mini|Ostansicht mini|Westansicht mit Gemeindezentrum mini|Innenansicht mini|Inschrifttafel Die Bekennerkirche Admont steht in der Evangelischen Kirchenstraße in der Marktgemeinde Admont im Bezirk Liezen in der Steiermark. Zusammen mit Liezen bildet sie die Pfarrgemeinde A.B. Admont-Liezen in der Evangelischen Superintendentur A. B. Steiermark. Die Kirche steht unter .
Geschichte Bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich im Stift Admont unter dessen Abt Valentin Abel reformatorische Tendenzen ausgebreitet, so dass der von ihm als Pfarrer der Stiftskirche eingesetzte Georg Stromayr von dem neuerrichteten und als Lutherischer Altar bezeichneten Kanzelaltar die evangelische Lehre frei verkünden konnte. Auch über die Zeit der Gegenreformation hinweg konnten in den Gemeinden des Admonter Stiftsgebiets Formen des Kryptoprotestantismus überleben. Noch unter Matthäus Offner († 1779) wurde die Auseinandersetzung mit dem inzwischen erstarkenden Protestantismus als eine wichtige Aufgabe angesehen, bevor mit dem 1781 von Kaiser Joseph II. erlassenen Toleranzpatent dessen offizielle Duldung erfolgte. Die Betreuung der Evangelischen in Admont erfolgte durch die 1786 gegründete Evangelische Pfarrkirche Wald am Schoberpaß.
Die Anfänge einer eigenen evangelischen Kirche in Admont reichen in die Zeit der Los-von-Rom-Bewegung um 1900 zurück. Ausgehend von der Pfarrgemeinde Wald am Schoberpaß war zunächst eine Predigtstation im Rathaus der Marktgemeinde eingerichtet und diese der 1908 neugegründeten Pfarre Rottenmann angegliedert worden. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich der heutigen Kirche erinnert an Pfarrer Martin Füllkruß aus Lampertswalde im Landkreis Meißen, der am 21. Juli 1900 in den Admonter Bergen verunglückt warVermisstennachricht im Erzgebirgischer Volksfreund vom 29. Juni 1900 in digitale Sammlungen der SLUB und dessen „Amtsbrüder aus dem Königreich Sachsen“ zur Errichtung des ersten Bethauses beigetragen hatten.
Ein im Jahre 1908 geplanter erster Kirchenbau kam, wie auch in Rottenmann selbst, vorerst nicht zustande. Erst 1929/30 kam es mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Vereins zum Bau der Kirche. Ihre Grundsteinlegung wurde am 15. September 1929 durch den Wiener Superintendenten Johannes Heinzelmann vollzogen, ihre Weihe fand am 3. August 1930 am 400. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses statt, was auch die Namensgebung „Bekennerkirche“ veranlasste. 1947 wurde die Bekennerkirche zur Pfarrkirche erhoben und ihr die Auferstehungskirche in Liezen als Filialkirche zugeordnet. Erster evangelischer Pfarrer von Admont war Erich Schuster. Mit seinem Ausscheiden wurde 1972 der Amtssitz nach Liezen verlegt.
Kirchenbau Das bestehende Kirchengebäude, eine „sehr eigenartige und zugleich glückliche Lösung modernen Kirchenbaus“,Die Kunstdenkmäler Österreichs Dehio Steiermark (ohne Graz) 1982, S. 6. wurde nach Plänen von Otto-Oskar Graeßner (1903–1945), einem Mitarbeiter von Otto Bartning an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar, in klaren Bauformen als einfacher Saalbau mit vorgestelltem schlanken Turm und rückwärtig angeschlossenem Pfarrhaus mit Gemeindesaal errichtet. Das Innere wird durch den bis zur oberen Kehlbalkenlage offenen und als Sprengwerk ausgeführten Dachstuhl bestimmt, der auf einem eingestellten, die Deckenlast auf die niedrigen Seitenmauern ableitenden Tragwerk ruht, der Altarraum ist als holzvertäfelte Rechtecknische vom Kirchenraum abgerückt. Die Bekennerkirche zählt zu den frühesten Sakralbauten der Moderne in Österreich. In der Verwendung halbhoher Außenmauern mit eingestellter Holzkonstruktion und offenem Dachstuhl stellt der Admonter Kirchenbau zugleich eine Vorform der Notkirchen Otto Bartnings dar.
Der von Hermann Sandkuhl aus Berlin, dem Schwiegervater Graeßners, geschaffene Freskenzyklus der Altarwand zeigt unter dem aus dem 1. Brief des Johannes entnommenen Motto „Gott ist Liebe“ () mit der Darbringung im Tempel (), der Predigt des zwölfjährigen Jesus im Tempel (), dem Weinwunder zu Kana () und der Erscheinung Jesu vor den Emmausjüngern () auf die evangelische Liturgie bezogene Szenen aus dem Leben Jesu.
Bei einer durchgreifenden Renovierung um 1960 wurde – entgegen dem von Otto Bartning entwickelten liturgischen Konzept und in Übereinstimmung mit dem 1951 verabschiedeten Rummelsberger Programm – der Stufenunterbau des Altars entfernt und der Ambo aus seiner ursprünglichen Position in der Kirchenachse vor dem Altar zur Seite gerückt. In gleicher Weise wurde der bis dahin einheitliche Gestühlsblock durch eine Anordnung mit Mittelgang ersetzt.
Literatur Johann Josef Böker: Ein Kirchenbau der Bartningschule in der Obersteiermark. Die Admonter Bekennerkirche von Otto-Oskar Graeßner. In: INSITU – Zeitschrift für Architekturgeschichte 14, 2022, S. 99–110. Erich Schuster: Die evangelische Bekennerkirche in Admont. In: Admont. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Admont 1993, S. 174f. Antje Senarclens de Grancy: Evangelischer Kirchenbau in der Steiermark am Beginn der Moderne. In: Ernst-Christian Gerhold, Johann G. Haditsch (Hrsg.): Evangelische Kunst und Kultur in der Steiermark. Leykam, Graz 1996, ISBN 3-7011-7340-0, S. 59, 75f.
Einzelnachweise
Weblinks
Pfarrgemeinde A.B. Liezen-Admont
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