Swisstransplant ist die schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation. Ziel der Stiftung ist die landesweite Förderung, Entwicklung und Koordination der Transplantation von Organen, Geweben und Zellen. Im Auftrag des Bunds ist die Stiftung für die gesetzeskonforme Zuteilung der Organe an entsprechende Empfängerinnen und Empfänger zuständig und führt zudem die nationale Warteliste. Im Auftrag der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) koordiniert Swisstransplant alle Aufgaben der Kantone auf dem Gebiet der Organspendererkennung, Organspendemeldung und Betreuung der Angehörigen in Spitälern mit Intensivstationen. Eine schweizweit koordinierte Ausbildung von Fachpersonen stellt sicher, dass Synergien genutzt und Standards etabliert werden. Die Stiftung mit Hauptsitz in Bern beschäftigt rund 45 Mitarbeitende.

Geschichte 1963 wurde am Inselspital Bern die schweizweit erste Nierentransplantation eines verstorbenen Spenders durchgeführt. Es folgten Organtransplantationen am Kantonsspital Basel (1968), am Kantonsspital St. Gallen (1969) sowie an den Universitätsspitälern Genf (1970) und Lausanne (1971). Weiter tätigte der schwedische Herzchirurg Åke Senning in der Klinik für Herzgefässchirurgie am Kantonsspital Zürich 1969 die erste Herztransplantation der Schweiz. Aufgrund der stetig ansteigenden Transplantationsrate und der rasch fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der Transplantationsmedizin wurden in Bern zu Beginn der Achtzigerjahre unter dem Vorsitz von Felix Largiadèr erste Tagungen einberufen, die am 4. März 1985 die Gründung der Stiftung Swisstransplant am Universitätsspital Genf (Hôpitaux universitaires de Genève HUG) zur Folge hatten. mini|Franz Immer – CEO Auf eine sechsjährige Präsidentschaft Jakob Schönebergers während der Jahre 1985 bis 1991 folgte eine Phase des Stiftungsausbaus: Unter Präsident Guy O. Segond wurde die Organzuteilung erstmals national koordiniert. Von 1998 bis 1999 bekleidete Felix Largiadèr das Präsidentschaftsamt, bevor Trix Heberlein zu Beginn des neuen Jahrtausends das Präsidium der Stiftung übernahm und Swisstransplant unter besonderer Berücksichtigung vorwiegend staatlicher Aufgaben bis ins Jahr 2013 leitete. Am 1. Januar 2007 trat das nationale Transplantationsgesetz in Kraft, dessen Umsetzung seit Anfang 2009 durch den Nationalen Ausschuss für Organspende (Comité National du don d’organes, CNDO) koordiniert wird.Organspendenetzwerk, auf swisstransplant.org Unter der Führung Heberleins wurde 2004 zudem Conrad E. Müller zum ersten Geschäftsführer der Stiftung Swisstransplant ernannt. Im Mai 2008 überliess Müller seine Stellung Franz Immer, damaliger habilitierter Facharzt für Herzchirurgie FMH an der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie am Inselspital Bern. 2014 legte auch Trix Heberlein das Amt der Stiftungsleitung nieder und übergab die Präsidentschaft ihrem Nachfolger Pierre-Yves Maillard. Unter seiner Führung zeichnete die Stiftung Swisstransplant massgeblich für die Umsetzung des Aktionsplans «Mehr Organe für Transplantationen» des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der Kantone verantwortlich. Auf ihn folgte als Präsidentin die Tessiner Ständerätin Marina Carobbio Guscetti. Seit 1. Januar 2024 ist die Berner Ständerätin Flavia Wasserfallen Stiftungsratspräsidentin von Swisstransplant. 2025 feierte Swisstransplant ihr 40-Jahre-Jubiläum.

Stiftungsstruktur (Organisation) Oberstes Organ von Swisstransplant ist der Stiftungsrat, dem rund zwanzig Mitglieder unterschiedlicher Gebiete wie etwa der Transplantations- und Intensivmedizin, der medizinischen Fachgesellschaften, der Krankenversicherer sowie Fachspezialisten der Bereiche Recht und Politik angehören.Stiftungsrat, auf swisstransplant.org Präsidiert wird der Stiftungsrat seit 1. Januar 2024 von der Berner Ständerätin Flavia Wasserfallen.

Geschäftsstelle Bern mini|Geschäftsstelle in Bern Die Geschäftsstelle der Stiftung Swisstransplant steht unter der Leitung von Franz Immer und hat ihren Sitz in Bern. Sie beschäftigt rund 45 Mitarbeitende. Die Geschäftsleitung der Stiftung wird von zwei Ausschüssen, dem Comité Médical (CM) sowie dem Comité du don d’organes (CNDO) flankiert.

Comité Médical Das Comité Médical bezeichnet den medizinischen Ausschuss der Schweizerischen Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation. Das medizinische Komitee CM befasst sich mit Fragestellungen rund um die Transplantationsmedizin und wird von den Präsidenten der Swisstransplant-Arbeitsgruppen sowie Vertretenden der Transplantationszentren gestellt. In Kollaboration mit den Arbeitsgruppen ist der medizinische Ausschuss massgeblich an der Ausarbeitung und Optimierung der Zuteilungsregeln von Organen an potenzielle Empfängerinnen und Empfänger beteiligt und gewährleistet ideale Verbindungen zu nationalen und internationalen Transplantationszentren. Es wurde durch die GDK ins Leben gerufen.

Comité National du don d’organes In Abgrenzung zum Comité Medical setzt sich das Comité National du don d’organes (CNDO) aus Vertretern der 5 Organspendenetzwerken, der Lokalen Koordination Organspende sowie Vertretenden der medizinischen Fachgesellschaften zusammen und bezeichnet somit den nationalen Ausschuss für Organspende der Stiftung Swisstransplant. Das Anfang 2009 aus der Integration der Schweizerischen Stiftung für Organspende FSOD hervorgegangene CNDO widmet sich der schweizweiten Förderung der Organ- und Gewebespende und gewährleistet den Informationsaustausch und die Koordination zwischen Organspendenetzwerken und der Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation Swisstransplant.

Stiftungszweck Zweck der Stiftung ist die landesweite Förderung, Entwicklung und Koordination der Transplantation von Organen, Geweben und Zellen. Als nationale Zuteilungsstelle ist Swisstransplant im Auftrag des Bunds zudem zuständig für die gesetzeskonforme Zuweisung der Spenderorgane an entsprechende Empfängerinnen und Empfänger und organisiert und koordiniert auf nationaler Ebene und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit europäischen Zuteilungsorganisationen alle mit der Organzuweisung verbundenen Tätigkeiten. Überdies führt die Stiftung die nationale Warteliste der Organempfängerinnen und Organempfänger und erstellt und publiziert regelmässig Statistiken zur Spendenbereitschaft der Bevölkerung, zu erfolgten Transplantationen sowie zu aktuellen organspezifischen Wartezeiten.

Weiter zählt die Information der Öffentlichkeit hinsichtlich der Thematik der Organspende und Transplantation zu den Aufgaben von Swisstransplant. Im Zentrum steht die Botschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu entscheiden, ob man seine Organe und Gewebe spenden möchte oder nicht. Ja oder Nein? – so lautet der Appell. Der Bevölkerung soll aufgezeigt werden, wo man seinen Willen festhalten kann: In einer Organspende-Karte, in einer Patientenverfügung oder im elektronischen Patientendossier (EPD). Weiter empfiehlt Swisstransplant, seinen persönlichen Entscheid den Angehörigen zu Lebzeiten zu kommunizieren, um diese und auch das Spitalpersonal im Ernstfall zu entlasten. Wenn der Spendewunsch (Ja oder Nein) klar ist, ist das eine Erleichterung für alle Beteiligten.

Transplantationskoordination Neben den vorhergehend aufgeführten Informations- und Sensibilisierungsaufgaben zählt auch die nationale Transplantationskoordination zu den zentralen Wirkungsfeldern der Stiftung Swisstransplant. Gemäss Art. 19 des schweizerischen Transplantationsgesetzes führt Swisstransplant als verantwortliche Zuteilungsstelle die Liste aller gemeldeten auf eine Transplantation wartenden Personen und teilt die verfügbaren Organe nach Rücksprache mit den Transplantationszentren gemäss Listung den entsprechenden Empfängerinnen und Empfängern zu. Das eigens hierfür zuständige 10-köpfige Koordinationsteam von Swisstransplant ist rund um die Uhr erreichbar, organisiert und koordiniert sämtliche mit einer Transplantation zusammenhängenden Tätigkeiten und steht in ständigem Kontakt mit ausländischen Zuteilungsorganisationen sowie der Transplantationskoordination der 6 inländischen Transplantationszentren.

Kampagnen Zur nachhaltigen Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Thematik der Organspende und Transplantation hat Swisstransplant in den vergangenen Jahren mehrere zielgruppenorientierter Kampagnen lanciert.

Spitalkampagne «Entscheiden – Reden – Entlasten» Basierend auf den Resultaten einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die eine grundsätzlich hohe gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Organspenden und Transplantationen zu Tage förderte, jedoch auch festmachte, dass die hohe Spendenbereitschaft nur selten zu einer klaren Willensäusserung führt, realisierte Swisstransplant Mitte September 2015 eine gesamtschweizerische Kampagne zur gezielten Sensibilisierung und Information von Fachpersonen und Bevölkerung in und um Schweizer Spitäler. Die Kernbotschaft der Spitalkampagne Entscheiden, reden, entlasten zielte auf das Entscheiden und Reden bezüglich Organspende, um auf diese Weise sowohl Angehörige als auch Spitalpersonal erheblich zu entlasten. Im Rahmen dieser Sensibilisierungskampagne wurden insgesamt 8 verschiedene Porträts von Transplantierten publiziert, die mit dem Satz «Ich bin seit … tot», dem Transplantationsjahr der betroffenen Protagonisten sowie den Worten «… Eigentlich. Da war aber jemand, der mir sein Herz gespendet hat» betitelt sind.

Jugendkampagne «Wir entscheiden uns» Auf Anregung einer Maturandin des Gymnasiums Willisau hat Swisstransplant 2013 die Kampagne «Wir entscheiden uns» ins Leben gerufen. Ziel dieses ursprünglich von Giuliana Affentranger im Rahmen einer Maturaarbeit konzipierten Projekts besteht darin, Jugendliche ab 16 Jahren mittels einer eigens auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Broschüre über die Möglichkeit der Organspende zu informieren und junge Erwachsene wenn möglich zu einer eigenen, reflektierten Entscheidung bezüglich der Organspende zu bewegen. Die Kampagne «Wir entscheiden uns» richtet sich demnach in erster Linie an Jugendliche sowie an Schulen und Lehrkräfte der entsprechenden Stufen. Swisstransplant stand landesweit mit über 180 Schulhäusern in Kontakt und hat aufgrund der grossen Nachfrage der Institutionen in Kooperation mit Lehrpersonen unterschiedlichster Fachrichtungen Lernsätze entwickelt, die das Themenfeld der Organspende und der Transplantation unter Berücksichtigung fächerspezifischer Gesichtspunkte umfassend beleuchten.

«Rede über Organspende» Im September 2016 haben Swisstransplant und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Kampagne «Rede über Organspende» lanciert. Die Kampagne regte bis April 2020 Menschen dazu an, Organspenden zu erwägen und Angehörigen den Entscheid für oder gegen Organspende mitzuteilen. Die Kampagne war Teil des Aktionsplans «Mehr Organe für Transplantationen», der im März 2013 vom Bundesrat lanciert wurde.

Aktion «#ichschänkedirmisHärz» Rund um den Nationalen Tag der Organ- und Gewebespende vom 11. September 2021 war Swisstransplant mit der Verteilaktion «#ichschänkedirmisHärz» schweizweit an 14 Bahnhöfen unterwegs. Botschafterinnen und Botschafter von Swisstransplant verschenkten dabei rund 40'000 Hariboherzen. Der Kampagnenslogan von Pony M. lautete «Sag ja, sag nein, sag ETWAS» verbunden mit dem Apell, seinen persönlichen Willen zur Organspende zu äussern. Das heisst zu kommunizieren, ob man am Lebensende seine Organe, Gewebe und Zellen spenden möchte oder nicht.

Aktion «Be a Gamechanger» Rund um den Nationalen Tag der Organ- und Gewebespende vom 9. September 2023 lancierte Swisstransplant verschiedene Massnahmen. Im Fokus stand wie immer der Aufruf: «Die Organspende ist freiwillig – informiere dich, entscheide dich, rede mit deinen Angehörigen darüber.» Zusätzlich zum üblichen Informationsmaterial über die Organspende standen als Give-away Jasskarten mit deutschen und französischen Spielkarten zur Verfügung.

Aktionsplan BAG «Mehr Organe für Transplantationen»