Der Ford Fiesta ’84 ist die zweite Baureihe des Ford Fiesta, die ab August 1983 produziert wurde.

Modellgeschichte mini|links|Fiesta Ghia, Heckansicht Im August 1983 wurde die zweite Generation des Kleinwagens präsentiert. Obwohl beim Fiesta ’84 sehr viele Teile des Vorgängers verwendet wurden, gilt er – nicht zuletzt wegen der eigenen Typbezeichnung – nicht als Facelift. Außer dem Innenraum wurde vor allem die Frontpartie des Fiesta strömungsgünstig neu gestaltet, ab der A-Säule blieb das neue Modell jedoch nahezu unverändert.

Mit der zweiten Modellgeneration des Fiesta waren auch die damals neuen CVH-Motoren erhältlich, die Ford im September 1980 mit der dritten Baureihe des Escort eingeführt hatte. Im Fiesta waren sie mit 1,3 bis 1,6 Litern Hubraum erhältlich. Wegen des breiteren Motorraums war es möglich geworden, ein Fünfganggetriebe unterzubringen und bei diesen Motoren serienmäßig und beim 1,1-Liter-Motor als Sonderausstattung anzubieten.

Im Februar 1984 lief der dreimillionste Fiesta vom Band, außerdem wurden der neue Fiesta XR2 und der Fiesta Diesel vorgestellt. Der Diesel war mit seinem 1,6-Liter-Motor mit 40 kW (54 PS), der von Klöckner-Humboldt-Deutz entwickelt und produziert wurde, der erste schadstoffarme Pkw in dieser Klasse.

Im Februar 1986 wurde der 1,3-Liter-CVH-Motor durch einen neuen 1,4-Liter-CVH-Motor mit 52 bis 55 kW (71 bis 75 PS) ersetzt. Dieser Motor war mit Vergaser oder ab März 1987 mit Zentraleinspritzung und G-Kat erhältlich.

Modellpflege mini|links|Ford Fiesta (1986–1989) Während der Werkferien im September 1986 wurde eine dezente Modellpflege durchgeführt.

Äußerlich unterscheiden sich diese Modelle durch die dabei eingeführten in Wagenfarbe lackierten Blechstoßstangen mit Kunststoffecken der Basismodelle. Die wichtigsten Änderungen betrafen Kleinigkeiten bei den Anbauteilen. Die größte Veränderung erfuhr der XR2 vor allem an der Innenausstattung und am Motor.

Ab November 1986 war der 1,1-Liter-Motor mit ungeregeltem Katalysator und serienmäßigem Fünfganggetriebe erhältlich.

Ab Mai 1987 konnten die Kunden für Fahrzeuge mit dem 1,1-Liter-Motor eine stufenlose CTX-Getriebeautomatik bestellen.

Ausstattungslinien mini|Fiesta C mit Seriendekor Das Grundmodell war der am geringsten ausgestattete Fiesta. Dieser war anfangs nur mit dem 1,0-Liter-Motor verfügbar. Fiesta C, Fiesta L und Fiesta Fashion hatten eine vergleichbare Serienausstattung und wurden – bauzeitabhängig – zusätzlich zum oder statt des Grundmodells angeboten. Alle diese Varianten hatten nur das „kleine“ Armaturenbrett. Dieses hat keinen Handschuhfachdeckel, seitlich am Instrumententräger angebrachte Heizungsregler und ein schmaleres Kombiinstrument ohne zusätzliche Uhr oder Drehzahlmesser. Das Grundmodell kostete zur Einführung des Fiesta mit 1,0 Litern Hubraum 11.985 DM, bzw. 14.345 DM als Diesel, der L kostete mit 1,0 Litern Hubraum 12.995 DM bzw. 15.355 DM als Diesel. Der Fashion wurde ab Modellpflege eingeführt und kostete ab Anfang 1988 mit dem 1,1-Liter-Motor 14.115 DM; mit dem 1,4-Liter-Motor 16.170 DM und mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor 16.350 DM. Der Fiesta S war mit 1,1 oder 1,3 Litern Hubraum erhältlich. Zur Serienausstattung gehörten ein Fünfganggetriebe, Reifen in der Dimension 155/70R13, Stoßstangenhörner vorne, zusätzliche Halogen-Fernscheinwerfer und das höherwertige Armaturenbrett mit geschlossenem Handschuhfach, dreistufigem Gebläse, zusätzlichen Frischluftdüsen in der Mitte des Armaturenbretts und einem Drehzahlmesser. Bei Einführung des Fiesta kostete das Fahrzeug 13.285 DM mit dem 1,1-Liter-Motor, der 1,3-Liter-Motor kostete 425 DM Aufpreis und war ab Anfang 1984 lieferbar. Der Fiesta Festival war ab der Modellpflege im Sommer 1986 verfügbar und ersetzte den Fiesta Fashion. Wie der Fiesta S war der Festival mit dem höherwertigen Armaturenbrett ausgestattet, hatte jedoch anstelle eines Drehzahlmessers eine analoge Uhr im Kombiinstrument. Der Festival kostete ab Anfang 1988 mit dem 1,1-Liter-Motor 15.180 DM, mit dem 1,4-Liter-Motor 16.235 DM bzw. als Einspritzer mit G-Kat 17.235 DM und als 1,6-Liter Diesel 17.415 DM. Der Fiesta Ghia war, wie bei den anderen Ford-Modellreihen auch, das am besten ausgestattete Fahrzeug. Zusätzlich zur Ausstattung des Festival gehörten u. a. höherwertige Kunststoffstoßstangen mit Hörnern und Chromeinlagen, große Seitenschutzleisten aus Kunststoff, zusätzliche Geräuschdämmung, ein Drehzahlmesser, eine Digitaluhr mit Stoppfunktion, schwenkbare Sonnenblenden mit Make-up-Spiegel auf der Beifahrerseite, eine Heckklappenfernentriegelung, eine Intervallwischfunktion, eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne, höherwertige Türverkleidungen, Chromleisten in den Fenstergummis und viele weitere Extras zur Serienausstattung. Während der Ghia im August 1983 noch 14.517 DM mit 1,0 Litern Hubraum und 16.877 DM als Diesel kostete, schlug das Fahrzeug Anfang 1988 mit dem 1,1-Liter-Motor mit 16.065 DM und mit dem 1,4-Liter-Motor mit 17.700 DM zu Buche. Der Fiesta Super war ein sportliches Modell unterhalb des XR2. Ergänzend zur Serienausstattung des Festival bot der Super einen Drehzahlmesser, breitere Reifen in der Dimension 165/65R13, ein verbessertes Fahrwerk mit einem Stabilisator an der Hinterachse, die höherwertigen Stoßstangen des Ghia mit rotem Zierstreifen, spezielle Radabdeckungen und ein Sportlenkrad. Der Listenpreis des Super betrug Anfang 1988 mit dem 1,1-Liter-Motor 16.065 DM und mit dem 1,4-Liter-Motor 17.120 DM.

mini|Ford Fiesta XR2 Der Fiesta XR2 war wie schon beim Vorgänger das Topmodell der Baureihe. Der Kentmotor des Vorgängers wurde durch den neuen 1,6-Liter-CVH-Motor mit Doppelvergaser und Fünfganggetriebe aus dem Escort XR3 ersetzt und leistete 71 kW (97 PS). Der XR2 war komplett verspoilert und bot außer einer umfangreichen Serienausstattung ähnlich der des Ghia zusätzliche Extras wie Niederquerschnittsreifen in der Dimension 185/60R13, ein überarbeitetes und verbreitertes Fahrwerk, Sportsitze, eine exklusive Polsterfarbe, innenbelüftete Scheibenbremsen und eine schwarze Fenstereinfassung. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wurde dieser XR2 serienmäßig mit Stahlrädern in der Dimension 6×13 Zoll ausgeliefert, die Leichtmetallräder kosteten 800 DM Aufpreis. Der Neupreis des Fahrzeugs ohne Extras betrug Anfang 1988 19.350 DM.

Im Rahmen der Modellpflege im Sommer 1986 wurde auch der Fiesta XR2 zusätzlich in einigen Details überarbeitet. Die Farbe des Instrumententrägers und der Bedieneinheit der Heizung wurde von dunkelgrau in schwarz geändert, die Innenausstattung von dunkel- in hellgrau. Der Motor wurde mit einem „lean-burn“-Zylinderkopf ausgerüstet, die Gemischaufbereitung übernahm anstelle des 32/34 DFT-Vergasers ein 28/32 TLDM-Vergaser, die ESC-II-Zündung wurde durch einen einfachen Zündverteiler mit einer Unterdruckdose ersetzt. Die herzförmigen Brennräume des Zylinderkopfs sollten für einen geringeren Schadstoffausstoß und in Verbindung mit dem geänderten Vergaser für einen niedrigeren Verbrauch sorgen. Die Motorleistung blieb mit 70 kW (95 PS) trotz des deutlich kleineren Vergasers nahezu gleich.

Für bestimmte Märkte wie zum Beispiel die Schweiz wurde der XR2 mit einem geänderten Motor ausgeliefert. Der 1,6-Liter-Motor leistete mit einem Ford VV-Vergaser 58 kW (79 PS). Die Ausstattung unterschied sich nicht von den „normalen“ XR2, die Fahrleistungen blieben mit einer Beschleunigung von 11,8 Sekunden (0–100 km/h) und einer Höchstgeschwindigkeit von 166 km/h jedoch hinter der Standardversion zurück.

Der XR2 war nicht in allen für den Fiesta angebotenen Farben erhältlich. Diamant-Weiß, Sonnen-Rot (bzw. Spanisch-Rot ab 1986), Gletscher-Blau (bzw. Cosmos-Blau ab 1986), Strato-Silber, Titan-Grau (ab 1986) und schwarz standen zur Auswahl. Die Verbreiterungen, die Zierleisten und die Umrandung der Seitenfenster waren unabhängig von der Lackfarbe immer gleich ausgeführt.

mini|Ford Fiesta Express Der Kleinlieferwagen Fiesta Express war ausschließlich mit dem 1,0-Liter-Motor und ab 1986 nur mit dem 1,1-Liter-Motor verfügbar. Die Ausstattung basierte auf dem Grundmodell. Es gab keine Rücksitzbank und keine hinteren Seitenfenster. Durch einen speziellen Ausbau wurde eine ebene Ladefläche mit 1,12 m² Grundfläche geschaffen. Im August 1983 kostete das Fahrzeug 11.960 DM.

Ein Radio war bei allen Modellen aufpreispflichtig. Für das Sound 2002 mit einem Lautsprecher verlangte Ford 460 DM (ab August 1986 400 DM), das Sound 2004 war nur für Festival, Ghia und XR2 erhältlich und kostete mit vier Lautsprechern, digitaler Senderanzeige und Überblendregler 1.370 DM (ab August 1986 850 DM). Weitere aufpreispflichtige Extras waren eine Anhängerkupplung inklusive TÜV-Abnahme (491 DM, ab August 1986 600 DM), getönte Scheiben (400 DM), Metallic-Lackierung (450 DM) und ein Panoramadach (650 DM). Teile der Serienausstattung aus den besseren Ausstattungslinien waren bei den billigeren Modellen in der Regel nicht einzeln erhältlich.

Beim Kauf des Fiestas konnte bereits damals die auch heute noch vertriebene „A-1-Garantie“ zusätzlich abgeschlossen werden. Im August 1983 verlangte Ford für das zweite und dritte Jahr 295 DM bis 50.000 km Gesamtfahrleistung bzw. 480 DM bis 100.000 km.

Außenfarben Zur Modellpflege im Sommer 1986Verkaufsprospekt Ford Fiesta, Ford-Werke Aktiengesellschaft, Köln, 801114 wurden auch die verfügbaren Lackfarben geändert. Sofern nicht anders angegeben, waren die Lackierungen für den gesamten Bauzeitraum von Sommer 1983Farbkarte Ford Fiesta 30351, gültig ab 15. August 1983 als Beilage Verkaufsprospekt Fiesta bis Frühjahr 1989 erhältlich.

Uni-Lacktöne: Diamant-Weiß Delta-Beige[2, 4, 6] Sand-Beige[1, 6] Sonnen-Rot Spanisch-Rot Kardinal-Rot[1, 6] Wein-Rot[2, 4, 6] Maritim-Blau[2, 6] Keramik-Blau[1, 5, 6] Galaxi-Blau[1, 6] Ozean-Blau[1, 5, 6] Rio-Braun[1, 6] Schwarz

Intensiv-Metallic-Farben: Imperial-Rot[1, 6] Gletscher-Blau See-Blau[1, 6] Jade-Grün[1, 6] Champagner-Gold[1, 6] Strato-Silber Titan-Grau Nimbus-Grau[1, 6] Magenta-Rot[2, 6] Rosewood[2, 3, 6] Silikat-Gold[2, 4, 6] Antik-Bronze[2, 4, 6] Cosmos-Blau Aqua-Grün[2, 4, 6]

nur 1983 bis 1986; nur 1986 bis 1988; nur für Fiesta Festival (betrifft nur Farben ab 1986); nicht für Fiesta Festival (betrifft nur Farben ab 1986); nicht für Fiesta S (betrifft nur Farben bis 1986); nicht für Fiesta Super/XR2;

Technik mini|Nach vorne öffnende Motorhaube bei einem Fiesta XR2 Karosserie Die zweite Baureihe des Ford Fiesta wurde als dreitürige Schräghecklimousine und mit geringen Modifikationen als Kleinlieferwagen angeboten. Die selbsttragende Karosserie besteht aus Stahlblech. Eine Besonderheit der ersten beiden Baureihen des Fiesta ist die nach vorne öffnende Motorhaube. Diese wurde in erster Linie verwendet, um am Windlauf den Platz für die Haubenscharniere einzusparen. Im Gegensatz zur nächsten Baureihe gibt es im Fiesta ’84 keinen zusätzlichen Seitenaufprallschutz. PVC-Unterbodenschutz in den Radhäusern, Hohlraumschutz in den Türen und Schwellern, Steinschlagschutz außen am Frontblech, an den Seitenschwellern, den Radlaufkanten und im unteren Bereich der Türen sowie Wachs am kompletten Bodenblech verzögern das Rosten der Karosserie.

Fahrwerk mini|links|hochkant|Prinzip der MacPherson-Achse Die Vorderräder sind einzeln an MacPherson-Federbeinen und zweiteiligen Dreieckslenkern (Querlenker mit Zugstreben) aufgehängt. Die Zahnstangenlenkung ist mit einer Sicherheitslenksäule kombiniert, eine Servounterstützung war jedoch weder als Serien- noch als Wunschausstattung verfügbar.

Die starre Hinterachse wird mit einem Längslenkerpaar, einem Panhardstab und den Stoßdämpfern geführt, die an zwei Punkten am Achsrohr gelagert sind, um es am Verdrehen in Querrichtung zu hindern. Direkt auf dem leicht nach oben gekröpften Achsrohr sitzen die Schraubenfedern.