedenen Textsorten, so aus Erzählung, Arbeitstagebuch, Zeitungsausschnitten, Interviews und Zitaten. In Frankreich wurde das Buch fernab der bekannten Verlagshäuser in Kooperation mit dem Pariser Philippe Rey und dem senegalesischen Verlagshaus Jimsaan veröffentlicht. Die Erstauflage belief sich auf 5000 Exemplare.Olivia Snaije: Mohamed Mbougar Sarr wins the 2021 Prix Goncourt, publishingperspectives.com, veröffentlicht und abgerufen am 3. November 2021.

La plus secrète mémoire des hommes gewann im Jahr seiner Veröffentlichung den Prix Goncourt mit sechs Jurystimmen und machte Sarr zum ersten senegalesischen Autor, der Frankreichs wichtigsten Literaturpreis gewann.Wichtigster französischer Literaturpreis geht erstmals an einen senegalesischen Autor. In: spiegel.de, 3. November 2021 (abgerufen am 3. November 2021). Der Roman war bereits zuvor in die Auswahl aller wichtigen französischen Literaturpreise gelangt, hatte aber nur den Prix Transfuge erhalten. Die Rechte an Sarrs Buch wurden in mehr als 22 Sprachen verkauft. In Deutschland sicherte sich der Verlag Hanser die Verwertungsrechte mit einem sechsstelligen Betrag.Le prix Goncourt 2021 pour Mohamed Mbougar Sarr. In: livreshebdo.fr, 3. November 2021 (abgerufen am 3. November 2021).

2023 erhielten Sarr und seine Übersetzer Holger Fock und Sabine Müller den Internationalen Literaturpreis für den Roman Die geheimste Erinnerung der Menschen, der vom Haus der Kulturen der Welt und der Stiftung Elementarteilchen verliehen wurde.

Werke 2014: La cale 2015: Terre ceinte 2017: Silence du chœur (Éditions Présence Africaine) 2018: De purs hommes (Éditions Philippe Rey) 2021: La plus secrète mémoire des hommes (Éditions Philippe Rey) Die geheimste Erinnerung der Menschen. Übersetzung Holger Fock, Sabine Müller. Hanser, München 2022, ISBN 978-3-446-27411-2.

Auszeichnungen 2014: Prix Stéphane-Hessel für La cale 2015: Prix Ahmadou-Kourouma für Terre ceinte 2015: Grand prix du roman métis für Terre ceinte 2017: French Voices Award für Brotherhood (englische Übersetzung von Terre ceinte) 2018: Prix littéraire de la Porte dorée für Silence du chœur 2021: Prix Transfuge für La plus secrète mémoire des hommes 2021: Prix Goncourt für La plus secrète mémoire des hommes 2023: Internationaler Literaturpreis, Preis für übersetzte Gegenwartsliteraturen, für Roman Die geheimste Erinnerung der Menschen (La plus secrète mémoire des hommes)

Literatur Kai Nonnenmacher, Afrika, Europa und der dritte Kontinent, über La plus secrète mémoire des hommes, in: Rentrée littéraire, 17. Oktober 2021. Sigrid Löffler: Der Vergessene. Rezension, in: Süddeutsche Zeitung, 24. November 2022, S. 9 Sandra Folie: Mohamed Mbougar Sarrs »Die geheimste Erinnerung der Menschen« im Zeichen von Ästhetik und Politik. In: ZfL Blog, 24. März 2025, https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20250324-01

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Einzelnachweise

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