mini|305px|Teilnehmende Vereine der Bundesliga 2017/18 Die Bundesliga 2017/18 war die 55. Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse im Fußball der Männer. Sie begann am 18. August 2017 mit einem Heimspiel des Titelverteidigers FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen (3:1) und endete am 12. Mai 2018. Vom 18. Dezember 2017 bis zum 11. Januar 2018 wurde sie durch eine verkürzte Winterpause unterbrochen.
Am 29. Spieltag wurde der FC Bayern München durch einen 4:1-Auswärtserfolg beim FC Augsburg zum sechsten Mal in Folge Deutscher Fußballmeister. Nach dem 32. Spieltag stand der 1. FC Köln als erster Absteiger in die 2. Bundesliga fest. Am letzten Spieltag stieg mit dem Hamburger SV der letzte Verein ab, der seit Einführung der Bundesliga ununterbrochen der höchsten Spielklasse angehört hatte. Der VfL Wolfsburg erreichte den Relegationsplatz und sicherte sich gegen den Dritten der 2. Bundesliga Holstein Kiel den Klassenverbleib.
Saisonverlauf Meisterschaftskampf und Kampf um internationale Starterplätze Der FC Bayern München startete gut in die Saison, musste sich jedoch am 3. Spieltag nach zwei Auftaktsiegen der TSG 1899 Hoffenheim mit 0:2 geschlagen geben und kassierte somit ungewohnt früh die erste Niederlage der Saison. Die unter Carlo Ancelotti zunehmend inkonstante Spielführung hatte zur Folge, dass der Anschluss an den Tabellenführer aus Dortmund frühzeitig verpasst wurde. Nach einem 2:2 am 6. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg, bei dem man eine 2:0-Führung noch verspielte und der darauffolgenden 0:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain in der Champions League sah man keine Perspektive mehr und entließ Ancelotti. Wie sich nach der Entlassung herausstellte, hatte neben mangelnder Flexibilität in Bezug auf die Spielsysteme der Mannschaft auch das Verhalten gegenüber Schlüsselspielern wie Thomas Müller, Arjen Robben oder Franck Ribéry, welche Ancelotti durchaus in wichtigen Spielen auf der Reservebank behalten hatte, zu dieser Entscheidung geführt. Nach einem Unentschieden gegen Hertha BSC unter Interimstrainer Willy Sagnol wurde überraschenderweise am 9. Oktober Jupp Heynckes für seine insgesamt vierte Amtszeit als neuer Cheftrainer vorgestellt. Unter dem aus dem Ruhestand zurückgekehrten Routinier gelang der Mannschaft ein 5:0 gegen den SC Freiburg, die einzige weitere Niederlage des FC Bayern bis zum Ende der Hinrunde gab es an Heynckes’ alter Wirkungsstätte in Mönchengladbach, wo man mit 1:2 verlor. Auch die Trainingsverletzung des neuen Kapitäns Manuel Neuer, welche für diesen das Aus für den Rest der Saison bedeutete, konnte das Team mit dessen Ersatz Sven Ulreich nach kleineren Startschwierigkeiten gut kompensieren. Selbst der reaktivierte Keeper Tom Starke behauptete sich noch einmal in seinem 100. Bundesligaspiel. Durch den harten Konkurrenzkampf um Europa war es dem „Ligaprimus“ möglich, seine Tabellenführung fast ungehindert ausbauen. Nach Hoffenheim und Mönchengladbach war RB Leipzig am 27. Spieltag erst die dritte Mannschaft, welche den Münchnern in dieser Saison eine Niederlage beibringen konnte. Dies änderte nichts daran, dass der Rekordmeister am 29. Spieltag vorzeitig seine sechste Meisterschaft in Folge feiern konnte. Am letzten Spieltag verlor man gegen den VfB Stuttgart mit 1:4.
Schalke 04 hatte in der Sommerpause das Dienstverhältnis mit Markus Weinzierl beendet und verpflichtete Domenico Tedesco, der zuvor den FC Erzgebirge Aue zum Klassenerhalt in der zweiten Liga geführt hatte. Die Schalker starteten mit einem 2:0-Heimerfolg über RB Leipzig in die neue Saison und etablierten sich im Verlauf der Hinrunde in den europäischen Plätzen. Spielfreude und Kreativität fanden unter Tedesco wieder in die Spieltaktik der Königsblauen Einzug. So konnte unter anderem im Revierderby nach einem 0:4-Rückstand in Dortmund bis zur 60. Minute in der Restspielzeit noch ein vorher nicht für möglich gehaltenes 4:4 erzielt werden. Die Rückrunde startete sehr durchwachsen, ab dem 25. Spieltag aber verlor die Mannschaft nur noch ein einziges Spiel und wurde am Saisonende Vizemeister.
Borussia Dortmunds Saison begann hoffnungsvoll. Vor der Saison wurde Peter Bosz vom Europa-League-Finalisten Ajax Amsterdam verpflichtet. Nach einem 3:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg spielte sich der BVB in einen Rausch und verteidigte bis zum 8. Spieltag ohne eine einzige Niederlage die Tabellenspitze. Mit einem 6:1 gegen Borussia Mönchengladbach am 6. Spieltag feierte man zudem den höchsten Erfolg in der gesamten Hinrunde. Der Höhenflug währte jedoch nicht mehr lange. Am 8. Spieltag verloren die Schwarz-Gelben gegen den Vizemeister RB Leipzig zuhause mit 2:3, was die erste Heimniederlage in der Bundesliga nach zweieinhalb Jahren darstellte. Nach einem Unentschieden und einer weiteren Niederlage, diesmal gegen Hannover 96, musste das Team am 10. Spieltag Rang 1 an den FC Bayern übergeben und rutschte in eine Negativserie. Bis zum 16. Spieltag gelangen nur noch zwei Unentschieden und drei Niederlagen, zudem zog man in der Champions League mit Glück und einem sehr schlechten Ergebnis von nur zwei Punkten noch in die Europa League ein. Höhepunkt der Dortmunder Krise war das 4:4 im Revierderby gegen den FC Schalke 04, als man einen Vier-Tore Vorsprung aus der Hand gab. Dies bedeutete gleichzeitig das Ende von Peter Bosz beim BVB. Auf ihn folgte vor dem 16. Spieltag der zuvor beim 1. FC Köln entlassene Österreicher Peter Stöger, welcher die Mannschaft wieder stabilisierte. Trotz allem hatte diese weiter mit dem Ausfall von Marco Reus, welcher verletzungsbedingt fehlte, einer instabilen Abwehr, einem Mangel an Tempo im Zentrum und einem launischen Pierre-Emerick Aubameyang, welcher trotzdem erneut Topscorer und -Torjäger des BVB war, zu kämpfen. Gerade jener Aubameyang stellte auf der einen Seite mit seinem provozierenden Verhalten und eindeutigen Wechselabsichten den Mannschaftsfrieden auf die Probe, auf der anderen fehlten dem BVB in jedem Spiel, in dem er sich nicht im Kader befand, trotzdem seine wichtigen Tore. Trotzdem gelangen fortan unter Stöger nur noch Siege und Unentschieden. Dortmund erreichte mit zwei Siegen unter Stöger zum Ende der Hinrunde nach einem zeitweiligen Fall bis auf Platz 10 die Überwinterung auf Rang 3. Nach Aubameyangs Wechsel zum FC Arsenal im Januar 2018 wurde mit dem Belgier Michy Batshuayi als Leihgabe vom FC Chelsea ein treffsicherer Stürmer verpflichtet, welcher gleich in seinem Ligadebüt zweimal traf und auch als Joker seine Qualitäten unter Beweis stellte, jedoch verletzungsbedingt ein paar Spieltage vor Schluss ausfiel. Auch Marco Reus, der im März 2018 seinen Vertrag bis 2023 verlängerte, war nach langer Pause endlich wieder dabei und ergänzte das Team durch sein gewohnt starkes Spiel, war zeitweise sogar Kapitän für den aus dem Kader gestrichenen Marcel Schmelzer. Am 28. Spieltag setzte es mit einem 0:6 gegen die Bayern die höchste Saisonniederlage und gleichzeitig die höchste Pleite seit 1991.
Abstiegskampf Während die beiden Aufsteiger Hannover 96 und VfB Stuttgart den Klassenerhalt meisterten, war der Kampf um den Verbleib in der Liga klar vom Schicksal des 1. FC Köln und des Hamburger SV bestimmt. Ab dem dritten Spieltag hielten die Kölner einsam die komplette Hinrunde über die rote Laterne und reihten sich auch gleich in diverse Negativrekordlisten ein. Der erste Saisonsieg gelang der „mental und körperlich schwer angeschlagenen“ Mannschaft erst zum Abschluss der Hinrunde unter dem für Vorgänger Peter Stöger verpflichteten Trainer Stefan Ruthenbeck, was gleichzeitig auch das Überholen des Negativspitzenreiters Tasmania Berlin als schlechteste Hinrundenmannschaft verhinderte. Mit sechs Zählern überwinterte der „Effzeh“ hinter dem Hamburger SV und Werder Bremen mit je 15 Punkten. Neben einer im Hinrundenverlauf immer länger werdenden Verletztenliste, welche sowohl in der Liga als auch im DFB-Pokal den zweckmäßigen Einsatz mehrerer Jugendspieler in der Profi-Elf zur Folge hatte, spielte ebenso die Doppelbelastung durch die Einsätze in der überraschenderweise erreichten Gruppenphase der Europa League, wo Köln unter anderem den FC Arsenal und BATE Baryssau schlug, eine Rolle. Nach der Verpflichtung Ruthenbecks spielte die Mannschaft stärker und begann eine Aufholjagd. So befand sich Köln nach dem 24. Spieltag zwar immer noch auf Platz 18, hatte aber aus sieben Partien elf Punkte geholt und stand mit dem 17., Hamburg, punktgleich. Nach einem 2:0 gegen Leverkusen gaben die Geißböcke am 27. erstmals seit dem 3. Spieltag die rote Laterne an Hamburg weiter. Nach dem zwischenzeitlichen Höhenflug wurde man jedoch einen Spieltag später mit 0:6 von Hoffenheim überrollt.
Auch die bereits genannten Teams von Werder Bremen, welches die Vorsaison im Mittelfeld abgeschlossen hatte, und der Hamburger SV, welcher als „Liga-Dino“ erst 2016/17 knapp den historischen Abstieg verhinderte, entwickelten sich zunehmend zu Sorgenkindern. Weder Florian Kohfeldt, welcher als ehemaliger Trainer der zweiten Mannschaft der Bremer Vorgänger Alexander Nouri ins Profigeschäft folgte, noch der kampfstarke Kapitän Max Kruse oder der reflexstarke Tscheche Jiří Pavlenka (mit 20 Gegentreffern drittbester Wert der Hinrunde) im Tor konnten eine desaströse Hinrunde mit der zweitschlechtesten Torausbeute der Liga (dreizehn Treffer gemeinsam mit dem VfB Stuttgart vor dem 1. FC Köln) und nur drei Siegen mit Überwinterung auf dem Relegationsplatz nicht verhindern. Am 24. Spieltag schaffte Bremen nach einem 1:0 im Nordderby gegen Hamburg den Sprung aus der Abstiegszone, die Saison beendete das Team letztendlich als Tabellenelfter. Eben jene Hamburger leisteten am 32. Spieltag Schützenhilfe, was den Werderanern den vorzeitigen Klassenerhalt bescherte.
Der VfB Stuttgart reagierte in der Winterpause auf seine Torflaute mit der Verpflichtung des bereits zum zweiten Mal für den Verein spielenden Stürmers Mario Gómez, welcher in 12 Einsätzen für den VfL Wolfsburg jedoch nur einen Treffer erzielen konnte und erst ausgerechnet im Duell gegen seinen Ex-Klub wieder einmal traf. Zumal der Weggang des Angreifers Simon Terodde (mit zwei Toren in 15 Partien ähnlich harmlos), den sich der 1. FC Köln sicherte, kompensiert werden musste. Gleich an den ersten beiden Spieltagen der Rückrunde erzielte Terodde mit nur wenigen Torschüssen gleich drei Treffer. Des Weiteren musste Trainer Hannes Wolf nach dem 20. Spieltag seinen Posten räumen und wurde durch Tayfun Korkut ersetzt, unter dem auch Gómez wieder häufiger und teilweise sogar doppelt traf. Nach der Übernahme des anfangs sehr kritisch betrachteten Korkut setzte sich der VfB immer weiter von der Abstiegszone ab, in der sich immer noch Wolfsburg und auch der 1. FSV Mainz 05 befanden. Am 31. Spieltag gelang dem VfB der vorzeitige Klassenerhalt, Mitaufsteiger Hannover 96 folgte zwei Wochenenden später, ebenso Mainz 05.