mini|In der Mitte ihres Lebens malt Elsa Olivia Urbach das Bild "Bluttransfusion" 1980. Elsa Olivia Urbach (* 1935 in Wien) ist eine österreichische Malerin, Grafikerin und Grafik-Designerin. Ihr Kunststil, die "Magische Figuration", ist zwischen Manierismus und Surrealismus verortet. In ihren Anfangsjahren gehörte sie zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus.Jörg Krichbaum/Rein Zondergeld: Künstlerinnen. Von der Antike bis zur Gegenwart. Köln 1979, 307.

Leben mini|"Fossiler Budda", 1972/1973 Urbach wuchs in den Wirren des Zweiten Weltkrieges auf. Wegen politischer und rassistischer Anfeindungen floh die Familie 1938 vor den Nazis aus Österreich. Nach dem Krieg begann Urbach schon im Alter von 14 Jahren eine Ausbildung als Grafikdesignerin an der damaligen Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien, mit Abschluss als Diplom-Grafikerin 1954. Weitere vier Semester an der Universität für Angewandte Kunst Wien folgten, während derer sie mit zahlreichen Preisen bei Grafikwettbewerben und Ausschreibungen ausgezeichnet wurde.

Nach Differenzen mit einem Professor verließ Urbach die Kunstuniversität, um an die Akademie der Bildenden Künste zu wechseln. In der Meisterschule von Albert Paris von Gütersloh erwarb Urbach 1962 ihren Abschluss als "akademische Malerin" (später: Magister artium) und wurde mit sämtlichen hohen Auszeichnungen ihrer Universität gewürdigt.Elsa Olivia Urbach: 20 Jahre Schaffen. 1949-1969. Wien 1970, 9-11. Im Jahr 1979 galt Urbach in Österreich als "Staatskünstlerin Nr. 1", da zu diesem Zeitpunkt die meisten Werke einer Künstlerin in Staatsbesitz von Urbach angekauft worden waren. Auf Grund ihrer Verdienste erhielt sie 1985 den Titel eines Professors durch den österreichischen Bundespräsidenten.Elsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 8.

Urbach war mit dem verstorbenen Galeristen und Kunsthändler Peter Halatsch verheiratet. Sie lebt und arbeitet in Lilienthal.

Stil Urbachs Stil der "Magischen Figuration" greift spirituelle und traumhafte Elemente auf und verbindet sie in künstlerischer Form.Elsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 27-30. Ihr künstlerisches Œuvre setzt sich hauptsächlich aus Werken von Öl-Tempera-Malerei in der klassischen Technik alter Meister der Gotik und der Renaissance zusammen.Elsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 4. Der Kontrastsprung zwischen gegenstandsloser und naturalistischer Darstellung spielt dabei immer wieder eine zentrale Rolle.Hans Hofstätter: Symbolismus und die Kunst der Jahrhundertwende. 2. Auflage. Köln 1973, 86-91 & 181.

Zwar stellte Urbach gemeinsam mit zwölf anderen Künstlern, darunter Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser, eigene Werke in der Gründungsausstellung der Wiener Schule aus. Später distanzierte sich die Künstlerin jedoch vom Phantastischen Realismus dieser Strömung und gründete eine eigene Stilrichtung der "Magischen Figuration".Elsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 2 & 27-30.

Preise und Auszeichnungen mini|"Die Päpste", 1963–1966 Funktionen

Ehrenmitglied der Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich, 2002 Mitglied der "Israel Miniature Art Society", Israel 1999 Erstes weibliches Mitglied des Künstlerhauses Wien nach 100-jährigem Bestehen, 1961 Mitbegründerin der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus", 1959

AuszeichnungenElsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 8. 1960: Meisterschulpreis der Akademie der Bildenden Künste 1961: Goldene Fügermedaille der Akademie der Bildenden Künste 1962: Diplom- und Staatspreis der Akademie der Bildenden Künste 1963: Förderungspreis der Stadt Wien, Rompreis der Akademie der Wissenschaften 1963: Grafikpreis Johannesburg/Südafrika 1968: Premio UNESCO, Rom

Ausstellungen Die Künstlerin nahm an über 400 Ausstellungen in Europa und Übersee teil. Ihre Werke sind Teil öffentlicher Sammlungen des 19. und 20. Jahrhunderts im In- und Ausland, etwa im Kubus von Hannover, in der Österreichischen Galerie Belvedere, der Graphischen Sammlung der Albertina, der Neuen Pinakothek, den Uffizien und dem Museum of Modern Art. Einzelausstellungen fanden zu Urbachs Schaffensjubiläen etwa in der Österreichischen Nationalgalerie oder der Akademie der Bildenden Künste Wien statt.Elsa Olivia Urbach: Magische Figuration. 31 Jahre Schaffen. Wien 1980, 2. mini|"Felis Coelestis", 1971/1972 Werke in öffentlichen Sammlungen Städtische Galerie "Der Kubus" Hannover, Österreichische Galerie im Belvedere Wien, Graphische Sammlung Albertina Wien, Kupferstichkabinett der Akademie der Bildenden Künste Wien, Bundesministerium für Unterricht und Kunst Wien, Kulturamt der Stadt Wien, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes Wien, Österreichisches Kulturinstitut Rom/Paris/New York. Niedersächsische Staatsgalerie Hannover, Kulturamt der Stadt Hannover, Kestnermuseum Hannover, Wilhelm-Busch-Museum Hannover, Neue Pinakothek München, Staatliche Graphische Sammlung München. Uffizien Florenz, Calcografia Nazionale Rom, Museo della Storia dell' Arte Pisa, Peggy-Guggenheim-Museum Venedig, Museo des Bellas Artes Buenos Aires, Modern Art Museum New York, Salomon-Guggenheim-Museum New York.

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligung 1959: Erste Personalausstellung "Galerie Fuchs", Wien 1962: "Surrealismus. Phantastische Malerei", Künstlerhaus Wien 1962: "Galeria Zachęta", Warschau 1963 und 1967: Galerie "il Bilico", Galerie "Calcografia Nazionale", "Galleria la Medusa", alle in Rom 1964: "Magische Figuration. Elsa Olivia Urbach" in der Galerie "Eremitage", Schwaz/Tirol und Galerie "Am Dom", Innsbruck/Tirol 1968–69: Einjährige Wanderausstellung durch 13 Museen in den USA 1967: Galerie "2 et 3", Paris 1968: "Phantastischer Realismus" im Künstlerhaus Wien 1970: "Elsa Olivia Urbach. Zwanzig Jahre Schaffen" im Städtischen Museum "der Kubus", Hannover 1969 und 1971: "Galerie am Haus der Kunst", München und Westerland/Sylt. 1975: "Elsa Olivia Urbach. 25 Jahre Schaffen. Magische Figuration", Österreichische Galerie Belvedere, Wien (Nationalgalerie) 1980: "Elsa Olivia Urbach. 31 Jahre Schaffen. Magische Figuration", veranstaltet von der Akademie der Bildenden Künste im "Theseustempel" Wien

Literatur Jörg Krichbaum, Rein Zondergeld: Künstlerinnen. Von der Antike bis zur Gegenwart. Köln 1979, S. 307. Hans Hofstätter: Symbolismus und die Kunst der Jahrhundertwende. 2. Auflage. Köln 1973, S. 86–91 u. 181.

Weblinks Website Elsa Olivia Urbach

Einzelnachweise

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