Burkardroth ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen.

Geografie Geografische Angaben Die Marktgemeinde liegt im Naturpark Bayerische Rhön und zugleich im Biosphärenreservat Rhön der UNESCO; ein Teil des Gemeindegebietes gehört darüber hinaus zum Naturschutzgebiet Schwarze Berge. Die Marktgemeinde Burkardroth grenzt an insgesamt sieben Kommunen. Dabei handelt es sich um die Stadt Bad Kissingen, die Marktgemeinden Bad Bocklet, Geroda und Oberthulba sowie die Gemeinden Riedenberg und Wildflecken im Landkreis Bad Kissingen und die im Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld gelegene Gemeinde Sandberg.

Das Gemeindegebiet von Burkardroth erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über ca. 13,3 km, in Ost-West-Richtung über ca. 11,9 km. Als Besonderheit ist eine zum Gemeindegebiet gehörende Exklave westlich des gemeindefreien Gebietes Waldfensterer Forst zu nennen, die sich auf ca. 2,4 km × 2,0 km erstreckt. Hier liegt auch der Gemeindeteil Oehrberg. Insgesamt hat das Gemeindegebiet damit eine Fläche von 69,15 km².

Der tiefste Punkt der Marktgemeinde liegt mit ca. 270 m im Bereich der Borstmühle im Aschachgrund und die höchste Erhebung auf ca. 839 m beim Füllsender des Totnansbergs. Die Seehöhe der Gemeindeteile dagegen schwankt zwischen ca. 280 m in Frauenroth und ca. 435 m in Waldfenster.

Gemeindegliederung Es gibt 23 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Katzenbach, Lauter, Oehrberg, Premich, Stangenroth, Stralsbach, Waldfenster, Waldfensterer Forst (Gemarkungsteil 0), Wollbach und Zahlbach. Die Gemarkung Burkardroth hat eine Fläche von 4,515 km². Sie ist in 1088 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4149,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Schafmühle und Walkmühle.

Geschichte Name Etymologie Der Ortsname ist ein Rodungsname. Er besteht aus dem Personennamen des Ortsgründers burkart und dem mittelhochdeutschen Wort rode. Als Erklärung ergibt sich daraus „Rodung des Burkarts“.

Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:

Eingemeindungen Der Markt wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern durch den Zusammenschluss der Gemeinden Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Katzenbach, Lauter, Oehrberg, Stralsbach, Waldfenster, Wollbach und Zahlbach neu gebildet. Am 1. Mai 1978 kamen Premich und Stangenroth hinzu.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 7603 auf 7428 um 175 Einwohner bzw. um 2,3 %. 1993 hatte der Markt 7994 Einwohner.BayLfStat

Politik Bürgermeister 1972–1978: Ludwig Moritz50 Jahre Markt Burkardroth 1972–2022. Ein Markt – Zwölf Teile. Revista, Schweinfurt 2022, S. 16. 1978–1990: Rudolf Rost50 Jahre Markt Burkardroth 1972–2022. Ein Markt – Zwölf Teile. Revista, Schweinfurt 2022, S. 17. 1990–2008: Emil Müller 2008–2020: Waldemar Bug seit 2020: Daniel Wehner

Gemeinderat Nach der letzten Kommunalwahl 2026 setzt sich der Marktgemeinderat aus 20 Mitgliedern zusammen. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,7 % mit 77.560 abgegebenen gültigen Stimmen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis der Marktgemeinderatswahl vom 8. März 2026 (PDF; 0,4 MB). Name des Wahlvorschlagsträgers Kürzel Gültige Stimmen SitzeChristlich-Soziale Union in Bayern e. V. CSU10.7133Freie Wählergemeinschaft Markt BurkardrothFWB8.7042Bürgerblock Premich BB Premich9.9203Wählergemeinschaft Stangenroth WG Stangenroth9.8753Wählergemeinschaft Waldfenster WG Waldfenster7.3642Christliche Wählergemeinschaft Lauter CWG Lauter6.3142Wählergemeinschaft Gefäll WG Gefäll5.6311Christliche Wählergemeinschaft StralsbachCWG Stralsbach4.5091Wählergemeinschaft KatzenbachWG Katzenbach4.0661Christliche Wählergemeinschaft OehrbergCWG Oehrberg4.677112 – sozial, ökologisch, aktiv12 – SÖA5.7871

Wappen

Gemeindefreundschaft Seit 1989 besteht eine Gemeindefreundschaft mit der Gemeinde Ense in Nordrhein-Westfalen.

Sehenswürdigkeiten und Denkmäler mini|Pfarrkirche St. Petrus in Ketten

Sehenswürdigkeiten Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Marktes sind die Pfarrkirche St. Petrus in Ketten aus dem 17. Jahrhundert, die Lächelnde Madonna von Lauter, die Museumsscheune in Katzenbach sowie die Klosterkirche Frauenroth mit dem Hochgrab von Otto von Botenlauben und seiner Frau Beatrix.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Naturdenkmäler

Tourismus und Freizeit Im Markt Burkardroth gibt es eine Vielzahl an Unterkünften und Gasthäusern. Es gibt eine große Auswahl an Wanderwegen; u. a. können Wanderer von Burkardroth aus den Hochrhöner begehen.

Pfarrer +Pfarrer von Burkardroth seit 1574 Name TätigkeitszeitraumJohann Pfeffer 1568–1574Johann Weißensel ab 1575Peter Wassermann 1584–1600Erhard Graf 20. Februar 1604–3. Juli 1615 (†)Kilian Kreith ab 29. Juli 1615Michael Baumann ab 3. September 1633Michael Heilmann († vermutlich 1683 in Hammelburg) 1636–1647Nikolaus Sonnenborn 7. Juni 1647–1651Georg Riegler 18. März 1651–1652David Kempf 1653–1655Markus Franz 3. September 1655–1659Johann Hohmann 22. Februar 1659–1669Gottfried Römscheid Februar 1669–1681Valentin Schöppner († 26. Juni 1706 in Burkardroth) 22. Februar 1681–26. Juni 1706 (†)Johann Michael Schreyer († 28. Februar 1735 in Burkardroth) 1706–28. Februar 1735 (†)Andreas Endres († 11. Juni 1758 in Burkardroth) 4. Mai 1735–11. Juni 1758 (†)Johann Caspar Saar (* 1701 in Rottershausen, † in Burkardroth) 25. Juli 1758–1763Franz Martin Höfling (* in Oberfladungen, † 12. März 1791 in Burkardroth) 27. Juni 1763–12. März 1791 (†)Franz Alexander Fischer (* 5. August 1748 in Bütthard, † 19. Juni 1809 in Kolitzheim) 1791Andreas Schwinn 9. April 1792–1805Georg Adam Krug († 16. Mai 1810 in Burkardroth) 20. März 1805–16. Mai 1810 (†)Georg Joseph Tann (* 2. Februar 1756, † 30. März 1824 in Burkardroth) 22. Juli 1810–30. März 1824 (†)Michael Friedrich Kleer (* 8. April 1778 in Volkach, † 15. August 1833 in Volkach) 1824–1832Jakob Hock (* 24. Juni 1801 in Waldaschaff, † 27. August 1880 in Ebern) 11. November 1832–1849Caspar Friedrich († 7. April 1856 in Burkardroth) 1849–7. April 1856 (†)Jakob Deigeli (* 8. Mai 1811 in Forchheim, † 30. April 1874 in Burkardroth) 1856–30. April 1874Michael Joseph Kahler (* 6. September 1874 in Burglauer, † 18. November 1918 in Schwebenried) 6. September 1874–1884Otto Blumenkamp (* 29. April 1850 in Blankenstein, † 8. Juni 1894 in Burkardroth) 15. Januar 1885–8. Juni 1894 (†)Eugen Huber (* 27. Juli 1865 in Untergröningen, † 9. Januar 1934 in Aschaffenburg) September 1894–1901Joseph Frey (* 4. Februar 1867 in Greßhausen, † 31. März 1952 in Münnerstadt) 21. Januar 1902–1909Ludwig Kolb (* 6. November 1876 in Retzstadt, † 10. September 1942 in Burkardroth) 19. Dezember 1909–10. September 1942Hans Hain (* 8. April 1906 in Königshofen i. Gr., † 2. Oktober 1957 in Burkardroth) 22. November 1942–2. Oktober 1957 (†)Karl Fischer (* 7. November 1909 in Mühlhausen, † 29. April 1971 in Bad Kissingen, bestattet in Mühlhausen) 15. Dezember 1957–29. April 1971Anton Reinhard (* 29. September 1928 in Greßhausen, † 24. Oktober 2017 in Untertheres)29. August 1971–11. März 2001Armin Haas (* 10. September 1962 in Lohr am Main) 15. März 2001–23. September 2007Marcus Lux (* 10. Februar 1977 in Miltenberg) 2008–20. November 2011Stephan Hartmann (* 23. März 1957 in Schimborn)seit 5. Oktober 2014

Literatur (chronologisch geordnet) Josef Wabra: Führer durch die Kissinger Rhön. (= Landeskundliche Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Rhön/Saale. Heft 10). Landkreis Bad Kissingen, Bad Kissingen 1968, , S. 178 ff. Anton Reinhard: Burkardroth: Frauenroth, Stangenroth, Wollbach, Zahlbach. Beiträge zur Geschichte. Oeckler, Haßfurt 1975. Die neue „Ortsschelle“ – Nachrichten- und Amtsblatt des Marktes Burkardroth. Revista, Schweinfurt seit 1973–1978, . „Ortsschelle“ – Amtsblatt des Marktes Burkardroth. Revista, Schweinfurt seit 1978, (Online). Otmar Zehnter, Erna Zehnter: Schule im Wandel der Zeiten. Ein Streifzug durch 5 Jahrhunderte Schulgeschichte des Marktes Burkardroth. Selbstverlag, Burkardroth 1999, ISBN 3-929278-15-4.

Wolf-Dieter Raftopoulo: Rhön und Grabfeld Kulturführer. Eine kunst- und kulturhistorische Gesamtdokumentation der alten Kulturlandschaften. RMd Verlag, Gerbrunn 2017, ISBN 978-3-9818603-7-5, S. 79–82. Wolfgang Mahlmeister: Die Postgeschichte von Burkardroth und Umgebung. Eigenverlag, Burkardroth 2021. Markt Burkardroth (Hrsg.): 50 Jahre Markt Burkardroth 1972–2022. Ein Markt – Zwölf Teile. (= Jubiläumsausgabe der "Ortsschelle" – Amtsblatt des Marktes Burkardroth). Revista, Schweinfurt 2022, . Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, Regierung von Unterfranken (Hrsg.): Historische Kulturlandschaft der Südrhön mit den Schwarzen Bergen. (= Historische Kulturlandschaft Rhön. Band 4). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2024, ISBN 978-3-7319-1487-7.Ergänzende Materialien zur Publikation Historische Kulturlandschaft der Südrhön mit den Schwarzen Bergen stehen auf der Website des Michael Imhof Verlags zum Download zur Verfügung (Online).

Weblinks

Offizielle Website des Marktes Burkardroth Website der Fremdenverkehrsvereine Burkardroth Markt Burkardroth. In: Rhoenfuehrer.de

Burkardroth in der Topographia Franconiae Markt Burkardroth in der Datenbank zu Fränkischen Marktorten Burkardroth. In: Rhönkäppchen.de Sagen und Legenden aus Burkardroth. In: Kultur-KG.de Heimatgeschichtliche Veröffentlichungen von Alfred Saam. In: Burkardroth.de

Website der Allianz Kissinger Bogen – Zusammenschluss der Gemeinden Burkardroth, Oberthulba, Bad Bocklet und Nüdlingen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kissingen Kategorie:Ort in der Rhön Kategorie:Markt in Unterfranken

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bad Kissingen